Die kunstgeschichtlichen Bezüge in den Inszenierungen von John Galliano


Bachelorarbeit, 2011
88 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Biografie von John Galliano
2.1 Das Kind
2.2 Der Student
2.3 Der Designer

3 Kurze Geschichte der Modeschauen

4 Modeinszenierungen
4.1 Allgemeine Definition einer Modeinszenierung
4.2 Die Bedeutung von geschichtlichen Bezügen in Modeinszenierungen
4.3 Die geschichtliche Thematik in Gallianos Inszenierungen

5 Das Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts
5.1 Der geschichtliche Hintergrund
5.2 Der kunstgeschichtliche Hintergrund
5.3 Die Inszenierungen
5.3.1 Inszenierung John Galliano “Les Incroyables”
5.3.1.1 Beschreibung
5.3.1.2 Analyse
5.3.2 Inszenierung Christian Dior Spring
5.3.2.1 Beschreibung
5.3.2.2 Analyse

6 Die Beziehung Frankreich und Englands Ende des 18. Jahrhunderts
6.1 Der geschichtliche Hintergrund
6.2 Der kunstgeschichtliche Hintergrund
6.3 Inszenierung John Galliano Spring
6.3.1 Beschreibung
6.3.2 Analyse

7 Die Belle Époque Ende des 19. Jh. Und die Rolle der Femme fatale
7.1 Der geschichtliche Hintergrund
7.2 Der kunstgeschichtliche Hintergrund
7.3 Der Typus der Femme fatale
7.4 Die Inszenierungen
7.4.1 Inszenierung Christian Dior Spring
7.4.1.1 Beschreibung
7.4.1.2 Analyse
7.4.2 Inszenierung Christian Dior Spring
7.4.2.1 Beschreibung
7.4.2.2 Analyse

8 Fazit

9 Literaturverzeichnis

Monographien

Zeitschriftenartikel

Internetquellen

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildungen

1 Einleitung

In der vorliegenden Bachelorarbeit, mit dem Titel „Die kunstgeschichtlichen Bezüge in den Inszenierungen von John Galliano“, geht es um die Modeinszenierungen des Designers John Galliano.

Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist die Untersuchung der Modeschauen auf kunstgeschichtliche Bezüge. Zum Verständnis John Gallianos wird mit einer kurzen Biographie eingeleitet. Danach wird eine Einführung zur Geschichte der Modeschauen gegeben. Dem folgt die Erläuterung des Unterschiedes zwischen einer Modenschau und einer Modeinszenierung. Anschließend widmet sich der Hauptteil der Bachelorarbeit der Analyse der Modeinszenierungen.

Um den Umfang der Arbeit im vorgegebenen Rahmen zu halten und dabei eine ausreichende Darstellung von Gallianos Arbeit gewährleisten zu können, wird die Analyse sich auf fünf Modeschauen Gallianos begrenzen, die eindeutige Bezüge aus den bildenden Künsten[1] aufweisen. Auf relevante andere Inszenierungen wird verwiesen.

Zunächst werden die Politik- und Kulturgeschichte der Epochen benannt und determiniert, auf die sich Gallianos Inszenierungen stützen. Dem folgt eine kunstgeschichtliche Übersicht über die Epoche mit dem Schwerpunkt auf den Künstlern, die für Gallianos Inszenierungen entscheidend sind. Diese Informationen stelle ich vor die Inszenierungsbeschreibungen und –analysen, damit die Bezüge in den Analysen verständlich werden. Die Kollektionen werden bezüglich der Hintergrundgeschichte benannt, beschrieben, und auf kunstgeschichtliche Zitate überprüft.

Ziel ist es zu erörtern, welche Kulturgeschichte durch die Inszenierung rekonstruiert wird. Dabei gilt es insbesondere hinsichtlich der Zitate herauszufinden, warum er auf gewählte Künstler Bezug nimmt und welche Aussage er insgesamt mit dieser Inszenierung in der Gegenwart machen möchte.

Meine Fragestellung hat eine große Relevanz, weil die Annäherung von Kunst und Mode ein aktuelles Thema ist. Die Auseinandersetzung von Künstlern mit Mode und Modedesignern mit Kunst, ist ein viel diskutiertes Thema. Zeitschriften wie „Texte zur Kunst“ (Juni 2010) oder „Weltkunst“ (Februar 2011) setzen sich mit diesem Thema auseinander.

Zudem gab es aktuell zu diesem Dialog zwischen Kunst und Mode eine Ausstellung vom 28. April – 24. Juli 2011 in Moskau im Pushkin- Museum mit dem Titel „Inspiration Dior“. Dort wurden 60 Kunstwerke von berühmten Malern mit Kleidern von dem Modehaus Christian Dior in Relation gestellt, um die Parallelen zwischen beiden Kulturprodukten darzulegen.[2] In diesem Kontext scheinen kunstgeschichtliche Zitate und Anleihen für jeden Betrachter in jeder Modenschau von Galliano auf, wurden aber bisher nicht systematisch erkundet. Mit dieser Bachelorarbeit möchte ich dazu einen ersten Schritt tun.

