Die strategische Rolle des Informationsmanagement in Versicherungsunternehmen


Hausarbeit, 2009

20 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

III. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die strategische Bedeutung des Informationsmanagement im Unternehmen
2.1 Aufgabenbereiche des strategischen Informationsmanagements
2.1.1 Informationsverarbeitungs- Planung
2.1.2 Informationsverarbeitungs- Controlling
2.1.3 Informationsverarbeitungs- Qualifizierung
2.1.4 Informationsverarbeitungs- Organisation
2.2 Die strategische Rolle des Informationsmanagements in Unternehmen
2.3 Grundformen der Wettbewerbsstrategie
2.3.1 Kostenführerschaft
2.3.3 Fokussierung
2.3.4 Hybride Wettbewerbsstrategien
2.4 Informationsmanagement in Versicherungsunternehmen
2.5 Strategische Informationsplanung
2.6 Bisherige Probleme des strategischen Informationsmanagement

3. Fazit

Literaturverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III. Abbildungsverzeichnis

2-1 Aufgabenbereiche des strategischen Informationsmanagements S. 5

2-2 Unternehmensstrategie und Information S. 8

„When every firm in an industry has access to the same technology,

the competitve event comes from making the management difference.“

Peter G.W.Keen[1]

1. Einleitung

Durch die gestiegene Informationsintensität innerhalb der Gesellschaft, wird Informationsmanagement eine immer größere Bedeutung zugemessen.[2] Informationsmanagement hat unmittelbaren Einfluss auf den Unternehmenserfolg.[3]

Unter Information versteht man „zweckorientiertes Wissen“,[4] deren Zweck es ist, zielgerichtete Handlungen abzuleiten.[5] Wenn Unternehmen die Informationsflut richtig auswerten und nutzen können, ergeben sich daraus erhebliche Wettbewerbsvorteile.[6] Dies kann durch ein strategisch, in das Unternehmen integriertes Informationssystem geschehen.

„Informationsmanagement ist die wirtschaftliche (effiziente) Planung, Beschaffung, Verarbeitung, Distribution und Allokation von Informationen als Ressource zur Vorbereitung und Unterstützung von Entscheidungen (..) sowie die Gestaltung der dazu erforderlichen Rahmenbedingungen.“[7] Strategisches Informationsmanagement hat die Aufgabe, Voraussetzungen für ein operatives Informationsmanagement zu schaffen.[8] Bei vielen Unternehmen ist die Errichtung eines effektiven Informationssystems noch nicht gelungen und so konnte von diesen Unternehmen der strategische Wettbewerbsvorteil, der durch eine systematische Auswertung von Informationen zu erlangen ist, noch nicht realisiert werden. Momentan fehlt es nicht an der Menge an Daten und Informationen, sondern an Instrumenten, durch die man Daten filtern und die relevanten aussortieren kann.[9] Oftmals sind Informationen bereits im Unternehmen vorhanden und aufgrund eines mangelnden Informationssystems werden genau die gleichen Informationen zusätzlich extern hinzugekauft, was unnötige Kosten verursacht.[10] So geben nach einer Studie von Informix² nur 21% der in Deutschland befragten Manager an, dass ihnen bei fundierten Geschäftsentscheidungen immer ausreichende Informationen zur Verfügung standen.[11] Aus dieser Studie ergab sich, „dass in deutschen Unternehmen die Entscheidungsfindung von der informationellen Grundlage her nicht in wünschenswerter Weise abgesichert ist.“[12] Aufgabe des strategischen Informationsmanagements ist es, diesen Sachverhalt zu ändern und die nötigen Voraussetzungen für eine informations- bzw. wissensbasierte Entscheidungsfindung zu schaffen.

