Die „mangelnde Innovationsfähigkeit“ wird in Deutschland gerne als Grund dafür
herangezogen, dass Deutschland in vielen Bereichen seine Vorreiterstellungen verloren
hat. Doch nicht nur im Bereich der Wirtschaft muss sich eine exportorientierte
Industrienation wie die Bundesrepublik Deutschland in einem internationalen
Wettbewerb behaupten. Auch der Staat selbst muss Reformen auf den Weg bringen, die
dem Land im Zeitalter der Globalisierung Wettbewerbsvorteile verschafft. Die
Spielregeln seitens der Politik und seitens der Wirtschaft ähneln sich im Blick auf die
Realisierung von staatlichen Reformprojekten oder der Einführung von Produkten und
Innovationen im Markt zunehmend, was im Rahmen dieser Arbeit aufgezeigt werden
soll. Die Menschen müssen die Innovation positiv erfahren, überzeugt werden, um sich
für sie zu entscheiden. Beispielhaft kann hier u.a. der Bereich der
Verwaltungsmodernisierung genannt werden.2
These: Moderne Politikvermittlung greift zunehmend auf erprobte
Marketingstrategien der freien Wirtschaft zurück. Politik- und
Politikvermittlungsstrategien ähneln sich in Herangehensweise, Aufgabenstellung
und Durchführung mehr und mehr professionellen Marketingstrategien von
Unternehmen.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll nach der Definition zentraler Elemente
von Innovation und Markteinführung zunächst auf Produktinnovation und deren
strategische Einführung im Markt eingegangen werden. Dann soll der Frage
nachgegangen werden, wie die Parallelen zwischen politischem Marketing und dem
Marketing der freien Wirtschaft aussehen: Kann die Grundprämisse des Marketing von
der Beeinflussung des Marktes durch Angebot und Nachfrage auch auf das politische Marketing übertragen werden? Ist hier ein Reformvorhaben vergleichbar mit einem
innovativen Produkt? [...]
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1. Die Produkt-Innovation
2.2. Das Innovationsmarketing
2.3. Gegenstand von Innovationen
3. Die Einführung eines Produktes im Markt
3.1. Strategische Markteinführungsstrategien
3.1.1. Auswahl des Zielmarktes
3.1.2. Festlegung der Eintrittsform
3.1.3. Produktpositionierung
3.1.4. Timing des Markeintritts
4. Planung der Markteinführung
4.1. Produktpolitik
4.2. Kommunikation
4.2.1. Direktmarketing
4.2.2. Messen / Informationen bzw. Anzeigen oder Beilagen in Fachmedien
4.2.3. Produkt-Platzierung
4.2.4. Informationen an die Medien
5. Politik und Marketing
5.1. Marketing von Politik und Unternehmen – Politik übernimmt Mechanismen
5.2. Ergebnisse und Ausblick
Zielsetzung & Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Parallelen zwischen betriebswirtschaftlichen Marketingstrategien zur Produkteinführung und modernen Methoden der Politikvermittlung, um zu klären, ob politische Reformvorhaben wie innovative Produkte vermarktet werden können.
- Definition von Innovation und strategischen Markteinführungsprozessen.
- Analyse der zentralen Marketinginstrumente (Produkt- und Kommunikationspolitik).
- Untersuchung der Übertragbarkeit marktwirtschaftlicher Grundprämissen auf das politische Marketing.
- Betrachtung der Professionalisierung politischer Kommunikation und Wahlkampfstrategien.
- Diskussion über Chancen und Risiken der zunehmenden Personalisierung und Vermarktung von Politik.
Auszug aus dem Buch
3. Die Einführung eines Produktes im Markt
Die Markteinführung ist die finale und heikelste Phase des Innovationsprozesses. Denn die Einführung des Produkts im Markt entscheidet schließlich über den Erfolg oder Misserfolg der Innovation. Die Markteinführung umfasst den Zeitraum vom Beginn der Vorbereitungsaktivität für den Markteintritt bis zur erfolgreichen und nachhaltigen Behauptung des neuen Produktes am Markt bzw. bis zum Erzielen eines stabilen Umsatzwachstums. Auf die unterschiedlichen Markteinführungsstrategien soll an anderer Stelle eingegangen werden. Hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs der Markteinführung können folgende drei Teilphasen unterschieden werden:7
- Die Phase der Einführungsvorbereitung. Sie steht vor der Markteinführung und kann einen sehr langen Zeitraum umfassen. Zentrale Aufgaben in dieser Phase sind Auswahl und Analyse des Marktes, die detaillierte Planung aller Markteinführungsaktivitäten, die Suche und Bewertung potentieller Kunden, sowie der Aufbau erster Kundenkontakte sowie die Analyse der ersten Erfahrungen dieser Kunden.