2 Die Biografie von John Galliano

Hinter dem Künstlernamen John Galliano verbirgt sich ein Mann namens Juan Carlos Antonio Galliano Guillén, der am 28. November 1960 im Gibraltar geboren wurde und Sohn eines Briten und einer Spanierin ist.[3]

2.1 Das Kind

Aufgewachsen in London seit seinem sechsten Lebensjahr, bewältigte er die St. Anthony School und Wilson’s Grammar School, bevor er auf das St. Martin’s College of Art and Design aufgenommen wurde.[4] Die Kindheit verbrachte der verträumte Galliano damit, sich zu verkleiden und seine Mutter schneiderte ihm königliche Roben zu diesem Zweck. Durch seine Mutter war er bereits in jungen Jahren mit dem Schneidern vertraut und sein temperamentvolles, phantasievolles Wesen hatte er wohl ebenso durch sein spanisches Blut.[5]

2.2 Der Student

Um sein Studium zu finanzieren, arbeitete er als Aushilfskraft und Bügelmann auf Aushilfsbasis im National Theatre. Diese Tätigkeit verschaffte ihm einen Einblick hinter die Kulissen des Theaters und er lernte dadurch, welchen Bezug Frauen zu ihrer Kleidung haben.[6] Neben dem Theater war auch die Clubszene in London eine Inspiration für Galliano. Er besaß schon immer ein neugieriges Wesen, das sich von interessanten Menschen und verschiedensten Kulturen in seinem kreativen Prozess beeinflussen ließ.[7]

Seine Experimentierfreude trieb ihn dazu, dass er alternative Wege erfand, um Ärmel zuzuschneiden oder Röcke fallen zu lassen. Er machte Recherchen im Viktoria & Albert Museum, weil ihn Geschichte, aber insbesondere romantische und extravagante Epochen interessierten.[8] Seine geschichtliche Neigung erkannte man bereits 1984 an seiner Abschlussarbeit, der Kollektion „Les Incroyables“. Er erschuf mit dieser Kollektion seine eigene freie Interpretation der französischen Revolution.[9] Das Kaufhaus Browns hat die gesamte Kollektion aufgekauft.[10] Damit erzielte er bereits in jungen Jahren einen Durchbruch als neues Talent.[11]

2.3 Der Designer

Mit seinem Abschluss gründete er sein eigenes Label John Galliano, aber blieb aufgrund seiner extraordinären Mode erfolglos.[12] 1987 bekam er zum ersten Mal den Titel „British Fashion Designer of the Year“. Mit diesem Award wurde er 1994, 1995 und 1997[13] ebenfalls gekürt.[14] Es ist das erste Mal in der Modegeschichte, dass ein einziger Modedesigner vier Awards verliehen bekam.[15]

Galliano zog von London nach Paris. Zusätzlich zu seinem eigenen Modelabel unterhielt er ab 1995 für etwa ein Jahr die Stellung als Modedesigner bei Givenchy[16], bevor er 1996 zum Creative Director[17] bei Christian Dior ernannt wurde.[18] Der Inhaber von Dior und Givenchy, Bernard Arnault[19], gewährte Galliano seine völlige grenzenlose kreative Entfaltung.[20] Passend zum fünfzigjährigen Jubiläum des New Look wollte Bernard Arnault eine unerwartete Kollektion mit Frische und Extravaganz. Um eine atemberaubende, skandalöse Kollektion zu garantieren, stellte er John Galliano als Chefdesigner an.[21] Dieser studierte die Archive und Geschichte von dem Haus Dior,[22] bevor er Januar 1997 seine erste Kollektion für Dior präsentierte.[23] Dass Bernard Arnault die richtige Entscheidung getroffen hatte, bestätigte sich in den Verkaufszahlen des Hauses. Dank Galliano nahm das Label fünf Mal so viel ein wie ursprünglich.[24] Zu seinem engen Mitarbeiterkreis, mit denen er des Öfteren kooperiert, gehören der Hutmacher Stephen Jones[25], der Musiker Jeremy Healy[26] und Schuhdesigner Manolo Blahnik.[27] Er etablierte sein eigenes Label und blieb Chefdesigner von Dior bis zum 1. März 2011. Er wurde aufgrund wiederholter antisemitischer Äußerungen von seinem Posten als Creative Director entlassen.[28]

3 Kurze Geschichte der Modeschauen

Eine Modenschau ist eine Präsentationsmethode für Modeschöpfer ihre kreierten Kleider an lebendigen Puppen vorzuführen, um ihr Schneidertalent zu beweisen. Dabei spielt es eine große Rolle, dass das Publikum und die Presse Gefallen an den Kleidungsstücken finden, denn die Inszenierung ist eigene Werbung für die Modekollektion eines Modedesigners. Die finanzielle Investition in eine Kollektion ist sehr hoch. Durch gute Presse und Interesse seitens von Einkäufern der Großhändler wird im besten Fall das Budget ausgeglichen.[29]

Der Literaturgeschichte zu Folge veranstaltete Charles Frederick Worth Ende des 19. Jahrhunderts die erste Modenschau, die selbstverständlich lediglich exklusiven Kunden vorbehalten war. 1845 kam er nach Paris und wurde einer der berühmtesten Modedesigner der Welt.[30] In seinem Salon, im Rahmen einer kleinen Veranstaltung, wurden die Kleider an Models gezeigt, anstatt an Ankleidepuppen.[31] Auf Wunsch von Interessenten wurden nach der Modenschau Maßanfertigungen gemacht. Für Charles Frederick Worth war Kleidung kein Bedarfsartikel. Die Hervorbringung von Kleidern galt als eine geistreiche Aufgabe, die viel Fantasie und ein Gespür für die Trends erforderte. Als Schöpfer brachte der Modedesigner aktuelle Modetrends hervor und Kleidung verlor durch ihn seinen praktischen Zweck. Es verwandelte sich zu einem genüsslichen Vergnügen.[32]

