Schlussworte:
Ich denke, dass man beispielsweise die Theorien Mead und Parsons gut gegenüberstellen könnte, denn sie überschneiden sich in zentralen Themen und Meads Theorie wurde benutzt, um die von Parsons zu kritisieren. Obwohl Mead zeitlich gesehen früher gewirkt hat, wurden seine Theorien erst nach seinem Tode bekannt, deshalb ist eine Kritik an Parsons möglich. Eine Gemeinsamkeit der beiden Theorien wäre beispielsweise, dass man die Orientierung am generalisierten Anderen mit dem Sozialisationsprozess bei Parsons gleichsetzen kann. Der große Unterschied der Theorien besteht darin, dass Parsons eine Differenz zwischen Individuum und gesellschaftlichen Erwartungen als Defizit interpretiert und Mead es hingegen als Voraussetzung für die Veränderung von Gesellschaft und Identität sieht. Außerdem geht es auch bei Mead um Rollenhandeln („role taking“, „role making“). Da Parsons den Begriff der Rolle geprägt hat, würde ich Mead Parsons anschließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Sozialisation durch symbolische Interaktion
1.1 Theorie der Identitätsentwicklung nach G. H. Mead
1.2 Die Rolle von Sprache, Spiel und Wettkampf
2. Beitrag des symbolischen Interaktionismus zu einer Theorie der Schule
2.1 Struktur der schulischen Kommunikation
2.2 Identitätsentwürfe von Schülern
2.3 Typisierung und Etikettierung
3. Kritische Reflexion der Theorien
3.1 Kritik an den Annahmen von G. H. Mead
3.2 Bewertung des Ansatzes von Tillmann
4. Kontextualisierung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Grundlagen der Identitätsentwicklung nach G. H. Mead darzulegen und deren Relevanz für den schulischen Kontext sowie die Theorie von Tillmann kritisch zu analysieren.
- Identitätsentwicklung durch symbolische Interaktion
- Sozialisationsprozesse in der Schule
- Mechanismen der Typisierung und Etikettierung
- Kritische Auseinandersetzung mit Mead
- Vergleich soziologischer Ansätze
Auszug aus dem Buch
Sozialisation durch symbolische Interaktion
Mead geht in seinen wissenschaftlichen Arbeiten der Frage nach, wie die menschliche Identität zustande kommt und welchen Einfluss die Gesellschaft, das Denken und der Geist des einzelnen Menschen darauf haben.
Die Identität entwickelt sich nach Mead durch drei Faktoren: Sprache, Spiel und Wettkampf. Durch das Symbolsystem Sprache kann sich eine „planvolle Interaktion zwischen Individuen, voll entfalten“. Das Gesagte wirkt auf den Hörer sowie auf den Sprecher selbst und löst tendenziell bei dem Sprecher die gleichen Reaktionen aus, die wir durch Worte auch bei dem Hörer hervorrufen.. Der Sprecher übernimmt die Perspektive des Gegenübers, um eine eigene Identität entwickeln zu können, das bezeichnet man als Rollenübernahme oder „taking the role of the other“. Ohne die Perspektivübernahme könnte man kein unverwechselbares Selbst, also keine Identität entwickeln. Außerdem ist zu sagen, dass die Sprache eine soziale Funktion ausübt, da man sich ja mit anderen unterhält und somit soziale Kontakte aufbaut und pflegt.
Im frühen Abschnitt der Sozialisation übt man die Haltungen anderer einzunehmen (z.B. ein Kind das „Indianer“ spielt). Dies ist das nachahmende Kinderspiel (play) bzw. das sogenannte Rollenspiel.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sozialisation durch symbolische Interaktion: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der Identitätsentwicklung nach G. H. Mead, wobei die Bedeutung von Sprache und das Konzept der Rollenübernahme im Zentrum stehen.
2. Beitrag des symbolischen Interaktionismus zu einer Theorie der Schule: Hier wird der Einfluss symbolischer Interaktion auf schulische Strukturen sowie die Entwicklung von Schüleridentitäten und der Prozess der Etikettierung untersucht.
3. Kritische Reflexion der Theorien: Dieser Abschnitt bietet eine kritische Auseinandersetzung mit Meads Tierbeispielen und seiner Vernachlässigung historischer Verhältnisse sowie eine positive Würdigung von Tillmanns Ansätzen.
4. Kontextualisierung und Fazit: Das abschließende Kapitel ordnet die behandelten Theorien in den wissenschaftlichen Kontext ein und vergleicht sie mit den Ansätzen von Parsons.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Identität, Symbolischer Interaktionismus, G. H. Mead, Rollenübernahme, Schule, Etikettierung, Typisierung, Sprache, Soziologie, Interaktion, Identitätsentwurf, Perspektivübernahme, Schulpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Identitätsentwicklung des Menschen basierend auf den Theorien von G. H. Mead sowie deren praktische Anwendung und kritische Reflexion im Kontext schulischer Interaktionen nach Tillmann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Symboltheorie, der Sozialisationsprozess, die Dynamik schulischer Kommunikation sowie die soziale Konstruktion von Schüleridentitäten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die verständliche Zusammenfassung der identitätstheoretischen Grundlagen und deren kritische Überprüfung sowie die Einordnung in den erziehungswissenschaftlichen Kontext.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine textbasierte, argumentative Analyse soziologischer Fachliteratur mit dem Fokus auf die theoretische Auseinandersetzung und Reflexion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Mead'schen Sozialisationstheorie, die Analyse der schulischen Kommunikation nach Tillmann sowie eine kritische Hinterfragung der behandelten Konzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sozialisation, Interaktion, Identität, Rollenübernahme, Etikettierung und Schule charakterisiert.
Warum übt die Gemeinschaft nach Mead Kontrolle über den Einzelnen aus?
Durch den „verallgemeinerten Anderen“ übernimmt das Individuum die Erwartungshaltung der gesamten Gruppe, wodurch die Gemeinschaft das Verhalten und die Identität des Einzelnen formt.
Welche Rolle spielt die Etikettierung für den Schulerfolg?
Die Etikettierung führt dazu, dass Lehrkräfte Schüler aufgrund beobachteter Merkmale in Kategorien einordnen, wodurch sich die Schüler in ihrem Verhalten der zugeschriebenen Rolle anpassen müssen.
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- Carolin Kulp (Author), 2009, Interaktion und Identität nach George Herbert Mead, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189207