Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur". Eine empirische Analyse von Armutsgefährdung, sozialer und kultureller Teilhabe aus der Sicht von KulturpassbesitzerInnen


Diplomarbeit, 2011

123 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Zielsetzung
1.2. Aufbau der Arbeit

2. Literaturteil
2.1. Armut als aktuelles Phänomen
2.2. Zur Armutsdefinition
2.3. Armutsbegriffe
2.3.1. Absolute und relative Armut
2.3.2. Primäre und sekundäre Armut
2.3.3. Objektive und subjektive Armut
2.3.4. Permanente und temporäre Armut
2.4. Armutskonzepte
2.4.1. Simmel‘sches Armutskonzept
2.4.2. Ressourcenansatz
2.4.3. Lebenslagenkonzept
2.4.4. Fähigkeiten-Ansatz von AMARTYA SEN
2.5. Lebenszyklusmodell der Armut
2.6. Armut und soziale Ausgrenzung
2.6.1. Allgemeines
2.6.2. Nicht nur materielle Prekarität
2.6.3. Armut und soziale Ausgrenzung als Prozess
2.6.3.1. Stigmatisierung und Marginalisierung der Ausgegrenzten
2.7. Armutsgefährdung in Österreich
2.7.1. Das Messverfahren
2.7.2. Besonders armutsgefährdete Gruppen
2.7.3. Finanzielle Deprivation und manifeste Armut
2.7.4. Armutslagen
2.7.4.1. Armutslagen und Zufriedenheitsprofile
2.8. Soziale und kulturelle Teilhabe
2.8.1. Soziale Kontakte
2.8.2. Kulturelle Teilhabe
2.8.3. Soziale und kulturelle Teilhabe in Armutslagen
2.9. Kultur und Armut
2.10. Zusammenfassung Literaturteil

3. Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“
3.1. Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“
3.2. Idee zur Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“
3.3. Wie funktioniert die Aktion
3.4. Chronik der Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“
3.5. Wiener Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ findet NachahmerInnen in Europa
3.6. Träger der Aktion
3.6.1. Ausgabestellen in OÖ:
3.7. Der Kulturpass
3.8. Ausgegebene Kulturpässe
3.9. Wer hat Anspruch auf einen Kulturpass?
3.10. Wer nimmt den Kulturpass in Anspruch?
3.11. Die KulturpassbesitzerInnen in Oberösterreich
3.12. KulturpartnerInnen der Aktion
3.13. Kulturpassnutzung und „Kultur-Transfair“
3.14. Zusammenfassung der Beschreibung der Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ ..

4. Empirischer Teil
4.1. Einleitung
4.2. Methodik
4.3. Das Leitfadeninterview
4.3.1. Anzahl der befragten Personen
4.3.2. Art des Kontaktes
4.3.3. Autoritätsanspruch des Interviewers/der Interviewerin
4.4. Methodische Vorgehensweise
4.4.1. Forschungsfragen und Strukturierung der empirischen Ergebnisse
4.4.2. Feldzugang
4.4.3. Verlauf der Interviews
4.5. Auswertung der Interviews
4.6. Ergebnisse
4.6.1. Beschreibung der interviewten KulturpassbesitzerInnen
4.6.2. Forschungsfrage 1: Wie wird die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ von den KulturpassbesitzerInnen angenommen?
4.6.3. Forschungsfrage 2: Welche Wünsche haben die Kulturpassbesitzer-Innen im Hinblick auf die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“?
4.6.3.1. Zufriedenheit mit dem Angebot der Aktion und Wünsche an die Aktion
4.6.3.2. Missverständnisse der Aktion
4.6.4. Forschungsfrage 3: Welche Erfahrungen machen Kulturpassinhaber-Innen beim Besuch kultureller Veranstaltungen mit dem Kulturpass?
4.6.5. Forschungsfrage 4: Trägt die Aktion dazu bei, dass Kulturpassbesitzer-Innen verstärkt das kulturelle Angebot nutzen?
4.6.6. Forschungsfrage 5: Wie erleben die PassinhaberInnen ihre Situation als armutsgefährdete Personen?
4.6.6.1. Armutserfahrung
4.6.6.2. Scham und Stigmatisierung
4.6.7. Forschungsfrage 6: Welche Rolle nimmt Kunst und Kultur im Leben der KulturpassbesitzerInnen ein?
4.6.7.1. Rolle von Kunst und Kultur im Leben der interviewten KulturpassbesitzerInnen
4.6.7.2. Gründe für den Besuch kultureller Veranstaltungen
4.6.8. Forschungsfrage 7: Welche Hindernisse halten KulturpassbesitzerInnen vom Besuch kultureller Veranstaltungen ab?
4.6.9. Forschungsfrage 8: Wie wirkt sich die Aktion auf die soziale Teilhabe aus?
4.6.9.1. Soziale Kontakte
4.6.9.2. Alleine oder in Begleitung zur Kulturveranstaltung?
4.6.9.3. Auswirkungen von Kunst und Kultur
4.6.9.3.1. Vergessen von Sorgen beim Besuch kultureller Veranstaltungen
4.6.9.3.2. Bereicherung durch die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur
4.7. Beantwortung der Forschungsfragen
4.8. Handlungsempfehlungen aus den Erkenntnissen der empirischen Forschung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: Statistik Austria, EU-SILC 2008

Abbildung 2: Intensität des Besuchs von kulturellen Veranstaltungen oder Einrichtungen nach Geschlecht.

Abbildung 3: Besuch von kulturellen Veranstaltungen und Einrichtungen nach Armutslagen

Abbildung 4: Logo „Hunger auf Kunst und Kultur“.

Abbildung 5: Neutrale Ausgabestellen, nach Bezirken in OÖ, eigene Darstellung.

Abbildung 6: Ausgabestellen der Kulturpässe gesamt, nach Bezirken in OÖ, eigene Darstellung..

Abbildung 7: Der Kulturpass

Abbildung 8: Ausgabestellen mit mindestens 20 ausgegebenen Kulturpässen im Jahr 2009; mit Ausnahme der ÖH an der JKU, eigene Darstellung

Abbildung 9: Anzahl der Kulturpässe im Umlauf 2009, nach Bundesländern

Abbildung 10: Verteilung der KulturpassbesitzerInnen in OÖ nach Alterskategorien, eigene Darstellung

Abbildung 11: Räumliche Verteilung der ausgegebenen Kulturpässe, nach Bezirken in OÖ, eigene Darstellung.

Abbildung 12: Räumliche Verteilung der Kultureinrichtungen in Österreich 2009, nach Bundesländern gegliedert.

Abbildung 13: Räumliche Verteilung der KulturpartnerInnen in OÖ, eigene Darstellung, mit Ausnahme der OÖ Stiftskonzerte

Abbildung 14: Anzahl der ausgegebenen Tickets

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Anteil der in den Linzer Ausgabestellen

Danksagung

Zuallererst möchte ich mich bei Frau Mag.a IRIS WOLTRAN und Herrn Dr. WOLFGANG STAGEL von der Arbeiterkammer Oberösterreich für ihre Offenheit und Flexibilität bedanken. Das anfängliche Konzept konnte somit an die Herausforderungen, die sich im Laufe des Forschungsprozesses herausstellten, kontinuierlich angepasst und verbessert werden. Frau Dr.in CHRISTINE STELZER-ORTHOFER möchte ich besonders für ihre Unterstützung danken und dafür, dass sie mich auf meinem Weg bestärkt und ermutigt hat und mir große Freiräume eingeräumt hat, was die Umsetzung des Projektes betrifft. Dadurch wurde mir ein selbständiges Arbeiten ermöglicht.

Ein besonderer Dank gebührt auch MANUELA MITTERMAYR, die als frühere Koordinatorin der Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ mich für dieses Thema begeisterte und mich in der Phase der Konzepterstellung durch ihre hilfsbereite Art und ihre Informationen unterstützt hat. Ebenso möchte ich Herrn THOMAS MARTETSCHLÄGER von der Sozialplattform Oberösterreich für seine Informationen danken.

Danke sagen möchte ich meinen InterviewpartnerInnen für ihre Zeit, ihre Bereitschaft und ihre Informationen, ohne sie würde diese Arbeit nicht so interessant und lebendig ausfallen: Frau Mag.a MONIKA WAGNER, Herrn Dr. JULIUS STIEBER sowie den zehn KulturpassbesitzerInnen.

Last but not least spreche ich meiner Familie und meinen FreundInnen einen herzlichen Dank aus. Diese Menschen bedeuten mir sehr viel, da ich mich völlig auf sie verlassen kann und liebevolle Unterstützung finde. Ein besonderer Dank gilt meinem Bruder ALEXANDER HINTERLEITNER und meiner Freundin KATHARINA LANG, die meine Arbeit Korrektur gelesen und mir wertvolles Feedback gegeben haben.

Vorwort

Die Tatsache, dass Armut in einem reichen Land wie Österreich ein Thema ist, deutet darauf hin, dass die Verteilung der Güter nicht in dem Sinne gerecht ist, dass alle Personen in jeglicher Hinsicht am sozialen Leben teilnehmen können. Wenn Armut diskutiert wird, können Zahlen wie 145.0001 armutsgefährdete Personen in Oberösterreich oder 1.018.0002 Personen in ganz Österreich genannt werden. Faktum ist, dass hinter den Zahlen Menschen stehen, deren Einzelschicksale sich nicht in Zahlen ausdrücken lassen. Die Auswirkungen von Armut sind nicht einzig unter dem Aspekt geringer finanzieller Mittel und damit einhergehend beispielsweise weniger Konsummöglichkeiten verbunden, sondern bedeuten oft Einschnitte in das soziale und kulturelle Leben.

