Gesellschaftstheorie und Gesellschaftsphilosophie

Ein Lernportfolio


Skript, 2011

11 Seiten

K. Fuchs (Autor:in)


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Ulrich Beck: Risikogesellschaft

3. Zygmunt Bauman: Wir Lebenskünstler

4. Claus Offe: Moderne „Barbarei“: Der Naturzustand im Kleinformat?

5. Ulrich Beck: Wie aus Nachbarn Juden werden

6. John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit

7. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Dieses Lernportfolio entstand im Rahmen des Seminars „Gesellschaftstheorie und -philoso­phie“. Es beinhaltet Notizen, Reflexionen und eigene Darstellungen zu fünf der einzel­nen Seminarthemen und soll der Erkenntnisgewinnung dienen.

2. Ulrich Beck: Risikogesellschaft

Kurzbiographie

Ulrich Beck wurde am 15.05.1944 geboren. Er studierte Soziologie, Philosophie, Psychologie und Politikwissenschaft in München und promovierte 1972. In seinen Texten befasst er sich vor allem mit dem Wandel der modernen Gesellschaften.[1]

Ulrich Beck erklärt in seinem Text, dass die Klassengesellschaft von der so genannten Risikoge­sellschaft abgelöst wird.[2] Meiner Meinung nach können Risiken fast alle Menschen gleichermaßen betreffen. Zudem ist es immer schwieriger, sich ihnen zu entziehen. Wa­rum entstehen Risiken? Im Grunde wollen die Menschen immer mehr Wohlstand. Durch z. B. Massenproduktion von Fleisch sinken zwar die Preise, im Gegenzug jedoch verliert das Fleisch an Qualität, es ist in vielen Fällen sogar belastet.

Dabei ist es schwierig, den Begriff „Risiko“ zu definieren, denn für jeden Menschen hat er eine andere Bedeutung. Somit werden Experten benötigt, wobei hier wiederum die Gefahr einer „Risikoverleugnung“ entsteht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Geduldetes Risiko? (Quelle: http://www.spiegel.de/thema/fukushima/, Abruf 15.05.11)

Handelt es sich zum Beispiel bei Atomkraftwerken um solch eine Risikoverleugnung? Für die einen stellen diese eine effektive und kostengünstige Energiequelle dar, für die ande­ren sind sie ein nicht tolerierbares Risiko. Mir stellt sich immer häufiger die Frage, ob die von uns geduldeten Risiken mittlerweile überhaupt noch in Relation stehen zu dem da­raus gezogenen Nutzen. Ich glaube, ein Umdenken ist in vielen Bereichen, in denen Risiken entstehen, dringend notwendig.

3. Zygmunt Bauman: Wir Lebenskünstler

Kurzbiographie

Zygmunt Bauman wurde 1925 als Sohn polnisch-jüdischer Eltern geboren. Er studierte Philoso­phie und Soziologie an der Universität Warschau. Er beschäftigt sich vor allem mit Themen wie der Entstehung des Holocaust oder der Postmoderne.[3]

Zunächst erläutert Bauman in seinem Text zwei Möglichkeiten, die wir haben, um Glück zu finden. Zum einen gibt es den zentripetalen Weg: Dieser vereint gewissermaßen Altruis­mus und Egoismus in sich, indem man fürsorglich handelt, um wiederum einen Eigennut­zen daraus zu schlagen. Der andere, zentrifugale Weg, orientiert sich dabei zentral am Wohl anderer Menschen.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für mich stellt sich grundsätzlich die Frage: Welcher Weg ist der Richtige für mich? Zum einen führen zentripetale Verhaltensmuster dazu, stets Aufwand und Gewinn gegeneinan­der abzuwägen. Andererseits sehe ich beim zentrifugalen Weg die Gefahr, trotz aller (uneigen­nütziger) Hilfsbereitschaft am Ende alleine gelassen zu werden, wenn man selbst Hilfe benötigt.