Der Modedesigner Paul Poiret[33] aus Paris veranstaltete 1910 eine allererste Modenschau für die Presse. Ähnlich wie im Theater wurde aus der Modenschau eine Inszenierung gemacht unter Berücksichtigung von Lichtverhältnissen und Choreographie.[34] Lady Duff Gordon[35] hat die Theatralik in ihren Modenschauen in ihrem Verkaufsraum „Lucile“ perfektioniert und die Modenschau mit Musik, Lichteffekten und Schauspielerinnen als Models untermalt.[36] Während der zwanziger Jahre nahmen Modenschauen somit eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft ein. Diverse Modehäuser wurden in Paris gegründet, wie Chanel und Paquin.[37] Die ruhigen, schönen Modenschauen nahmen mit dem Auftritt von Christian Dior[38] am 12. Februar 1947 um genau 10:30 Uhr ein Ende. Dior veränderte die Geschichte der Mode mit seinem „New Look“.[39] Die Models liefen nun in rhythmischen Bewegungen und Temperament erfüllt über den Laufsteg, statt in einer stillen Atmosphäre mit Nummern aufgerufen zu werden.[40] Der New Look von Dior war extravagant und betonte die weiblichen Kurven.[41] Das Leopardenstilmuster wurde mit „Jungle“, einem Kleid dieser Kollektion, in die Modewelt eingeführt.[42] Christian Dior hatte den Durchbruch geschafft und konnte mit seinem Label expandieren.[43] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden neben den kostspieligen Haute-Couture- Schauen[44] die Prêt- à- Porter[45] - Schauen eingeführt, die der Konfektionsgröße in Amerika angepasst wurden. Die Prêt- à- Porter - Mode erreichte ein größeres Publikum und förderte die Verkaufszahlen der einzelnen Modehäuser, sodass diese sich auf diese Linie spezialisierten. Das Interesse an Haute Couture- Mode ging zurück, da sie nur eine kleine Zielgruppe ansprach.[46] Sie existierte in den fünfziger Jahren lediglich durch ein geringes Publikum von kaum mehr als viertausend Frauen in Paris.[47]

„Haute couture represents the highest form of craftsmanship, in the sense of the artisan, while Prêt-à-Porter signifies an industrialised version of haute couture, a `ready-to-wear haute couture´. Haute couture is characterised by processing at the highest level of craftsmanship and genuine, tasteful materials. As such, it may be a luxury, but not a necessarily art.“[48]

John Galliano und Alexander McQueen[49] waren es, durch die die aufwendigen Haute Couture- Schauen in den neunziger Jahren wieder an Bedeutung gewannen. Die exklusive teure Mode war erneut en vogue[50] dank der Bühnenshows der beiden Modedesigner.[51]

Heutzutage besteht die Modenschau aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss. Eingeleitet durch zum Thema passende Musik und Beleuchtung beginnt die Bühnenperformance mit dem Gang des ersten Models. Nacheinander laufen die Models in den ausgewählten Kleidern, die als Unikate produziert werden, über den Laufsteg. Nachdem alle Kleider präsentiert worden sind, kommen die Models gemeinsam mit dem verantwortlichen Designer zurück auf die Bühne, ähnlich wie bei dem Schlussakt eines Theaterstückes.[52]

Im folgenden Hauptteil werde ich aufzeigen, dass die Modeschauen von John Galliano Modeinszenierungen sind. Der Unterschied zwischen den zwei Formen wird im nächsten Kapitel verdeutlicht.

4 Modeinszenierungen

4.1 Allgemeine Definition einer Modeinszenierung

Eine Inszenierung ist nach Patrice Pavis ein Zusammenspiel aus Produkt und Rezeption. Durch akustische, optische und räumliche Elemente wird dem Publikum durch die Darstellung einer Thematik eine konkrete Szene gezeigt. In dieser Szene stellt man zum Publikum eine Kommunikationssituation her.[53] Modeinszenierungen sind demnach Produktionen mit medialem Zusammenspiel: Die Beleuchtung, die Musik, eventuelle Installationen, die Körper und die Kleidung sind Teil der Inszenierung, die eine Geschichte erzählt.[54] Die Aussage der Inszenierung steht im Mittelpunkt und die verschiedenen Elemente sind Hilfsmittel zur Übertragung. Die Modeinszenierung weicht insofern von der regulären Modenschau ab, als dass es in der Modenschau an erster Stelle um die Modekollektion geht, d. h. die entworfene Kleidung des Modedesigners. Der Laufsteg ist hierzu schlicht gehalten. Im Mittelpunkt steht die Präsentation der Kleidungsstücke und ablenkende installative Dinge werden ausgeschlossen.[55]

4.2 Die Bedeutung von geschichtlichen Bezügen in Modeinszenierungen

Die Bezugnahme auf vergangene Epochen ist nach Frederic Jameson eine Art Ausbeutung der Geschichte. Sie wird neu konzipiert und aus dem eigentlichen Sinnzusammenhang herausgerissen.[56] Das Produkt, das aus diesem Konzept entsteht, hat zugleich eine Verbindung zur Vergangenheit und Gegenwart. Nach Walter Benjamin funktionieren Vergangenheit und Gegenwart wie These und Antithese. Aus der komplexen Zusammenführung von Vergangenheits- und Gegenwartsbildern in einer Modenschau entstehen „dialectical images“[57]. Dieses entstandene Bild sagt nichts über den Wahrheitsgehalt von Geschichte aus. Es zeigt lediglich die Verschmelzung von der subjektiven Auffassung des Designers von vergangener Geschichte mit dem aktuellen Weltbild. Demnach stellt das entstandene Bild eine Zusammensetzung mehrere Epochen dar, die sich kritisch gegenüberstehen.[58]

Inwieweit Walter Benjamin mit dieser These richtig liegt, werde ich in den Inszenierungen analysieren, indem ich untersuche, welche Geschichte in Gallianos Inszenierung umgesetzt wird und inwiefern diese sich von der bezüglichen Epoche unterscheidet.

4.3 Die geschichtliche Thematik in Gallianos Inszenierungen

Die gesamte Modeinszenierung von John Galliano ist erfüllt mit seinen Fantasien und seiner Maßlosigkeit in einem theatralischen Stil.[59] Demnach wird er in der Presse der „Meister der Inszenierung“ genannt. Dieses Urteil der Fachpresse werde ich anhand der Analysen überprüfen.