Und genau hier setzt die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ an. Die 2003 in Wien ins Leben gerufene und 2007 in Oberösterreich etablierte Aktion setzt sich zum Ziel, allen kunstund kulturinteressierten Personen, die sozial bedürftig sind, die Möglichkeit zu geben, gratis ins Theater, ins Museum, etc. zu gehen. Neben dem Gratiszugang zu Kunst und Kultur kann die Aktion auch dazu führen, dass ein Bewusstsein in der Bevölkerung geschaffen wird, dass das Thema Armut in Österreich sehr aktuell ist.

Interessant ist hier, wie sich die Aktion auf die soziale und kulturelle Teilhabe von KulturpassbesitzerInnen, die der Armutsgefährdung unterliegen, auswirkt.

Es freut mich besonders, dass ich mich in dieser Diplomarbeit mit den Zusammenhängen zwischen Armut, sozialer und kultureller Teilhabe und der Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ auseinander setzen darf.

1. Einleitung

Armut ist ein Thema, das erst im letzten Jahrzehnt Eingang in die politische und sozialwissenschaftliche Diskussion in den kontinentaleuropäischen Staaten gefunden hat. Die ungleiche Verteilung der Ressourcen in einem reichen Land wie Österreich führt zu folgenden Fakten: Über eine Million ÖsterreicherInnen lebt unter der Armutsgefährdungsgrenze. Das Credo „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ ist neu zu durchdenken, auch dahingehend, dass neuere Studien zeigen, dass die Gefahr, in die Armut abzurutschen, in allen Gesellschaftsschichten besteht. In diesem Kontext stellt sich die Frage, welche Rolle Staat, Markt und Gesellschaft spielen, um dem Armutsproblem entgegenzutreten. Die Auswirkungen von Armut und die enge Verwobenheit mit den Bereichen Arbeits- und Wohnungsmarkt, Bildung und Gesundheitseinrichtungen und kulturelle Teilhabe verdeutlichen, dass das Thema komplex und vielschichtig ist.

Dies lässt den Schluss zu, dass Lösungsansätze für eine bessere Verteilung des Wohlstandes in mehreren Bereichen erarbeitet werden müssen. Auch wenn den politischen MachtträgerInnen die Hauptverantwortung der Armutsbekämpfung übertragen wird, ist es sehr erfreulich, wenn sich Vereine und Organisationen mit dem Thema beschäftigen und dort ansetzen, wo Handlungsbedarf besteht.

In diesem Sinne wurde auch die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ von MARTIN SCHENK und AIRAN BERG ins Leben gerufen. Diese Aktion soll es finanziell schlechter gestellten Menschen ermöglichen, gratis ins Theater, in eine Ausstellung oder in ein Konzert zu gehen.

1.1. Zielsetzung

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Thematik der Armut und sozialer sowie kultureller Teilhabe im Zusammenhang mit Kunst und Kultur auseinander. Ziel ist, die Vielschichtigkeit und Komplexität des Themas aufzuzeigen. Dabei soll geklärt werden, wie Armut in Österreich aussieht, anhand welcher Konzepte oder Ansätze Armut definiert werden kann und inwiefern ein Konnex zwischen Armut und kultureller sowie sozialer Teilhabe gegeben ist.

Neben verschiedenen Hindernissen zur kulturellen Teilhabe lässt sich vorab sagen, dass viele Freizeitaktivitäten wie zB diverse kulturelle Aktivitäten mit einem Kostenaufwand verbunden sind, was für arme oder armutsgefährdete Personen eine mögliche Barriere darstellt. Die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ ermöglicht kunst- und kulturinteressierten Personen, die wenig Geld zur Verfügung haben, den Gratiszugang zu Kunst und Kultur. Ziel in dieser Arbeit ist die Beschreibung und Analyse der Aktion und die Auswirkungen der Aktion auf KulturpassbesitzerInnen. Es soll eruiert werden, wie die KulturpassbesitzerInnen Armut erleben, welche Rolle Kunst und Kultur in ihrem Leben einnimmt, welche Erfahrungen sie mit dem Kulturpass bereits gemacht haben und welche Auswirkungen sowohl Armut als auch Kunst und Kultur auf ihr Leben hat. Darüber hinaus soll herausgefunden werden, ob und inwieweit die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ Einfluss auf die soziale und kulturelle Teilhaben nehmen.

1.2. Aufbau der Arbeit

Die Arbeit ist im Wesentlichen in drei große Themenblöcke gegliedert:

-Literaturteil - Armut, soziale und kulturelle Teilhabe und Kultur
-Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“
-Empirischer Teil - qualitative Befragung von zehn KulturpassbesitzerInnen

Im ersten Teil, dem Literaturteil, erfolgt eine nähere Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Armutsbegriffen und verschiedenen Armutskonzepten. Die im Literaturteil beschriebenen Armutskonzepte umfassen das Simmel‘sche Armutskonzept, den Ressourcenansatz, das Lebenslagenkonzept, den Fähigkeiten-Ansatz nach SEN sowie das Lebenszyklusmodell der Armut. Anschließend wird der Begriff der sozialen Ausgrenzung und die Situation der Armutsgefährdung in Österreich im Hinblick auf betroffene Gruppen, Anzahl der Betroffenen, nähere Definition unterschiedlicher Armutslagen sowie Auswirkungen der Armut auf soziale und kulturelle Teilhabe beschrieben. Dabei soll eruiert werden, ob ein Zusammenhang zwischen Armut und der Intensität sozialer Kontakte sowie dem Freizeitverhalten besteht. Zur sozialen und kulturellen Teilhabe liegen wenige Studien vor. In dieser Arbeit werden in erster Linie die Ergebnisse aus EU-SILC 2006 verwendet. Diese soll aufzeigen, was unter sozialer und kultureller Teilhabe zu verstehen ist und welchen Einfluss Armut und Deprivation auf die kulturelle und soziale Teilhabe haben. Um einen Brückenschlag zwischen Armut und der Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ zu erreichen, wird in Kapitel 2.9 näher auf den in dieser Arbeit verstandenen Kulturbegriff eingegangen und welche Rolle der offene Zugang zu Kunst und Kultur in Oberösterreich spielt.

Der zweite Teil skizziert die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“. Es wird ein Überblick über die dahinterstehende Idee, die Entstehung, Entwicklung und Ausweitung, sowie die Funktionsweise und die TrägerInnen der Aktion (Kulturbetriebe und Ausgabestellen des Kulturpasses) gegeben.

Die Ergebnisse im Zuge einer Vorrecherche für die vorliegende Arbeit liefern hier interessante Einblicke in die Situation der Aktion in Oberösterreich. Zum einen wird aufgezeigt, welche Einrichtungen Kulturpässe in welchem Ausmaß ausgeben, zum anderen wird die Gruppe der KulturpassbesitzerInnen nach den Merkmalen Geschlecht und Alter beschrieben. Die Informationen werden durch zwei ExpertInneninterviews ergänzt. Frau Mag.a MONIKA WAGNER und Herr Dr. JULIUS STIEBER liefern interessante Einblicke in die Aktion.3

Im empirischen Teil wird versucht, Antworten auf nachfolgende Forschungsfragen zu finden:

-Forschungsfrage 1: Wie wird die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ von den KulturpassbesitzerInnen angenommen?
-Forschungsfrage 2: Welche Wünsche haben die KulturpassbesitzerInnen im Hinblick auf die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“?
-Forschungsfrage 3: Welche Erfahrungen machen KulturpassinhaberInnen beim Besuch kultureller Veranstaltungen mit dem Kulturpass?
-Forschungsfrage 4: Trägt die Aktion dazu bei, dass KulturpassbesitzerInnen verstärkt das kulturelle Angebot nutzen?
-Forschungsfrage 5: Wie erleben die PassinhaberInnen ihre Situation als armutsgefährdete Personen?
-Forschungsfrage 6: Welche Rolle nimmt Kunst und Kultur im Leben der KulturpassbesitzerInnen ein?
-Forschungsfrage 7: Welche Hindernisse halten KulturpassbesitzerInnen vom Besuch kultureller Veranstaltungen ab?
-Forschungsfrage 8: Wie wirkt sich die Aktion auf die soziale Teilhabe aus?

