Die Schlacht von Stalingrad - Aus der Sicht eines deutschen und sowjetischen Schlachtteilnehmers


Facharbeit (Schule), 2010
13 Seiten, Note: 15
Phil K. (Autor)

Leseprobe

Inhalt

1.Vorwort

2. Stalingrad Allgemein und seine strategische Bedeutung

3. Der Schlachtverlauf

4. Sicht der Soldaten

Anhang

Probleme beim Schreiben der Facharbeit

Quellenverzeichnis

Die Schlacht von Stalingrad aus der Sicht eines deutschen und russischen Schlachtteilnehmers

„Ringsum brennt es, Bomben explodieren. Alles kracht zusammen, zerfällt in Trümmer und Ruinen – aber wir halten uns. Die Munition geht aus, und einen Kilometer hinter uns ist die Wolga. Wir wissen sehr gut, dass die Wolga nicht überquert werden darf, aber daran denkt sowieso niemand…“- Oberst Iwan Burmakow[1]

1.Vorwort

Stalingrad. Ein Name, unweigerlich mit den Bildern der grausamsten Kämpfe des zweiten Weltkrieges verknüpft. Ein Name so gewaltig und zugleich auch so bekannt, dass jeder sich früher oder später mit seiner Geschichte konfrontiert sieht. Dies soll mein Beitrag sein, dass die Leiden deutscher sowie russischer Soldaten aus jenen Jahren 1942/’43 niemals in Vergessenheit geraten mögen.

2. Stalingrad Allgemein und seine strategische Bedeutung

Stalingrad (vor 1925 Zarizyn und heute Wolgograd) liegt 1.075 km südöstlich von Moskau am rechten Ufer der Wolga, rund 400 km nördlich der Mündung des Flusses ins Kaspische Meer. Die Stadt erstreckt sich in seiner Breite bis zu 10 km und über 100 km am Wolgaufer entlang. Die räumliche Ausdehnung betrug um 1942 in der Länge etwa 40 km und in der Breite maximal 8 km. Aufgrund ihrer Nähe zur Wolga stellte die Stadt damals wie heute einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt dar. Wie Adolf Hitler in seiner Rede im Löwenbräukeller vom 8. November 1942 sagte: „Ich wollte zur Wolga kommen. An eine bestimmte Stelle. An einen bestimmten Platz. Dort schneidet man nämlich 30 Millionen Tonnen Verkehr ab. Darunter 9 Millionen Tonnen Ölverkehr. Dort fließt der Weizen aus diesen riesigen Gebieten des Kuban und der Ukraine zusammen um nach dem Norden transportiert zu werden. […] Wir sind bescheiden. Wir haben ihn nämlich.“ Eine fatale Fehlkalkulation wie sich zeigen wird.

3. Der Schlachtverlauf

Nach dem Beginn der Operation Barbarossa am 22. Juni 1941, die vor allem die „Raumerweiterung im Osten“ vorsah, stand die Wehrmacht ein Jahr später bereits tief im Landesinnern der Sowjetunion. Am 28. Juni 1942 startete die groß angelegte Offensive der deutschen Truppen, bei der zum einen die Ölfelder im Kaukasus und zum anderen die Stadt Stalingrad genommen werden sollten. Eine Besetzung Stalingrads hätte die Schifffahrt auf der Wolga unmöglich gemacht und Hitler einen der wichtigsten Versorgungswege der Russen kontrollieren lassen.

Für Stalin war die Stadt von größter strategischer Bedeutung: Die Wolga stellte die so kriegswichtige Versorgung mit fossilen Brennstoffen aus dem Kaukasus sicher. Im weiteren Verlauf der Schlacht wird sich Stalingrad allerdings für die Machthaber beider Seiten- gerade wegen seines Namens- immer mehr zum Prestigeobjekt hin entwickeln. Die 62. Armee, die für die Verteidigung Stalingrads abkommandiert war, sollte die Stadt unter allen Umständen halten. Stalin hatte bereits nach dem Fall von Rostow den berüchtigten Befehl 227 erlassen: „Keinen Schritt zurück!“[2]. Deserteure und auch solche von denen man es nur vermutete, wurden standrechtlich erschossen.

Für die Bevölkerung bestand ein striktes Evakuierungsverbot. Ein Ersuch von Funktionären Stalins wenigstens ihre Betriebe hinter die Wolga verlegen zu dürfen, wurde kategorisch abgelehnt: „Wohin jetzt noch evakuieren? Die Stadt muss gehalten werden…“ soll Stalin geantwortet haben. Erst nach einem verheerenden Flächenbombardement der Luftwaffe am 23. August 1942, bei dem schätzungsweise zwischen 40.000-100.000 Menschen ums Leben gekommen sind, war es der Zivilbevölkerung erlaubt die Stadt zu verlassen. Ein russischer Pionier beschrieb die „dunkle Silhouette der brennenden Stadt[…], als wäre sie mit einer Laubsäge ausgesägt. Schwarz und rot.“[3] Die gesamte Stadt bezeichnete ein einziges Trümmerfeld.

