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Soziale Gerechtigkeit in der Thora - Eine Analyse im Spiegel moderner Gerechtigkeitstheorien

Titel: Soziale Gerechtigkeit in der Thora - Eine Analyse im Spiegel moderner Gerechtigkeitstheorien

Examensarbeit , 2000 , 132 Seiten , Note: 1

Autor:in: Viola Schreyer (Autor:in)

Soziologie - Religion
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Thematik der Gerechtigkeit bewegt die Menschheit nicht erst in der Moderne. Trotz unterschiedlicher Bedeutungszuweisungen ist allen Aussagen ein positiver Sinngehalt von Gerechtigkeit gemeinsam. In der aktuellen gesellschaftlichen Debatte spielt besonders der Begriff der sozialen Gerechtigkeit eine entscheidende Rolle. Der Ausdruck ist Bestandteil der Grundsatzprogramme aller Bundestagsparteien. Seine Nominierung zum Unwort des Jahres 1999 zeigt, dass seine Bedeutung, obschon er im Wahljahr 1999 in aller Munde war, vage bleibt.
Beim Lesen des Alten Testamentes bin ich immer wieder auf Texte gestoßen, die den Bereich der sozialen Gerechtigkeit, der als Teilgebiet innerhalb der Wirtschaftsethik eine Rolle spielt, thematisieren. Der langjährige Kenner der jüdischen Religion Massiczek stellt fest: „Bei keinem Volk durchdringen sich Wirtschaft und Ethik stärker als in Israel.“.
Der Ausdruck soziale Gerechtigkeit ist der abendländischen Philosophie nicht vertraut. Er wurde wahrscheinlich das erste Mal offiziell im Rahmen der christlichen Sozialethik angewandt. Eine Definition erscheint an dieser Stelle verfrüht, da jede Theorie von unterschiedlichen Begriffsbestimmungen ausgeht. Außerdem entwickelt sich die spezielle Bedeutungszuweisung der Thora aus der Darstellung und Analyse und kann erst im Schlussteil inhaltlich ausgefüllt werden.
Soziale Gerechtigkeit erfordert immer ein gewisses Maß an sozialer Sicherung . Beide Sachverhalte bedingen einander. Die Genauigkeit einer ganzen Reihe von Gesetzen in der Thora wie auch die Berücksichtigung aller gesellschaftlich relevanten Gruppierungen, die einer sozialen Sicherung bedürfen, fielen bei der Beschäftigung mit der Thora ins Auge. Im Rahmen dieser Arbeit wird es mir möglich sein, mein Interesse an aktuellen die Soziologie betreffenden Themengebieten mit einem persönlichen Interesse am Gott der Bibel zu verbinden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. Hinführung zum Thema

1.2. Methode und Abgrenzung

1.3. Verwendetes Quellenmaterial

1.4. Forschungsstand

2. HAUPTTEIL

2.1. Moderne Gerechtigkeitstheorien

2.1.1. Antike Grundlagen

2.1.2. Utilitarismus

2.1.3. Eine Theorie der Gerechtigkeit

2.1.4. Christliche Soziallehre

2.1.5. Kommunismus

2.1.6. Kommunitarismus

2.2. Gerechtigkeit im Alten Testament

2.3. Grundsätzliches über die Thora

2.3.1. Begriffsdefinition

2.3.2. Entstehungsgeschichte

2.3.3. Themengebiete der Thora

2.3.4. Der Bund

2.3.5. Gehorsam gegenüber den Gesetzen

2.4. Gesellschaftliche Struktur

2.4.1. Mann

2.4.2. Haus

2.4.3. Sippe

2.4.4. Stamm

2.4.5. Volk

2.5. Die Thora und soziale Gerechtigkeit

2.5.1. Grundprinzipien

2.5.2. Einzelgesetze

2.5.3. Institutionelle Arrangements

3. SCHLUSS

3.1. Fazit

3. 2. Zusammenfassung

3.2.1. Partikularismus

3.2.2. Utilitarismus

3.2.3. Eine Theorie der Gerechtigkeit

3.2.4. Christliche Soziallehre

3.2.5. Kommunismus

3.2.6. Kommunitarismus

3.2.7. Reziprozität

3.2.8. Solidarität

3.2.9. Eigenarten der Thora

3.3. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt auf eine systematische Gesamtanalyse der sozialen Gerechtigkeit in der Thora ab, wobei diese im Spiegel moderner Gerechtigkeitstheorien reflektiert wird. Die Forschungsfrage untersucht, wie alttestamentliche Gesetzgebungen und Prinzipien zu sozialen Sicherungsfragen zu bewerten sind und inwieweit sie mit modernen sozialwissenschaftlichen Gerechtigkeitsentwürfen in Einklang stehen oder korrespondieren.

