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Das Spielervermögen in der Rechnungslegung des Profifußballs

Title: Das Spielervermögen in der Rechnungslegung des Profifußballs

Diploma Thesis , 2006 , 106 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Christian Jäger (Author)

Sport - Sport Economics, Sport Management
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich vorwiegend mit Fragen, die sich mit der Darstellung der Vermögenssituation der Fußballclubs auseinandersetzen. Im Rahmen der Gegenüberstellung von Vermögenswerten und Schulden ist dabei das so genannte Spielervermögen von erheblicher Bedeutung, da es regelmäßig einen Großteil des Gesamtvermögens der Vereine und Kapitalgesellschaften der Fußball-Bundesliga ausmacht und somit maßgeblich das durch den Jahresabschluss vermittelte Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bestimmt. Hierdurch wird deutlich, dass die Einstufung eines vermeintlich aktivie-rungsfähigen Spielervermögens als immaterielles Wirtschaftsgut für die Vereine eine enorme bilanzpolitische Bedeutung hat. Müssten beispielsweise die Ablö-sesummen als Anschaffungskosten für die Spieler sofort als Aufwand abgesetzt werden, bestünde schnell die Gefahr der bilanziellen Überschuldung, was durch deren Aktivierung vermieden werden soll. Die Bundesliga-Clubs werden demnach in der Mehrzahl daran interessiert sein, ihr Spielervermögen zu bilan-zieren. Wie bereits angesprochen ist die Abwehr der Gefahr der bilanziellen Überschuldung einer der Gründe hierfür. Auch die Stärkung der Eigenkapitalquote und somit eine Vereinfachung der Aufnahme von Fremdkapital ist ein Punkt, der für die Aktivierung des Spielervermögens spricht. Ferner stellt der Posten Spielerwerte für die Bundesligavereine nahezu die einzige Möglichkeit zur Bildung stiller Reserven dar. Fraglich bleibt jedoch zunächst, was sich hinter dem Begriff des Spielervermögens verbirgt, was also tatsächlich in den Bilanzen der Vereine und Kapitalgesellschaften als Aktivierungsgegenstand an-gesetzt werden darf und ob die angestrebte Bilanzierung des wertvollsten "Ver-mögensgegenstands" der Bundesligisten mit den bestehenden Rechtsnormen vereinbar ist. In Frage für die Bilanzierung kommen neben dem Fußballspieler selbst zum Beispiel auch die Erlaubnis des Ligaverbandes für den jeweiligen Verein einen bestimmten Spieler einsetzen zu können oder auch die zu zahlende Transferentschädigung (TE) als Anschaffungskosten für den Spieler.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Die wirtschaftliche Bedeutung des Profifußballs in Deutschland

