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Erkenntnis im Bildungsprozess

Platons Bildungskonzeption im Höhlengleichnis

Title: Erkenntnis im Bildungsprozess

Thesis (M.A.) , 2011 , 52 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Una Müller (Author)

Ethics
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Summary Excerpt Details

Die Bildungskonzeption im platonischen Höhlengleichnis ist das zentrale
Thema der vorliegenden Arbeit. Bevor das Höhlengleichnis, als Gleichnis der Bildung
selbst beschrieben und aus teils pädagogischer, teils philosophischer Betrachtungsweise
gedeutet werden soll, wird zuvor das Umfeld desselben beschrieben.
Hier stehen das Sonnen- und Liniengleichnis im Mittelpunkt der Ausführungen, da
sich die Deutung des Höhlengleichnisses, so sagt Platon selbst, dadurch ergibt, dass
man es mit dem Sonnen- und Liniengleichnis, in Verbindung bringt (vgl. Pol. 517b).
Das nächste Kapitel soll das Höhlengleichnis selbst, in fünf aufeinander folgenden
Phasen beschreiben. Die ersten vier Phasen beschreiben jeweils den Bildungsprozess,
mittels welchem der Mensch zur Erkenntnis gelangen kann. Er wird als der Aufstieg,
eine Steigerung von den Schatten über die Wahrheit bis hin zur Wirklichkeit, illustriert.
Die höchste Erkenntnis erlangt der Mensch durch die Schau der höchsten Idee,
der Idee des Guten. Die vier verschiedenen Erkenntnis- bzw. Seinsstufen auf dem
Weg nach ‚oben‘, sowie die Idee des Guten im Höhlengleichnis selbst, werden in
zwei Unterkapiteln ausführlicher erörtert. Die fünfte Phase, die den Wiederabstieg in
die Höhle behandelt ist für das platonische Bildungskonzept, unerlässlich.
Das letzte Kapitel Paideia als Bildung und Erziehung wird nach einigen allgemeinen
Ausführungen zur Bildung zweigeteilt: Zentral im ersten Abschnitt ist
Platons Auffassung der Paideia, die für ihn eine philosophische ist und welche er
kennzeichnend als „Umlenkung“ (Pol. 518cd) bestimmt. Neben der Deskription
einiger Merkmale dieser neuen Paideia, wird im Weiteren auch auf die sophistische
Paideia eingegangen. Da die Sophisten am Anfang der abendländischen Pädagogik
stehen, soll ihre Paideia in Grundgedanken skizziert werden. Gleichwohl wird die
platonische Kritik in diesem Teilabschnitt nicht vernachlässigt werden, da sich die
sophistische Paideia in der Höhle, der Welt der Meinungen und Schatten, wiederfindet.
Der zweite Abschnitt in diesem Kapitel behandelt die Fächer, in
denen der Philosophenherrscher ausgebildet werden soll. Zudem wird in diesem Teilabschnitt das zeitliche Ausbildungsprogramm,
das sich nach Platon im Großen und Ganzen auf das komplette
Leben des Menschen erstreckt, dargelegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unmittelbares Umfeld des Höhlengleichnisses

2.1 Das Sonnengleichnis (Pol. 507b-509b)

2.2 Das Liniengleichnis (Pol. 509c-511e)

3. Das Höhlengleichnis selbst als Gleichnis der Bildung

3.1 Phase I: Die Beschreibung der Gefangenen und deren Lage

3.2 Phase II: Die Entfesselung

3.3 Phase III: Das Hinaufsteigen zum Höhlenausgang

3.4 Phase IV: Der Anblick des Lichtes

3.4.1 Die vier Stufen der Erkenntnis und des Seins

3.4.2 Die Idee des Guten im Höhlengleichnis

3.5 Phase V: Der Abstieg und die Rückkehr in die Höhle

4. Paideia als Bildung und Erziehung

4.1 Platons Auffassung der Paideia

4.1.1 Paideia als Umlenkung der Seele

4.1.2 Die Höhle als Raum der sophistischen Paideia - Platons Kritik

4.2 Die Ausbildung des Philosophenherrschers

4.2.1 Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Harmonielehre (Pol. 522b-531c)

4.2.2 Dialektik (Pol. 531d-534c)

4.2.3 Der Ausbildungsgang der Herrscher (535a-514b)

5. Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Platons Höhlengleichnis die zugrunde liegende Bildungskonzeption, um zu analysieren, wie sich Erkenntnis in einem Bildungsprozess vollzieht und welche pädagogische Rolle dabei der Auf- und Abstieg des Menschen spielt.

  • Platons Bildungskonzeption im Kontext der Politeia
  • Die stufenweise Erkenntnistheorie im Höhlengleichnis
  • Das Konzept der "Paideia" als Umlenkung der Seele
  • Kritische Auseinandersetzung mit der sophistischen Bildungsauffassung
  • Der Ausbildungsgang des Philosophenherrschers

Auszug aus dem Buch

3.2 Phase II: Die Entfesselung

Wenn nun einer der Gefangenen von seinen Fesseln losgelöst würde und gezwungen würde, sogleich aufzustehen, den Kopf herumzudrehen und gegen das Licht zu sehen, welches zunächst das Licht des Feuers ist, so beschreibt Sokrates weiter, würden die neuen Sichtverhältnisse dem Entfesselten Schmerzen zuführen, seine Wahrnehmung erschweren und er würde irritiert sein, denn er vermag nach dieser ‚Blendung‘ nicht jene Dinge zu erkennen, wovon er vorher nur die Schatten sah (vgl. Pol. 515c-515d).