2. Literaturteil

2.1. Armut als aktuelles Phänomen

Armut als sozialpolitisches Thema in Europa hat erst in den letzten Jahren an Relevanz gewonnen. Faktum ist, dass Armut in vielen Ländern Europas zunimmt. 4 Lange Zeit war die Rede von „hidden poverty“, also von versteckter, nicht sichtbarer Armut. Problematisch an der Tabuisierung der Armut ist, dass dieses Phänomen als Einzelschicksal wahrgenommen wird. Dabei wird dem Individuum, weniger der Gesellschaft die Verantwortung übertragen.6 Zur Wahrnehmung der Armut tragen Armutsbekämpfungsprogramme auf EU-Ebene und das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung (2010) bei. Interessant ist es hierbei einen Blick auf die Erforschung der Armut im letzten Jahrhundert zu werfen, da diese Aufschluss darüber gibt, inwiefern Armut ein Thema im gesellschaftlichen Diskurs ist.7

In den 1960er Jahren, der Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs und zunehmender Prosperität wurde Armut nicht als Problem der Gesellschaft wahrgenommen.8 In Europa wurde in dieser Zeit der Sozialstaat verankert, der allen BürgerInnen die sozialen Rechte garantiert und die Vollbeschäftigung als primäres Ziel anstrebt.9 Armut und Arbeitslosigkeit befanden sich auf niedrigem Niveau und wurden als Einzelschicksale betrachtet. Besonders von Armut betroffen waren jene, die nicht in den Erwerbsprozess eingebunden und/oder aus dem sozialen Netz herausgefallen waren. Dazu zählten Teile der Landbevölkerung, PensionistInnen und kinderreiche Familien.10

In den 1970ern trat das Problem Armut verstärkt ins Bewusstsein der Bevölkerung in Amerika. Zur selben Zeit setzte die Diskussion um gesellschaftliche Randgruppen in Europa ein. Ebenso wurde in dieser Zeit erstmals das Problem der mangelnden Chancengleichheit im Bildungssystem diskutiert und die erste strukturelle Rezession trug zu einer politischen Auseinandersetzung mit Armut bei. Armut wurde allerdings oft als von den Individuen selbst verschuldet gesehen aufgrund mangelnder Arbeits- und Leistungsbereitschaft.11

Erst in den 1980er Jahren führte die steigende Arbeitslosigkeit in Europa und die steigende Armut in den USA zu einer wachsenden Zahl an Langzeitbetroffenen und damit einhergehend zu einer politischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema.12 Seit den 1980er Jahren verbreitet sich auch der Begriff der „neuen Armut“, der darauf hinweist, dass Armut nicht ein Randphänomen darstellt und auf nicht anpassungsfähige Individuen zutrifft, sondern als allgemeines Risiko der breiten Bevölkerungsschicht.13 Gründe hierfür sind, dass das Sozialsystem unter Kritik gerät. Im Zuge der Globalisierung kommt es zu einem wirtschaftlichen Konkurrenzdruck und demographische Überalterung und zunehmende Ungleichheit stellen eine Gefahr für den Wohlstand dar.14

Heute ist eine steigende Kluft zwischen Arm und Reich zu verzeichnen und die Armutsberichterstattung inklusive der Armutsstatistiken sorgt für mediale und politische Aufmerksamkeit. Die Trennung zwischen gesellschaftlichen Gruppierungen verhärtet sich, der gesellschaftliche Unterschied wird erlebt.15 Gleichzeitig wird in vielen EU-Staaten nicht länger von Armut, sondern von sozialer Ausgrenzung gesprochen, wie später noch näher erläutert wird.

Das Europäische Jahr gegen Armut und Ausgrenzung (2010) soll ein Bewusstsein in der Bevölkerung schaffen, dass Armut nicht ein Randphänomen darstellt, sondern es in der Verantwortung von Staat, Markt und Gesellschaft liegt, diesem Problem entgegenzuwirken.

2.2. Zur Armutsdefinition

Der Armutsbegriff ist vielschichtig und vor allem relativ, was ein Vergleich zwischen den schlesischen WeberInnen in den 1840er Jahren oder den Menschen in Dritte-Welt-Ländern zu den Armen in europäischen Ländern zeigt. Nicht alle EmpfängerInnen der „Revenu Minimum d’Insertion“ in Frankreich, der „Toimeentulotuki“ in Finnland oder der Sozialhilfe in Österreich müssen um ihr physisches Überleben kämpfen.16 Es stellt sich daher die Frage, ob man arm ist, wenn das physische Überleben gefährdet ist oder wenn man am gesellschaftlichen Leben nicht mehr (ausreichend) teilhaben kann. Oder ist jemand dann arm, wenn er/sie sich selbst als eine arme Person wahrnimmt oder wenn das Einkommen unter eine politisch definierte Mindesteinkommensgrenze fällt?17

BÖHLER und SEDMAK weisen auf die Schwierigkeiten der Definition der Armut hin. Sie konstatieren, dass die Breite der Armutsdefinition Spielraum für einerseits eine Vertuschung der Armut und andererseits die politische Forderung nach finanzieller Unterstützung für Arme zulässt. Die zahlreichen Definitionen von Armut führen zu keiner einheitlichen Methode, anhand derer Armut bewertet werden kann und einem Konsens unterliegt. Darüber hinaus ist Armut kulturabhängig und die Frage rückt in den Mittelpunkt, ob es möglich ist, globale Standards für Armutsdefinitionen festzulegen, die in dem jeweiligen Kulturkreis Gültigkeit haben.18

Zudem lässt sich festhalten, dass eine Definition der Armut immer mit einem Werturteil einhergeht. Oft wird Armut nicht daran gemessen, was der Mensch tatsächlich braucht, sondern was ihm die Gesellschaft zugesteht. Die Empirie zeigt, dass Arme vielfach mehr zur Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse benötigen, als es vonseiten der Gesellschaft zugestanden wird. Studien zeigen, dass Anträge auf Unterstützungsleistungen häufig abgelehnt werden, weil die Personen vonseiten der Behörden nicht als arm eingestuft werden.19

Eine Armutsdefinition, die im Rahmen eines Workshops in Zusammenarbeit von TheoretikerInnen und PraktikerInnen entstanden ist, stellt nicht einzig auf den materiellen Mangel ab:

„ Armut ist die relative strukturelle Ausgrenzung von Menschen bzw. Menschengruppen, die sich in einer ungerechten Verteilung des Zugangs zu materiellen und immateriellen G ü tern manifestiert, und als solche ein Mangel an Entscheidungsfreiheit, um diejenigen F ä higkeiten auszubilden und M ö glichkeiten zu nutzen, die n ö tig sind, um f ü r sich und die in seiner/ihrer Verantwortung stehenden Personen eine Grundsicherung zu gew ä hrleisten, unfreiwillige strukturelle und zumindest latent leidvoll erfahrene Exklusion zu vermeiden und im Vergleich zu dem sozio-kulturellen Umfeld eine gesellschaftliche Teilhabe zu erm ö glichen. “ 20

Diese Definition zeigt auf, dass Armut als Konsequenz einer ungerechten Verteilung von Gütern in einer Gesellschaft auftritt und diese Auswirkungen auf die gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe der Bevölkerung hat. Armut reduziert die Entscheidungsfreiheiten im Hinblick auf ein selbst gestaltetes Leben, das im Fähigkeiten-Ansatz nach AMARTYA SEN dargelegt wird.

Ebenso zeigt die Definition der EU, angelehnt an TOWNSEND, dass Armut ein relativer Begriff ist und nicht das physische Überleben im Mittelpunkt steht, sondern vielmehr ein sozialer Vergleichsprozess stattfindet. Laut EU-Definition gelten Personen, Familien und Gruppen als arm, „ die ü ber so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel verf ü gen, dass sie von einer Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedsstaat, in dem sie leben, als Minimum annehmbar ist “ 21

Die kulturelle und soziale Dimension ist von zentraler Bedeutung, da eine Person, die in einem reichen EU-Mitgliedsland rein mit ihren materiellen Mitteln zur armutsgefährdeten Gruppe gehört, möglicherweise in einem Entwicklungsland der Mittelschicht zugehörig wäre ohne Bezugnahme auf die kulturellen und sozialen Mittel.22

Nach BENZ zeigt die EU-Definition verschiedene Dimensionen der Armut auf:

-Armut ist in Bezug auf Raum und Zeit relativ - Armut muss daher immer den Lebensstandard einer Gesellschaft zu einer bestimmten Zeit mitberücksichtigen
-Armut ist multidimensional - auch wenn das Einkommen zentral ist, können andere Aspekte wie etwa der Zugang zu öffentlichen und privaten Diensten nicht unberücksichtigt gelassen werden
-Armut kann weder rein subjektiv noch rein objektiv bestimmt werden - eine rein subjektive Selbstdefinition des als Minimum erachteten Lebensstandards der armen Individuen ist unzureichend, ebenso ist die politisch festgelegte „Mindestgrenze“ nicht objektiv, da ein Senken oder Anheben der Grenze zu drastischen Veränderungen der Armutszahlen führen kann 23

Es soll hier zudem festgehalten werden, dass es nicht die Gruppe der Armen gibt, sondern Armut sehr heterogen ist, dh dass zu den Armen sehr unterschiedliche Personen gezählt werden. Das einzige Merkmal, das die Armen verbindet, sind die mangelnden Ressourcen, die ihnen zur Verfügung stehen.24

2.3. Armutsbegriffe

Im Nachfolgenden werden die unterschiedlichen Armutsbegriffe und Armutskonzepte beschrieben. Es soll darauf hingewiesen werden, dass die Abgrenzung zwischen Armutsbegriffen und Armutskonzepten nicht trennscharf ist, da in manchen Werken bestimmte Armutsbegriffe, wie sie hier angeführt werden, als Armutskonzepte definiert werden. Ziel ist es, die Multidimensionalität der Armut aufzuzeigen.

2.3.1. Absolute und relative Armut

Absolute Armut bezeichnet das Unterschreiten einer Grenze, die für das physische Überleben notwendig ist. Die physischen Grundbedürfnisse umfassen Unterkunft, Kleidung, Nahrung, Wärme und Gesundheit. Es stellt sich hier die Frage, was das Existenzminimum ist und wer berechtigt ist, dieses zu definieren. HUSTER verweist darauf, dass sogar die Definition des physischen Existenzminimums mit Schwierigkeiten behaftet ist:25

„ Wo sollte sie [die objektive Armutsgrenze] liegen? Beim Verhungern? Wo f ä ngt das an? Sobald man nichts mehr zu Essen hat, sobald man zu wenig zum Essen hat, sobald man nicht gen ü gend zum Essen hat? Umgekehrt: Mu ß man erst verhungert sein, um zumindest im nachhinein als arm eingestuft zu werden? “ 26

Demnach stellt sogar absolute Armut einen relativen Begriff dar. Dennoch ist es notwendig, die absolut Armen in den reichen europäischen Ländern von jenen, die von Einkommensarmut betroffen, zu differenzieren.27

Die relative Einkommensarmut bezieht sich nicht wie bei der absoluten Armut auf die physische Existenzsicherung, sondern auf die minimale soziale Teilhabe. Die Partizipation am gesellschaftlichen Leben wird hierbei durch die Schwelle der Einkommen definiert, wobei in der Armutsforschung grundsätzlich 40 bis 60% des Medianeinkommens als Schwelle der Einkommensarmut festgesetzt werden.

