Wissenschaftliche Positionen zum Thema von Triggern und Parametern im Spracherwerb in der Generativen Syntaxtheorie


Studienarbeit, 2002
31 Seiten

Leseprobe

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1.

1.

2. Principles and Parameters of Universal Grammar

- das Clustering von Parameterwerten ist interessant für den Spracherwerb, das Setzen eines Parameters kann das Auftauchen eines Bündels von oberflächlich nicht miteinander verbundenen Eigenschaften in einer Sprache veranlassen, entsprechend der Parametertheorie kann eine Reihe von Oberflächenphänomenen vom Setting eines einzelnen Parameters abhängen, dies verleiht dem Konzept beträchtliche explanatorische Kraft (S. 12/13)

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Stufen des Spracherwerbes, Pinkers (1984) Continuity Assumption, wonach ein sich entwickelndes grammatisches System auf jeder Stufe des Spracherwerbes nur Strukturen und Mechanismen enthält, welche UG-Prinzipien nicht verletzen, kindliche grammatische Regeln sollten aus denselben „basic rule types“ gezogen werden und aus derselben Klasse von „primitive symbols“ zusammengesetzt sein wie die grammatischen Regeln Erwachsener, allerdings gilt das nicht für Parameter, nur die unparametrisierten UG-Prinzipien sind unveränderlich in kindlichen und erwachsenen Grammatiken vorhanden, Kinder erforschen die durch parametrische Optionen definierte Variationsreihe, um Parameter zu setzen (S. 13/14)

- parametrische Wahl/Triggering bestimmt, welche bestimmte Reihe von Kategorien in einer spezifischen Sprache vertreten sind (z.B. ob Präpositionen vorhanden sind oder nicht), lexikalisches/sprachspezifisches Lernen beinhält das Zusammenstellen der Liste von lexical items, welche in dieser Sprache Präpositionen repräsentieren, Unterschied zwischen Lernen und Triggering (S. 14)

- der Clustering Effect unterschiedlicher Oberflächenphänomene eines einzigen Parameters, das Kind muß nur eine der Eigenschaften, welche das korrekte Setting eines Parameters für eine bestimmte Sprache entdecken und alle anderen

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Phänomene werden automatisch verfügbar, viele Phänomene werden somit innerhalb einer kurzen Zeit auftauchen (S. 14)

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Annahme 1): der Parameter ist auf einen UG-Default-Wert gesetzt, dies muß nicht

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diese Version der Default-Annahme wirft jedoch eine Reihe von Fragen auf, die weitreichendste betrifft das Problem, ob und wie Parameter resetted werden können, ein anderes Problem besteht darin, wie der Default-Wert zwischen den vielen Optionen bestimmt werden kann, es exestieren zumindest zwei Arten von Parametern; a) einer mit ineinandergestellten Werten b) einer mit disjunktiven Werten, beim Parameter a) generiert die Option mit ineinandergestellten Werten eine größere Reihe von Strukturen als die disjunktive Option, also unterliegt dieser Parameter dem Subset-Principle (fundamentales Lernprinzip), hier muß der Default-Wert also derjenige Wert sein, welcher die kleinere Reihe von Strukturen generiert, auch Problem beim richtigen Setting des korrekten Parameterwertes, da keine (indirekte) negative Evidenz zur Verfügung steht, nur positive, bei Parameter b) mit disjunktiven Werten muß das Subset-Principle nicht beachtet werden, allerdings hier Problem bei d. Entscheidung, welcher der richtige Default-Wert ist

Annahme 2): beide (oder alle) Werte sind gleichzeitig zugänglich, der Parame-

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hier sind keine multiplen Settings möglich, die anfängliche Grammatik erlaubt Zugang zum Default-Wert wie auch zu den alternativen Optionen solange die Parameter noch nicht auf einen bestimmten Wert gesetzt worden ist, Parameter-Setting führt zur Eliminierung alternativer Optionen, solange das Kind noch nicht die Parameter gesetzt hat, „fällt es in“ die Default-Grammatik, diese An-

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nahme kommt ohne den problematischen Begriff von Parameter-Resetting aus, alle Parameterwerte sind in der anfänglichen Grammatik verfügbar, dies ist nach Valian (1988/1990) für Parsing notwendig, das Kind muß von früh an jeden Satz, den es hört, parsen und ihm eine Struktur zuweisen, der Parser muß somit Strukturen aller möglichen Werte eines Parameters generieren können, um einem gehörten Satz mögliche Strukturen zuweisen zu können, die Annahme der Existenz von Default-Werten für zumindest einige Parameter erscheint plausibel, allerdings ist die Annahme problematisch, daß Parameter bereits auf einen Default-Wert am Anfang der sprachlichen Entwicklung gesetzt sind, anfängliche Grammatiken müssen die Möglichkeit des Zugangs zu allen Optionen zulassen, bevor ein Wert gesetzt wird (S. 15-17)

