Museumspädagogik - Aufgaben und Methoden der Museumspädagogik


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Entwicklungsgeschichte der Museen

3. Aufgaben des Museums
3.1 Hauptintention
3.2 Allgemeine Aufgaben
3.2.1 Sammeln
3.2.2 Forschen
3.2.3 Bewahren
3.2.4 Präsentieren und Vermitteln
3.2.5 Vom Sinn des Originals für das Verstehen

4. Aufgaben der Museumspädagogik

5. Methoden der Museumspädagogik (exemplarisch)
5.1 Das sprachliche Vermitteln/ Die Führung
5.2 Die schriftliche Vermittlung
5.3 Vermittlung durch gegenständliche Tätigkeiten
5.4 Beispiel für die Durchführung

6. Schule und Museum

7. Schlusswort

8. Anhang

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Museen, nahezu ohne Beschränkung, seien es technische, naturwissenschaftliche, geschichtliche oder künstlerische. Gerade in den größeren von ihnen fühlen sich die Besucher oft erschlagen von der Fülle des Sammlungsgutes. Nur das eigenständige Eintreten in ein Museum gewährleistet schließlich noch lange nicht, dass der jeweilige Interessent mit den Ausstellungsstücken umzugehen weiß. Dies gilt speziell dann, wenn es sich um einen Laien handelt.Bezüglich der Kunstsparte, sicherlich aber auch übertragbar auf andere Bereiche in Museen äußert Rosenthal:

Und die moderne und zeitgenössische Kunst hat, wie mir scheint, eine sehr spezialisierte Sprache entwickelt, deren Entschlüsselung ein hohes Maß an Engagement und Zeit verlangt. Mit anderen Worten, sie ist zur Sache einer Elite geworden- allerding einer Elite, der jeder beitreten kann.

Dieser Problematik widmet sich die Museumspädagogik.

Vielfältige und auch neuere Literatur über diesen Zweig beweist, dass Museen und die damit verbundenen Wissenschaften ihren Reiz noch nicht gänzlich verloren haben, auch wenn das Museumsimage dieser Tage nicht immer das Beste ist und häufig von dem einer modernen, weiterbildenden Institution abweicht. Natürlich sind Museen nicht mehr das, was sie zu ihren Entstehungszeiten waren und unterliegen vielmehr dem heutigen Anspruch an Entertainmentqualitäten, so dass sich viele von ihnen bereits strukturell verändert haben.

Tatsächlich aber bleibt das Museum ein besonderer Ort, der abgegrenzt ist von der medienüberfüllten Außenwelt und ein eigenes kleines Reich mit ausgewählten Objekten darstellt. Hier kann der Besucher einem bestimmten Themengebiet nachgehen, sich einfangen lassen von der Atmosphäre der Gegenstände und so auf gewisse Weise dem Alltag entfliehen. Damit letzteres wirklich gelingt, gibt es die Museumspädagogik und das im Übrigen nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene.[1]

Außerdem eignen sich Museumsbesuche besonders im Rahmen des Kunstunterrichtes als eine Abwechslung vom Schulalltag und bieten Schülern einen eindrücklicheren Umgang mit reellen künstlerischen Werken und sofern möglich, sollte das museumspädagogische Angebot genutzt werden.

Im Folgenden gehen wir zunächst auf die Entwicklungsgeschichte und die Aufgaben von Museen ein, da dies unerlässlich ist für die anschließende Darlegung des Hauptinhaltes dieser Arbeit, der Museumspädagogik.

2. Entwicklungsgeschichte der Museen

Warum gibt es Museen? Eine eindeutige Beantwortung dieser Frage ist in soweit kaum möglich, da es allenfalls Chancen gibt, eventuelle Antworten auf diese Frage näher vorzustellen. Einen Ansatz dafür bieten die vielseitigen Eigenschaften des Wegbereiters der Museen - des Menschen.

Vor allem das menschliche Sammeln mit den dazugehörigen Bedingungen und Vorraussetzungen, sowie soziale, psychologische und kulturgeschichtliche Aspekte bilden die Grundlage des heutigen Museumswesens. Museen sind Sammlungen menschlicher Erzeugnisse, bzw. Sammlungen von Dingen, die in einer, dem Menschen bekannten Welt vorkommen. Sammlungen, die nach bestimmten Kategorien, Informationen und Objekten vervollständigt (gesammelt) und ausgestellt werden. Dies ist die ursprünglichste Tätigkeit des Museumswesens. Das Sammeln hat schon seit jeher eine existentielle Bedeutung in der Geschichte der Menschen. Sammeln bedeutet: Nahrungsbeschaffung, Suchen und Finden, Vorräte anlegen, genau zu wissen, wann und wo etwas zu holen ist, war der immer währende Bestandteil des Überlebens. Aus diesem „Sammeltrieb“ können die heutigen Leidenschaften einzelner Personen oder Gruppen, ganz gleich ob privater oder öffentlicher Natur, hergeleitet werden. Es spielt keine Rolle ob die Objekte der Begierde Briefmarken, Antiquitäten, Bücher, Bilder, Trophäen, Reiseandenken oder Erinnerungsstücke eigener Vergangenheit (Fotoalben, Gedenkstätte etc.) sind, denn alle diese Dinge sorgen für Wohlbefinden, Selbstdarstellung, Erlebnis, Informationen und Erkenntnisgewinn der Sammler. Des Weiteren ist der Akt des Sammelns, gerade im privaten Bereich, eine Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und lässt den Sammler Erkenntnisse über sich selbst - vor allem über eigene Interessen und Wünsche - gewinnen.

