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Praxis Kontrakturprophylaxe in Pflege und Therapie

Anleitung in Bildern, Grifftechniken, Befund und Dokumentation

Title: Praxis Kontrakturprophylaxe in Pflege und Therapie

Textbook , 2012 , 80 Pages

Autor:in: Marion Repschläger (Author)

Medicine - Therapy
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen ihrer Therapeutentätigkeit ist die Autorin vor einigen Monaten von Pflegekräften gefragt worden: „Wie können Kontrakturen befundet und dokumentiert werden und wo kann man - Jahre nach der Ausbildung - zeitsparend nachschlagen, wie die praktische Ausführung (Grifftechniken und Bewegungsrichtungen) aussehen sollte?“

Eine Internet- und Literaturrecherche ergab, dass es viele Bücher und zunehmend auch Abschlussarbeiten von Studierenden der Pflegewissenschaften zum Thema Kontrakturprophylaxe gibt. Allerdings behandeln diese Bücher bzw. Arbeiten das Thema entweder als eines unter vielen Prophylaxethemen oder eher unter dem Aspekt der pflegerischen Strategien und bleiben damit mehr oder weniger theoretisch.

Die Vermittlung der Kenntnisse zur Kontrakturprophylaxe ist fester Bestandteil der Ausbildung aller Pflegeberufe. Doch im Pflegealltag ist aufgrund von Personalknappheit und Zeitdruck zu beobachten, dass diese erworbenen Kenntnisse oftmals nicht ausreichend eingesetzt und dadurch wieder verlernt werden.

Die Auswirkungen von Kontrakturen reichen von der Einschränkung einzelner Bewegungen bis zur Unfähigkeit, komplexe Bewegungsabläufe auszuüben und münden damit im ungünstigsten Falle im Verlust der Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit.

Da die Autorin an einer Fachschule für Altenpflege seit über 11 Jahren vorwiegend praktisch unterrichtet - unter anderem auch Kontrakturprophylaxe -, kam die Idee zu dem vorliegenden Buch auf. Es ist ein Buch mit vielen Informationen rund um die Kontrakturprophylaxe und vor allem vielen Bildern zur Praxisanleitung geworden.

Dieses Buch soll allen Pflegenden eine Hilfe in der praktischen Durchführung und bei der Dokumentation sein. Aber auch Physio- und Ergotherapeuten (bzw. Schüler) können das Buch als „Refresher-Kurs“ betrachten und vielleicht den einen oder anderen Praxis-Tipp für sich entdecken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. EINLEITUNG