Es wird von ihm an dieser Stelle zweierlei abverlangt: Einerseits muss er sich auf die neuen Lichtverhältnisse einstellen, andererseits muss er auch geistig eine neue Perspektive einnehmen und den vertrauten Blickwinkel zugunsten eines anderen aufgeben, d.h. die Beschaffenheit der fremden, aber neuen Eindrücke für besser und wirklicher zu halten. Dies anzunehmen ist eine Zumutung und es verwirrt ihn, denn wie kann man etwas für besser und wirklicher halten, wenn man es zunächst schlechter sieht? Kauder kommentiert, dass die Verwirrung des Höhlenbewohners darauf hindeutet, dass er angefangen hat zu lernen. Auf Bildung bezogen repräsentiert sich die Verwirrung als Zumutung erst einmal in den Meinungen und dem Wissen der Individuen, worin sie sich angepasst haben (vgl. Kauder (2001:60)). An dieser Stelle beginnt im eigentlichen Sinn der Bildungsgang, denn die „Lösung von den Banden“ wird der „Heilung von dem Unverstand“ (Pol. 515c) gleichgesetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet Platons Bildungskonzept innerhalb der antiken Philosophie und Pädagogik und führt in die Fragestellung der Arbeit ein.

2. Unmittelbares Umfeld des Höhlengleichnisses: Dieses Kapitel erläutert das Sonnen- und das Liniengleichnis, die für das Verständnis des Höhlengleichnisses und der platonischen Ideenlehre essenziell sind.

3. Das Höhlengleichnis selbst als Gleichnis der Bildung: Hier wird der Prozess der Befreiung und Erkenntnis in fünf Phasen analysiert, die den Weg des Menschen von der Schattenwelt zur Idee des Guten abbilden.

4. Paideia als Bildung und Erziehung: Dieser Teil beleuchtet den Begriff der Paideia als philosophische Umlenkung und grenzt sie von der sophistischen Bildungsauffassung ab, gefolgt vom Ausbildungsprogramm der Herrscher.

5. Schlussteil: Das Fazit fasst die zentralen Elemente des platonischen Bildungsverständnisses zusammen und unterstreicht dessen Bedeutung für die moderne Pädagogik.

Schlüsselwörter

Platon, Höhlengleichnis, Paideia, Bildung, Erkenntnis, Politeia, Idee des Guten, Philosoph, Sophisten, Seele, Dialektik, Umlenkung, Erziehung, Erkenntnistheorie, Idealstaat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bildungskonzeption Platons anhand seines berühmten Höhlengleichnisses aus der Politeia und untersucht den philosophischen Bildungsweg vom Schatten zum Wissen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die platonische Ideenlehre, die methodische Erziehung zum Philosophenherrscher sowie die kritische Abgrenzung der philosophischen Bildung gegenüber der sophistischen Rhetorik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, wie Erkenntnis im platonischen Bildungsprozess vollzogen wird und warum dieser Prozess als eine "Umlenkung der Seele" zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen philologisch-analytischen Ansatz, der sich auf eine exegetische Interpretation der platonischen Dialoge sowie auf die fachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Interpretation der Vor-Gleichnisse (Sonnen- und Liniengleichnis), die detaillierte phasenweise Analyse des Höhlengleichnisses und die Erläuterung des platonischen Ausbildungsprogramms.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Paideia, Höhlengleichnis, Dialektik, Ideenlehre und das Konzept der Seelenumlenkung definieren.

Welches Problem beschreibt Platon bei der Rückkehr des Wissenden in die Höhle?

Der Wissende muss sich erst wieder an die Dunkelheit gewöhnen, wird von den verbliebenen Höhlenbewohnern aufgrund seines veränderten Blickwinkels verspottet und läuft Gefahr, durch seinen Versuch, andere zu befreien, Widerstand zu ernten oder gar getötet zu werden.

Warum ist die Distanz zwischen "Wissen" und "Scheinwissen" in der Arbeit so wichtig?

Weil sie den wesentlichen Unterschied zwischen der rein empirisch-sinnlichen Wahrnehmung der Sophisten ("Schatten") und der dialektischen Vernunfterkenntnis der Philosophen (das "Gute") markiert, auf welcher das ganze platonische Staats- und Bildungsideal aufbaut.

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Details

Title
Erkenntnis im Bildungsprozess
Subtitle
Platons Bildungskonzeption im Höhlengleichnis
College
University of Erfurt
Grade
2,0
Author
Una Müller (Author)
Publication Year
2011
Pages
52
Catalog Number
V188182
ISBN (eBook)
9783656118398
ISBN (Book)
9783656118633
Language
German
Tags
erkenntnis bildungsprozess platons bildungskonzeption höhlengleichnis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Una Müller (Author), 2011, Erkenntnis im Bildungsprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188182
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