Gerade für Versicherungsunternehmen hat Informationsmanagement eine herausragende Bedeutung. Durch eine rückläufige Bevölkerungsquote wird die Nachfrage nach Versicherungsleistungen stagnieren, was zu einem verschärften Wettbewerb in der Branche führen wird.[13] Bereits jetzt gibt es einen Nachfrageeinbruch in der Versicherungswirtschaft um rund ein Drittel.[14] Auch durch die zunehmende Konkurrenz von Banken, die Allfinanzangebote offerieren, sowie externe Anbieter, wie Versandhäuser, banknahe Institute etc, die nun auch Versicherungen vertreiben, geraten Versicherungsunternehmen immer mehr unter Wettbewerbsdruck.[15] „In dieser Wettbewerbssituation werden Informations- und Kommunikationstechnologien in steigendem Maße zum entscheidenden Erfolgsfaktor in Versicherungsunternehmen.“[16] Daher ist es für Versicherungsunternehmen besonders wichtig, den Kunden für sich zu gewinnen. Ein einmal gewonnener Kunde ist für eine sehr lange Zeit an das Versicherungsunternehmen gebunden und somit für andere Unternehmen auf dem Markt nicht mehr, bzw. nur unter erheblichem Aufwand erreichbar. Der Aufwand Informationen des Kunden korrekt auszuwerten und ihn so gezielt ansprechen zu können, lohnt sich, da die Vertragsbeziehung bei Versicherungen (wie z.B Lebensversicherung) sehr langfristig ist.[17] Durch eine individuelle, zielgruppengerichtete Betreuung der Kunden ergibt sich, gerade im Versicherungswesen, ein großes Cross Selling Potenzial.[18]

Zusätzlich zu dem Preis- und Produktwettbewerb entsteht ein Reaktionswettbewerb, der durch den reibungslosen Informationsfluss zur Befriedigung der Kundenwünsche sowie zur Steuerung des Versicherungsunternehmens zu gewinnen ist.[19] Information und Strategie sind unmittelbar miteinander verknüpft.[20] Die Strategie bestimmt welche Informationen benötigt und gesammelt werden, „aber die Information wirkt im Rahmen der strategischen Kontrolle zurück auf die Strategie und beeinflusst diese in einem (notwendigen) Rückkopplungsprozess.“[21] Hauptaufgaben Bereiche des strategischen Informationsmanagements sind Informationsverarbeitungs (IV) – Planung, IV- Organisation, IV- Controlling, IV- Qualifizierung und IV- Sicherheit.[22] Diese Aufgaben werden im Verlauf der Arbeit noch einmal detaillierter beschrieben. Das wesentliche Ziel des strategischen Informationsmanagements (IM) besteht darin, die Unternehmensführung in der Entscheidungsfindung zu unterstützen und bedeutende Entwicklungen der Umwelt rechtzeitig zu erkennen, um so Strategien ableiten und frühzeitig reagieren zu können.[23] Als weitere Ziele des IM werden Effektivität und Effizienz gesehen. Effektivität bezieht sich auf die Handlungen des Managements, die eine Außenwirkung auf die Umwelt haben, Effizienz betrifft Innenwirkungen innerhalb der Unternehmensstruktur.[24] Jedoch wird der Effektivität die größere Bedeutung zugemessen, „ da es zunächst darauf ankommt das Richtige zu tun, bevor diese Aktivitäten dann effizient gestaltet werden.“[25]

Die Schwierigkeit vor der Unternehmen jetzt stehen, ist es ein integratives, ganzheitliches Informationssystem zu entwickeln, das alle im Unternehmen befindlichen Informationen sammelt, sie erfolgsversprechend auswertet und im Einklang mit der Unternehmensstrategie Handlungen ableitet. Das Informationsmanagement hat sich über die Jahre hinweg inhaltlich entwickelt.[26] Während es anfänglich als reines Technikmanagement verstanden wurde, kommt ihm heute eine komplexe Steuerungs- und Vernetzungsaufgabe zu.[27] Der Primat der Technik muss sich nun dem Primat der Inhalte beugen.[28] „(N)ur wenn das gesamte Informationsmanagement dazu beiträgt, die Unternehmensziele zu erreichen, kann es auf Dauer im Unternehmen erfolgreich sein.“[29] Und nur dann kann das Unternehmen strategische Wettbewerbsvorteile durch das Informationsmanagement erreichen. Durch die historische Entwicklung des Informationsmanagement ist Wissen oftmals nicht zentral für alle Unternehmensmitglieder abrufbar. In den 1980er Jahren wurden Personal Computer in den Unternehmen eingeführt, was dafür sorgte, dass Wissen dezentral und fachbereichsspezifisch gesammelt wurde.[30] Oftmals sind Informationen und Wissen auch nur in den Köpfen einzelner Personen vorhanden, was für ein Unternehmen bedeutet, dass wichtige Informationen das Unternehmen mit dem Weggang dieser Personen verlässt.[31] Die Aufgabe eines Informationsmanagements ist es, dass Wissen zu bündeln und zentral so zu verwalten, dass alle Unternehmensmitglieder darauf zugreifen können und wichtige Handlungen davon ableiten können.