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Sätzen können doppeldeutig und hinsichtlich des korrekten Settings irreführend sein 2) die Erwachsenensprache, auch mit Kindern benutzt, ist nicht immer grammatisch, neben Performanzfehlern benutzen Eltern Sätze, welche sie selbst als ungrammatisch bezeichnen, der Begriff von Triggering beinhält jedoch, daß eine extrem kleine Anzahl von Beispielen genügt, um einen Parameter auf einen spezifischen Wert zu setzen

- Möglichkeit, um mit teilweise ungrammatischem und zweideutigem Daten umzugehen: Annahme, daß Parameter-Setting nur durch eng definierte Eigenschaften der Daten getriggered wird, nicht von allen Merkmalen, welche möglicherweise mit einem gegebenen Parameterwert verbunden werden können, Roeper & Weis-senborns (1991) Unique Trigger Solution: wird ein gegebener Parameter durch mehrere Merkmale markiert, so wird es einen in der UG spezifizierten Unique Trigger geben, die Anwesenheit eines spezifischen Merkmales in den Daten zeigt unzweideutig an, daß ein Parameter auf einen bestimmten Wert gesetzt werden

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muß, die Unique Trigger Solution kann allerdings auch zu Mißsettings führen, wenn aufgrund von zweideutigen Daten ein Merkmal fälschlicherweise als Unique Trigger identifiziert wird, die Unique Trigger Solution hat nicht die mit „Hypothesis Testing“ verbundenen Probleme, wonach interindividuelle Variation beim Lernen involviert ist, dabei tritt bei anfänglichem Parameter-Mißsetting mehr intraindividuelle Variation auf (S. 18/19)

- Häufigkeit des Vorkommens von Triggern und die Länge des Ausgesetztseins den relevanten Daten gegenüber, nach der Parametertheorie sollte ein minimales Ausgesetztsein den Daten gegeüber genügend sein für Parameter-Setting, idealerweise könnte ein einziges Merkmal im Input angetroffen genügen, allerdings zu sehr idealisiert, keiner weiß, wieviel Ausgesetztsein wirklich notwendig ist; Clahsen (1991): das Kind braucht eine gewisse Menge positiver Evidenz, um einen Parameter auf den richtigen Wert zu setzen, Randall (1992): Existenz eines „trigger tresholds“, wobei eine genügende Anzahl von Merkmalen/Anzeichen auftauchen muß, Lightfoot (1991): die Daten müssen auffällig und häufig sein, um als Trigger fungieren zu können, Meisels Kritik an quantifizierten Kriterien bezüglich des treshold level für Trigger (S. 20/21)

- Frage, ob Trigger allen Lernern zugänglich ist, triggering data muß so beschaffen sein, daß sie plausiblerweise jedem Kind zugänglich ist, dies hat nichts mit Häufigkeit zu tun, triggering elements sollten nicht nur in Lightfoots (1991) „exotischen“ Kontexten vorkommen, Forderung nach „robusten“ Daten, die Häufigkeit von Vorkommen ist jedoch nicht relevant, triggering data muß positive Evidenz sein, welche dem Kind leicht zugänglich ist, die Defizite hinsichtlich der Doppeldeutigkeit des Inputs kann durch die Definition von Zugänglichkeit von Triggern in Form v. Struktur aufgebessert werden, nur zu dem Grad, wie das Kind fähig ist, dem im Input angetroffenen Element eine Struktur zuzuweisen, kann dieses Merkmal in die Struktur des Lerners eingegliedert werden, allerdings ist die kindliche Fähigkeit, eine solche Analyse auf der Stufe der linguistischen Entwicklung von Parameter-Setting durchzuführen, auf eine bestimmte Art von Daten beschränkt, nicht nur bezüglich Verläßlichkeit sondern auch bezüglich grammatischer Komplexität, Lightfoots (1991) „Degree-0-Learnability“ (S. 20/21)

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- Vorschlag bezüglich der strukturellen Variation, innerhalb welcher Trigger ge-funden werden können; Roepers (1973) „subordinate clause strategy“, wonach Kinder auf untergeordnete Sätzen achten, radikale Version der „Degree-1-Learnability“-Hypothese, da gewisse Anhaltspunkte, wie Parameter zu setzen sind, ausschließlich in untergeordneten Sätzen anzutreffen sind, nach Emonds (1970) wird Strukturerhaltung in untergeordneten Sätzen strikt eingehalten, Information, welche hier enthalten ist, ist sicherlich nötig, um wenigstens einige Parameter auf den richtigen Wert zu setzen, allerdings fraglich, ob Kinder fähig sind, die Matrix- vs. eingebetteter Satz-Unterscheidung von früh an auszunutzen, auch konrtovers, ob Kinder sich wirklich auf untergeordnete Sätze hinsichtlich von potentiellen Triggern in Fällen von zweideutigem Input fokussieren (S. 22)

