Unterwegs auf der Autobahn, der Fahrer im vorher fahrenden Auto zieht einen Wohnwagen und hat ein gelbes Nummernschild. Dies kann nur ein Holländer sein. Hier wird nicht bedacht, dass Briten und Franzosen ebenfalls gelbe Nummerschilder haben und Wohnwagenbesitzer sein könnten. Deutsche bzw. Bayern werden oft mit Lederhosen und Gamsbart in Verbindung gebracht. Briten sind grundlegend krebsrot und Schweizer sind langsam. Dies sind alles Stereotypen die Nationalitäten betreffen. Aber nicht nur Nationalitäten rufen Stereotype hervor, auch Berufe. Hochschulprofessoren gelten als verwirrt, Beamte als faul und bei Bademeistern tauchen entweder dickbäuchige Spiegelsonnenbrillen tragende Typen oder durchtrainierte „Baywatcher“ auf.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was sind Stereotype ?
2.1 Wie funktionieren Stereotype ?
2.1.1 Stereotypaktivierung
2.1.1.1 Automatische Prozesse
2.1.1.2 Kontrollierte Prozesse
2.1.2 Modelle der Eindrucksbildung
2.1.2.1 Das Kontinuum Modell von Fiske & Neuenberg
2.1.2.2 Das Zwei-Faktoren-Modell nach Brewer
2.1.3 Illusorische Korrelation
2.1.4 Vorurteile – Abgrenzung zum Stereotyp
3 Stereotypen im Sport
4 Abbau von Stereotypen
5 Zusammenfassung Stereotypen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Mechanismen der Stereotypenbildung, ihre Funktionsweise in sozialen Kontexten und die Möglichkeiten ihrer Überwindung, mit einem spezifischen Fokus auf die Anwendung dieser Konzepte im Bereich des Sports.
- Kognitive Prozesse bei der Aktivierung von Stereotypen
- Modelle der Eindrucksbildung
- Abgrenzung zwischen Stereotypen und Vorurteilen
- Stereotypisierung im professionellen Fußball
- Strategien zum Abbau von Stereotypen durch sozialen Kontakt
Auszug aus dem Buch
2 Was sind Stereotype ?
Der Begriff des Stereotyps wurde 1922 von Walter Lippmann eingeführt (Petersen & Six, S. 21, 2008; Eckes, S. 148, 1991; Ganter, S. 2, 1997) und beschreibt einen Vorgang aus der Drucktechnik (Petersen & Six S. 21, 2008). Dieser Vorgang wird definiert als „a plate cast from a mould of a surface of type“ (Leyens, Yzerbyt, Schadron, S.9, 1994). Lippmann verwendet seinen Begriff in ähnlicher Weise indem er sagt, dass Personen häufig als Teil einer Gruppe angesehen werden und „entsprechend der vor gefassten Meinung über diese Gruppe“ (Petersen & Six, S. 21, 2008) wird ein Urteil über die der Gruppe angehörenden Personen gefällt und ihnen ein „Stempel aufgedrückt“ (Petersen & Six, S. 21, 2008). Lippmann, so Leyens u.a., hat den Stereotypenbegriff nie präzise definiert (Leyens, Yzerbyt, Schadron, S.10, 1994) und als „pictures in our heads“ (Lippmann in Leyens, Yzerbyt, Schadron, S.10, 1994) bezeichnet. Diese Bilder sind im Übrigen stark kulturabhängig (Lippmann, S. 81, 1922; Försterer, S. 25, 2008). Försterer führt dazu das Beispiel des Altseins an.
In westlichen Kulturbereichen steht Alter oft für vergesslich, langsam oder geizig. Im Gegensatz dazu wird Altsein in östlichen Kulturbereichen (vor allem im asiatischen Raum) mit Weisheit und Durchblick in Verbindung gebracht (Försterer, S. 25, 2008). Des Weiteren beinhaltet der Stereotypenbegriff „beliefs about characteristics, attributes and behaviours of members of a certain group“ (Hilton / v.Hippel S. 240, 1996; Försterer, S. 22, 2008; Petersen & Six, S. 21, 2008; Leyens, Yzerbyt, Schadron, S.11, 1994).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung verdeutlicht anhand von Alltagsbeispielen, wie Vorurteile und Stereotype unsere Wahrnehmung beeinflussen, und grenzt den Stereotypenbegriff von dem des Vorurteils ab.
2 Was sind Stereotype ?: Hier werden die historischen Ursprünge des Begriffs, psychologische Entstehungsformen und theoretische Modelle zur Eindrucksbildung, wie die Kontinuum-Theorie und das Zwei-Faktoren-Modell, detailliert erläutert.
3 Stereotypen im Sport: Dieses Kapitel analysiert, wie sich kulturelle Stereotype, etwa das Bild des „heißblütigen Südländers“, im Profifußball manifestieren und zu einer Spirale aus Stigmatisierung und Abwehrhaltungen führen können.
4 Abbau von Stereotypen: Basierend auf der Kontakthypothese von Allport werden Bedingungen formuliert, unter denen persönlicher Austausch zwischen Gruppen zu einer nachhaltigen Einstellungsänderung und dem Abbau von Stereotypen führen kann.
5 Zusammenfassung Stereotypen: Das Fazit fasst die wesentlichen theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont, dass Stereotype zwar kognitive Erleichterungen bieten, aber oft problematische soziale Folgen nach sich ziehen.
Schlüsselwörter
Stereotype, Vorurteile, Eindrucksbildung, soziale Kategorisierung, Kontinuum-Modell, Zwei-Faktoren-Modell, Illusorische Korrelation, Kontakthypothese, Diskriminierung, Sportpsychologie, Stigmatisierung, Sozialpsychologie, Automatische Prozesse, Informationsverarbeitung, Gruppenidentität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, Funktion und den Auswirkungen von Stereotypen im sozialen Kontext, mit besonderem Fokus auf den Sport.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die kognitive Stereotypenbildung, die Abgrenzung zu Vorurteilen sowie Strategien zur Reduktion dieser durch sozialen Kontakt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie automatische und kontrollierte kognitive Prozesse unser Urteil über andere Menschen formen und wie diese Mechanismen im Sportumfeld reflektiert werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse einschlägiger sozialpsychologischer Theorien und deren Anwendung auf praktische Fallbeispiele im Sport.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Stereotypenaktivierung und Eindrucksbildung sowie eine praktische Analyse der Stereotypisierung im Fußball.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Stereotype, soziale Kategorisierung, Kontakthypothese und Stigmatisierung beschreiben den Kern der Arbeit am besten.
Wie lässt sich das Stereotyp des „heißblütigen Südländers“ erklären?
Dieses Stereotyp dient im Fußball als „natürliche Differenz“, die oft als Entschuldigung für soziale Handlungen genutzt wird und zu einer Spirale aus Stigmatisierung und rassistischer Zuschreibung führen kann.
Warum reichen einfache Kontakte zwischen Gruppen oft nicht aus, um Stereotype abzubauen?
Laut der Kontakthypothese müssen spezifische Bedingungen erfüllt sein, wie gemeinsame Ziele, Kooperation und Statusgleichheit, damit ein Kontakt tatsächlich zur Einstellungsänderung führt.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts Alfred Zaal (Autor:in), 2010, Was sind Stereotype?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187370