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Bilanzberichtigung und Bilanzänderung

Bachelorarbeit

Titel: Bilanzberichtigung und Bilanzänderung

Bachelorarbeit , 2011 , 39 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Joseph Schmid (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Auf dem Gebiet des Bilanzsteuerrechts kommt dem Thema „Bilanzberichtigung“ und „Bilanzänderung“ große Bedeutung zu, insbesondere nach einer steuerlichen Außenprüfung.
Nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) ist jeder Kaufmann, der ein Handelsgewerbe betreibt, verpflichtet für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres einen das Verhältnis seines Vermögens und seiner Schulden darstellenden Abschluss aufzustellen. Dieser Abschluss wird als Handelsbilanz (HB) bezeichnet.
Unter der Berücksichtigung der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz (StB) müssen Gewerbetreibende gemäß § 4 Absatz (Abs.) 1 in Verbindung mit (i.V.m.) § 5 Abs. 1 Einkommensteuergesetz (EStG) das Betriebsvermögen ansetzen, welches nach den handelsrechtlichen Grundsatz ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) auszuweisen ist, sofern kein steuerliches Wahlrecht in Anspruch genommen wurde. Demzufolge ist die Steuerbilanz im Sinne des § 60 Abs. 2 Einkommensteuer-Durchführungsverordnung die nach zwingenden steuerrechtlichen Vorschriften oder Wahlrechten modifizierte Handelsbilanz.
Auf Grundlage der vom Steuerpflichtigen eingereichten Steuerbilanz, an die der Steuerpflichtige gebunden ist, wird anschließend ein Steuerbescheid von der Finanzbehörde erlassen, welcher der steuerlichen Gewinnermittlung und somit der Festsetzung der Steuerschuld dient.
Eine Abänderung der bereits eingereichten Steuerbilanz kann nur unter den Vorschriften des
§ 4 Abs. 2 EStG erfolgen. Gründe hierfür könnten zum einem in der nachträgliche Inanspruchnahme von handelsrechtlichen oder steuerrechtlichen Wahlrechten liegen, welche dem Steuerpflichtigen erst nach Einreichung beim Finanzamt eingeräumt werden, oder zum anderen Fehler in der Bilanz, die gegen die GoB oder zwingende Vorschriften des Einkommensteuergesetzes verstoßen.
Nach herrschender Meinung im steuerrechtlichen Sprachgebrauch bezieht sich die Formulierung „Änderung“ im Sinne des Satz 1 des § 4 Abs. 2 EStG auf die „Bilanzberichtigung“ und im Sinne des Satz 2 auf die „Bilanzänderung“.
Während sich der Begriff „Bilanzberichtigung“ auf die Beseitigung von unrichtigen Ansätzen bezieht, die entweder durch den Steuerpflichtigen oder einen Außenprüfer der Finanzbehörde aufgedeckt worden sind, ist für eine „Bilanzänderung“ keine zwingende Voraussetzung erforderlich. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung in die Bilanzberichtigung und Bilanzänderung