1. BEGRIFFSERLÄUTERUNGEN

1.1. Kontraktur: Definition, Diagnose und Ursachen

1.1.1. Tendomyogene Kontraktur

1.1.2. Arthrogene Kontraktur

1.1.3. Dermatogene Kontraktur

1.1.4. Neurogene Kontraktur / Spastik

1.1.4.1. Rigor

1.1.4.2. Clonus

1.1.5. Sonstige Ursachen

1.2. Pathophysiologie der Kontraktur

1.3. Kompetenzen von Pflegekräften und Physiotherapeuten

2. KONTRAKTURPROPHYLAXE

2.1. Definition

2.2. Folgen von Kontrakturen

2.3. Indikationen für Kontrakturprophylaxe

2.4. Kontraindikationen für Kontrakturprophylaxe

2.5. Aktive Maßnahmen

2.5.1. Der Gang

2.5.1.2. Gehhilfen und ihre Einsatzmöglichkeiten

2.5.2. Die 10-Minuten-Aktivierung

2.5.3. Resistive Maßnahmen

2.6. Assistive Maßnahmen

2.7. Passives Dehnen / passives Durchbewegen

2.7.1. Prinzipien beim Durchbewegen

2.8. Lagerung

2.8.1. Lagerungsmittel

2.8.2. Kritische Gedanken zur Lagerung

2.8.3. Lagerungsbeispiele

2.8.3.1. Flache Lagerung

2.8.3.2. Lagerung nach Aspekten des Bobath-Konzeptes / LIN

2.8.3.3. Lagerung mit dem Schiffchen

2.8.3.4. Seitlagerung

2.8.3.5. Variation mit dem Seitenschläferkissen

2.8.3.6. Physiologische Mittelstellung der Gelenke in Rückenlage

3. ALLGEMEINE ANATOMIE EINES GELENKES

3.1. Bestandteile eines Gelenkes

3.2. Bewegungsachsen

3.2.1. Transversale Achse

3.2.2. Sagittale Achse

3.2.3. Longitudinale Achse

3.3. Gelenktypen

3.3.1. Scharniergelenk

3.3.2. Eigelenk

3.3.3. Sattelgelenk

3.3.4. Kugelgelenk

3.3.5. Zapfengelenk

3.4. Bewegungsausführungen und- richtungen

4. PRAKTISCHE DURCHFÜHRUNG

4.1. Finger und Daumen

4.1.1. Die spastische Faust

4.2. Handgelenk

4.3. Ellenbogengelenk

4.3.1. Umwendebewegung des Unterarmes

4.4. Schultergelenk

4.4.1. Schmerzhafte Schulter bei Apoplex-Pflegekunden

4.5. Zehen

4.6. Sprunggelenk

4.6.1. Der Spitzfuß

4.6.2. Der neurologische Spitzfuß

4.7. Kniegelenk

4.8. Hüftgelenk

4.9. Wirbelsäule

4.9.1. Halswirbelsäule

4.9.2. Brustwirbelsäule

4.9.3. Lendenwirbelsäule

5. DOKUMENTATION

5.1. Befunderhebung und Dokumentation

5.1.1. Ermittlung der Risikofaktoren

5.1.1.1. Checkliste Kontrakturrisiko

5.2. Ermittlung und Dokumentation der Kontraktur

5.2.1. Winkelmessung in Gradzahlen

5.2.2. Verbale Beschreibung der Beweglichkeit

5.2.3. Kombinierte Erfassung: Farben und Text

5.2.4. Kombinierte Erfassung: Schwarz-Weiß-Markierung und Text/Symbol

5.2.5. Bewegungsanamnese-Blatt

5.3. Planung der Ziele und erforderlichen Maßnahmen

5.4. Dokumentation der Durchführung

6. SCHLUSSBEMERKUNG

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist es, Pflegekräften und Therapeuten einen praxisorientierten Leitfaden zur Befundung, Dokumentation und Durchführung der Kontrakturprophylaxe an die Hand zu geben, um Kontrakturen bei betroffenen Patienten effektiv vorzubeugen oder zu behandeln und dabei die Eigenständigkeit der Patienten zu fördern.

  • Grundlagen der Kontrakturentstehung und Pathophysiologie
  • Praktische Anleitung für Grifftechniken und Bewegungsübungen
  • Methoden zur Risikoeinschätzung und Dokumentation im Pflegealltag
  • Kritische Auseinandersetzung mit Lagerungskonzepten
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Pflege und Therapie

Auszug aus dem Buch

4.4.1. Schmerzhafte Schulter bei Apoplex-Bewohnern

Bei jeder Armbewegung bewegt sich durch Muskeln der untere Schulterblattwinkel auf dem Brustkorb automatisch nach außen (glenohumerales Spiel). Dadurch bleibt zwischen Schultergelenkkopf und dem darüber liegenden sog. Schulterdach eine Lücke frei, durch die die Sehne des M. suprasinatus ungestört hin- und her gleiten kann.

Nach einem Apoplex bewegt sich entweder durch die Lähmung oder durch die Spastik der Schulterblattwinkel nicht mehr automatisch nach außen. Daher öffnet sich die Supraspinatus-Lücke ab einer Flexion bzw. Abduktion von etwa 90° nicht mehr und die Sehne wird bei einer trotzdem weitergeführten Bewegung über 90° jedes Mal zwischen Gelenkkopf und Schulterdach gequetscht. Diese Bewegungen werden häufig bei Pflegemaßnahmen durchgeführt. Durch die Quetschung der Sehne kommt es nach einigen Wochen zur schmerzhaften Schulter. Deren Behandlung ist sehr langwierig und kann sich durch Unkenntnis und Missachtung der Biomechanik zusätzlich verzögern.

Das Schultergelenk sollte maximal bis 90° flektiert und / oder abduziert werden; dies ist allerdings im Pflegealltag oft nicht ausreichend für Waschen und An- / Entkleiden. Die Pflegekraft zieht („löst“) den Schulterblattwinkel mit einer Hand von der Wirbelsäule zur Außenseite des Brustkorbes. Dies ist nicht schmerzhaft für den Pflegekunden!

