In einem immer härter werdenden Konkurrenzkampf zwischen Bauunternehmern, den stark wachsenden Ansprüchen der Bauprojekte an Termintreue, Ausführungsqualität und -kosten sowie den gestiegenen Anforderungen an die Ausbildung, die Leistungsfähigkeit, das Engage-ment und das Fachwissen des baubetreuenden Personals, hier in Form des Projektleiters bzw. des Bauprojekt-Controllings. Hierbei bildet der Projektleiter bzw. das Baustellen-Controlling ei-nen der wichtigsten und wohl bedeutensten Teil, da diese den Baustellen- und Kostenverlauf eines Bauprojektes nachhaltig steuern und beeinflussen können.
Daher soll es das Ziel dieser Diplomarbeit sein, eine klare Arbeitsplatzbeschreibung des „Pro-jektleiters“ bzw. des Tätigkeitsbereiches Projekt- und Baustellen-Controlling aufzuzeigen. Hier-bei wird versucht, dass Arbeitsumfeld, die Vorgänge und Anforderungen an und um einen Pro-jektleiter herum auszuarbeiten und zu dokumentieren sowie alle damit verbundenen Begriffe zu nennen, zu definieren und zu verdeutlichen.
Weiterhin wird es Teil dieser Arbeit sein, ein verständliches und handhabbares Konzept des Kosten-Controllings zu erarbeiten, welches bei einem, durch ein Bauunternehmen hereinge-nommenen, Auftrag schnellstmöglich die zu erwartenden Kosten, auch in Hinblick auf das Bau-ende, aufzeigt und diese während und bis zum Ende des Bauprojektes verfolgt, auswertet und, sobald ergebnisbeeinflussende Ereignisse auftreten, diese sowie deren Auswirkungen auf das Baustellenergebnis sofort erkennbar werden lässt.
Inhaltsverzeichnis
3. Problemstellung und Vorgehensweise dieser Diplomarbeit
4. Das Projekt
4.1 Begriffsbestimmung
4.2 Die klassischen Abschnitte des Projektmanagements im Projektablauf
4.3 Anwendungsbereich und Zweck projektspezifischer Normen
5. Der Pauschalfestpreisvertrag
5.1 Grundlagen und Anwendung des Pauschalfestpreisvertrages
6. Die Auftrags - bzw. Arbeitskalkulation
6.1 Die Auftragskalkulation
6.2 Die Arbeitskalkulation
7. Der Projektleiter
7.1 Der Projektleiter – Kontrolle oder Controlling?
7.2 Der Projektleiter im Baubetrieb
7.3 Die Vorgänge im Bauprojekt-Controlling
7.4 Die Phasen des Bauprojekt-Controllings aus Kostensicht
7.4.1 Bauprojekt-Controlling vor der Bauausführung
7.4.2 Bauprojekt-Controlling während der Bauausführung
7.4.3 Bauprojekt-Controlling nach der Bauausführung
7.4.4 Die zweigliedrige Arbeitskalkulation
7.4.5 Die Aufgaben des Projekt-Controllings
7.5 Das Bauprojekt-Controlling und andere Informationssysteme
7.6 Der Projektleiter im Verhältnis zum Auftraggeber
7.7 Der Projektleiter im Verhältnis zum Nachunternehmer
7.8 Hilfsmittel des Projektleiters im Baubetrieb
8. Nachtragsmanagement in Bauunternehmen
8.1 Einleitung
8.2 Nachtragsaufkommen und Nachtragsvolumen
8.3 Nachtragsmanagement und die Rolle des Projektleiters
8.4 Durchsetzung von Nachträgen
8.5 Baubetriebliche Konsequenzen und Schlussfolgerung
9. Der GMP-Vertrag
9.1 Einleitung und Hintergrund
9.2 Die Festlegung der Vergabestrategie
9.3 Entscheidungskriterien für die Vergabestrategie
9.4 Die Verwender des GMP-Vertrages
9.5 Die Funktionsweisen des GMP-Vertrages in Deutschland
9.5.1 Vertragsgegenstand des GMP-Vertrages
9.5.2 Transparenz der Nachunternehmerleistungen beim GMP-Vertrag
9.5.3 Direkte Kosten beim GMP-Vertrag
9.5.4 Bonusregelung beim GMP-Vertrag
9.5.5 Nachtragsmanagement beim GMP-Vertrag
9.6 Schlussfolgerung zum GMP-Vertrag und dessen Anwendung
10. Das Fazit dieser Arbeit
Zielsetzung & Themen
Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Arbeitsplatzbeschreibung eines Projektleiters sowie der Konzeption eines effizienten Bauprojekt-Controllings, insbesondere bei Pauschalfestpreisverträgen. Ziel ist es, ein Verständnis für das Aufgabenfeld zu schaffen, das eine frühzeitige Kostenerkennung und -steuerung über die gesamte Projektlaufzeit hinweg ermöglicht.