2 Problemstellung und Ziele der Arbeit

3 Gang der Untersuchung

4 Organisationen und struktureller Rahmen des Profifußballs in Deutschland

4.1 Der Deutsche Fußballbund e.V.

4.2 Die Liga – Fußballverband e.V.

4.3 Die Deutsche Fußball Liga GmbH

4.4 Die Fußball-Clubs der Lizenzligen

5 Rechnungslegungsvorschriften für Proficlubs in Deutschland

5.1 Vorbemerkungen

5.2 Die Lizenzierungsordnung als Determinante der Rechnungslegung

5.2.1 Anforderungen an die Rechnungslegung der Fußballunternehmen

5.2.2 Verbandsinterne Anpassungen der handelsrechtlichen Rechnungslegung

5.3 Betrachtung der gesetzlichen Normen mit Fokus auf der Bilanzierung immaterieller Vermögensgegenstände

5.3.1 Methodik

5.3.2 Untersuchung der abstrakten und konkreten Bilanzierungsfähigkeit

5.3.3 Das Aktivierungsverbot gem. § 248 Abs. 2 HGB und dessen Folgen

5.3.4 Immaterielle Vermögensgegenstände im Rahmen des Sonderfalls IFRS-Abschluss

5.4 Zusammenfassung

6 Die Problematik der Aktivierung des Spielervermögens als immaterieller Vermögensgegenstand

6.1 Einleitende Grundgedanken und begriffliche Abgrenzungen

6.2 Die bestimmende Rechtsprechung bezüglich der bilanziellen Behandlung von Spielerlaubnissen

6.2.1 Das BFH-Urteil vom 26.08.1992

6.2.2 Das EuGH-Urteil vom 15.12.1995

6.3 Zwischenergebnis

6.4 Beispielhafter Ablauf eines typischen Spielertransfers

6.5 Befürwortende Stimmen einer Aktivierung

6.6 Zweifel an der Aktivierbarkeit

6.6.1 Die Spielerlaubnis als konzessionsähnliches Recht

6.6.2 Verkehrsfähigkeit

6.6.3 Selbstständige Bewertbarkeit

6.6.4 Entgeltlicher Erwerb

6.7 Stellungnahme

6.8 Überprüfung der Aktivierbarkeit der Spielerlaubnis nach IFRS

7 Die Rechnungslegungspraxis der Proficlubs in Deutschland

7.1 Befragung der deutschen Bundesligisten

7.2 Die Spielerwerte in den Bilanzen beispielhaft gewählter deutscher Proficlubs

7.3 Zusammenfassendes Ergebnis

8 Exkurs: Die Bilanzierung des Spielervermögens in der englischen Premier League

9 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von Spielervermögen in deutschen Profifußballunternehmen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und unter welchen Voraussetzungen die Spielerlaubnis als immaterieller Vermögensgegenstand nach Handels- und Steuerrecht sowie nach IFRS aktiviert werden darf.

  • Wirtschaftliche Bedeutung und Struktur des Profifußballs in Deutschland
  • Rechnungslegungsvorschriften für Proficlubs (HGB und DFL-Lizenzierungsordnung)
  • Rechtliche und bilanztheoretische Prüfung der Aktivierungskriterien
  • Analyse der Rechtsprechung (BFH und EuGH) und deren Auswirkung auf die Transferpraxis
  • Vergleich der Bilanzierungspraxis deutscher Clubs und Einordnung der englischen Premier League

Auszug aus dem Buch

6.4 Beispielhafter Ablauf eines typischen Spielertransfers

Im Folgenden wird der typische Ablauf eines Spielertransfers bei einem gültigen laufenden Vertrag zwischen „Spieler X“ und dem Vertragspartner „e.V./Kapitalgesellschaft (KapG) 1“ dargestellt. Damit soll vor allem die Rolle der Spielerlaubnis im Rahmen des Transfers deutlich werden und zum besseren Verständnis der Argumentationen in der Literatur dienen. Ist „e.V./KapG 2“ an einer Verpflichtung des „Spielers X“ interessiert, so bekundet „e.V./KapG 2“ das vorhandene Interesse bei „e.V./KapG 1“. Besteht nicht von vornherein Ablehnung gegenüber einem möglichen Wechsel des Spielers, werden Verhandlungen zwischen den verschiedenen Vertragsparteien aufgenommen.

Dabei verhandelt „e.V./KapG 2“ zum einen mit dem Spieler über finanzielle und sportliche Aspekte. Auf der anderen Seite diskutiert man mit dem abgebenden „e.V./KapG 1“ über die Höhe der geforderten Ablösesumme. Voraussetzung für den Transfer ist die Zustimmung des Spielers. Wenn es darüber hinaus zu einer Einigung über die Höhe der Ablösesumme kommt und das Management von „e.V./KapG 1“ unter Abwägung der sonstigen Faktoren einem Wechsel zustimmt, wird der bestehende Arbeitsvertrag zwischen „Spieler X“ und „e.V./KapG 1“ aufgelöst. Durch die Auflösung des Arbeitsvertrages erlischt gleichzeitig auch die SE gem. § 13 Nr. 5 LOS. Nun kann „Spieler X“ mit „e.V./KapG 2“ einen neuen Vertrag unterzeichnen. Bei Erfüllung der übrigen Voraussetzungen, kann „e.V./KapG 2“ die neue SE beim Ligaverband für „Spieler X“ beantragen. Nach Vorliegen der Spielerlaubnis ist der Spieler für den neuen Verein spielberechtigt. Eine Übersicht über die am Transfer beteiligten Parteien liefert Abbildung 4.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die wirtschaftliche Bedeutung des Profifußballs in Deutschland: Ein Überblick über die ökonomische Relevanz des Fußballs als Wirtschaftsfaktor und Job-Motor.