Trotz des hartnäckigen Widerstandes seitens der Russen-der vor allem auf die harten Maßnahmen gegen die eigenen Soldaten zurückzuführen ist-konnten Truppen der Achsenmächte bis Mitte November '42 unter einem großen Aufgebot von Mensch und Material circa 90% der Stadt einnehmen. Häuserblock um Häuserblock, sowie Straße um Straße mussten hart erkämpft werden. Der Fahnenjunker Werner Karl Eling schrieb im Oktober '42 in einem Brief an seine Familie :Wir sind schon den ganzen Morgen am schießen und unterstützen unsere Infanteristen vor uns in Spartanowka und Rinok im Häuserkampf. Im ersten Stock sind die Unsrigen und im zweiten die Russen. […] Die Schützen machen hier wirklich was mit.[4]

Generaloberst Tschuikow, der die mitunter Stalingrad verteidigende 62. Armee befehligte, setzte verstärkt auf die Taktiken des Guerillakrieges: Kleine Stoßtrupps gelangten durch die Kanalisation oder Gräben hinter die feindlichen Linien und konnten dort überraschend angreifen. Scharfschützen spielten bei dieser Strategie eine ebenso große Rolle[5]. Die Verluste der Russen waren zwar hoch, doch die als „Eliteverband“[6] geltende 6. Armee, wurde durch die Kämpfe stark demoralisiert und verschlissen. Diese Art von Kriegsführung war vollkommen neu für Befehlshaber und Truppe. Winrich Behr, Ordonnanzoffizier im Stab der 6. Armee erlebte die Gefechte: „In jeder Ecke des Gebäudes lauert der Tod. Es ist eine Situation, wie sie furchtbarer und ekelhafter nicht sein konnte.[7]

Während die 6. Armee auf die vollständige Einnahme der Stadt entlang des Wolgaufers konzentriert wurde, führten die Russen durch die im Norden und Süden zäh verteidigten Brückenköpfe neue Kräfte heran. Am Morgen des 19. November 1942 wurden die Stellungen der im Nordabschnitt liegenden 3. Rumänischen Armee mit einem 80 minütigen Trommelfeuer von gigantischem Ausmaß belegt. Die „sturmreif“ geschossenen rumänischen Stellungen konnten dem Ansturm von neuen russischen Panzern und mit guter Winterbekleidung ausgerüsteten Infanterie nicht standhalten. Die Versorgungslage der Achsenmächte hingegen spitzte sich zu diesem Zeitpunkt an der gesamten Ostfront immer weiter zu. Güter mussten erst mehrere tausend Kilometer transportiert werden ehe sie die Front erreichten. Für einen Winterkrieg in der eisigen Steppe war die Armee zudem nicht vorbereitet worden.

Die Offensive der „Stalingrader Front“ im Süden erfolgte einen Tag später und schon am 23. November 1942 konnten Truppen der Roten Armee den Ring um Stalingrad schließen.

Die Deutschen unternahmen mithilfe von Teilen der nicht eingeschlossenen 4. Panzerarmee einen Entsatzversuch, der schon frühzeitig scheiterte. Nun wurde erst das komplette Ausmaß der russischen Großoffensive deutlich: Die gesamte Front von Stalingrad bis hinunter in den Kaukasus schien auf dem Spiel zu stehen. Auch den kämpfenden Soldaten beider Seiten blieben die Ereignisse und deren Tragweite nicht verborgen. Ein deutscher Soldat vertraut seinem Kameraden an: „Mensch, Gnotke, hinter diesem verlassenen Schlachtfeld und hinter diesem verlorenen Krieg flimmern neue Schlachtfelder und neue künftige Kriegstheater.“[8]

Der abgewehrte Angriff vor Moskau zeigte den russischen Soldaten, dass auch die als unbezwingbar geltende Wehrmacht verwundbar ist. Nach langen Rückzugsgefechten war die Kampfbereitschaft der Soldaten beinahe erloschen, doch die positiven Entwicklungen auf dem Schlachtfeld ließen neuen Kampfesmut und Hoffnung auf die Kriegswende aufkommen: „ Der Stern von Bethlehem steht jetzt direkt über meinem Kopf,[…]. Er hat uns hergeführt und ist dann stehengeblieben. Bis hierher und nicht weiter.“[9]

[...]


[1] Vgl. Hellbeck, S. 1

[2] Vgl. Hellbeck, S. 1

[3] Vgl. Nekrassow, S. 122

[4] Vgl. Deutschlandfunk, 0:20

[5] Vgl. Glantz, S. 166f.

[6] Vgl. Craig, S. 11

[7] Vgl. Klemke

[8] Vgl. Plievier, S. 425f.

[9] Vgl. Nekrassow, S.214

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Schlacht von Stalingrad - Aus der Sicht eines deutschen und sowjetischen Schlachtteilnehmers
Note
15
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V187646
ISBN (eBook)
9783656111030
ISBN (Buch)
9783656110798
Dateigröße
606 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stalingrad, 1943, Drittes Reich, Zweiter Weltkrieg
Arbeit zitieren
Phil K. (Autor), 2010, Die Schlacht von Stalingrad - Aus der Sicht eines deutschen und sowjetischen Schlachtteilnehmers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187646

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