Die Bäcker im mittelalterlichen Köln


Seminararbeit, 2003

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeines über die Bäcker

3 Die Bäcker
3.1 Die Zunftbäcker
3.2 Die Lohnbäcker
3.3 Die Stiftsbäcker

4 Die Politik des Kölner Rats
4.1 Ratsvorschriften für die Zunftbäcker
4.2 Klüngel und Proteste
4.3 Ratsvorschriften für Lohn- und Landbäcker

5 Die weitere Entwicklung der Bäcker

6 Fazit

7 Anhang
7.1 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Quellen zum Thema „Die Bäcker im mittelalterlichen Köln“ sind sehr dürftig. Trotzdem soll mit dieser Arbeit versucht werden, über die Bäcker dieser Zeit eine umfassende Übersicht zu geben.

Neben einer kurzen Darstellung der verschiedenen Bäcker-Arten wird der Focus dieser Arbeit auf der Politik des Kölner Stadtrats liegen. Diese spielte eine nicht unwesentliche Rolle in Bezug auf das Bäckertum, weil der Rat mit seinen Bestimmungen nicht immer im Sinne der Bäcker oder der Bevölkerung, sondern vielmehr zu eigenen Zwecken handelte.

Weiterhin wird noch ein kurzer Einblick auf die Zukunft der Bäcker zu Anfang der Neuzeit gegeben, um zu zeigen, wie sich das Handwerk weiter entwickelte.

2. Allgemeines über die Bäcker

Ursprünglich herrschte bei den Bäckern völlige Gewerbefreiheit. Entweder die Bürger backten im eigenen Ofen oder sie kauften das Brot bei einem berufsmäßigen Bäcker. Mit der Zeit wurden die Betriebsmittel zum Backen teurer, so dass zweites, also der Gang zum Berufsbäcker, immer öfter vorkam.[1]

Ein Monopol der Backhäuser hat es erst ab dem Ende des 16. Jahrhunderts gegeben,[2] im Mittelalter war es in Köln aber noch frei, im eigenen Hause zu backen. Meistens waren diese privaten Backhäuser mit den Wohnungen verbunden und lagen im Hinterhof des Hauses.

Auf Feuerschutz wurde dabei anscheinend nicht sehr geachtet, denn auch hölzerne Backhäuser waren erlaubt. Einzige Regel, die zu beachten war, lautete: Der Backofen muss mindestens drei Fuß vom Nachbargrundstück entfernt sein.[3]

Allerdings stießen die privaten Backhäuser nicht immer auf allgemeine Freude. So beschwerte sich im April 1493 der Dürener Bäcker Walraiff Perme beim Kölner Rat darüber, dass er seit Jahren ein Backhaus auf dem Neumarkt führe. Doch nun hätte sein Nachbar sich auch einen Ofen zugelegt und würde damit Brot anbieten. Dadurch würde Perme selbst nicht mehr genug verkaufen, um Leben zu können. Er bat den Rat, seinem Nachbarn den Brotverkauf zu untersagen und bezog sich mit dieser Bitte auf ähnliche Entscheidungen die schon bei anderen solchen Fällen gefällt wurden.[4]

Wie sich solche Beschwerden auf den offenen Brotverkauf auswirkten, wird im Folgenden dieser Arbeit aufgezeigt.

3. Die Bäcker

Wie schon in der Einleitung angemerkt gab es im mittelalterlichen Köln drei verschiedene Arten von Bäckern:

1. die Zunftbäcker
2. die Lohnbäcker
3. die Stiftsbäcker

Die Unterscheidung in Weiß- oder Schwarzbrotbäcker, wie es in anderen mittelalterlichen Städten durchaus vorkam, gab es in Köln nicht.[5]

Im Folgenden sollen die Unterschiede zwischen den drei Bäcker-Bereichen herausgestellt werden, um anschließend die Probleme, die sie untereinander hatten sowie die Streitigkeiten mit dem Kölner Rat darzulegen.

3.1 Die Zunftbäcker

Zunftbäcker, auch Feilbäcker genannt, waren Bäcker, die ein Gewerbe ausübten. Das bedeutet, dass die Feilbäcker im eigenen Ofen backten und das Brot verkauften.

Die ersten Notizen einer Bäckerzunft, sind in einer Schreinsnachricht aus dem 12. Jahrhundert zu finden. Dort wird erstmals auf ein Zunfthaus der Bäcker hingewiesen.[6] Weitere Informationen über das Bestehen einer Zunft finden sich noch in einem Zunftbuch der späteren Zeit. Denn die dort angegebenen Ordnungen für die Zunftbrüder, sind auf das Jahr 1339 zurückzuführen.[7]

Abgesehen von diesen beiden Hinweisen bleibt die Geschichte der Bäckerzunft bis ins 14. Jahrhundert weitestgehend im Dunkeln.