1.2 Problemstellung und Aufbau der Arbeit

2. Unterschied zwischen Bilanzänderung und Bilanzberichtigung

2.1 Bilanzberichtigung

2.2 Bilanzänderung

3. Allgemeine Voraussetzungen

3.1 Wann kann eine Bilanz berichtigt werden

3.2 Wann kann eine Bilanz geändert werden

3.2.1 Enger zeitlicher Zusammenhang

3.2.2 Enger sachlicher Zusammenhang

3.3 Bestandskraft eines Steuerbescheids

3.3.1 Bestandskraft im Allgemeinen

3.3.2 Änderungsvorschriften der Abgabenordnung

4. Bilanzberichtigung

4.1 Handlungsbevollmächtigte Personen

4.2 Zeitpunkt einer Bilanzberichtigung

4.2.1 Bilanzberichtigung im Jahr der Fehlerquelle

4.2.2 Bilanzberichtigung erfolgt nicht im Jahr der Fehlerquelle

4.3 Auswirkungen einer Bilanzberichtigung

4.3.1 Erfolgswirksame Bilanzberichtigung

4.3.2 Erfolgsneutrale Bilanzberichtigung

4.3.3 Nachholung von Abschreibung

4.3.4 Anpassung der laufenden Buchführung

4.4 Durchbrechung des Bilanzzusammenhangs

5. Bilanzänderung

5.1 Überblick

5.2 Wahlrechtsausübung

5.2.1 Bedeutung

5.2.2 Handelsrechtliche Wahlrechtsausübungen

5.2.2.1 Selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens

5.2.2.2 Außerplanmäßige Abschreibung bei Finanzanlagen des Anlagevermögens bei nicht dauernder Wertminderung

5.2.3 Steuerrechtliche Wahlrechtsausübungen

5.2.3.1 Rücklage für Veräußerungsgewinne gemäß § 6b EStG

5.2.3.2 Ansparrücklage und Sonderabschreibung nach § 7g EStG

5.3 Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz

6. Mehr- und Wenigerrechnung

6.1 Methoden der Mehr- und Wenigerrechnung

6.1.1 Bilanzpostenmethode

6.1.2 GuV-Methode

6.1.3 Unterschiedsbetrachtung der GuV-Methode und der Bilanzpostenmethode

6.2 Technik der Mehr- und Wenigerrechnung

7. Zusammenfassung und Würdigung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die rechtlichen Grundlagen und die praktische Anwendung der Bilanzberichtigung sowie der Bilanzänderung nach § 4 Abs. 2 EStG. Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der Korrektur von fehlerhaften Steuerbilanzen aufzuzeigen, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller steuerlicher Gesetzgebung und Rechtsprechung sowie unter Berücksichtigung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes.

  • Abgrenzung zwischen Bilanzberichtigung und Bilanzänderung
  • Voraussetzungen für die Änderung von Steuerbescheiden
  • Auswirkungen von Korrekturen auf Gewinn und Steuerlast
  • Methodik der Mehr- und Wenigerrechnung zur Kontrolle von Bilanzkorrekturen
  • Bedeutung der Handelsbilanz-Maßgeblichkeit für die Steuerbilanz

Auszug aus dem Buch

2.1 Bilanzberichtigung

Unter dem Begriff Bilanzberichtigung versteht man die Änderung eines unrichtigen handelsrechtlichen oder steuerrechtlichen Ansatzes in der Steuerbilanz.

Nach Richtlinie (R) 4.4 Abs. 1 Einkommensteuerrichtlinie (EStR) ist ein Ansatz in der Bilanz erst dann unrichtig, wenn er unzulässig ist, das heißt (d.h.), wenn er gegen zwingende Vorschriften des Einkommensteuerrechts oder des Handelsrechts oder gegen die einkommensteuerrechtlich zu beachtenden handelsrechtlichen GoB verstößt. Ein Bilanzansatz ist allerdings als richtig anzusehen, wenn er im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung der höchstrichterlichen Rechtsprechung entspricht. Das bedeutet, dass der Steuerpflichtige bei der Jahresabschlusserstellung der kaufmännischen Sorgfalt entsprechend bilanziert hat. Ergeht dann zu einem späteren Zeitpunkt eine konträre Rechtsprechung, hat diese keinerlei rückwirkende negative Auswirkung auf die vom Steuerpflichtigen aufgestellte Bilanz, auch insofern die Veranlagung nach § 164 Abgabenordnung (AO) noch nicht endgültig ergangen ist. Bewirkt die geänderte Rechtsprechung jedoch einen positiven Effekt auf die Interessenslage des Steuerpflichtigen, wird ihm unter den verfahrensrechtlichen Vorschriften die Möglichkeit einer rückwirkenden Bilanzberichtigung eingeräumt.

Der Begriff Änderung im Sinne des § 4 Abs. 2 Satz 1 EStG bezieht sich nur auf die bereits beim Finanzamt eingereichte Steuerbilanz. Es ist daher nicht zwingend erforderlich, eine Berichtigung der Handelsbilanz vorzunehmen. Wurden beispielsweise (bspw.) nur steuerrechtliche Vorschriften verletzt, haben diese, vorausgesetzt es wurde nicht gegen den GoB verstoßen, keinerlei Einfluss auf die Handelsbilanz. Folglich kann der Steuerpflichtige nach § 4 Abs. 2 Satz 1 EStG die Steuerbilanz auch nach ihrer Einreichung beim Finanzamt berichtigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Bilanzsteuerrechts ein und skizziert die Problematik sowie den strukturellen Aufbau der Bachelorarbeit.