Die Thematik in seinen Inszenierungen bezieht sich auf bestimmte Geschichtsepochen. Mit Hilfe von „Tigersprüngen“[60] in vergangene Epochen gibt er das Denken und die Geisteshaltung jener Zeit dekonstruktivistisch in seinen zeitgenössischen Modeinszenierungen wieder. Dieses Konzept begann mit seiner Abschlussarbeit 1984 und wurde seitdem in seinen Modenschauen systematisiert.

In diesem Zusammenhang wird sich die Analyse der Bachelorarbeit auf die präferierten Epochen Gallianos konzentrieren. Diese sind zum einen Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts, unter Berücksichtigung der Beziehung zwischen Frankreich und England, und zum anderen die Belle Époque[61] Ende des 19. Jahrhunderts.[62] Galliano nimmt sowohl in seinen eigenen Kollektionen, als auch in denen für das Haus Dior, Bezug auf diese Epochen. Des Weiteren behandelt er den Frauentypus der „Femme fatale“[63].

Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt in den Geschichten, die Galliano mit jedem Bühnenstück erzählt. Die jeweilige Geschichte ist eng mit der Epoche verbunden, auf die er zurückgreift. Dabei spielen einige Faktoren, ähnlich wie im Theater, eine wichtige Rolle. Diese sind der Ort, die Zeit, die Sprache, die präsentierten Kleider, die Musik und die Beleuchtung, die sich zu einem Gesamtkunstwerk vereinigen.[64]

5 Das Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts

Da Galliano in seinen Inszenierungen „Les Incroyables“ 1984 und Christian Dior Spring 2006 auf das Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts zurückgreift, stelle ich einen kurzen kultur-, politik- und kunstgeschichtlichen Überblick nach vorne, um die weitere Beschreibung und Analyse der Modeschauen bereits vor diesem Hintergrund aus anzugehen.

5.1 Der geschichtliche Hintergrund

Ende des 18. Jahrhunderts sollte in Frankreich eine neue Staatsform geschaffen werden. Die Bürger Frankreichs verlangten, entgegen den Vorstellungen des Adels, die Abschaffung des Feudalstaates und ein allgemeines Recht für alle Einwohner.[65] Hierzu entwickelte sich die Julirevolution als Widerstand gegen den Versuch die feudale Gesellschaft wieder einzuführen. Das bezieht sich zunächst auf Frankreich, ist aber im Grunde auf Europa übertragbar.[66]

Am 5. Mai 1789 wurden die Generalstände in Versailles eröffnet. Die Bürger des dritten Standes setzten sich für die Abstimmung nach Köpfen ein, anstatt nach Ständen. In diesem Zusammenhang wurde die Nationalversammlung am 17. Juni von den Bürgern gegründet. Diese Gründung war Ausgangspunkt für die Revolution.[67]

Als die Revolutionäre durch Worte nicht an das Ziel kamen, handelten sie. Am 14. Juli 1789 wurde in Frankreich die Bastille gestürmt.[68] Die Folgen waren Bauernerhebungen und die Zerstörung der staatlichen Verwaltung. Das Volk richtete den Absolutismus zu Grunde.[69]

Im gesamten Land stürmte das Volk die Schlösser der Adeligen. Diese wurden geplündert und in Brand gesteckt. Das Ziel war es, die Archive mit den Urkunden über die Herrenrechte zu vernichten und damit den Verzicht der Grundherren auf ihre feudalen Rechte zu erzwingen.[70]

Die Nationalversammlung entschied am 4. August, das alle Bürger aller Stände in ihren Rechten gleichgestellt sind. „Aus dem Ständestaat [wurde] [...] ein Klassenstaat mit Ämter- und Gewerbefreiheit.“[71] Das war das Ende des Ancien Regime.[72]

Am 24. August 1789 folgte die Menschenrechtserklärung mit dem Ausspruch „Freiheit, Rechtsgleichheit und Weltbürgertum“. Trotz dieser Entwicklungen herrschten in Frankreich politischen Unruhen. Politische Gruppen bildeten sich im Land wie die „Feuillants (BAILLY, LA FAYETTE)[,] [...] Cordeliers (DANTON, DESMOULINS, MARAT) [und] [...] [die] Jakobiner[,] [...] die sich als >>hl. Liga gegen die Feinde der Freiheit<< [...] [fühlen].“[73] Dieser Revolution folgte 1793/94 eine Schreckensherrschaft.[74] Im weiteren Verlauf der Geschichte entstand die Herrschaft Napoleon Bonapartes „als Kaiser ab 1804, die restaurierte Monarchie der Bourbonen (1815-1830), die konstitutionelle Monarchie Louis-Philippes (1830-1848), die Zweite Republik (1848-1851) und das Zweite Kaiserreich von Napoleon III. (1851-1870)“.[75]

5.2 Der kunstgeschichtliche Hintergrund

Vor Beginn der französischen Revolution 1789 trat das Zeitalter der Aufklärung Mitte des 18. Jahrhunderts ein. Der Verstand des Menschen wurde zum Maßstab aller Dinge gemacht. Diese Gedanken lehnten sich an die philosophischen Lehren Descartes (1596–1650)[76] aus dem 17. Jahrhundert an.[77]

In diesem Zusammenhang stand kunstgeschichtlich das Zeitalter des Rokoko in Frankreich. „Forderungen nach Freiheit von akademischen Beschränkungen und Regeln, nach Spontaneität und Neuheit waren die treibenden Kräfte“[78] des Rokoko. Bildkompositionen und Architekturregeln wurden missachtet.