Doch woran liegt es, dass die Menschen nicht alle denselben Weg gehen wollen oder kön­nen? Wäre es nicht eine utopische Vorstellung, alle Menschen würden sich unterstützen, bloß aus purer Selbstlosigkeit und nicht, weil sie nur eine Gegenleistung in Anspruch neh­men wollen? Hier spielt das Moralempfinden wieder eine wichtige Rolle. Bauman schreibt, dass das Treffen von Entscheidungen von der Persönlichkeit des Menschen bestimmt wird.[5] Die Persönlichkeit wird vor allem durch die Erziehung und das soziale Umfeld, in dem ein Mensch aufwächst, geformt. Man kann einem Individuum sicherlich ein gewisses Maß an Moralempfinden anerziehen, erklären, was Gut, was Böse ist. Jedoch ist der Mensch grundsätzlich frei in seinem Handeln und Denken, und somit können alle wiede­rum für sich selbst entscheiden welchen Wert- und Moralvorstellungen sie folgen.

Jeden Tag befinden wir uns in Situationen, in denen wir uns zwischen den beiden Wegen entscheiden müssen. Ob wir dabei die richtige Entscheidung treffen, liegt nur in unserem Ermessen. Dies immer richtig einschätzen zu können, ist eine Kunst, bei der man zwar scheitern kann, aber im Gegenzug auch wieder lernt.

Andreas Tenzer, deutscher Philosoph und Pädagoge sagte dazu treffenderweise:

„Lebenskunst besteht im Wesentlichen aus der Umwandlung negativer Energie in positive.“

4. Claus Offe: Moderne „Barbarei“: Der Naturzustand im Kleinfor­mat?

Kurzbiographie

Claus Offe wurde 1940 geboren. Er studierte Philosophie, Soziologie und Volkswirtschaft an der Universität Köln und Berlin. Offe beschäftigt sich hauptsächlich mit den politisch-soziologi­schen Aspekten in der Gesellschaft[6].

Barbarei ist ein Begriff, bei dem ich zunächst Bilder von Kriegern mit Äxten und Morgenster­nen in den Händen vor Augen habe, von Menschen, die rücksichtslos andere Menschen meucheln und deren Städte ausrauben. Hauptsächlich verbinde ich mit dem Begriff besonders grausame, physische Gewalt die gegenüber wesentlich Schwächeren ausgeführt wird. Barbarei entspricht der Vorstellung vom Bösen.

Der Duden bezeichnet Barbarei als Rohheit und Unmenschlichkeit, aber auch als Kulturlosig­keit und einen unzivilisierten Zustand. Synonyme sind Brutalität, Unkultivier­theit und Wildheit.

Offen sagt, Barbaren „verletzen durch ihr Handeln die für „uns“ geltenden Regeln physischer und symbolischer Integrität.“[7] Dabei ist auffällig, dass je höher der zivilisatorische Stan­dard ist, desto wahrscheinlicher wird Barbarei. Menschen, die barbarisch handeln, besit­zen eine Art Unempfindlichkeit gegenüber der Norm.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2

Barbarisches Handeln? (Quelle: http://www.stern.de/politik/ausland/jahrestag-der-israelischen-staatsgruen­dung palaestinenser ueberrennen grenzzaun zehn tote 1685348.html#utm_source=sternde&utm_medium=zhp&utm_campaign=politik&utm_content=snippet-aufmacher, Abruf: 15.05.11)

Was gehört zu Barbarei? Für mich fängt es schon bei Dingen wie unterlassener Hilfeleis­tung oder Mobbing an. Physische und psychische Gewalt, egal aus welchem Grund, ist für mich barbarisches Handeln.

[...]


[1] vgl. http://www.suhrkamp.de/autoren/ulrich_beck_259.html, Abruf 20.05.11

[2] vgl. Beck 1986, S. 25

[3] vgl. Keup/Peter, Journal für Psychologie, 2(4): 1994, S. 1

[4] vgl. Bauman 2008, S.149

[5] vgl. Bauman 2008, S. 164

[6] vgl. Seebaldt; Straßner (Hrsg.) 2006, S. 183

[7] vgl. Offe in: Miller und Soeffner 1996, S. 261

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Gesellschaftstheorie und Gesellschaftsphilosophie
Untertitel
Ein Lernportfolio
Hochschule
Hochschule Emden/Leer
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V183831
ISBN (eBook)
9783656084198
ISBN (Buch)
9783656084419
Dateigröße
725 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
offe, bauman, rawls, beck, gesellschaftstheorie, gesellschaftphilosophie, risikogesellschaft
Arbeit zitieren
K. Fuchs (Autor:in), 2011, Gesellschaftstheorie und Gesellschaftsphilosophie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183831

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