Ziel dieser Arbeit ist es die strategische Rolle des Informationsmanagements darzustellen und die Wichtigkeit einer strukturierten Informationsverarbeitung, gerade für Versicherungsunternehmen, darzustellen. Information ist zu einem Wettbewerbsfaktor geworden, der durch die richtige Nutzung dem Unternehmen hilft, sich von Konkurrenten der Branche abzusetzen und langfristig neue Ertragspotentiale verspricht.[32] Informationssysteme sind nicht mehr wie in der Vergangenheit reine Unterstützungssysteme, sondern sie können zum strategischen Erfolgsfaktor werden.

2. Die strategische Bedeutung des Informationsmanagement im Unternehmen

2.1 Aufgabenbereiche des strategischen Informationsmanagements

Zu den Aufgaben des strategischen Informationsmanagements zählen IV- Planung,

IV- Organisation, IV- Controlling, IV- Qualifizierung und IV- Sicherheit.[33]

Hauptaufgabe des strategischen IM ist es, einen Rahmen und grundlegende Strukturen für die einzelnen Aufgabenbereiche zu schaffen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.1 Informationsverarbeitungs- Planung

Erfolgreiche Informationssysteme stützen die Realisierung der Unternehmensstrategie. Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, müssen Manager ausreichend mit Informationen versorgt werden. Dies ist Hauptaufgabe der IV Planung, die dafür sorgt, dass ein effizientes und effektives Informationssystem implementiert wird. Es ist von Bedeutung, dass in die strategische Planung Informationssysteme integriert werden, sodass alle geschäftsrelevanten Informationen berücksichtigt werden.[34] In vielen Unternehmen ist dies noch nicht der Fall. Es fehlt oftmals das Bewusstsein für die strategische Bedeutung von Informationsmanagement.

2.1.2 Informationsverarbeitungs- Controlling

Durch die angestiegene Komplexität von informationellen Ressourcen und die Interdependenz der Informationssysteme ist ein eigenständiges IV- Controlling nötig geworden.[35] Das IV- Controlling hat als Hauptaufgabe zu überprüfen, ob die strategischen Unternehmensziele durch das IV ausreichend unterstützt und somit das Primärziel des IM/IV erreicht wurden. Die nötige Informationsbeschaffung bringt immer auch Kosten mit sich, daher muss sorgsam abgewogen werden, welche Kerninformationen intern gesammelt werden sollen, auf welche Informationen verzichtet werden kann und welche sonstig benötigten Informationen man extern zukauft.[36]

2.1.3 Informationsverarbeitungs- Qualifizierung

Bei einem ganzheitlichen Informationsmanagement, was sich über das gesamte Unternehmen erstreckt, gibt es viele Schnittstellen und viele Beteiligte. Einzelne Aufgaben und Verantwortlichkeiten festzulegen und die Qualifizierung der einzelnen Aufgabenträger zu überprüfen und langfristig zu sichern, ist die Aufgabe der IV- Qualifizierung.[37]

2.1.4 Informationsverarbeitungs- Organisation

Die IV- Organisation regelt die effiziente Aufgabenverteilung zwischen den Beteiligten des Informationsmanagements. Sie schafft die notwendigen organisatorischen Strukturen für die Informationsverarbeitung.[38] Zu den Aufgaben der IV- Organisation gehört ebenfalls die Entscheidung, ob die Informationsverarbeitung an einen externen Dienstleister ausgelagert werden soll. Dies kann zu strategischen Vorteilen, wie Kosteneinsparungen und Konzentration auf das Kerngeschäft verhelfen. Für das Unternehmen stellt sich im Rahmen dieser Betrachtung ebenfalls die Frage, ob Standardsoftware oder Individualsoftware verwendet werden soll. Durch Individualsoftware lassen sich Wettbewerbsvorteile erzielen. Man kann sich klar von den Konkurrenten abheben, weil man ein optimal an den eigenen, individuellen Bedürfnissen ausgerichtetes Tool zur Verfügung hat. Allerdings bringt speziell auf das Unternehmen zugeschnittene Software auch hohe Kosten mit sich.[39]

[...]