2. Unterschied zwischen Bilanzänderung und Bilanzberichtigung: Dieses Kapitel erläutert die terminologische und inhaltliche Abgrenzung zwischen der Bilanzberichtigung als Fehlerkorrektur und der Bilanzänderung als Ausübung von Wahlrechten.

3. Allgemeine Voraussetzungen: Es werden die notwendigen Bedingungen dargelegt, unter denen Bilanzberichtigungen und -änderungen möglich sind, sowie der Einfluss der Bestandskraft von Steuerbescheiden erörtert.

4. Bilanzberichtigung: Dieses zentrale Kapitel behandelt die Verantwortlichkeiten, den zeitlichen Rahmen sowie die bilanziellen Auswirkungen und Methoden der Bilanzberichtigung.

5. Bilanzänderung: Hier liegt der Fokus auf der Ausübung steuerlicher und handelsrechtlicher Wahlrechte zur Beeinflussung der steuerlichen Bemessungsgrundlage und deren Grenzen.

6. Mehr- und Wenigerrechnung: Das Kapitel erläutert die technischen Methoden wie die Bilanzposten- und GuV-Methode zur tabellarischen Übersicht und Kontrolle von Bilanzkorrekturen.

7. Zusammenfassung und Würdigung: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Instrumente Bilanzberichtigung und Bilanzänderung im Spannungsfeld zwischen Finanzbehörde und Steuerpflichtigem.

Schlüsselwörter

Bilanzberichtigung, Bilanzänderung, Steuerbilanz, Handelsbilanz, EStG, Abgabenordnung, Wahlrechtsausübung, Betriebsprüfung, Mehr- und Wenigerrechnung, Bilanzzusammenhang, Steuerliche Gewinnermittlung, BilMoG, GoB, Steuerbescheid, Wirtschaftsgüter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den korrekturrechtlichen Instrumenten des Bilanzsteuerrechts, speziell der Bilanzberichtigung und der Bilanzänderung, und deren Bedeutung für steuerliche Außenprüfungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Voraussetzungen zur Korrektur fehlerhafter Bilanzen, die Ausübung von Wahlrechten zur Gewinnoptimierung sowie die technischen Methoden zur Verprobung dieser Korrekturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist die detaillierte Darstellung, unter welchen Voraussetzungen eine Steuerbilanz nachträglich geändert werden darf und wie sich dies auf die steuerliche Belastung auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftlich-betriebswirtschaftliche Analyse, die auf der Auswertung aktueller Gesetzestexte, einschlägiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs und betriebswirtschaftlicher Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die gesetzlichen Grundlagen für Korrekturen, die Rolle der Bestandskraft, die Unterschiede zwischen erfolgswirksamen und erfolgsneutralen Berichtigungen sowie die Technik der Mehr- und Wenigerrechnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bilanzberichtigung, Bilanzänderung, steuerliches Wahlrecht und Gewinnermittlung geprägt.

Inwiefern hat das BilMoG die Bilanzpolitik beeinflusst?

Das BilMoG hat durch die Änderung von Ansatz- und Bewertungswahlrechten die handelsrechtliche Rechnungslegung modifiziert, was über das Maßgeblichkeitsprinzip die steuerliche Gewinnermittlung unmittelbar beeinflusst.

Wie hilft die Mehr- und Wenigerrechnung bei einer Außenprüfung?

Sie dient als unverzichtbares Kontrollinstrument für Betriebsprüfer, um die Differenzen zwischen der eingereichten Bilanz und den Prüferwerten transparent und periodenübergreifend darzustellen.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bilanzberichtigung und Bilanzänderung
Untertitel
Bachelorarbeit
Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Note
2,0
Autor
Joseph Schmid (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
39
Katalognummer
V183907
ISBN (eBook)
9783656085317
ISBN (Buch)
9783656084808
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bilanzberichtigung bilanzänderung bachelorarbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Joseph Schmid (Autor:in), 2011, Bilanzberichtigung und Bilanzänderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183907
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Leseprobe aus  39  Seiten
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