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nicht sofort, sobald das relevante Stück von Evidenz im Input des Kindes auftaucht ? die triggering data, welche für das Setting von Parameterwerten notwendig ist, ist von früh an in der linguistischen Umgebung des Kindes vorhanden, strukturelle Eigenschaften tauchen in einer sequentiellen Reihenfolge „crosslinguistically“ und uniform über Individuen hinweg auf, warum operieren Trigger zu einem gegebenen Zeitpunkt, nicht früher oder später ? Sprachentwicklung folgt einer zugrundeliegenden Logik; neurologische Reifung oder grammatikinterne Phänomene, wonach Parameter angeordnet werden ? starke Version der Maturation Hypothesis von Felix (1984): UG-Prinzipien treten entsprechend einem angeboren spezifizierten Zeitplanes hervor, somit weisen frühe Erwerbsstufen, im Widerspruch zu der Continuity Assumption, Eigenschaften auf, welche im Konflikt mit den noch latenten UG-Prinzipien stehen, bevor biologische Reifung die relevanten Prinzipien dem Kind zugänglich machen, dies führt zu einer Reorganisation der Interimgrammatiken dahingehend, um sie den neu entwickelten Prinzipien anzupassen andere Version d. Maturation Hypothesis von Borer & Wexler (1987): gewisse Prinzipien reifen, diese Prinzipien sind auf bestimmten Stufen der kindlichen Entwicklung nicht verfügbar, erst auf einer späteren Stufe

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schwache (UG-constrained) Version der Maturation Hypothesis von Wexler (1990): UG-Prinzipien selbst reifen nicht, die UG schränkt jede Stufe der kindlichen Entwicklung ein, gewisse Konstrukte sind auf gewissen Stufen nicht vorhanden, Learning Constraints schränken die Verfügbarkeit von UG-Prinzipien ein, diese Restriktionen gehen hintereinander aufgrund von kognitiver Reifung verloren, so daß das Kind Zugang zu mehr Prinzipien hat, somit stimmt jede intermediäre Grammatik mit der UG auf jeder Entwicklungsstufe überein (S. 23/24)

- nonmaturational accounts: grammatikinterne Anordnungsprinzipien, nach Roeper & de Villiers (1992) sind Parameter-Settings interdependant, der Wert, auf welchen ein Parameter gesetzt wird, hängt von dem Setting eines anderen Parameters ab (Ordered Parameters), Anordnung ist intrinsisch definiert, neue grammatische Eigenschaften müssen in das existierende System integriert werden, bis das möglich ist, d.h. bis das neue Merkmal in das System integiert ist, ist der Lerner „blind“ gegenüber dem, was der Input anbietet, auch die Anordnung von Parametern ist intrinsisch definiert, da Triggering von vorher erworbenem grammatischem Wissen abhängt, mögliche Trigger können als solche nicht erkannt werden bis ihnen eine grammatische Struktur zugewiesen werden kann, extrinsische Anordnung bisher nur bei Default-Werten, Nondefault-Optionen sind marked Settings, diese Anordnung basiert auf dem Subset-Principle, dieses spezifiziert die Markiertheitshierarchie von Parameterwerten (Wexler & Manzini (1987)) (S. 24/25)

- der beste Erklärungsansatz für Erwerbssequenzen ist derjenige, welcher primär auf intrinsischer Anordnung beruht; Guilfoyle & Noonans (1988) Strukturbildungshypothese, Radford (1986/1990), funktionale Kategorien sind interdependant in der Art, wie sie in der Grammatik einer spezifischen Sprache implementiert werden, Parameter-Setting wird an das Hervortreten dieser funktionalen Ka-tegorien gebunden, dies spricht für einen intrinsisch motiverten Entwicklungszeitplan (S. 26)

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Details

Titel
Wissenschaftliche Positionen zum Thema von Triggern und Parametern im Spracherwerb in der Generativen Syntaxtheorie
Hochschule
Universität Hamburg
Autor
Jahr
2002
Seiten
31
Katalognummer
V185937
ISBN (eBook)
9783867469944
ISBN (Buch)
9783656991816
Dateigröße
641 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wissenschaftliche, positionen, thema, triggern, parametern, spracherwerb, generativen, syntaxtheorie
Arbeit zitieren
Magister Markus Mross (Autor), 2002, Wissenschaftliche Positionen zum Thema von Triggern und Parametern im Spracherwerb in der Generativen Syntaxtheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185937

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