Es ist das Streben nach Besitz und Neugier, das Bedürfnis nach selbständiger und freier Tätigkeit, die Sammellust beinhaltet das Ordnungs- und Klassifizierungsbedürfnis, was zu eingehenden Betrachtungen, Überlegungen und einer genaueren Auseinandersetzung mit den Gegendständen führt.

Hier liegt die eigentliche Grundlage für die Entstehung von Museen. Das Sammeln galt schon immer im verstärkten Maße dem Fortschritt, also der Erkenntnisgewinnung in traditionellen Techniken jeglicher Kulturen, bzw. der Erkenntnisgewinnung bestimmter Dinge allgemein.

Schon in der griechischen Antike entwickelte sich das Bedürfnis, Tempelschätze

- Thesauri – auszuwählen und in Pinakotheken[2]zu präsentieren. Es sind Sammlungen im Palast des Ptolemäus in Alexandria bekannt („mouseion“), die vermutlich den Grundstein für heutige Museen bilden, da sie erste Gattungen und Differenzierungen ausbildeten. In dieser Pinakothek wurden Bilder, Tafeln und Standarten gesammelt und aufbewahrt. Das Mouseion von Alexandria stand ganz im Zeichen des Erkenntnisinteresses des Auftraggebers. Es war eine Einrichtung für Forscher und Gelehrte, für die Förderung von Literatur, Wissenschaft und Kunst, in der unter optimalen Bedingungen gearbeitet werden konnte. Ptolemäus errichtete für diese Zwecke eine Bibliothek, einen botanischen und zoologischen Garten, sowie ein Observatorium. Doch vor allem waren solche Einrichtungen Statussymbol reicher Griechen, welche auf diese Art und Weise ihre Stellungen legitimierten.

Im Mittelalter wurde dieses Modell übernommen und auf den Reliquinkult übertragen. Kirchliche Reliquin und Schatzkammern wurden in Residenzen, Sakralbauten etc. (z.B. die Vatikanische Sammlung) aufbewahrt und allenfalls zur Dokumentation materieller Potenz öffentlich präsentiert.

Die Vorstufen zum klassischen europäischen Kunst- und Kulturmuseum sind die fürstlichen „Kunst- und Wunderkammern“ und „Raritätenkabinette“. Landesherren, die nach heutigem Wissenschaftsverständnis nicht systematisch, sondern primär nach ihrem Kuriositäts- und Faszinationswert Sammlerstücke aller Art ordneten, legten sich eine Privatsammlung, im eigenen Interesse und zur Belustigung des Hofes, an.

In der Frührenaissance galten Objekte, im Sinne er Antikenrezeption, als Quelle der Erkenntnis und so unterschied man folgende Kategorien:

- Naturalia: z.B. Tierknochen, Muscheln etc.
- Artificalia: z.B. Jagdpokale, Münzen etc.
- Scientica: z.B. Kompasse, astronomische Instrumente etc.
- Exotika: z.B. Elfenbein, Korallen etc.

Zu nennen ist dabei die erste große Kunstgalerie von Lorenzo Medici in Florenz.

Mit der französischen Revolution erfuhren die herrschaftlichen Kunst- und Wunderkammern, durch ihr schrittweises Zugänglichwerden für eine breite Öffentlichkeit, einen entscheidenden Bedeutungswandel. Im Jahre 1793 eröffnete man im Louvre das „Museé central des arts“, das einen neuen Typus von Museum darstellte, indem das Publikum eine wichtige Rolle spielte. Ab diesem Zeitpunkt ist eine wachsende Wichtigkeit für die Museumspädagogik zu verzeichnen. Die eigentliche Aufgabe, die Lehre von der Vermittlung des Sammlungsgutes eines Museums wird bedeutsam, da nun auch Laien die Museen besuchten.

[...]


[1]Vieregg behandelt dieses spezielle Thema inErwachsenenbildung im Museum

[2]Griech. pinakos: Gemälde, Bild ; theke: Aufbewahrungsort

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Museumspädagogik - Aufgaben und Methoden der Museumspädagogik
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Caspar-David-Friedrich-Institut)
Veranstaltung
Einführung in die Theorie und Praxis der Kunstpädagogik
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V188786
ISBN (eBook)
9783656126232
ISBN (Buch)
9783656126744
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Museumspädagogik, Theorie, Praxis, Anwendung, Kunstpädagogik, Kunst, Lehramt
Arbeit zitieren
Mathis Much (Autor:in), 2009, Museumspädagogik - Aufgaben und Methoden der Museumspädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188786

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