- Tätigkeitsbereich und Anforderungen an den Projektleiter
- Konzept des Bauprojekt-Controllings als Instrument zur Kostensteuerung
- Umgang mit Nachträgen im Baubetrieb
- Analyse und Übertragbarkeit des GMP-Vertrags (Guaranteed Maximum Price)
- Schnittstellenmanagement zwischen Baustelle, Einkauf und Unternehmenscontrolling
Auszug aus dem Buch
7.4.4 Die zweigliedrige Arbeitskalkulation
In den zuvor aufgeführten Phasen des Bauprojekt-Controllings kommt der zweigliedrigen Arbeitskalkulation eine besondere Bedeutung zu, die an dieser Stelle nochmals versucht wird zu verdeutlichen, da sie das wesentliche Instrument des Bauprojekt-Controllings darstellt.
Zweigliedrig bedeutet, dass in der Arbeitskalkulation zwei unterschiedliche Datensichten auf ein Bauprojekt unterschieden werden.
Die erste Datensicht weist das Vertragsverhältnis zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer aus und beinhaltet daher nur diejenigen Kostenbestandteile, die in der Auftragskalkulation (Vertragsbasis) berücksichtigt werden oder durch nachtragsrelevante Sachverhalte auftrags-/abrechnungsrelevant werden. Damit fokussiert sich die erste Datensicht auf die vertraglich zugesichert Erlössituation eines Bauprojektes zum Bauprojektende.
Die zweite Datensicht konzentriert sich auf die bauunternehmensinterne Projektsicht. In ihr werden alle bereits realisierten oder zukünftig zu erwartenden Änderungen der Herstellkosten, wie z.B. durch Nachträge eines NU, falscher Massenannahmen des Bauunternehmers, etc., und des abzurechnenden Auftragswertes berücksichtigt. Damit dient die zweite Datensicht der Prognose des Bauprojektendes, unter Berücksichtigung bereits eingetretener oder zukünftiger Abweichungen von den vertraglichen Grundlagen.
Zusammenfassung der Kapitel
Problemstellung und Vorgehensweise dieser Diplomarbeit: Einführung in die wachsende Bedeutung des professionellen Projekt-Controllings in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld.
Das Projekt: Definition von Projektmerkmalen sowie Einordnung von Bauvorhaben als Projekte anhand der DIN 69901.
Der Pauschalfestpreisvertrag: Darstellung der Vor- und Nachteile sowie der besonderen Anforderungen an die Leistungsbeschreibung bei Pauschalpreisverträgen.
Die Auftrags - bzw. Arbeitskalkulation: Abgrenzung zwischen der kalkulatorischen Grundlage bei Vertragsschluss und der für die Ausführung notwendigen Arbeitskalkulation.
Der Projektleiter: Untersuchung der Rolle des Projektleiters als zentrales Bindeglied und Controller innerhalb der Bauausführung.
Nachtragsmanagement in Bauunternehmen: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und Strategien für einen professionellen Umgang mit Nachtragsforderungen.
Der GMP-Vertrag: Vorstellung des GMP-Modells als partnerschaftliche Vertragsform und Weiterentwicklung des Pauschalfestpreisvertrages.
Das Fazit dieser Arbeit: Zusammenfassung der Notwendigkeit einer betriebswirtschaftlichen Qualifizierung des baubetreuenden Personals hin zum modernen Baumanagement.
Schlüsselwörter
Bauprojekt-Controlling, Projektleiter, Pauschalfestpreisvertrag, GMP-Vertrag, Arbeitskalkulation, Nachtragsmanagement, Baubetrieb, Kostenkontrolle, Kostensicherheit, VOB/B, Vertragsmanagement, Leistungsabrechnung, Baumanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Kernaufgaben eines Projektleiters im Bauwesen und die Notwendigkeit eines systematischen Projekt-Controllings zur wirtschaftlichen Steuerung von Bauprojekten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind das Bauprojekt-Controlling, die Kalkulationsmethodik, das Nachtragsmanagement sowie die Anwendung alternativer Vertragsformen wie des GMP-Vertrags.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein handhabbares Konzept für das Kosten-Controlling zu erarbeiten, das frühzeitige wirtschaftliche Steuerungseingriffe ermöglicht und die Rolle des Projektleiters definiert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der baubetrieblichen Praxis, gestützt durch Fachliteratur, DIN-Normen und Gerichtsurteile.
Was behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung des Controllings, die praktische Anwendung bei Nachträgen und die detaillierte Betrachtung des GMP-Modells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Projekt-Controlling, Pauschalfestpreisvertrag, GMP-Vertrag, Nachtragsmanagement und Arbeitskalkulation.
Warum ist das Nachtragsmanagement so bedeutend für den Erfolg?
Da Bauaufträge häufig auf unvollständigen Planungen basieren, ist eine konsequente Dokumentation und Durchsetzung von Nachträgen essenziell, um wirtschaftliche Verluste zu vermeiden.
Wie unterscheidet sich der GMP-Vertrag von einem herkömmlichen Vertrag?
Der GMP-Vertrag ("Guaranteed Maximum Price") bietet dem Bauherrn Kostensicherheit bei gleichzeitiger partnerschaftlicher Einbindung des Unternehmers und Transparenz der Kosten.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Ing. (BA), M.Sc. Marco Schneider (Autor:in), 2003, Projektleitung, Kostenverfolgung und -kontrolle bei einem Pauschalfestpreisvertrag. Möglichkeiten der Übertragbarkeit auf einen GMP-Vertrag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18897