- Die Startphase leitet die unmittelbare Markteinführung ein. Diese Phase beginnt mit der Präsentation des neuen Produktes. Dabei steht vor allem die Herausstellung des Produktnutzens und der vorhandenen Wettbewerbsvorteile an mögliche Kunden im Vordergrund. Diese Phase ist mit dem ersten öffentlichen Auftreten der Innovation am Markt beendet. In der Phase des frühen Marktwachstums sind die Einführungsaktivitäten des innovierenden Unternehmens vor allem auf folgende Ziele ausgerichtet: Erschließung neuer Marktsegmente und eine weitere Verbesserung der Produktqualität sowie Vertriebsstruktur.
- Die frühe Wachstumsphase, und damit die Einführungsperiode insgesamt, ist beendet, wenn die Zielvorgabe, beispielsweise ein so gesteigerter Umsatz, der ein Erreichen der Gewinnschwelle ermöglicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die mangelnde Innovationsfähigkeit in Deutschland und stellt die These auf, dass Politikvermittlung zunehmend auf professionelle Marketingstrategien der freien Wirtschaft zurückgreift.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie Produkt-Innovation und Innovationsmarketing definiert, um die Basis für einen Vergleich zwischen politischem und unternehmerischem Marketing zu schaffen.
3. Die Einführung eines Produktes im Markt: Hier werden die Phasen der Markteinführung sowie strategische Ansätze zur Marktbearbeitung, einschließlich Positionierung und Timing, detailliert erläutert.
4. Planung der Markteinführung: Dieses Kapitel behandelt den gezielten Einsatz von Marketinginstrumenten, wobei der Fokus auf der Produktpolitik sowie verschiedenen Kommunikationsstrategien wie Direktmarketing und Medienarbeit liegt.
5. Politik und Marketing: Der letzte Teil analysiert die Übertragung marktwirtschaftlicher Mechanismen auf das politische Umfeld und diskutiert die Auswirkungen der zunehmenden Professionalisierung auf die politische Sacharbeit.
Schlüsselwörter
Marketing, Politik, Markteinführung, Innovation, Innovationsmarketing, Produktpolitik, Kommunikationspolitik, Polit-Marketing, Professionalisierung, Marktsegmente, Strategie, Wettbewerb, Öffentlichkeitsarbeit, Wahlkampf, Produktplatzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit moderne Politikvermittlung auf erprobte Marketingstrategien aus der Wirtschaft zurückgreift und ob sich diese Methoden auf die politische Kommunikation übertragen lassen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Innovationsmanagement, den strategischen Phasen der Markteinführung von Produkten sowie der Adaption dieser Konzepte auf politische Prozesse und Wahlkämpfe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Parallelen zwischen politischem Marketing und dem Marketing der freien Wirtschaft aussehen und ob Reformvorhaben mit innovativen Produkten vergleichbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der betriebswirtschaftliche Definitionen und Marketingmodelle auf das Feld der politischen Kommunikation angewendet und vergleichend gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen des Produktmarketings (Definitionen, Einführungsprozesse, Instrumente) und deren Anwendung auf das Polit-Marketing.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Marketing, Politik, Innovation, Markteinführung, Kommunikationspolitik, Polit-Marketing und Professionalisierung.
Wie unterscheidet Lees-Marshment die Interpretationsformen des Polit-Marketings?
Sie differenziert zwischen einer produktorientierten, einer verkaufsorientierten und einer marktorientierten Form, je nachdem, wie stark sich das politische Angebot an den Wählerwünschen orientiert.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich der Personalisierung in der Politik?
Der Autor prognostiziert, dass die Personalisierung im Polit-Marketing weiter zunehmen wird, warnt jedoch vor der Gefahr, dass Sachpolitik gegenüber der rein werblichen Inszenierung in den Hintergrund gerät.
- Quote paper
- Thomas Martin Bippes (Author), 2007, Marketingstrategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186462