Dieser Epoche der Malerei gehörte der Künstler Francoise Boucher (1703–1770) an. Die Szenerie in seinen Bildern zeigt des Öfteren Boudoirs und erotische Motive. Die dargestellten Menschen in seinen Gemälden waren Adelige. Er war berühmt für seine frivolen Bilder wie beispielsweise „Herakles und Omphale“ (Abb. 1) - eine Aktszene zwischen einem Mann und einer Frau.[79] Herakles war ein Heldentypus, der sich der lydischen Königin Omphale unterwarf. Es heißt, dass er ihrem Willen erlegen war, indem er Frauenbekleidung trug und Handarbeiten ausführte.[80]

Die Ereignisse der französischen Revolution, die 1789 folgte, wurden von dem Maler Jacques-Louis David[81] (1748-1825) festgehalten. Ein berühmtes Werk ist „Der ermordete Marat“ (Abb. 2), der die revolutionäre Ikone Jean-Paul Marat[82] abbildet. „[Eine] weltliche Pietà, geschaffen, um den Jakobiner in der Erinnerung seiner Mitmenschen festzuhalten [...].“[83] Das Gemälde stellt den Moment dar, nachdem der Schriftsteller von Charlotte Corday in seiner Badewanne getötet wurde. Zudem malte David Gemälde des ersten Konsuls der französischen Republik, Napoleon Bonaparte. Ein Beispiel ist das Gemälde mit dem Titel „Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard“ (Abb. 3) um 1800. Das Gemälde zeigt Napoleon auf dem Berg Sankt Bernhard, den die Truppen und er bei dem Marsch in der Schlacht von Marengo nach Mailand überbrücken mussten. Die Schwierigkeit bestand darin, die Munition über den Berg hinüber zu bringen. Dieser Übergang umfasste drei Tage.[84] „David avancierte zum offiziellen Maler Napoleons.“[85]

Im selben Jahr malte David ein Gemälde von Julie Récamier („Madame Récamier auf einer Recamiere“, 1800) (Abb. 4). Julie Récamier (1777-1849) galt als die berühmteste Gesellschaftsdame der napoleonischen Zeit und repräsentierte die Mode der Adligen zu jener Zeit. Das Chemisenkleid mit hoch angesetzter Taille in weiß war ein beliebtes Modell zu jener Zeit.[86]

5.3 Die Inszenierungen

5.3.1 Inszenierung John Galliano “Les Incroyables” 1984

5.3.1.1 Beschreibung

Anhand der Dokumentation der Schau, das als Video vorliegt,[87] beschreibe ich im Folgenden die Inszenierung:

Die Inszenierung findet auf einer weißen Bühne statt. Die Models treten paarweise auf. Sie bewegen sich überschwänglich, unkoordiniert und tanzend. Der Laufsteg wird in seiner Breite und Länge von den männlichen und weiblichen Models ausgenutzt, indem sie sich mehrere Male während der Inszenierung drehen und nach vorne und zurück laufen. Die Bewegungen wirken desorganisiert und haben keine geregelte Choreographie. Dabei tragen die Frauen Kleidung, die teilweise nass und zerrissen wirkt (Abb. 5) und die Männer präsentieren ebenfalls zerlumpte und ungewöhnlich kombinierte Mode (Abb. 6). Als Accessoires dienen ihnen Stöcke in den Händen, die sie mit ausgestreckten Armen hochhalten. Während der Performance ziehen einige Models ihre Mäntel aus und legen sie über die rechte Schulter, oder schleifen diese am Boden hinter sich her. Die Inszenierung wirkt durch die rockige Musik und den schnellen Rhythmus dynamisch.

5.3.1.2 Analyse

Mit dem Titel „Les Incroyables“[88] legt Galliano die geschichtliche Thematik auf die Epoche Ende des 18. Jahrhunderts in Frankreich fest. Galliano rekonstruiert in seiner Inszenierung den Zustand in Frankreich zu jener Zeit nach der Revolution.

Offensichtlich möchte Galliano die damalige Aufruhrstimmung nach der Revolution wiedergeben. Beispiele hierfür sind die überschwänglichen Bewegungen der Models. Insbesondere die Gestik der ausgestreckten Arme und die außer Acht gelassene Choreographie unterstützen diese These. Die Stöcke in den Händen der Models als Accessoires sollen die revolutionäre Stimmung betonen und an die Stürmung der Schlösser zu jener Zeit erinnern. Die rockige Musik betont in der Inszenierung die damals vorherrschende Anarchie.

Die medialen Aspekte, wie Beleuchtungstechnik und Dekoration, sind in der Inszenierung gering. Die Begründung liegt darin, dass diese Modenschau Gallianos Abschlussarbeit ist und im universitären Rahmen stattfindet. Den Bezug zu dem Frankreich im 18. Jahrhundert stellt er, neben der Gestik der Models und der lauten Musik, anhand des Designs der Kleidungsstücke her.

Zur Verwirklichung der damaligen Modetraditionen entnimmt Galliano die Schnittmuster für die Kleidungsstücke aus Gemälden und Karikaturen, die aus der Zeit jener Epoche stammen. An dem Gemälde „Madame Récamier auf einer Recamiere“ (Abb. 4) von Jacques-Louis David lässt sich sehr gut die Parallele zu Gallianos Kollektion aufzeigen. Madame Récamier trägt auf dem Gemälde ein Chemisenkleid, das der damaligen Modetradition entspricht. Definiert waren diese Kleider durch die Naht unter der Brust, die knappen Ärmel und den hauchdünnen, weißen Stoff.[89] In der Kollektion ist ein solches Chemisenkleid (Abb. 5) vorhanden, mit dem Unterschied, dass die nackte Haut durchschimmert und das Kleid zerrissen wirkt.