Medianeinkommen bedeutet, dass die Einkommensverteilung in genau zwei gleiche Teile erfolgt. Die Hälfte der EinkommensbezieherInnen hat demnach weniger, die andere Hälfte mehr als das Äquivalenzeinkommen zur Verfügung. Im Jahr 2008 beträgt das Medianeinkommen in Österreich 19.011 EUR.29 Bei dem EU-SILC Messverfahren ist eine Person oder ein Haushalt dann armutsgefährdet, wenn die 60 %-Schwelle des Medianeinkommens unterschritten wird. 2008 sind 60 % des Medianeinkommens 11.407 EUR im Jahr bzw. 951 EUR im Monat für einen Einpersonenhaushalt. Demnach waren im Jahr 2008 12,4 % der österreichischen Bevölkerung armutsgefährdet.30 2009 liegt die Schwelle bei 994 EURO pro Monat und 11.931 EURO pro Jahr.31

2.3.2. Prim ä re und sekund ä re Armut

Der Begriff der primären Armut ist eng verbunden mit dem Begriff der absoluten Armut. Für ROWNTREE bedeutet primäre Armut, dass die zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht zur Existenzsicherung ausreichen. Sekundäre Armut hingegen deutet darauf hin, dass das Haushaltseinkommen zwar grundsätzlich für die Existenzsicherung ausreicht, allerdings in Teilen für andere Ausgaben aufgewendet wird. Andere Definitionen beziehen die sekundäre Armut wiederum auf einen Mangel an jenen Gütern, die in der Gesellschaft, in der die Person lebt, als Mindestmaß für die soziale Teilhabe gilt.33

2.3.3. Objektive und subjektive Armut

Es kann auch zwischen objektiver und subjektiver Armut differenziert werden. Die subjektive Armut beruht auf den Wahrnehmungen der betroffenen Personen und besagt, dass die Lebensziele mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht erreicht werden können. Subjektive Armutserfahrung ist nicht gleichzusetzen mit einem Absinken unter die objektive Armutsgefährdungsschwelle. Objektive Armut hingegen bedeutet, dass die armutsgefährdeten Personen für Außenstehende anhand bestimmter Kriterien als arm eingestuft werden, unabhängig von der persönlichen Wahrnehmung der Betroffenen. Die Kriterien zur Armutsmessung werden dabei entweder politisch oder wissenschaftlich festgelegt und ermöglichen die Messung und Überprüfbarkeit von Armut. 34 Wobei der Anspruch auf Objektivität kritisch zu hinterfragen ist. Nach LANDAU und ST. WALLNER-EWALD entzieht sich das Phänomen der Armut jeglicher Objektivität, da Armut einerseits immer in einem kulturellen und historischen Kontext betrachtet werden muss und andererseits nicht unabhängig von Werturteilen definiert werden kann.35

2.3.4. Permanente und tempor ä re Armut

Permanente Armut liegt vor, wenn die Person ihr gesamtes Leben in Armut oder Armutsgefährdung lebt und das Einkommen nie ausreicht, aus dieser Situation herauszukommen, während bei temporärer Armut nur ein kurzweiliges Verharren in Armut festzustellen ist. In letzterem Fall befindet sich eine Person nicht dauerhaft in Armut, sondern ist nur in bestimmten Lebensphasen von Armut betroffen. Armut tritt meist in Phasen der Scheidung, Trennung, Familiengründung, Krankheit und beim Berufseinstieg auf.36

2.4. Armutskonzepte

2.4.1. Simmel ‘ sches Armutskonzept

Eine erstmalige gesellschaftliche Definition der Armut geht auf GEORG SIMMEL (1908) zurück. SIMMEL bezeichnete die Armen als eine Gruppe, die nicht in der Gesellschaft ihren Platz hat, sondern außerhalb dieser steht. Die Armen haben nach dieser Auffassung keinen eigenen sozialen Status und leisten keinen Beitrag zur Gesellschaft.37 Kritisiert wurde diese Definition dahingehend, dass Arme Anspruch auf Unterstützungsleistungen hätten und in die Gesellschaft integriert seien. Demgegenüber steht die Auffassung, dass Armut in reichen Ländern oft tabuisiert und nicht zu einem zentralen politischen Thema gemacht wird. Demnach hat der Simmel‘sche Ansatz noch heute Gültigkeit.38

2.4.2. Ressourcenansatz

Der Ressourcenansatz geht nicht von der Lebenssituation, wie dies beim Lebenslagenkonzept der Fall ist, aus, sondern von den Ressourcen, die dem Menschen zur Verfügung stehen und dessen Versorgungslage mitbestimmen.39 Dabei wird Armut als Mangel an materiellen Ressourcen definiert, die als wesentliche Bedingung für die gesellschaftliche Teilhabe gelten. Die finanziellen Ressourcen sind dabei stark an das Erwerbsleben gebunden, entweder in Form von Lohn und Einkommen oder als Lohnersatzleistungen, wie dies bei Krankheit, Arbeitslosigkeit, in der Pension etc. der Fall ist.40 Es geht dabei um das Erreichen des so genannten Existenzminimums und unterstellt, dass ein ausreichendes Einkommen genügt, um die individuellen Lebenschancen zu verwirklichen. Wird ein bestimmtes Einkommen erreicht und dennoch Armut erlebt, wird dies als Versagen dem Individuum zugeschrieben. Armut wird demnach als mangelnde Arbeitsbereitschaft und/oder Leistungsbereitschaft bzw. als mangelnde ökonomische Kompetenz aufgefasst.41

Basiseinheit des Erwerbseinkommens bildet grundsätzlich der Haushalt mit den darin lebenden Mitgliedern. Durch Äquivalenzskalen lässt sich das Haushaltseinkommen im Hinblick auf Größe und Struktur vergleichen. Je nach Größe und Struktur benötigt jeder Haushalt ein bestimmtes Einkommen. Nach LEU liegt das Problem in der Definition der Armutsgrenze, die durch Werturteile willkürlich und politisch gesetzt ist.42 Zudem rekurriert der Ressourcenansatz nur auf das Haushaltseinkommen. Öffentliche Realtransfers, die beispielsweise Kindergartenplätze, Gesundheitsleistungen und direkte Lebensmittelausgaben für Arme umfassen, werden außer Acht gelassen. Diese direkten Sach- und Dienstleistungen bestimmen aber in hohem Ausmaß mit, inwiefern ein menschenwürdiges Leben möglich ist. Andererseits sind staatliche Sach- und Dienstleistungen vielfach mit Geldbeiträgen verbunden, um diese in Anspruch nehmen zu können.43 Auch wird die Dimension Vermögen vollständig ausgeblendet, obwohl die Schlüsseldimensionen der Armut Einkommen und Vermögen darstellen.44

Die beiden Ansätze „Sozialhilfeschwelle“ und „relative Einkommensarmut“ wurzeln in diesem Ressourcenansatz, wobei die Sozialhilfeschwelle zwischen „verdeckter Armut“ und „bekämpfter Armut“ differenziert. „Verdeckte Armut“ beschreibt jene Gruppe der Armen, die die ihnen zustehende Sozialhilfe aufgrund unterschiedlichster Gründe nicht in Anspruch nehmen, während „bekämpfte Armut“ die Gruppe der SozialhilfeempfängerInnen umfasst. 45

2.4.3. Lebenslagenkonzept

Erstmals wurde der Begriff Lebenslage 1931 von OTTO NEURATH verwendet. In seinem Verständnis beschreibt die Lebenslage Wohnung, Nahrung, Kleidung, Arbeitszeit, etc.46 Dieser Ansatz wurde weiterentwickelt und wird heute im Sinne der Definition GERHARD WEISSERS verstanden:

„ Als Lebenslage gilt der Spielraum, den die ä u ß eren Umst ä nde dem Menschen f ü r die Erf ü llung der Grundanliegen bieten, die ihn bei der Gestaltung seines Lebens leiten oder bei m ö glichst freier und tiefer Selbstbesinnung und zu konsequentem Verhalten hinreichender Willensst ä rke leiten w ü rden. “ 47

Demnach wird im Lebenslagenkonzept Armut und Armutsgefährdung nicht auf die materiellen Ressourcen beschränkt48, sondern die tatsächliche Versorgungslage von Personen oder Haushalten in den wichtigen Lebensbereichen wie Arbeit, Bildung, Wohnen, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe in den Mittelpunkt gerückt.49 Der Lebenslagenansatz weist auf die unterschiedlichen Handlungsspielräume in den einzelnen Lebenslagen hin:

-Versorgungs- und Einkommensspielraum
-zielt auf die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen ab
-Kontakt- und Kooperationsspielraum
-umfasst die Möglichkeiten zur Kommunikation
-Lern- und Erfahrungsspielraum
-umfasst die Möglichkeit zur Durchsetzung und Entwicklung der eigenen Interessen
-Muße- und Regenerationsspielraum
-bezieht sich auf die Möglichkeit zur Erholung und der Kompensation von Belastungen
-Partizipationsspielraum
-beschreibt die Alternativen zur Teilnahme am sozialen Leben50