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Autorin begründet die Notwendigkeit dieses Buches durch den Bedarf nach zeitsparenden, praxistauglichen Informationen zur Kontrakturprophylaxe im Pflegealltag.

BEGRIFFSERLÄUTERUNGEN: Es werden verschiedene Kontrakturarten, deren Entstehungsursachen sowie die zugrundeliegende Pathophysiologie und die jeweiligen Kompetenzbereiche der Berufsgruppen definiert.

KONTRAKTURPROPHYLAXE: Dieses Kapitel behandelt das interdisziplinäre Vorgehen, von aktiven über assistive bis hin zu passiven Maßnahmen sowie verschiedene Lagerungstechniken unter kritischer Betrachtung.

ALLGEMEINE ANATOMIE EINES GELENKES: Eine anatomische Wiederholung, die Gelenkbestandteile, Bewegungsachsen und Gelenktypen erläutert, um ein Verständnis für die Bewegungsabläufe zu schaffen.

PRAKTISCHE DURCHFÜHRUNG: Der zentrale Teil bietet bebilderte Anleitungen für die praktische Durchführung von Bewegungsübungen an einzelnen Gelenkbereichen des Körpers.

DOKUMENTATION: Fokus auf die systematisierte Befunderhebung, Risikoeinschätzung und verschiedene Dokumentationsmethoden im pflegerischen Prozess.

SCHLUSSBEMERKUNG: Abschließende Reflexion über die Bedeutung der Kontrakturprophylaxe für die Lebensqualität und die ethische Verantwortung der Pflegenden.

Schlüsselwörter

Kontrakturprophylaxe, Pflegewissenschaft, Physiotherapie, Lagerungstechniken, Gelenkbeweglichkeit, Apoplex, Spastik, Dokumentation, Bewegungsanamnese, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Mobilisation, Rehabilitation, Pflegealltag, Biomechanik, Sturzprävention.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, Pflegenden und Therapeuten ein verständliches und direkt anwendbares Werkzeug an die Hand zu geben, um Kontrakturen vorzubeugen und bestehende Einschränkungen korrekt zu beurteilen und zu dokumentieren.

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Praxis der Kontrakturprophylaxe in Pflege und Therapie, mit einem starken Fokus auf die praktische Ausführung der Bewegungen und deren fachgerechte Dokumentation.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Themen umfassen die anatomischen Grundlagen, verschiedene Kontrakturarten, präventive Lagerungstechniken, aktive sowie passive Bewegungsangebote und die gesetzlich verankerte Pflegedokumentation.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus Literaturrecherche, pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen und der langjährigen praktischen Erfahrung der Autorin in der Physiotherapie und Altenpflegeausbildung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine anatomische Einführung, die detaillierte bebilderte Darstellung praktischer Grifftechniken für alle relevanten Gelenke sowie eine fundierte Anleitung zur Befundung und Dokumentation.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Kontrakturprophylaxe, aktivierende Pflege, Bewegungsanamnese, anatomische Gelenktypen und patientenorientierte Dokumentation.

Warum ist das "Lösen" des Schulterblatts bei Spastik so wichtig?

Es dient dazu, die Supraspinatus-Lücke bei Armbewegungen freizuhalten und so eine schmerzhafte Quetschung der Sehne zwischen Gelenkkopf und Schulterdach zu verhindern.

Welchen Stellenwert hat die "10-Minuten-Aktivierung"?

Sie dient als ganzheitliches Angebot, das motorische, psychosoziale und kognitive Fähigkeiten anspricht und durch den Einsatz alltäglicher Materialien motivierend auf die Pflegekunden wirkt.

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Details

Title
Praxis Kontrakturprophylaxe in Pflege und Therapie
Subtitle
Anleitung in Bildern, Grifftechniken, Befund und Dokumentation
Author
Marion Repschläger (Author)
Publication Year
2012
Pages
80
Catalog Number
V188122
ISBN (eBook)
9783656118282
ISBN (Book)
9783656132608
Language
German
Tags
Kontrakturermittlung Kontrakturdokumentation Passives Durchbewegen aktive Maßnahmen Grifftechniken Lagerung Gelenkanatomie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marion Repschläger (Author), 2012, Praxis Kontrakturprophylaxe in Pflege und Therapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188122
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