Exit Through The Gift Shop ist eine sogenannte Mockumentary des britischen Street-Art-Künstlers Banksy aus dem Jahre 2010. Soweit die Kurzbeschreibung dieses Filmes (anhand seines Genres) in einem Satz. Doch Sinn und Zweck dieses Essays soll es naturgemäß sein, unterschiedliche Bedeutungsebenen dieses Filmes herauszuarbeiten und genauer unter die Lupe zu nehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltlicher Teil - Der Essay
2. Anhang
2.1. Awards und -Nominierungen zu Exit Through The Gift Shop
2.2. Thematisch ergänzende Filmographie
2.3. Auswahl an Banksy-Kunst in London
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Dokumentation "Exit Through The Gift Shop" des Street-Art-Künstlers Banksy auseinander. Dabei wird das Ziel verfolgt, die verschiedenen Bedeutungsebenen, das Spiel mit dem Dokumentarfilm-Genre und die Mechanismen der Kommerzialisierung innerhalb des Kunstbetriebes zu analysieren, ohne dabei eine konventionelle Inhaltsangabe oder Filmkritik zu liefern.
- Analyse der Mockumentary als filmische Ausdrucksform
- Reflexion über Street-Art zwischen Subversion und Kommerzialisierung
- Untersuchung der Rolle von Banksy und Thierry Guetta (Mr. Brainwash)
- Dekonstruktion des Hype-Phänomens im postmodernen Kunstmarkt
- Diskurs über das Verhältnis von "drinnen" und "draußen" in der Kunst
Auszug aus dem Buch
Die Etappen des Filmes - Wie funktioniert der Film als Film?
Auf eine blöde Frage kommt eine blöde Antwort, so heißt es im Volksmund. Ob diese Frage gut ist, lässt sich aber trotzdem gar nicht so leicht beantworten beziehungsweise gestaltet sich die Beantwortung der Frage schwieriger als man anfangs glauben möchte. Der Film hat mit seinen sechsundachtzig Minuten eine durchschnittliche Filmlänge, kurzweilig ist er zweifellos auch, weil etwa Thierry Guetta ein sympathischer französisch-stämmiger Dokumentar-Filmer ist, dem man dann sogar auch als misantroper Österreicher den Erfolg für seine scheußlichen Pop Art-Kunstwerke gönnt.
Ich bin als Essayist also nicht zu schön, zu jung oder zu intelligent um diesen Film zu feiern, den Oscar gönne ich ihm auch (schließlich habe ich seit Die Fälscher, Das Leben der Anderen und Christoph Waltz auch einen, irgendwas war da auch mal mit einem gewissen Maximilian Schell). Brad Pitt finde ich sowieso gut und seine durchschnittliche Gage nehme ich gerne für diesen Essay entgegen.
Aber im Ernst, ich habe mir gedacht, was wäre, wenn ich diesen Film ohne Ton gesehen hätte? Nun gut, dann hätte mich ein seltsamer Mann (Thierry Guetta) genervt der dauernd etwas sagt, ohne dass ich es verstehe. Aber abseits dieses Umstandes ist Exit Through The Gift Shop ein einziges Gemälde. Man kann sich an den Bildkompostionen des Filmes ergötzen, welche zwangsläufig oft aus gefilmten Bildern (ein Wortspiel) bestehen. Es sind zu viele in zu kurzen Intervallen um alle aufzuzählen. Man kann sich in Superlativen überschlagen. Es ist eine Farbenpracht wie eine Packung Smarties auf LSD. Es ist eine Reizüberflutung an Bildinformationen (wenn man bedenkt, dass ein Film aus 24 Bildern pro Sekunde besteht). Es ist im Übrigen auch nichts anderes als eine gefilmte Werkschau von Banksys (wer ist eigentlich dieser Banksy?) wichtigsten Werken/Œuvre. Narratologisch ist dieser Film überraschend professionell gestaltet für einen vermeintlichen Underground-Film und in sich in seiner Logik logisch. Exit Through The Gift Shop ist ein Spektakel - schaun Sie sich das an!
Zusammenfassung der Kapitel
1. Inhaltlicher Teil - Der Essay: Dieses Kapitel analysiert den Film als Mockumentary, reflektiert über Street-Art und hinterfragt kritisch die Mechanismen des Hype-Phänomens sowie die Trennlinien zwischen Realität und Inszenierung.
2. Anhang: Der Anhang bietet ergänzende Informationen in Form einer detaillierten Auflistung von Auszeichnungen und Nominierungen des Films, einer thematisch relevanten Filmografie sowie einer bildlichen Dokumentation von Banksy-Kunstwerken.
Schlüsselwörter
Exit Through The Gift Shop, Banksy, Thierry Guetta, Mr. Brainwash, Mockumentary, Street-Art, Graffiti, Kunstmarkt, Kommerzialisierung, Postmoderne, Subversion, Hype, Dokumentarfilm, Zeitgeist, Visuelle Kultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert über die Intention von Banksys Film "Exit Through The Gift Shop" und untersucht, wie der Film das postmoderne Kunstgeschehen und die Mechanismen von Street-Art und Hype darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Street-Art zum Vandalismus, die Kommerzialisierung von Untergrund-Kultur, die Glaubwürdigkeit von Dokumentarfilmen und die Konstruktion von Künstleridentitäten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Herausarbeitung der verschiedenen Bedeutungsebenen des Films und die kritische Auseinandersetzung damit, wie der Film selbst Teil des von ihm thematisierten Hypes wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor wählt die Form eines Essays, der eine filmwissenschaftliche und kulturkritische Analyse mit persönlichen Reflexionen verbindet und dabei auf aktuelle filmtheoretische Diskurse Bezug nimmt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Genreeinordnung als Mockumentary, der Figur Thierry Guettas, der Rolle von "Street-Art" als Kunstform sowie der symbolischen Bedeutung öffentlicher Interventionen durch den Künstler Banksy.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Mockumentary, Street-Art, Banksy, Kommerzialisierung, Postmoderne und den im Film porträtierten Künstler Mr. Brainwash.
Wie bewertet der Autor die Authentizität von Thierry Guetta?
Der Autor hinterfragt, ob Thierry Guetta eine reale Person, ein Schauspieler oder ein bewusstes Konstrukt ist, und ordnet ihn als eine Figur innerhalb des vom Film erschaffenen Mikrokosmos ein.
Warum wird der Begriff "Zeitgeist" im Zusammenhang mit dem Film verwendet?
Der Begriff wird verwendet, um zu beschreiben, wie der Film die Verschwimmung von Kunst, Kommerz und digitalen Realitäten im 21. Jahrhundert und die Rolle von "Citizen Art" treffend einfängt.
Welche Bedeutung kommt der Dokumentation im Kontext der "Postmoderne" zu?
Sie dient als exemplarisches Beispiel für eine Kultur, in der Maßstäbe verschwimmen und Erfolg – zählbar durch Ausstellungen und Verkäufe – zum primären Qualitätskriterium geworden ist.
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- Michael Bernhard Pany (Author), 2011, Reflexionen über die Intention von "Exit Through The Gift Shop" im postmodernen Kunstgeschehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189122