Im Mittelpunkt des Lebenslagenkonzeptes steht demnach die handelnde Person mit ihren unterschiedlichen Handlungsspielräumen, die sich aus ihren Ressourcen in personaler, sozialer und ökonomischer Hinsicht ergeben. Diese Ressourcen bzw. Handlungsspielräume sollen den Individuen zur Bewältigung des Lebens helfen, dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die individuellen Lebenslagen wiederum ein Produkt der Gesellschaft darstellen. Daher ist es wichtig, die Lebenslage nicht als Einzelschicksal zu deuten, sondern jene Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Lebenslagen der armutsgefährdeten Personen verbessern.51 Armut ist in diesem Ansatz dann gegeben, wenn die Handlungsspielräume in den einzelnen Lebenslagen sehr eng sind und die Lebenslagen unzureichend sind. Die Lebenslagen stehen dabei in wechselseitiger Abhängigkeit zueinander und eine Unterversorgung fordert sozialpolitisches Handeln wie etwa gezielte Maßnahmen in der Arbeitsmarktpolitik.52

2.4.4. F ä higkeiten-Ansatz von A MARTYA S EN

Den Ausschluss armer Menschen von der gesellschaftlichen Teilhabe durch die fehlenden Wahlmöglichkeiten ist Grundthema im Fähigkeiten-Ansatz von AMARTYA SEN. Wesentlich dabei ist die Freiheit, sich für oder gegen bestimmte Ziele und Lebensweisen zu entscheiden. Armen Menschen fehlen dementsprechend die Möglichkeiten, frei entscheiden zu können, da ihnen der Zugang zu Infrastruktur, Wissen und Macht verwehrt ist.53 Armut ist demnach ein Mangel an Verwirklichungschancen und ist nicht einzig auf das Einkommen abzustellen. Die reale Armut ist dabei von verschiedenen Faktoren abhängig und der Zusammenhang zwischen niedrigem Einkommen und Verwirklichungschancen ist kontingent, also von unterschiedlichen Faktoren wie etwa Gesellschaft, Familie und Individuum abhängig.54

SEN unterscheidet in seinem Konzept zwischen functionings und capabilities. Dabei bezeichnen functionings den Lebensstandard im Hinblick auf Job, Gesundheitszustand, momentanes Glücksniveau, Einkommen, Ernährungsniveau und Ausbildungsgrad als Ergebnis von bewussten Entscheidungen einer Person.55 Cabilities, also Fähigkeiten, hingegen sind die Möglichkeiten, Ziele und Lebensstandards zu erreichen, um ein von der Person angestrebtes Leben zu führen. Es geht primär um die Freiheit im positiven Sinne, das Leben selbst gestalten zu können.56 Demnach benötigt eine im Rollstuhl sitzende Person andere Ressourcen im Vergleich zu einer gesunden Person zur Fortbewegung. Erstere braucht einen Rollstuhl, während letztere lediglich Schuhe braucht. Es sind daher unterschiedliche Gebrauchsgüter vonnöten, um ein Leben nach seinen Wünschen gestalten zu können.57

Der Fähigkeiten-Ansatz von SEN zeigt auf, dass Armut zum einen nicht auf einen bestimmten Lebensbereich beschränkt werden kann und zum anderen ein sehr komplexes Phänomen ist.58

2.5. Lebenszyklusmodell der Armut

Das Lebenszyklusmodell wurde um 1900 von dem Engländer SEEBOHM ROWNTREE entwickelt. Bei der Skizzierung dieses Modells stützte er sich primär auf die Armutslagen der ArbeiterInnenklasse und kam zu dem Resümee, dass es drei Armutsphasen im Leben gibt. Die erste Armutsphase ist im Alter zwischen zehn und 15 Jahren, also in der Kindheit, gefolgt von der Phase zwischen 35 und 40 Jahren nach der Familiengründung und die letzte Phase der Armut folgt zum Lebensende. Dieses Phasenmodell der Armut hat auch heute durchaus ihre Gültigkeit, vor allem im Hinblick auf die Armutsgefährdungsquote vor Sozialleistungen. Dennoch ist kritisch anzumerken, dass vermögende Menschen zwar ähnliche finanzielle Schwankungen im Lebenslauf erleben, allerdings auf einem anderen Niveau. Ebenso gibt es soziale Gruppen, die ihr ganzes Leben lang mit einem Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle auskommen müssen.59 So liegt die Aussage des Modells darin, dass Armut tendenziell verstärkt in bestimmten Lebensphasen auftritt.

2.6. Armut und soziale Ausgrenzung

2.6.1. Allgemeines

Der Begriff der sozialen Ausgrenzung wurzelt in der französischen Tradition,60 hat aber heute unterschiedliche Bedeutungen. Auch die Abgrenzung zwischen Armut und sozialer Ausgrenzung ist nicht eindeutig, da die Begriffe im öffentlichen Diskurs teilweise dasselbe Phänomen beschreiben, zum Teil aber unterschiedliche Begrifflichkeiten darstellen.

Auf der EU-Ebene wird mittlerweile der Begriff der sozialen Ausgrenzung bevorzugt. Dies ist eine politische Entscheidung, da durch das Wort Armut ein politisches Versagen zum Ausdruck gebracht werden würde. Es würde für viele Staaten bedeuten, Bekenntnis abzulegen, dass der Staat zu wenig für die soziale Sicherung seiner BürgerInnen unternimmt. Nichtsdestotrotz gehen die Phänomene Armut und soziale Ausgrenzung auf unterschiedliche Traditionen zurück:61

Das Armutskonzept wurzelt im angelsächsischen Raum und definiert die Gesellschaft als die Summe aus Individuen. Dieses Gedankengut basiert auf den Werten des Liberalismus und bezeichnet Armut als materielle Benachteiligung, wenn es den Menschen nicht möglich ist, erfolgreich am Marktgeschehen teilzunehmen. Benachteiligte Personen sollen demnach die entsprechenden Ressourcen erhalten, um am Marktgeschehen teilnehmen zu können.

Das Konzept der sozialen Ausgrenzung basiert hingegen auf dem konservativen Weltbild, das in Kontinentaleuropa vorherrscht. Die Gesellschaft besteht hier nicht aus Individuen, sondern aus Kollektiven oder Klassen, wie es die ArbeiterInnenschaft, die BeamtInnenschaft und die Bourgeoisie darstellen. Zentral dabei ist, dass soziale Integration von der Teilhabe am politischen, sozialen und gesellschaftlichen Leben abhängt und soziale Ausgrenzung nicht alleine durch materielle Benachteiligung, sondern durch Ungleichheitsverhältnisse in der Gesellschaft bestimmt wird.62

2.6.2. Nicht nur materielle Prekarit ä t

Soziale Ausgrenzung ist nicht einzig auf die ökonomische Dimension beschränkt. Zudem führen unterschiedliche Umstände und Prozesse zur sozialen Ausgrenzung in den komplexen industrialisierten Gesellschaften. Auch sind die Bevölkerungsgruppen, die von Armut oder von sozialer Ausgrenzung betroffen sind, nicht identisch. Einwandererfamilien werden oft politische Rechte verwehrt und deren familiäre Bindungen unterbunden. Dies bedeutet, dass sie soziale Ablehnung erfahren, auch wenn ihr Einkommen nicht unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt. Ebenso ist die Gruppe der Homosexuellen oft von sozialer Ausgrenzung betroffen im Hinblick auf Gleichstellung die Heirat und Adoption von Kindern betreffend, muss aber nicht zwangsläufig materiell benachteiligt sein, während Studierende vielfach geringe Einkommen haben, allerdings keine gesellschaftliche Exklusion erfahren. Grundsätzlich ist zu konstatieren, dass soziale Ausgrenzung das umfassendere Konzept darstellt und auch schwieriger zu operationalisieren ist.63

2.6.3. Armut und soziale Ausgrenzung als Prozess

Die Dauer der Armut hat wesentlichen Einfluss auf die Wahrnehmung der Armut der Betroffenen und auf die Kumulierung von Benachteiligungen. Bei vorübergehender Armut bleibt die Selbstsicht der von Armut Betroffenen sowie das soziale Umfeld und die sozialen Kontakte konstant. Weiters hilft noch erspartes Vermögen, ein annehmbares Leben zu führen. Mit langanhaltender Armut verschärfen sich allerdings die Problemlagen der von Armut Betroffenen und die Chancen, dem Kreislauf von Armut und sozialer Ausgrenzung zu entkommen, werden zusehends geringer. Auch entwertet die Langzeitarbeitslosigkeit die Ausbildungsabschlüsse und hat negative Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein der Betroffenen.64 Nichtsdestotrotz nimmt die finanzielle Dimension eine Schlüsselrolle in der Verweildauer in Armut ein. Grund hierfür ist, dass zahlreiche Ausgrenzungsdimensionen mit einem Mangel an Ressourcen verwoben sind. Die Dimensionen sozialer Ausgrenzung beziehen sich auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche. Dazu zählen Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt, Ausgrenzung durch gesellschaftliche Isolation, politische Ausgrenzung, Ausgrenzung von öffentlichen und privaten Dienstleistungen, wirtschaftliche, kulturelle und räumliche Ausgrenzung. Diese Auflistung stellt mögliche Formen der Ausgrenzung dar und kann nicht als vollständig betrachtet werden, bspw. wurde der Gesundheits-65 oder Bildungsbereich nicht angesprochen.