[1] Vgl. Pietsch/ Martiny/ Klotz (2004), S. 55.

[2] Vgl. Ulrich, Rolf (1987), S.61.

[3] Vgl. Kmuche, Wolfgang (2000), S.7.

[4] Corsten,Hans/Reiß, Michael (2008),S.235.

[5] Vgl. Hubert, Wolfgang (1995), S.28.

[6] Vgl. Picot, Arnold/ Maier, Matthias (1993), S.32, S.33.

[7] Voß, Stefan/ Gutenschwager, Kai (2001), S.70.

[8] Vgl. Pietsch/ Martiny/ Klotz (2004), S.52.

[9] Vgl. Kmuche, Wolfgang (2000), S.29.

[10] Vgl. Kmuche, Wolfgang (2000), S.48.

[11] Vgl. Kmuche, Wolfgang (2000), S.95.

[12] Kmuche, Wolfgang (2000), S.95.

[13] Vgl. Hubert,Wolfgang (1995), S.1.

[14] Vgl.Wichert, Björn (2009), S.1.

[15] Vgl. Hubert, Wofgang (1995), S.1.

[16] Vgl. Hubert, Wolfgang (1995), S.2.

[17] Vgl. Wohlschlager, Leonard (2006), S.123.

[18] Vgl. Wohlschlager Leonard (2006), S.123.

[19] Vgl. Hubert, Wolfgang (1995), S.2.

[20] Vgl. Kmuche, Wolfgang (2000), S.7.

[21] Kmuche, Wolfgang (2000), S.7.

[22] Vgl. Pietsch/ Martiny/ Klotz (2004), S.82.

[23] Vgl. Pietsch/ Martiny/ Klotz (2004), S.97.

[24] Vgl. Pietsch/ Martiny/ Klotz (2004), S.97.

[25] Pietsch/ Martiny/ Klotz (2004), S.98.

[26] Vgl. Kmuche, Wolfgang (2000), S.41.

[27] Vgl. Kmuche, Wolfgang (2000), S.41.

[28] Vgl. Kmuche, Wolfgang (2000), S.41.

[29] Kmuche, Wolfgang (2000), S.42.

[30] Vgl. Kmuche, Wolfgang (2000), S.40.

[31] Vgl. Kmuche, Wolfgang (2000), S.68.

[32] Vgl. Picot,Arnold/ Maier, Matthias (1993), S.32.

[33] Vgl. Pietsch/ Martiny/ Klotz (2004), S.82.

[34] Vgl. Pietsch/ Martiny/ Klotz (2004), S.84.

[35] Vgl. Pietsch/ Martiny/ Klotz (2004), S.85.

[36] Vgl. Kmuche, Wolfgang (2000), S.61.

[37] Vgl. Pietsch/ Martiny/ Klotz (2004), S.86.

[38] Vgl. Pietsch/ Martiny/ Klotz (2004), S.86, S.87.

[39] Vgl. Heinrich/ Lehner (2005), S. 105- S.107.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die strategische Rolle des Informationsmanagement in Versicherungsunternehmen
Hochschule
Hochschule RheinMain  (Wiesbaden Business School)
Veranstaltung
Informationsmanagement
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V188063
ISBN (eBook)
9783656117926
ISBN (Buch)
9783656132677
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Informationsmanagement, Versicherungen, Versicherungsunternehmen
Arbeit zitieren
Master of Arts in International Insurance Isabel Kopitzki Kopitzki (Autor), 2009, Die strategische Rolle des Informationsmanagement in Versicherungsunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188063

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