Quellenanalyse von "Die Musik und die Inszenierung" (1899) von Adolphe Appia


Hausarbeit, 2011

12 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Appias Leben

Quellenbeschreibung

Inhalt der Quelle

Eigentliche Quelleninterpretation: Wagner & Appia

Mögliche Fragestellungen

Nachwort

Quellen

Vorwort

Aufgrund meiner Faszination für Wagners Opern entschied ich mich im Zuge der Hausarbeit im Basisseminars Theaterhistoriographie für den Text „Die Musik und die Inscenierung“ von Adol- phe Appia. Der 1862 geborene Schweizer hatte viele Talente; er war nicht nur Architekt, Zeichner und Bühnenbildner, sondern auch und, vor allem für die Theaterwissenschaften wichtig, Theater- theoretiker. Seine Theaterkentnisse erwarb Appia durch intensives Studieren von Theaterauffüh- rungen.1

Appia studierte Musik an verschiedenen Konservatorien, unter anderem in Genf und Leip- zig, und hat mit 20 schon beschlossen seine volle Aufmerksamkeit dem Theater zu widmen. Als Antrieb wird oft sein Besuch Richard Wagners selbst dirigierten Parsifalaufführung in Bayreuth erwähnt. Das „Musikdrama“ interessierte ihn dabei am meisten, da die Sprache die Handlung vor- antreibt und die Musik das „innere“ Drama kontrastiert. Er vertritt auch einige Ansichten Wagners, wie den Widerspruch zwischen der Modernität des Musikdramas und der Rückständigkeit von Inszenierungen. Appia stellte sich, wie bei Wagner das „unsichtbare Orchester“, ein „unsichtba- res Theater“ vor. Weiter sollte für Adolphe Appia die Vollkommenheit der einzelnen Künste die oberste Forderung werden. Er und Edward Gordon Craig gehören zu den Begründern des nichtna- turalistischen Theaters.2

Appias Leben

Am 1. September 1862 erblickte Adolphe Francois Appia in Genf das Licht der Erde. Sein Vater Paul Amadée Appia war Arzt und einer der Mitbegründer des Roten Kreuzes. Der familiäre Umstand prägte Appias Leben stark. Er wuchs in einer sehr strengen, asketischen und puristischen Familie auf, jedoch wurde auf die Kultur und die Kunst nicht verzichtet. Der junge Appia erlernte schon früh das musizieren und pflegte deutsche Literatur zu lesen. Später wurde über ihn berichtet, wie er psychisch krank gewesen war, Alkoholprobleme hatte und oft auch Suizidgedanken pflegte. Diese instabile Verfassung seinerseits brachte ihn jedoch in die Lage schon sehr früh vorausblickende Ideen zu verfassen und in theoretische Schriften zu veröffentlichen.3

Quellenbeschreibung

Bei der mir vorliegenden Quelle handelt es sich um den dramatischen Text „Die Musik und die Inscenierung“ von Adolphe Appia, das in dem Buch „Bildertheater“ erschienen ist, welches Veröf- fentlichungen von bildenden Künstlern des 20. Jahrhunderts beinhaltet. In dem Band werden auch Werke und Schriften von Künstler wie Edward Gordon Craig oder Kandinsky näher untersucht und wiedergegeben und somit wird Appia in die Reihe einiger anderer Theaterreformer gestellt. Ursprünglich erschien die Quelle 18994 in dem gleichnamigen Hauptwerk und aufgrund dessen ist die von mir verwendete Quelle nicht vollständig. Sie umfasst an die zwei Seiten5 und es sind sieben Auslassung des Ursprungs anhand von in Klammern gesetzten Punkten zu erkennen. Zu erwähnen sind ebenfalls die Auszeichnungen einiger Sätze. Ob im Original ebenso verfahren wor- den ist, ist stark in Frage zu stellen. Es wird außerdem aus der Perspektive Appias erzählt.