Die Zerstückelung der Kleider hat seinen Ursprung in den Karikaturen Carle Vernets, die er als weiteren kunstgeschichtlichen Bezug in seiner Modenschau aufnimmt. Carle Vernet (1758 - 1835)[90] stammte aus jener Epoche und spezialisierte sich damals auf überzeichnete Darstellungen von den Incroyables und Merveilleuses.[91] Nach der französischen Revolution im Jahre 1797 erlangte er Berühmtheit durch seine Karikaturen mit dem Titel „Die Unglaublichen und Bewunderungswürdigen“.[92] Vernets „ausgefallener Humor war der naturgemäße Gegenpol des exaltierten Pathos und der nationalen Selbstvergötterung“[93] des Adels in Frankreich. Durch die präzise Darstellung der Gesellschaft und die hohe Qualität seiner Zeichnungen erreichte er in seinen Bildern eine historisch wertvolle Wiedergabe der Zeit Ende des 18. Jahrhunderts. Seine Stärken lagen in der Festhaltung der Bewegung der Bilder. Die Kolorierung hingegen fiel schwach aus.[94]

Diese Bilder der „Unglaublichen und Bewunderungswürdigen“ sind Karikaturen, die den Alltag zu Vernets Lebzeiten auf den Straßen darstellten. Nach der französischen Revolution zwischen 1789 und 1799, vor der Ernennung Napoleons zum Konsul, war die Aufruhr in Frankreich groß. Es herrschten politische Unsicherheiten und unklare Verhältnisse. Revolutionäre Gruppen bildeten sich im Land. Eine davon waren die „Incroyables und Merveilleuse“, das heißt eine Gruppe Jugendlicher, die sich über den Modestil, der vor der Revolution im Adel herrschte, lustig machten.[95] Die höfischen Adligen hatten Angst davor, auf den Straßen als Aristokraten erkannt zu werden. Diese vorrevolutionäre Stimmung war dafür verantwortlich, dass die Adligen ihren Kleidungsstil vereinfachten, um nicht aufzufallen.[96] Die „Incroyables und Merveilleuse“ ahmten deren Kleidungsstil in hässlicher und zerstückelter Form nach, um damit ihre Verachtung für die Zivilisation und die Maßstäbe der feudalen Gesellschaft zu demonstrieren.[97]

Aufgrund der historisch wertvollen Wiedergabe der Modetraditionen dieser Zeit[98], bezieht Galliano sich in seiner Kollektion auf die Karikaturen von Vernet. Das folgende Beispiel, die Karikatur „Les Incroyables“ von Carle Vernet (Abb. 7), verdeutlicht dies. Die Schnittmuster der Mäntel sind konform mit den Männermänteln Gallianos (Abb. 6). Weitere Ähnlichkeiten sind in den hoch-taillierten Hosen und den Stöcken in den Händen zu erkennen. Das Chemisenkleid der Frau zu jener Epoche taucht in Vernets Bild „A Lady with an Asiatic hairstyle in a balldress trimmed with ribbons“ (Abb. 8) auf. Wie bereits erwähnt, greift Galliano das Motiv dieses Kleides in seiner Kollektion auf (Abb. 5).

An dieser Stelle kann man zusammenfassend zu den Kleidungsstücken sagen, dass abgesehen von den Deformierungen der Modestücke in Gallianos Kollektion, die Schnitte denen zu jener Epoche entsprechen. Durch die Aufnahme der damaligen Modetraditionen durch Bilder von Künstlern in seiner Kollektion, nimmt er Bezug auf die Kunstgeschichte des 18. Jahrhunderts.

Galliano erlangt durch seine Inszenierung die Aufmerksamkeit des Publikums. Die Kleidungsstücke und der Verlauf der Inszenierung prägen sich beim Betrachter ein, weil sie der Norm der Modenschauen widersprechen. Mit dem wenigen Equipment und der ausgewählten Thematik gelingt es ihm eine Geschichte zu erzählen.

Während seiner Studienjahre musste Galliano die Lehren der Schneiderkunst erlernen und den Maßstäben entsprechende Leistungen erbringen, um sich das Basiswissen anzueignen. Mit seiner Abschlussarbeit konnte er sich selbst verwirklichen. Daher ist anzunehmen, dass er sich zum einen für “Les Incroyables” entschieden hat, weil er die Kreativität dieser Revolutionäre bewunderte, die mit Kleidern gegen die Gesetze des Staates ankämpften. Er selbst befreite sich in seiner Inszenierung von den Regelungen der Universität, denen er unterlegen war, indem er seine Modekollektion gegen diese Maßstäbe entwarf.

Zum anderen beruhte der Grund zu der Wahl dieser Thematik in der gegenwärtigen politischen Situation in Frankreich[99] und England[100]. 1984 waren beide Länder in einer wirtschaftlichen Krise. Die Demonstrationen seitens der Bergarbeiter gegen die herrschenden Klassen geriet außer Kontrolle und es folgten in Frankreich und insbesondere in England soziale Unruhen und Gewaltakte. Galliano erinnert mit „Les Incroyables“ an eine revolutionäre Gruppe, die durch Mode ihren Standpunkt zum Ausdruck bringt. Bekleidung wird zu einem Mittel zur Tabubrechung, zum Ausdruck von Ideen und der Persönlichkeit. Er möchte verdeutlichen, dass diese Möglichkeit eine humanere Art zu rebellieren ist als blutige Gewaltakte. Er unterstützt mit seiner Modekollektion die Demonstranten und reflektiert die aktuelle Kulturgeschichte. Ähnlich wie die Demonstranten bricht Galliano mit dieser Inszenierung die gewohnte Modetradition als Vorreiter seiner Zeit.