Die Frage, wer zu den Ausgegrenzten gehört, ist stark vom sozialen Kontext abhängig, also von der wirtschaftlichen Organisation, der Rolle des Staates, der Situation der Betroffenen und dem vorherrschenden Menschenbild der Ausgegrenzten. In einer marktwirtschaftlich organisierten Wirtschaftsordnung nimmt der Zugang zum Arbeitsmarkt eine primäre Rolle ein, da damit der Zugang zu den Basisgütern gewährleistet wird. Selbst wenn Kompensationsleistungen erbracht werden, bedeutet ein Ausschluss vom Arbeitsmarkt eine zunehmende Ausgrenzung im Hinblick auf die materielle Versorgung und dem sozialen Status.66

Wie oben dargelegt, handelt es sich bei „Armut“ und „sozialer Ausgrenzung“ um zwei unterschiedliche Phänomene. Nichtsdestotrotz ist ein starker Zusammenhang zwischen beiden Begriffen vorhanden. TOWNSEND hat bereits 1979 auf Phänomene hingewiesen, die schwer operationalisierbar sind und mit Armut in engem Konnex stehen:67

„ Tea is nutritionally worthless, but in some countries is generally accepted as ‚ a necessity of life ´ . For many people in these countries drinking tea has been a life-long custom and is psychologically essential. And the fact that friends and neighbours expect to be offered a cup of tea (or the equivalent) when they visit helps to make it socially necessary as well: a small contribution is made towards maintaining the threads of social relationships. “ 68

Es lässt sich hier feststellen, dass der Zugang zu Konsumgütern und der soziale Status in einem engen Verhältnis zueinander stehen. Materielle Bedürftigkeit wird in den produktivistischen Demokratien demnach zu einem sozialen Ausgrenzungsfaktor. Die soziale Ausgrenzung erfährt umso stärkere Ausprägung, je mehr der soziale Status von der Aneignung symbolischer Güter abhängt.69

2.6.3.1. Stigmatisierung und Marginalisierung der Ausgegrenzten

Die Erfahrung von Ausgrenzung bedeutet für viele EU-BürgerInnen das Gefühl, versagt zu haben. Ausgrenzung wird nicht als Schicksalsschlag wie eine schwere Krankheit interpretiert, sondern vielmehr ein Zustand, an dem der/die Betroffene selber schuld ist. Im öffentlichen Diskurs kristallisieren sich besonders zwei Gruppen, die von Ausgrenzung betroffen sind, heraus: SozialhilfeempfängerInnen und AusländerInnen. In Gesellschaften, in denen formell alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, wird Armutsgefährdung vielfach als Resultat individuellen Verhaltens betrachtet. Dabei ist vor allem der zeitliche Aspekt von Bedeutung. Wird Sozialhilfe vorübergehend gewährt mit dem Ziel, die EmpfängerInnen dieser Leistung wieder in das gesellschaftliche Leben zu integrieren, wird diese Leistung nicht in Frage gestellt. Sind die Betroffenen allerdings längerfristig von dieser Leistung abhängig, verändert sich das Bild dieser Gruppe.70

2.7. Armutsgefährdung in Österreich

2.7.1. Das Messverfahren

Die Europäische Union hat das Messverfahren EU-SILC zur Messung von Armut definiert. SILC ist die Abkürzung für „Statistics on Income and Living Conditions“ und wird in Zusammenarbeit des Europäischen Statistischen Zentralamts (EUROSTAT) und den jeweiligen nationalen statistischen Ämtern der EU-Staaten erhoben. Der Schwellenwert für Armutsgefährdung bildet die 60 %-Marke des jeweiligen Median-Haushaltseinkommens und ist folglich von Land zu Land unterschiedlich hoch.71 Ziel eines solchen Messverfahrens ist es, Länder im internationalen Vergleich und im Zeitvergleich zu beurteilen. Es sei hier darauf hingewiesen, dass die Festsetzung der Armutsgefährdungsschwelle von den politisch Verantwortlichen zusammen mit der Wissenschaft erfolgt. Diese Elite und nicht die Gruppe der Bedürftigen legt daher fest, wer arm ist und wer nicht.72 Objektiv arm zu sein, bedeutet nicht gleichzeitig, subjektiv Armut als solche zu erleben.

Wie bereits dargelegt, ist rund eine Million österreichischer BürgerInnen von Armutsgefährdung betroffen. Bei einem Einpersonenhaushalt liegt demnach das Einkommen unter 994 EUR pro Monat (EU SILC 2009). Bei Betrachtung der soziodemographischen Merkmale lässt sich feststellen, dass bestimmte gesellschaftliche Gruppen besonders von Armut gefährdet sind.

2.7.2. Besonders armutsgef ä hrdete Gruppen

Am häufigsten sind Langzeitarbeitslose (43 %), ausländische StaatsbürgerInnen (30 %) und Ein-Eltern-Haushalte (29 %) von Armut gefährdet, gefolgt von alleinlebenden Frauen mit Pension (24 %), Personen, die maximal einen Pflichtschulabschluss vorweisen können (22 %), eingebürgerte Personen aus nicht EU und EFTA-Staaten (21 %) sowie alleinlebende Frauen ohne Pension (20 %) und Mehrpersonenhaushalte mit mindestens drei Kindern (20 %).73 Festzuhalten ist hier, dass schon jahrelang dieselben Risikogruppen von Armutsgefährdung betroffen sind. Oft handelt es sich um Menschen, die Transferleistungen beziehen.74 Mit Wegfall der Pensionen und Sozialleistungen würde sich das Risiko der Armutsgefährdung auf 43 % erhöhen (Stand 2008).75 Die Tatsache, dass immer dieselben Gruppen von Armut betroffen sind, zeigt auf, dass die Armutsbekämpfungsmaßnahmen zu keiner echten Verringerung der Armut beitragen. Oft beschränken sich die Bekämpfungsstrategien auf monetäre Leistungen und reproduzieren daher Stigmatisierung der Armen. Es fehlen Maßnahmen, die die Chancen auf soziale Teilhabe erhöhen. Von besonderer Bedeutung ist es daher, dass neben der finanziellen Mindestsicherung ebenso eine Garantie der Zurverfügungstellung von Sachgütern wie etwa im Bereich des Wohnens und der Bildung sowie der Dienstleistungen im Pflege- und Gesundheitsbereich etwa gewährleistet ist.76

Auch wenn bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders von Armutsgefährdung betroffen sind, soll hier auf die Tatsache verwiesen werden, dass aufgrund flexiblerer Beschäftigungsverhältnisse und nicht dauerhaft verwertbarer Qualifikationen beinahe alle Gesellschaftsschichten dem Risiko des sozialen Abstiegs und damit einhergehend der Armutsgefährdung ausgesetzt sind.77

Bei der Betrachtung der Armutsgefährdung über einen längeren Zeitraum lässt sich feststellen, dass Einkommensarmut nicht statisch ist, sondern einer Dynamik unterliegt und Armut oft vorübergehend ist. Tatsache ist, dass Einkommensarmut nicht gleichzusetzen mit Teilhabemangel, wie dies im folgenden Kapitel verstanden wird, ist. EU-SILC berücksichtigt daher das Konzept der finanziellen Deprivation.78

2.7.3. Finanzielle Deprivation und manifeste Armut

Bei der finanziellen Deprivation ist nicht nur das Einkommen relevant, sondern generell der Zugang zu einem Mindestlebensstandard. In Österreich hat die Statistik Austria zusammen mit dem Institut für Soziologie der Universität Wien Kriterien für finanzielle Deprivation festgelegt. Dabei wird freiwilliger Verzicht nicht berücksichtigt, sondern ob die finanziellen Mittel ausreichend sind, um folgende Grundbedürfnisse zu erfüllen:

-die Wohnung angemessen warm zu halten
-regelmäßige Zahlungen (Miete, Betriebskosten) rechtzeitig zu begleichen
-notwendige Arzt- oder Zahnarztbesuche
-unerwartete Ausgaben (z.B. Reparaturen) zu finanzieren
-neue Kleidung zu kaufen
-jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch, Geflügel oder eine entsprechende vegetarische Speise zu essen
-Freunde oder Verwandte zum Essen einzuladen

Man spricht dann von finanzieller Deprivation, wenn sich eine Person mindestens zwei dieser Dinge nicht leisten kann. Der Unterschied zur Armutsgefährdung anhand festgelegter Armutsgefährdungsschwellen liegt darin aufzuzeigen, ob den Personen ein Auskommen mit ihrem Einkommen möglich ist. Armutsgefährdete Personen können in diesem Sinne durchaus finanziell nicht depriviert sein, wenn sie Ersparnisse haben, informelle Unterstützung oder Kredite erhalten.79

Eine deprivierte Lebensführung trifft in Österreich auf rund 1,15 Millionen Menschen zu, also auf rund 14 % der Bevölkerung. Dies bedeutet, dass diese Personen einen Teilhabemangel erleiden. Es bedeutet nicht, dass deren Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle liegen muss.80

2.7.4. Armutslagen

Die Berücksichtigung von Armutsgefährdung und finanzieller Deprivation führt zu vier verschiedenen Armutslagen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Statistik Austria, EU-SILC 200882

Manifeste Armut lieg vor, wenn eine Person sowohl armutsgefährdet als auch finanziell depriviert ist, während ein Einkommensmangel lediglich ein Indikator für Armutsgefährdung ist, allerdings nicht eine finanziell deprivierte Lebensführung bedeutet. Teilhabemangel bedeutet, dass die Personen ein Einkommen über der Armutsgefährdungsschwelle beziehen, allerdings finanzielle Deprivation erleiden, also wenn sie sich zwei der oben angeführten Merkmale nicht leisten können. Knapp 74 % der ÖsterreicherInnen sehen sich weder mit Armutsgefährdung noch mit finanzieller Deprivation konfrontiert.