Erst 1397 taucht der Thema in der Literatur wieder auf. Nach der großen Zunftrevolution im Jahr 1396 erhielten die Bäcker, wie auch alle anderen Gewerbetreibenden, ihren Amtsbrief.[8]

Das hatte für die Bäcker viele Vorteile aber auch einige Nachteile. Durch die Zunft waren sie zu einem Verband zusammen gewachsen, der sie unterstützte und schützte. Aber sie waren nicht mehr frei.

Schon damals zeigte sich im Zunftbrief die heute so oft kritisierte kleinkarierte, deutsche Bürokratie: In allen Einzelheiten war darin geregelt, wie sich die Brüderschaft zu verhalten hatte. Es gab äußerst genaue Vorgaben für die Aufnahme und den Ausschluss von Mitgliedern, Verordnungen für Versammlungen, Vorschriften für die Amtsmeisterwahl und vieles mehr. Wer sich nicht an die Regeln hielt, flog aus dem Zusammenschluss raus.[9]

Der Mitgliederzahl nach gehörte das Backamt zu den kleineren Zünften. Sein Umfang wurde wohl dadurch begrenzt, dass jeder Bürger sein eigenes Brot backen durfte. So wissen wir, dass zu Anfang der Neuzeit, im Jahr 1595, nur 58 Brüder in der Zunft vereinigt waren.[10] Das ist sehr wenig, wenn man bedenkt, dass Köln bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts rund 40.000 Einwohner hatte und damit nicht nur flächenmäßig – rund 400 Hektar – die größte Stadt des mittelalterlichen deutschen Reiches war.[11]

3.2 Die Lohnbäcker

Im Gegensatz zu den Zunftbäckern waren Lohnbäcker nicht an die Vereinigung angeschlossen. Denn sie waren – modern ausgedrückt – nicht selbständig, sondern Arbeitnehmer. Sie besaßen keinen eigenen Ofen, sondern backten für ihren Arbeitslohn im Hause des Bürgers. Verkaufen durften sie ihre Ware auf keinen Fall, das hatte der Rat im Jahr 1476 verboten.[12]

Die Zunftbäcker schienen sich sehr von den Lohnbäckern bedrängt und geschädigt zu fühlen, denn sie drängten den Rat oft dazu, Einschränkungen gegen die Lohnbäcker zu erlassen. Heute gilt die Devise „Konkurrenz belebt das Geschäft“ – das war damals nicht so. Im Gegenteil: Die gesamte Stadtwirtschaft baute auf das Zunftwesen auf und war somit darauf angewiesen, dieses zu schützen.

Zu den Lohnbäckern, waren auch die Landbäcker zu zählen. Sie kauften von den Kölner Bürgern Korn und verbackten es außerhalb der Stadt. Auch sie waren den Zunftbäckern ein Dorn im Auge, daher wurden ihnen gleichermaßen wie den Lohnbäckern immer wieder Steine in den Weg gelegt.[13]

[...]


[1] Vgl. Lindlar, Jakob: Die Lebensmittelpolitik der Stadt Köln im Mittelalter. Köln 1914. S. 14.

[2] Ebenda, S. 14.

[3] Vgl. Keussen, Herrmann: Topographie der Stadt Köln im Mittelalter Bd. I. Bonn 1910. S.121.

[4] Vgl. Loesch, Heinrich von [Bearb.]: Die Kölner Zunfturkunden nebst anderer Kölner Gewerbeurkunden bis zum Jahr 1500. Bd. II. Düsseldorf 1984. S. 28.

[5] Vgl. Lindlar, S. 15.

[6] Ebenda, S. 15.

[7] Ebenda, S. 15.

[8] Vgl. Loesch, Heinrich von [Bearb.]: Die Kölner Zunfturkunden nebst anderer Kölner Gewerbeurkunden bis zum Jahr 1500. Bd. I. Düsseldorf 1984. S. 5 – 8.

[9] Vgl. Loesch, Bd. II, S. 11.

[10] Vgl. Kellenbenz, Hermann: Wirtschaftsgeschichte Kölns im 16. und beginnenden 17. Jahrhundert. In: Zwei Jahrtausende Kölner Wirtschaft. Bd. 1. Köln 1975. S. 321 – 429, hier S. 350.

[11] Vgl. Irsigler, Franz: Kölner Wirtschaft im Spätmittelalter. In: Zwei Jahrtausende Kölner Wirtschaft. Bd. 1. Köln 1975. S. 217 – 321, hier S. 225.

[12] Vgl. Loesch, Bd. II, S. 24.

[13] Vgl. Loesch, Bd. I, S. 120 – 124.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Bäcker im mittelalterlichen Köln
Hochschule
Universität zu Köln  (Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar 'Köln im Mittelalter'
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
18
Katalognummer
V18448
ISBN (eBook)
9783638227964
ISBN (Buch)
9783638777926
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bäcker, Köln, Proseminar, Mittelalter“
Arbeit zitieren
Stephanie Traichel (Autor), 2003, Die Bäcker im mittelalterlichen Köln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18448

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