5.3.2 Inszenierung Christian Dior Spring 2006

5.3.2.1 Beschreibung

Anhand der Dokumentation der Modenschau als Video[101] beschreibe ich im Folgenden die Inszenierung:

Der Raum der Inszenierung ist dunkel. Die Modenschau leitet mit einem Lichteffekt in der Farbe Rot ein. Unruhige rote Lichter durchfluten unkoordiniert den Raum, während man aus der Musik, die einleitet, Pferdekufen und das Wiehern von Pferden heraushört. Das erste Model trägt ein rotes Cape und beginnt den Laufsteglauf. Die Musik nimmt einen dramatischen Beat an. Mit dem Auftritt des ersten Models beginnt in der Musik eine Frauenstimme auf englischer Sprache zu sprechen. Mit dem Auftritt des zweiten Models tritt in der Musik ein Männergesang auf, der an Gebetsgesang erinnert. Im Verlauf der Inszenierung wird die Musik dramatischer und weist Schwertergeräusche auf, die wie auf einem Schlachtfeld klingen. Genau zu dieser Musik treten die Models in zerrissenen, deformierten Kleidern auf, welche mit roten Flecken wie blutüberströmt wirken. Sobald die Musik ab der Minute 5:30 wieder ruhiger wird, treten die Models in anmutigen Kleidungsstücken auf. Diese sind teilweise mit glitzernden Verzierungen versehen. Die Roben erscheinen herrschaftlich, wie die gespielte Musik. Die Kleider sind mit großen Kreuzketten als Accessoires geschmückt.

5.3.2.2 Analyse

Offensichtlich thematisiert Galliano im Jahr 2006 in der Modeinszenierung für Christian Dior wiederholt die Revolution 1789 in Frankreich.[102] Der Unterschied zu der Abschlussarbeit „Les Incroyables“ ist, dass Galliano die nötige finanzielle Unterstützung hat, um aus der Modenschau eine Modeinszenierung zu machen.

[...]


[1] Bildende Kunst (frz.: les beaux-arts, ital.: le belle arti) ist der Sammelbegriff für alle visuell gestalteten Künste, speziell Malerei und Graphik sowie Bildhauerei. (www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_1128.html).

[2] Vgl. http://www.diorpr.com/inspiration%5Fdior/.

[3] Vgl. Miller/Vandome/McBrewster 2010, 1.

[4] Vgl. Miller/Vandome/McBrewster 2010, 1.

[5] Vgl. McDowell 1997, 75.

[6] Vgl. McDowell 1997, 80.

[7] Vgl. McDowell 1997, 75.

[8] Vgl. McDowell 1997, 80.

[9] Vgl. Miller/Vandome/McBrewster 2010, 1.

[10] Vgl. Coleridge 1988, 131.

[11] Vgl. Miller/Vandome/McBrewster 2010, 1.

[12] Vgl. Miller/Vandome/McBrewster 2010, 1.

[13] 1997 teilte er sich den Award mit Alexander McQueen. Alexander McQueen war zu der Zeit bei Givenchy beschäftigt, bevor er zu Gucci wechselte und John Galliano bei Dior. (Vgl. Baudot 2007, 353).

[14] Vgl. Miller/Vandome/McBrewster 2010, 1.

[15] Vgl. Schäfers 2007, 85.

[16] Vgl. Miller/Vandome/McBrewster 2010, 2.

[17] Der Creative Director ist der Chefdesigner in einem Modehaus.

[18] Vgl. Schäfers 2007, 85.

[19] Bernard Arnault konstituierte 1987 den LVMH (Louis Vuitton Moet Hennessy) Luxuskonzern. (Vgl. McDowell 1997, 15).

[20] Vgl. Loschek 2009, 36.

[21] Vgl. McDowell 1997, 16.

[22] Vgl. McDowell 1997, 23/24.

[23] Vgl. McDowell 1997, 13.

[24] Vgl. Schäfers 2007, 85.

[25] Stephen Jones (geb. 1957), hat seinen Abschluss 1979 auf der St. Martin’s School of Art gemacht und ist Hutmacher. (Vgl. http://www.stephenjonesmillinery.com/04biography/articles.php).

[26] Jeremy Healy (geb. 1962) war ein Dj und Sänger.

[27] Vgl. McDowell 1997, 132-134.

[28] Vgl. http://www.nytimes.com/2011/03/02/business/global/02galliano.html?_r=2.

[29] Vgl. Vilaseca 2010, 9/10.

[30] Vgl. McDowell 1997, 80.

[31] Vgl. Vilaseca 2010, 31/32.

[32] Vgl. Lütgens 2011, 93.

[33] Paul Poiret (1879-1947) war neben dem ersten Haute Couture- Designer, der Modenschauen für die Presse veranstaltete, der erste der seine eigene Parfummarke kreierte. (Vgl. Baudot, 40-42).

[34] Vgl. Vilaseca 2010, 32/33.

[35] Lady Duff Gordon war eine Modeschöpferin namens Lucy Christiana Duff Gordon (1863-1935).

[36] Vgl. Vilaseca 2010, 333/4.

[37] Vgl. Vilaseca 2010, 35.

[38] Christian Dior ist am 21. Januar 1905 in Granville (Frankreich) geboren und war begeisterter Kostümschneider. Er war der Begründer von dem populären Modehaus Christian Dior und starb am 24. Oktober 1957. (Vgl. Fort 2010, 13).

[39] Vgl. McDowell 1997, 10.

[40] Vgl. Vilaseca 2010, 37/38.

[41] Vgl. McDowell 1997, 12.

[42] Vgl. McDowell 1997, 29.

[43] Vgl. Baudot 2007, 148.

[44] Haute Couture (frz.: gehobene Schneiderei) ist die elegante Mode international richtungsweisender Pariser Schneiderkunst in exklusiver Maßarbeit. (Vgl. Loschek 2005, 241).

[45] Prêt-à-Porter (frz.: fertig zum Tragen), auch Ready-to-Wear genannt, ist von Designern entworfene Mode, die in beschränkter Anzahl und in kleinen Größen und meist in weltweiten Lizenzen in Nobelkaufhäusern angeboten wird. (Vgl. Loschek 2005, 404).

[46] Vgl. Vilaseca 2010, 38/39.

[47] Vgl. Baudot 2007, 186.