Bedeutsam ist diese Kategorisierung insofern, dass unterschiedliche sozialpolitische Interventionen nötig sind. Dem Problem des Teilhabemangels kann beispielsweise durch soziale Wohnbauten und Sozialarbeit (zB Schuldenberatung) entgegengewirkt werden, während Transferleistungen zu einem besseren Lebensstandard bei Menschen mit reinem Einkommensmangel beitragen können.83

2.7.4.1. Armutslagen und Zufriedenheitsprofile

Unterschiedliche Armutslagen weisen unterschiedliche Zufriedenheitsprofile auf. 85 % der Personen, die weder Einkommensmangel noch Deprivation erleiden, sind mit ihrem Leben entweder ziemlich oder sehr zufrieden. Manifest arme Personen sind hingegen nur halb so häufig zufrieden mit ihrem Leben. Mit starker Unzufriedenheit geht oftmals ein Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben und Resignation einher. Dies belegen auch die Zahlen der sozial isolierten Menschen. Der Anteil an sozial isolierten Personen ist mit 15 % bei manifest armen Menschen mehr als doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Mangel (7 %). Ob zuerst der soziale Rückzug, dann die Armut kommt oder vice versa, ist unklar.84

2.8. Soziale und kulturelle Teilhabe

Im Rahmen der Erhebung von EU-SILC (2006) wird soziale Teilhabe wie folgt, definiert:

„ der Kontakt zu Verwandten, Freundeskreis und Nachbarschaft, erwartete Unterst ü tzung durch das engere soziale Netzwerk, selbst erbrachte unentgeltliche informelle - nicht im Rahmen einer Organisation ausgef ü hrte - Hilfeleistungen sowie die Teilnahme an Aktivit ä ten von Vereinen oder Organisationen und im kulturellen Bereich die Aus ü bung von bestimmten Freizeitaktivit ä ten. “ 85

Regelmäßiger Kontakt wird in dieser Erhebung durch täglichen oder wöchentlichen Kontakt, entweder persönlicher oder indirekter Art über Kommunikationsmedien, definiert. Intensiver Kontakt besteht dann, wenn es sowohl persönliche Treffen als auch indirekten Kontakt gibt.86

Die Bedeutung der Teilhabe liegt darin, dass eine hohe soziale und kulturelle Partizipation als erstrebenswerter Zustand erachtet wird. Hohe soziale Teilhabe bedeutet einen guten Zugang zu verschiedenen Ressourcen, die von moralischer Unterstützung bis hin zu konkreten Unterstützungsleistungen reichen, sowohl in Form monetärer Unterstützung als auch konkrete Hilfeleistungen bei der Arbeitssuche bspw. 87 Mehr als 90% der Bevölkerung antizipiert Hilfeleistungen von Verwandten, FreundInnen oder NachbarInnen in prekären Situationen. Personen mit höherem Bildungsabschluss sowie die ländliche im Vergleich zur städtischen Bevölkerung hat häufiger eine positive Erwartungshaltung, Hilfe und Unterstützung im Notfall zu erhalten.88

Neben Gesundheit werden Familie, FreundInnen und Freizeit von den ÖsterreicherInnen als sehr wichtige Lebensbereiche eingeschätzt.

2.8.1. Soziale Kontakte

Soziale Kontakte bestehen in unterschiedlicher Intensität und können auf drei Ebenen betrachtet werden:

-Sozialer Kontakt zu Haushaltsmitgliedern
-Sozialer Kontakt zu Verwandten, FreundInnen und NachbarInnen
-Soziale Kontakte durch Vereinstätigkeit und Beteiligung in Organisationen89

Sozialer Kontakt zu Haushaltsmitgliedern Mehr als 4/5 der österreichischen Bevölkerung leben in einem Mehrpersonenhaushalt. 21% der Frauen und 15% der Männer leben in einem Einpersonenhaushalt. Die Frage nach der Haushaltsform ist insofern interessant, als ein Einpersonenhaushalt bedeutet, dass die Person in diesem Haushalt sich ihren Alltag nicht mit anderen Personen teilt. Am häufigsten leben Frauen ab 75 Jahren alleine. 57% dieser Gruppe leben alleine. Generell hoch ist der Anteil der PensionistInnen, die in einem Einpersonenhaushalt leben. 45% der Frauen und 19% der Männer in Pension leben alleine in einem Haushalt. Auch der Anteil der Arbeitslosen (26% Männer, 19% Frauen) liegt über dem Durchschnitt.90

Sozialer Kontakt zu Verwandten, FreundInnen und NachbarInnen Auf der sekundären Ebene nehmen die sozialen Kontakte zu Verwandten und Personen aus dem Freundeskreis und der Nachbarschaft eine bedeutende Rolle ein. Es handelt sich also um Personen außerhalb des Haushalts.

Mehr Frauen als Männer halten Kontakt zu Verwandten: 70% der Frauen und 58% der Männer haben regelmäßigen Kontakt zu Verwandten, intensiven Kontakt (täglich oder wöchentlich sowohl persönlicher als auch indirekter Kontakt) haben 45% der Frauen und 36% der Männer.91

Die häufigsten Kontakte werden zu Personen aus dem Freundeskreis gepflegt. 70% der Personen haben regelmäßigen Kontakt zu FreundInnen, intensiver Kontakt wird von 53% der Bevölkerung zu FreundInnen gehalten. Hier gibt es kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Studie zeigt, dass die Kontakte zu FreundInnen mit zunehmendem Alter abnehmen. Während 94% der Kinder und Jugendlichen ab 16 Jahren regelmäßigen Kontakt zu FreundInnen haben, sinkt der Anteil auf 51% bei über 65-Jährigen. Auch ist ein Stadt- Land-Gefälle in Österreich gegeben. Während in der Bundeshauptstadt 81% der Bevölkerung regelmäßigen Kontakt zum Freundeskreis hält, liegt der Anteil bei 65% bei der ländlichen Bevölkerung. Überdurchschnittlich häufige Kontakte zum Freundeskreis pflegen Personen ohne Partnerschaft im Haushalt, eingebürgerte Personen sowie Personen mit einem höheren Bildungsabschluss.92

Darüber hinaus sind auch Nachbarschaftsverhältnisse von Bedeutung. 64% der Frauen und 58% der Männer pflegen täglichen oder wöchentlichen Kontakt zu Personen aus ihrer Nachbarschaft.93

Werden die drei Bezugsgruppen außerhalb des Haushalts zusammengefasst, lässt sich feststellen, dass 92% der über 16-Jährigen mindestens wöchentlichen Kontakt zu Personen aus dem Freundeskreis, der Verwandtschaft oder Nachbarschaft haben. Im Umkehrschluss bedeutet dies allerdings, dass 7% der Frauen und 9% der Männer keinerlei soziale Kontakte pflegen. Tendenziell weniger soziale Kontakte haben Männer, ältere Leute und arbeitslose Männer.94

ϵϭ vgl. Statistik Austria, 2008, S. 58 ϵϮ vgl. Statistik Austria, 2008, S. 58 f. ϵϯ vgl. Statistik Austria, 2008, S. 59 ϵϰ vgl. Statistik Austria, 2008, S. 60 f.

Soziale Kontakte durch Vereinst ä tigkeit und Beteiligung in Organisationen

Neben den sozialen Kontakten im Haushalt und zu Verwandten, Nachbarschaft und Freundeskreis ist ein weiterer Indikator für soziale Kontakte die Mitgliedschaft in Vereinen, Gruppen und anderen Organisationen. Hier sind im Gegensatz zu den Kontakten innerhalb der Verwandtschaft die Männer mit 43% aktiver als die Frauen mit 34% Partizipation in Vereinen oder Organisationen. Auch partizipieren mehr Menschen am Land (35%) als in Wien (23%) am Vereins- und Organisationsleben. Auch zeigt die Erhebung von EU-SILC, dass die berufliche Stellung positiv mit der Vereinstätigkeit korreliert. Am wenigsten beteiligen sich HilfsarbeiterInnen, Arbeitslose und Personen, die über einen Pflichtschulabschluss verfügen, am Vereinsleben. Ebenso sinkt mit der Dauer der Arbeitslosigkeit die aktive Teilnahme in Vereinen und Organisationen.95

2.8.2. Kulturelle Teilhabe

74% der befragten Personen im Rahmen der EU-SILC Erhebung haben innerhalb eines Jahres zumindest einmal eine der Veranstaltungen oder Einrichtungen, wie sie in nachfolgender Abbildung aufgelistet sind, besucht, wobei tendenziell mehr Männer als Frauen kulturelle Veranstaltungen besuchen. Männer besuchen häufiger Sportveranstaltungen, während Frauen tendenziell öfter ins Theater, Musical, Tanz und Ballett gehen. Zirka 90% der Personen, die in Ausbildung stehen, und Personen mit hohem Bildungsabschluss und/oder hoher beruflicher Stellung besuchen kulturelle Veranstaltungen. Im Vergleich dazu sind lediglich zirka 50% der Personen mit einem Pflichtschulabschluss kulturell aktiv. 96

Intensität des Besuchs von kulturellen Veranstaltungen oder

Einrichtungen nach Geschlecht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Intensität des Besuchs von kulturellen Veranstaltungen oder Einrichtungen nach Geschlecht97

2.8.3. Soziale und kulturelle Teilhabe in Armutslagen

Es wird vermutet, dass Einkommensarme und Deprivierte eine geringere soziale Teilhabe aufweisen als nicht Arme. Diese Behauptung wird auf folgende Gründe zurückgeführt:

-Alltagsbewältigung von zB Langzeitarbeitslosen erfordert viel Zeit und Energie und lässt kaum Raum für soziale und kulturelle Aktivitäten
-Freizeitaktivitäten sind meist mit Kosten (Eintrittspreise, Mitgliedsbeiträge,
Mobilitätskosten, etc.) verbunden
-schwierige Lebenssituationen überfordern die sozialen Kontakte und führen schließlich zu Isolation und mangelnder Unterstützung
-mangelndes Wissen über Kultur- und Freizeitangebote, da es an diesem Wissen auch im sozialen Netzwerk fehlt98

EU-SILC 2006 zeigt, dass einkommensarme und finanziell deprivierte Personen überdurchschnittlich oft alleine leben im Vergleich zur nicht armen oder deprivierten Bevölkerung. Nicht arme Frauen leben zu 16 %, Männer zu 13 % alleine, während dieser Anteil auf 47 % (Frauen) und 32 % (Männer) bei der manifest armen Bevölkerungsgruppe steigt. Dies gründet auch darin, dass viele arbeitslose und pensionierte Personen in einem Einpersonenhaushalt leben und diese Gruppe verstärkt von Einkommensarmut und Deprivation betroffen ist.100

Je nach Armutslage gestaltet sich die Intensität der sozialen Beziehungen unterschiedlich. Die Intensität sozialer Beziehungen nimmt mit zunehmender Deprivation und Armut ab. 7 % der Männer und 5 % der Frauen der nicht armen Bevölkerungsgruppe haben keinen regelmäßigen Kontakt zu Verwandten, FreundInnen oder NachbarInnen. Der Isolationsindex von EU-SILC gibt den Anteil der Personen ohne regelmäßige Kontakte nach den Armutslagen depriviert, einkommensarm und manifest arm im Vergleich zum Anteil der nicht armen Personen an. So zeigt sich, dass das Fehlen regelmäßiger Kontakte bei deprivierten Personen rund zweimal so häufig auftritt wie bei nicht Armen. Ebenso trifft dieser Isolationsindex von zirka zwei auf die manifest armen Männer zu, während der Index auf 2,88 bei Frauen ansteigt und dadurch ein starker Geschlechterunterschied deutlich wird.101

Neben den sozialen Kontakten im Haushalt und zu Verwandten, Nachbarschaft und Freundeskreis ist ein weiterer Indikator für soziale Kontakte die Mitgliedschaft in Vereinen, Gruppen und anderen Organisationen. Wiederum lässt sich feststellen, dass nicht arme Personen mit 34 % stärker integriert sind als manifest arme Personen (18 %), wobei es keine Unterschiede in der Partizipation in Religionsgemeinschaften und Freizeitgruppen gibt.102 Es zeigt sich weiters, dass manifest Arme seltener Freizeitaktivitäten ausüben mit Ausnahme von Spazierengehen, Einkaufen und Ausflügen.103

Wie in folgender Abbildung zu sehen ist, zeigt kulturelle Teilhabe große Unterschiede zwischen manifest armen und nicht armen Personen. Letztere Gruppe besucht mit 82 % doppelt so häufig wie manifest arme Personen mit 39 % kulturelle Veranstaltungen. Diese umfassen in dieser Erhebung die Kategorien Konzerte, Kino, Museen, Ausstellungen, Denkmäler, Theater, Sportveranstaltungen, Lesungen, (Dia-)Vorträge, Musicals, Ballett, Tanz und Bibliotheken. Am stärksten zeichnet sich der Unterschied bei Theater, Musicals und Sportveranstaltungen ab.104

[...]


1 vgl. Stelzer-Orthofer / Leibetseder, 2008, S. 8

2 vgl. BMASK, 2009b, S. 50

3 vgl. Kapitel 3.1 Aktion

4 vgl. Schenk, 2001, S. 7

6 vgl. Weidenholzer, 2007, S. 347

7 vgl. Knapp, 2004. S. 67

8 vgl. Knapp, 2004. S. 67

9 vgl. Fernández de la Hoz, 2001, S. 18

10 vgl. Kronauer, 2002, S. 13

11 vgl. Knapp, 2004. S. 67 f.

12 vgl. Kronauer, 2002, S. 14

13 vgl. Fernández de la Hoz, 2001, S. 2

14 vgl. Fernández de la Hoz, 2001, S. 18

15 vgl. Weidenholzer, 2007, S. 349

16 vgl. Huster, 1996, S. 21 f.

17 vgl. Benz, 2005, S. 93

18 vgl. Böhler / Sedmak, 2004, S. 20 f.

19 vgl. Kargl / Landau 2002, S. 1

20 Böhm / Buggler / Mautner (Hrsg.), 2003, nach Böhler / Sedmak, 2004, S. 23 ϭϰ

21 Rat der Europäischen Gemeinschaft, 1984, vgl. Kommission, 1991, S. 4 nach Bartelheimer, 2004 , S. 1

22 vgl. Weidenholzer, 2007, S. 353

23 vgl. Benz, 2005, S. 104 f.

24 vgl. Kern, 2002, S. 41

25 vgl. Huster, 1996, S. 22

26 Huster, 1996, S. 22

27 vgl. Benz, 2005, S. S. 98

28 vgl. Benz, 2005, S. S. 98 f.

29 vgl. BMASK, 2009b, S. 46

30 vgl. BMASK, 2010, S. 11, S. 40

31 vgl. AK, 2010

33 vgl. Wolf, 2008, S. 26 f.

34 vgl. Spiss, 2008, S. 11

35 vgl. Kargl / Landau, 2002, S. 1

36 vgl. Wolf, 2008, S. 29

37 vgl. Böhnisch / Arnold / Schröer, S. 145

38 Böhnisch / Arnold / Schröer, S. 154

39 vgl. Knapp, 2004, S. 75

40 vgl. Huster, 1996, S. 23

41 vgl. Knapp, 2004, S. 75

42 vgl. Eiffe, 2009, S. 73 f.

43 vgl. Huster, 1996, S. 24 f.

44 vgl. Hübinger, 1996, S. 46

45 vgl. Eiffe, 2009, S. 74

46 vgl. Eiffe, 2009, S. 74

47 Weisser, 1972, nach Allmendinger / Hinz, 1999, nach Eiffe, 2009, S. 74

48 vgl. Stelzer-Orthofer / Andree, 2006, S. 8

49 vgl. Huster, 1996, S. 27

50 vgl. Huster, 1996, S. 27

51 vgl. Stelzer-Orthofer / Andree, 2006, S. 8 f.

52 vgl. Eiffe, 2009, S. 75

53 vgl. Böhler / Sedmak, 2004, S. 32

54 vgl. Eiffe, 2009, S. 72, nach Sen, 2002, S. 110

55 vgl. Böhler, 2004, S. 14

56 vgl. Böhler, 2004, S. 16

57 vgl. Eiffe, 2009, S. 72

58 vgl. Böhler, 2004, S. 27

59 vgl. Dimmel, 2008, S. 29 f.

60 vgl. Eiffe, 2009, S. 75

61 vgl. Heitzmann, 1999, S. 2

62 vgl. Heitzmann, 1999, S. 2

63 vgl. Fernández de la Hoz, 2001, S. 3

64 vgl. Benz, 2005, S. 110

65 vgl. Eiffe, 2009, S. 75 und vgl. Böhnke, 2006, S. 83 Ϯϯ

66 vgl. Fernández de la Hoz, 2001, S. 11

67 vgl. Fernández de la Hoz, 2001, S. 3

68 Townsend, 1979, S. 50, nach Fernández de la Hoz, 2001, S. 3

69 vgl. Fernández de la Hoz, 2001, S. 3

70 vgl. Fernández de la Hoz, 2001, S. 20

71 vgl. BMASK, 2010, S. 6

72 vgl. Weidenholzer, 2007, S. 352

73 BMASK, 2010, S. 10

74 vgl. Stelzer-Orthofer / Leibetseder, 2008, S. 22

75 vgl. BMASK, 2010, S. 6

76 vgl. Heitzmann / Till-Tentschert (2009): S. 108 ϳϳ vgl. Kern, 2002, S. 42

78 vgl. BMASK, 2010, S. 10 f.

79 vgl. BMASK, 2009, S. 248 f.

80 vgl. BMASK, 2010, S. 11

82 vgl. BMASK, 2010, S. 11

83 vgl. BMASK, 2009, S. 249 f.

84 vgl. BMASK, 2009, S. 250

85 Statistik Austria, 2008, S. 56

86 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 56

87 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 56, 63

88 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 63

89 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 57 ff.

90 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 58

91 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 58

92 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 58 f.

93 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 59

94 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 60 f.􀀃

95 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 61

96 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 62 f.

97 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 62

98 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 64

100 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 64

101 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 64 f.

102 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 64 f.

103 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 67

104 vgl. Statistik Austria, 2008, S. 66

Ende der Leseprobe aus 123 Seiten

Details

Titel
Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur". Eine empirische Analyse von Armutsgefährdung, sozialer und kultureller Teilhabe aus der Sicht von KulturpassbesitzerInnen
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz  (Gesellschafts- und Sozialpolitik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
123
Katalognummer
V189427
ISBN (eBook)
9783668691902
ISBN (Buch)
9783668691919
Dateigröße
1437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aktion, hunger, kunst, kultur, eine, analyse, armutsgefährdung, teilhabe, sicht, kulturpassbesitzerinnen
Arbeit zitieren
Isabella Hinterleitner (Autor), 2011, Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur". Eine empirische Analyse von Armutsgefährdung, sozialer und kultureller Teilhabe aus der Sicht von KulturpassbesitzerInnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189427

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