2 Problemstellung und Ziele der Arbeit: Darstellung der Notwendigkeit für erhöhte Transparenz im Rechnungswesen durch die Ausgliederung von Lizenzmannschaften.

3 Gang der Untersuchung: Erläuterung des methodischen Aufbaus und der inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit.

4 Organisationen und struktureller Rahmen des Profifußballs in Deutschland: Detaillierte Analyse der Verbandsstrukturen von DFB, DFL und der verschiedenen Gesellschaftsformen der Clubs.

5 Rechnungslegungsvorschriften für Proficlubs in Deutschland: Untersuchung der handelsrechtlichen Grundlagen und der spezifischen Anforderungen der DFL-Lizenzierungsordnung.

6 Die Problematik der Aktivierung des Spielervermögens als immaterieller Vermögensgegenstand: Kernstück der Arbeit mit Analyse der Rechtsprechung sowie der Argumente für und gegen eine Aktivierung.

7 Die Rechnungslegungspraxis der Proficlubs in Deutschland: Auswertung einer Befragung zur tatsächlichen Bilanzierungspraxis in der Bundesliga.

8 Exkurs: Die Bilanzierung des Spielervermögens in der englischen Premier League: Kurzer Blick auf die Standards und Praxis in England.

9 Resümee: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf künftige Herausforderungen im Lizenzierungsverfahren.

Schlüsselwörter

Spielervermögen, Spielerlaubnis, Bilanzierung, Immaterielle Vermögensgegenstände, Profifußball, Bundesliga, DFL, Transferentschädigung, Aktivierung, HGB, IFRS, Konzessionsähnliches Recht, Einzelverkehrsfähigkeit, Selbstständige Bewertbarkeit, Rechtsprechung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die bilanzielle Behandlung von Fußballspielern („Spielervermögen“) in den Jahresabschlüssen von deutschen Proficlubs.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Analyse umfasst rechtliche Rahmenbedingungen der Rechnungslegung, Kriterien der Bilanzierung immaterieller Vermögensgegenstände und die spezifischen Gegebenheiten im deutschen Profifußball.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen systematischen Überblick über die Diskussion zur Aktivierungsfähigkeit von Spielervermögen nach Handels- und Steuerrecht zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse von Rechtsnormen und Literatur sowie eine empirische Befragung deutscher Bundesligisten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Kriterien der Aktivierungsfähigkeit (abstrakte vs. konkrete) detailliert erörtert und die Argumente der Befürworter und Kritiker gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Spielervermögen, Spielerlaubnis, Transferentschädigung, Aktivierung und die rechtlichen Anforderungen nach HGB und IFRS.

Welche Rolle spielt das Bosman-Urteil für diese Arbeit?

Das Bosman-Urteil veränderte die Rahmenbedingungen für Transferzahlungen maßgeblich, da es nach Vertragsablauf keine Ablösesummen mehr ermöglicht, was die bilanztheoretische Begründung der Aktivierung erschwert.

Warum wird die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA gesondert betrachtet?

Da sie zum Zeitpunkt der Arbeit die einzige börsennotierte Kapitalgesellschaft in der Bundesliga war, unterlag sie als einzige der IFRS-Rechnungslegungspflicht.

Was ist die zentrale Erkenntnis bezüglich der "Spielerlaubnis"?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass es bei der Aktivierung nicht um den Menschen selbst, sondern um das immaterielle Recht zur Spielereinsetzung („Spielerlaubnis“) geht, dessen Aktivierbarkeit rechtlich intensiv debattiert wird.

Wie unterscheidet sich die Praxis der Vereine?

Die Umfrage zeigt eine Diskrepanz: Während viele Vereine Spielerwerte aktivieren, erfassen andere die Transferkosten sofort als Aufwand, was zu unterschiedlichen Bilanzbildern führt.

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Details

Title
Das Spielervermögen in der Rechnungslegung des Profifußballs
College
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg
Grade
1.3
Author
Christian Jäger (Author)
Publication Year
2006
Pages
106
Catalog Number
V186272
ISBN (eBook)
9783869438115
ISBN (Book)
9783869430997
Language
German
Tags
spielervermögen rechnungslegung profifussballs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Jäger (Author), 2006, Das Spielervermögen in der Rechnungslegung des Profifußballs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186272
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