[48] Loschek 2009, 171.

[49] Alexander McQueen studierte wie John Galliano am St. Martin’s College in London. Er wurde nach Galliano zum Chefdesigner von Givenchy. (Vgl. Baudot 2007, 350).

[50] En vogue (frz.: in Mode).

[51] Vgl. Vilaseca 2010, 43.

[52] Vgl. Vilaseca 2010, 87.

[53] Vgl. Metzger 2010, 74.

[54] Vgl. Vilaseca 2010, 84.

[55] Vgl. Vilaseca 2010, 84.

[56] Vgl. Evans 2009, 124.

[57] Evans 2009, 33.

[58] Vgl. Evans 2009, 33.

[59] Vgl. Bruzzi/ Gibson 2000, 98.

[60] Vgl. Evans 2009, 34/35.

[61] Belle Époque (frz. schöne Epoche): Bezeichnung für die Zeit von ca. 1890 bis zum 1. Weltkrieg (1914) in Frankreich, die gekennzeichnet war durch äußeren Frieden und zunehmenden Wohlstand. Die Belle Èpoque war getragen von der Bourgeoisie, dem mittleren und gehobenen Bürgertum, das den Adel in wichtigen Positionen in Staat und Gesellschaft ablöste und in besonderer Weise an Kunst und Ästhetik Gefallen fand.

(http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_1031.html).

[62] Vgl. Baudot 2007, 350.

[63] Eine Femme Fatale war ein Frauentypus, der Männer mit ihrer lasziven, verführerischen, sexuellen Art an sich bindet und daraufhin zerstört. (Vgl. Evans 2009, 124).

[64] Der Begriff „Tigersprung“ wurde von Walter Benjamin eingeführt und meint Rückgriffe auf lange vergangene Epochen. (Vgl. Vilaseca 2010, 87).

[65] Vgl. Bauer/ Bauer 1843,3–5.

[66] Vgl. Stein 1850, 6.

[67] Vgl. Kinder/ Hilgemann/ Hergt 2000, 297.

[68] Vgl. Boost 1834, 56–58.

[69] Vgl. Kinder/ Hilgemann/ Hergt 2000, 297.

[70] Vgl. Boost 1834, 60/61.

[71] Kinder/ Hilgemann/ Hergt 2000, 297.

[72] Vgl. Boost 1834, 60/61.

[73] Kinder/ Hilgemann/ Hergt 2000, 297.

[74] Vgl. Kinder/ Hilgemann/ Hergt 2000, 299.

[75] Honour/ Fleming 2000, 582.

[76] René Descartes war ein Philosoph, der eine neue Erkenntnistheorie aufstellte, die besagte: „Cogito ergo sum - Ich denke, also bin ich“. (Vgl. Honour/ Fleming 2000, 527).

[77] Vgl. Honour/ Fleming 2000, 560.

[78] Honour/ Fleming 2000, 560.

[79] Vgl. Honour/ Fleming 2000, 563.

[80] Vgl. Wittmann 2004, 247.

[81] Jacques-Louis David gehörte zu den Revolutionären (Jakobinern) und war im Nationalkonvent ab 1792. Er unterstützte den Tod des Königs. (Vgl. Honour/ Fleming 2000, 577-579).

[82] Jean Paul Marat war ein Schriftsteller, der wie Jacques-Louis David zum Nationalkonvent und zu den Jakobinern gehörte. (Vgl. Honour/ Fleming 2000, 579).

[83] Honour/ Fleming 2000, 579.

[84] Vgl. Becker/ Görling, 388-392.

[85] Honour/ Fleming 2000, 587.

[86] Vgl. Brattig 2001, 12.

[87] Vgl. Video 1.

[88] Vgl. McDowell 1997, 80.

[89] Vgl. Brattig 2001, 12.

[90] Carle Vernets vollständiger Name lautet Antoine Charles Horace Vernet[90] und er wurde am 14. August 1758 in Frankreich in Bordeaux geboren. Er war der Sohn des Landschaftsmalers Joseph Vernet und der Vater von Horace Vernet, der ein Schlachtenmaler war.[90] Er war eine humorvolle Persönlichkeit und daher entstand seine Neigung zur Karikatur. Sein Vater hatte den Wunsch aus ihm einen Historienmaler zu machen und Vernet malte auch einige Auftragsgemälde von Schlachten, unter anderem für Napoleon. Seine Vorlieben waren schon in jungen Jahren das Zeichnen von Pferden. Carle Vernet erbte sowie das künstlerische Talent, als auch das große Vermögen von seinem Vater. (Vgl. Nagler 1850, 137-140).

[91] Vgl. McDowell 1997, 83.

[92] Vgl. Nagler 1850, 141.

[93] Becker/ Görling 1865, 336.

[94] Vgl. Kemp/ Pichois 1977, 306.

[95] Vgl. McDowell 1997, 83.

[96] Vgl. Byrne 1967, 144.

[97] Vgl. McDowell 1997, 83.

[98] Vgl. Kemp/ Pichois 1977, 306.

[99] Vgl. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13507916.html.

[100] Vgl. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13509159.html.

[101] Vgl. Video 2.

[102] Vgl. http://www.style.com/fashionshows/review/S2006CTR-CDIOR.

Ende der Leseprobe aus 88 Seiten

Details

Titel
Die kunstgeschichtlichen Bezüge in den Inszenierungen von John Galliano
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
88
Katalognummer
V187042
ISBN (eBook)
9783656105114
ISBN (Buch)
9783656105800
Dateigröße
7141 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kunstgeschichte, Kunst, Galliano, John, Mode, Modekunst, Modeschau, Modeinszenierung, Inszenierung
Arbeit zitieren
Nihan Aydin (Autor), 2011, Die kunstgeschichtlichen Bezüge in den Inszenierungen von John Galliano, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187042

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