  • Analyse moderner Gerechtigkeitstheorien (Utilitarismus, Rawls, Christliche Soziallehre, Kommunismus, Kommunitarismus)
  • Untersuchung des biblischen Gerechtigkeitsbegriffs (Zedakah)
  • Darstellung der gesellschaftlichen Struktur des antiken Israel (Stämme, Sippen, Haus)
  • Analyse spezifischer Sozialgesetze der Thora (Arme, Fremde, Witwen, Waisen, Sklaven)
  • Überprüfung der institutionellen Gerechtigkeit (Gerichtsbarkeit, Rolle des Königs, Priesterschaft)

Auszug aus dem Buch

2.5.1. Grundprinzipien

In diesem Kapitel stelle ich zunächst drei Grundkonzeptionen vor, die eine breite Basis der Gerechtigkeitsvorstellung in der Thora darstellen. Die Grundprinzipien sind nicht wie in modernen Gesetzeskodici aus einer vorangestellten Präambel ersichtlich, sondern müssen aus dem Gesamtwerk erschlossen werden. Dabei orientiert sich diese Arbeit an zentralen Gesamtaussagen, die Universalitätsanspruch haben.

2.5.1.1. Gottesebenbildlichkeit

Schon im Schöpfungsbericht kommt die eigentliche Bestimmung des Menschen zum Ausdruck: „Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich.“ (Gen 1, 26a). Van Oyen sieht in der Bezeichnung Bild gleichzeitig Nähe und Distanz und übersetzt sie mit dialogischer Partner Gottes. Zusätzlich deutet der Ausdruck auf eine Analogie des menschlichen Wesens mit Jahwes Charakter hin (Gen 5, 1; 9, 6). Wie in Abschnitt 2.2. ausgeführt, werden Jahwe positive Eigenschaften zugeschrieben. Seit dem Sündenfall steht der Mensch in einer Spannung zwischen dieser hohen Berufung und der zerstörenden Kraft der Sünde: Die Grundbedeutung liegt in der Abwendung von Jahwe (Gen 3; Dtn 10, 16). Obwohl seitdem die freie Entscheidung für das Gute oder das Böse im gewissen Maße eingeschränkt ist, bleibt der Mensch letztendlich für seine Taten verantwortlich und kann ausschließlich für wissentlich begangene Schuld bestraft werden. Die Desintegration und Haltlosigkeit des sündigen Menschen wird im Bündnis teilweise überbrückt: Er wird nun in die Verantwortung genommen, seinem Ebenbild gemäß zu handeln, obwohl er im alttestamentlichen Sinne ein Sünder bleibt. Die Gottesebenbildlichkeit des Menschen wird an keiner AT-Stelle relativiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Hinführung zum Thema und methodische Abgrenzung der Analyse der sozialen Gerechtigkeit in der Thora.

2. HAUPTTEIL: Systematische Untersuchung moderner Gerechtigkeitstheorien, der gesellschaftlichen Struktur Israels und der konkreten Sozialgesetze in der Thora.

3. SCHLUSS: Zusammenfassende Bewertung der Gerechtigkeitskonzeption der Thora unter Einbeziehung der untersuchten modernen Theorien und ein Schlusswort zum Gesamtergebnis.

Schlüsselwörter

Soziale Gerechtigkeit, Thora, Altes Testament, Gerechtigkeitstheorien, Solidarität, Subsidiarität, Rechtsprechung, Gesellschaftsstruktur, Zedakah, Armenfürsorge, Sklavenrecht, Gottesebenbildlichkeit, Wirtschaftsordnung, soziale Sicherung, Gemeinwohl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Konzepte sozialer Gerechtigkeit innerhalb der Thora unter Verwendung moderner Gerechtigkeitstheorien als analytischen Vergleichsmaßstab.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die alttestamentliche Ethik, das Sozialrecht für Randgruppen, die gesellschaftliche Organisation Israels und das Verhältnis zwischen göttlichem Gebot und menschlichem Handeln.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, ob und wie die Thora soziale Gerechtigkeit definiert und inwiefern diese Konzepte an heutigen Gerechtigkeitsvorstellungen gespiegelt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine systematische Gesamtanalyse und textanalytische Verfahren, um die Thora im Licht ausgewählter moderner Gerechtigkeitstheorien zu betrachten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung moderner Theorien, die Analyse biblischer Grundlagen, die Untersuchung der gesellschaftlichen Struktur sowie eine detaillierte Ausarbeitung der Sozialgesetze und Institutionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie soziale Gerechtigkeit, Thora, Solidarität, Zedakah und die Verbindung von Wirtschaft und Ethik charakterisiert.

Wie bewertet die Arbeit das Privateigentum in der Thora?

Die Arbeit stellt fest, dass die Thora das Privateigentum als Grundlage akzeptiert, es jedoch im Rahmen religiöser Bindungen und sozialer Verantwortung (z.B. durch Sabbatjahr-Regelungen) stark einschränkt.

Welche Rolle spielt die Frau in der sozialen Ordnung der Thora?

Die Frau befindet sich in einem Vormundschaftsverhältnis, wird jedoch in ihrem menschlichen Wert vor Jahwe als dem Mann ebenbürtig dargestellt und genießt spezifische Schutzrechte innerhalb der Familienstruktur.

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Details

Titel
Soziale Gerechtigkeit in der Thora - Eine Analyse im Spiegel moderner Gerechtigkeitstheorien
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1
Autor
Viola Schreyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
132
Katalognummer
V185541
ISBN (eBook)
9783656999560
ISBN (Buch)
9783867464451
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale gerechtigkeit thora eine analyse spiegel gerechtigkeitstheorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Viola Schreyer (Autor:in), 2000, Soziale Gerechtigkeit in der Thora - Eine Analyse im Spiegel moderner Gerechtigkeitstheorien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185541
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