Außenstände eines Unternehmens spielen in seinem Leben eine wichtige Rolle. Sie beeinflussen seine Liquidität und Ergebnisrechnung. Daher erfordern die Außenstände eine sorgfältige und aufmerksame Beobachtung und Behandlung. Da die Überwachung und Eintrei Veranstaltung an der FH Nürtingen im WS 2002/03: O
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Factoringverfahrens
3 Historische Entwicklung des Factoring
4 Funktionen und betriebswirtschaftliche Effekte des Factoring
4.1 Die Finanzierungsfunktion
4.1.1 Vorteile für den Factor-Kunden
4.1.2 Nachteile für den Factor-Kunden
4.2 Die Dienstleistungsfunktion
4.2.1 Vorteile für den Factor-Kunden
4.2.2 Nachteile für den Factor-Kunden
4.3 Die Delkrederefunktion
4.3.1 Vorteile für den Factor-Kunden
4.3.2 Nachteile für den Factor-Kunden
5 Arten des Factoring
5.1 Echtes Factoring
5.2 Unechtes Factoring
5.3 Maturity-Factoring
5.4 Bulk-Factoring
6 Kosten des Factoring
6.1 Die Factor-Gebühr
6.1.1 Dienstleistungsanteil
6.1.2 Delkredereanteil
6.2 Die Zinsen
6.3 Sonstige Kosten
7 Weitere Inkassomöglichkeiten
7.1 Inkasso durch die eigene Tätigkeit des Gläubigers
7.2 Inkasso durch den Rechtsanwalt
7.3 Praktiken und Kosten von Inkassounternehmen
8 Zukunftsausblick für das Factoringgeschäft in Deutschland
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Factoring als Methode der Absatzfinanzierung und des ausgelagerten Forderungsmanagements umfassend zu analysieren und die Auswirkungen für Unternehmen unter Berücksichtigung aktueller wirtschaftlicher Rahmenbedingungen aufzuzeigen.
- Grundlagen und historische Entwicklung des Factoring
- Wirtschaftliche Kernfunktionen (Finanzierung, Dienstleistung, Delkredere)
- Differenzierung der Factoring-Arten
- Kostenstruktur und Kalkulationsgrößen
- Alternative Inkassoverfahren im Vergleich
- Zukunftsperspektiven vor dem Hintergrund von Basel II
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Vorteile für den Factor-Kunden
Factoring verwandelt die mit Zahlungszielen ausgestatteten Forderungen des Kunden in bares Geld, das der Kunde zur Regulierung seiner Lieferantenverbindlichkeiten innerhalb der ersten Kondition einsetzt. Der Kunde nutzt also alle Skontierungsmöglichkeiten aus. Die dadurch bewirkte hohe Zahlungsbereitschaft versetzt den Kunden in die Lage, als Barzahler alle ihm sich bietenden Möglichkeiten zu besonders günstigen Einkäufen zu nutzen. Vorher in den Außenständen gebundenes Eigen- oder Fremdkapital kann zu anderen Zwecken eingesetzt werden, z.B. zur Finanzierung von Investitionen, die der Rationalisierung oder der Kapazitätserweiterung dienen.
Hat der Kunde, weil er voll skontiert, Lieferantenverbindlichkeiten in nur geringer Höhe, sind auch seine Warenvorräte nur entsprechend gering mit den Rechten der Vorbehaltslieferanten belastet. Das Vorratsvermögen kann daher anderen Kreditgebern des Factor-Kunden als werthaltige Sicherheit angeboten werden.
Die Liquiditätszufuhr für das Unternehmen durch Factoring passt sich dem Umsatz automatisch an, unabhängig von bestehenden Kreditlinien der Hausbank. Man spricht deshalb zu Recht von der Factoringfinanzierung als einer umsatzkongruenten Finanzierung. Dadurch werden die Finanzdispositionen erleichtert. Der Kunde weiß genau, welche Beträge er zu welchen Zeitpunkten vom Factor erhalten wird. In diesen Zusammenhang wird das Kassenhaltungsbedürfnis reduziert.
Die Finanzierung der sich aus einer Umsatzausweitung ergebenden Erhöhung der Außenstände ist gesichert. Der Factor-Kunde kann Aufträge annehmen, die er vor Factoring ablehnen musste, weil keine adäquate Finanzierung zur Verfügung stand. Er ist in der Lage, seinen Abnehmern längere Zahlungsziele einzuräumen, ohne dadurch zusätzliches Eigen- oder Fremdkapital zu blockieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die betriebswirtschaftliche Relevanz der Bilanzposition "Forderungen" und die daraus resultierenden Liquiditätsrisiken für Unternehmen.
2 Grundlagen des Factoringverfahrens: Dieses Kapitel definiert Factoring als Kauf- und Dienstleistungsgeschäft und ordnet es rechtlich ein.
3 Historische Entwicklung des Factoring: Der Abschnitt skizziert den Wandel vom historischen Warenfactoring zum modernen Finanzierungsfactoring.
4 Funktionen und betriebswirtschaftliche Effekte des Factoring: Das Kapitel erläutert die drei Kernfunktionen Finanzierung, Dienstleistung und Delkredere samt deren Vor- und Nachteilen für Kunden.
5 Arten des Factoring: Hier werden verschiedene Vertragsgestaltungen wie echtes, unechtes, Maturity- und Bulk-Factoring voneinander abgegrenzt.
6 Kosten des Factoring: Die Analyse der Kostenstruktur umfasst Gebühren, Zinsen sowie sonstige anfallende Belastungen für den Anschlusskunden.
7 Weitere Inkassomöglichkeiten: Dieses Kapitel stellt alternative Inkassowege durch Eigenregie, Anwälte oder Inkassounternehmen gegenüber.
8 Zukunftsausblick für das Factoringgeschäft in Deutschland: Abschließend wird die positive Prognose für die Branche im Kontext veränderter Rahmenbedingungen wie Basel II bewertet.
Schlüsselwörter
Factoring, Forderungsmanagement, Finanzierung, Delkredere, Liquidität, Außenstände, Absatzfinanzierung, Debitorenmanagement, Basel II, Inkasso, Forderungsankauf, Umsatzkongruenz, Bonitätsprüfung, Zahlungsziel, Bilanzstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem ausgelagerten Forderungsmanagement durch Factoring als Finanzierungs- und Dienstleistungsinstrument für Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Funktionsweise von Factoring, dessen Kostenstrukturen, die verschiedenen Vertragsarten sowie der Vergleich zu anderen Inkassomöglichkeiten.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Nutzen von Factoring für die Liquiditätssicherung und Bilanzoptimierung von Unternehmen, insbesondere im Mittelstand, darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen sowie die Auswertung von Branchenstatistiken.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert die drei Säulen des Factorings (Finanzierung, Service, Delkredere), erläutert die Kostenbestandteile und vergleicht das Instrument mit klassischen Inkassowegen.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Factoring, Liquidität, Delkredere, Forderungsankauf, Finanzierung und Debitorenmanagement.
Warum ist Factoring im Kontext von Basel II besonders relevant?
Factoring bietet Unternehmen Finanzierungsmöglichkeiten, die unabhängig von klassischen Bankkrediten bestehen und die Bilanzstruktur sowie das Rating positiv beeinflussen können.
Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen echtem und unechtem Factoring?
Beim echten Factoring übernimmt der Factor das volle Ausfallrisiko (Delkredere), während beim unechten Factoring dieses Risiko beim Anschlusskunden verbleibt.
- Arbeit zitieren
- Eduard Becker (Autor:in), 2002, Das ausgelagerte Forderungsmanagement: Factoring, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185892