Bei der Quelle handelt sich auf jeden Fall um Tradition und nicht Überrest, da das Werk von Adolphe Appia bewusst geschrieben wurde, um es dann zu veröffentlichen und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mit „Die Musik und die Inscenierung“, erschafft Appia eine Grundlage für das Theater, das an der Bildkunst orientiert ist. Interessant ist, das der Reformer nicht mehr so stark am Wagnerschen Musikdrama ansetzt, wie er es in „La mise en scène du drame wagnérien“ getan hat. Die Hauptfrage, die die Quelle dabei stellt ist, wie sich die Bühne verändern muss, damit der Urheber die Grundaussage seines Werkes möglichst authentisch vermitteln kann.6

Inhalt der Quelle

Adolphe Appia unterscheidet zum einen zwischen Darstellern und unbelebter Bühne und zum anderen unterteilt er zweites noch mal in drei Faktoren: Aufstellung, also die Anordnung der Dekoration, Beleuchtung und Malerei. Dabei ordnet er die Malerei den anderen drei Elementen unter. Sie scheint für ihn zu hoch zu thronen, obwohl sie selbst von so vielen Förmlichkeiten unterworfen zu sein scheint; da ihr sobald Darsteller hinzukommen keinerlei Bedeutung zugesprochen wird. Somit kann man sagen, dass diese drei Faktoren, von denen Appia spricht, von ihm nicht als gleichwertig anzusehen sind. Die Beleuchtung erhält von ihm eine höhere Stellung als die Malerei, allein schon dadurch, dass es ihr möglich ist, den Raum zu erhellen. Somit hat sie eine sehr bedeutende Rolle inne, da gestalterisch mit ihr umgegangen werden kann. Das Licht ermöglicht das Wechseln von Bildern, um die Realität der Welt auf die Bühne zu projezieren. Außerdem ist die Beleuchtung, im Gegensatz zur Malerei nur wenigen Konventionen unterworfen.

Im Weiteren berichtet Appia über das niedrige Niveau der Rezipienten mit ihren zurückhaltenden Forderungen:7

„Denn nicht genug an dem, daß der künstlerische Ausdruck echten Lebens, der vom Darsteller ausgehenden Augentäuschungen geopfert werden mußte; nein, diese letz- tere mußte sich auch noch der Illusion des leblosen Bildes, des Stillebens, wechen.“8

Er kritisiert die szenischen Täuschungen, die das Publikum verlangt, und die gleichzeitig die Kunst des Schauspiels in den Hintergrund rücken lässt. Die Auswirkung der Illusion lässt die Zuschauer die Tätigkeit der Schauspieler hinterfragen, sobald diese heraus zu stechen scheinen und damit die sce- nische Täuschung in ihrer Existenz gefährdet wird. Das genaue Gegenteil wird von ihm postuliert.

[...]


1 Vgl Theaterwelt -Welttheater. S. 39

2 Vgl. Bildertheater, S. 13f

3 Vgl. Theaterwelt -Welttheater. S. 39 f.

4 Anm.: Obwohl das Werk auf französisch verfasst wurde, erschien es zum ersten mal 1899 in deutscher Sprache. 1962 dann auch in Englisch und 1963 erst erschien das französische Original „La Musique et la mise en scène“

5 Anm.: aus Adolphe Appia: Die Musik und die Inscenierung 1899. S. 16ff.

6 Vgl. Bildertheater. S. 13f.

7 Vgl. Ebd. S. 18

8 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Quellenanalyse von "Die Musik und die Inszenierung" (1899) von Adolphe Appia
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Veranstaltung
Theaterhistoriographie
Note
2,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V187723
ISBN (eBook)
9783656114673
ISBN (Buch)
9783656114437
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
quellenanalyse, musik, inszenierung, adolphe, appia
Arbeit zitieren
Phuong Anh Phi (Autor), 2011, Quellenanalyse von "Die Musik und die Inszenierung" (1899) von Adolphe Appia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187723

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Quellenanalyse von "Die Musik und die Inszenierung" (1899) von Adolphe Appia



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden