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Fondsrating - wissenschaftliche Analyse oder pure 'Sterndeuterei'

Title: Fondsrating - wissenschaftliche Analyse oder pure 'Sterndeuterei'

Research Paper (undergraduate) , 2007 , 38 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stephan Liesegang (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Summary Excerpt Details

Die Finanzmärkte entwickelten sich in den letzten Jahrzehnten in einem atemberaubenden Tempo und ließen die Welt der Kapitalanleger zu einem beinah unüberschaubaren Dschungel anwachsen. Unterstützt durch die Globalisierung und die damit verbundene Dezentralisierung der Märkte, nahm auch das Volumen der transnationalen Kapitalströme zu. Die Märkte der Welt wachsen immer weiter zusammen und vergrößern die Möglichkeiten der Kapitalanleger exponentiell. Dieses Wachstum beschert aber auch den Anbietern und Vermittlern von Investitionsmöglichkeiten ein lukratives Geschäft und lässt ihre Anzahl entsprechend steigen. Banken, Versicherungen, Bausparkassen und Investmenthäuser bieten unzählige Produkte zur Kapitalanlage. Der institutionelle oder auch Privatanleger hat heute die Möglichkeit, zwischen dem Erwerb an Anteilen einer chinesischen Ölfirma oder einfach nur einem Grundstück vor der heimischen Tür, zu entscheiden. Das eigentliche Problem was für ihn dabei entsteht ist nicht die Tatsache, dass er zu viele Möglichkeiten besitzt, sondern das Faktum der kaum zu bewältigende Informationsflut, die durch diese Entwicklung erzeugt wurde. Aber nicht nur der private Anleger hat es schwer, eine gewinnbringende und sichere Investition zu tätigen, auch für professionelle Anlageberater oder Vermögensverwalter ist es schwer geworden einen guten Überblick zu behalten. Zusätzlich haben zahlreiche reale Krisen in den letzten Jahren, wie die Einbußen im Bereich der New Economy, zur Verunsicherung aller Beteiligten beigetragen und schüren die Angst vor potentiellen Rückschlägen.

Unterstützt durch diese Entwicklung gewann das sog. Rating für die Finanzwelt an Bedeutung. Entsprechende Ratingagenturen bieten diese Analysen und Bewertungen von Wirtschaftssubjekten, Bereichen und Finanztiteln an und ermöglichen es, den am Markt Beteiligten ein Stück Transparenz zurückzugewinnen. Zweifelsohne leisten diese privatwirtschaftlichen Unternehmen heute eine entscheidende Rolle auf den Märkten. Doch sollte man nicht vergessen ihre Bedeutung kritisch zu bewerten. Vor allem im europäischen Raum gibt es noch Defizite im Verständnis des Begriffes „Rating“ und inwieweit es dem Anleger in der Entscheidungsfindung unterstützen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis der Arbeit

Einleitung

1. Abgrenzung des Fondsrating

1.1 Definition Fonds

1.2 Definition Rating

1.3 Arten des Fondsratings

1.4 Ratingagenturen

1.5 Ratingcode

2. Informationsfunktion des Fondratings

2.1 Sicht des Informationsanbieters (Ratingagenturen)

2.2 Sicht der Produktlieferanten (KAG)

2.3 Sicht der Kunden (Anleger)

2.4 Sicht des Intermediärs (Vermittler)

3. Fondsratingansatz von Standard & Poor´s

3.1 Standard & Poor´s Ranking

3.1.1 Berechnung der Fund Stars

3.1.2 Nutzen und Grenzen des S & P Rankings

3.2 Standard & Poor´s Fund Management Rating

3.2.1 Hintergrundprüfung

3.2.2 Qualitative Face-to-Face Interview

3.2.3 Ratingkomitee/ Ratingbericht

3.2.4 Monitoring des Fonds

3.3 Nutzen und Grenzen des S & P Fondsratings

4. Weitere Fondsratingansätze im Vergleich mit S&P

4.1 Ansatz von Morningstar

4.2 Ansatz von Feri Trust

4.3 Ansatz von Lipper

5. Zukunft des Fondsrating

Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Aussagekraft von Fondsratings kritisch zu analysieren und deren Prozessablauf – insbesondere anhand der Agentur Standard & Poor’s – transparent darzustellen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Ratings eine objektive Entscheidungshilfe für Anleger darstellen oder lediglich als „Sternendeuterei“ oder Marketinginstrument zu werten sind.

  • Grundlagen und Definitionen des Fonds- und Ratingwesens
  • Analyse der Informationsfunktion von Ratings für verschiedene Marktteilnehmer
  • Detaillierte Untersuchung des Ratingprozesses von Standard & Poor’s
  • Vergleichende Betrachtung alternativer Ratingmethoden (Morningstar, Feri Trust, Lipper)
  • Kritische Würdigung des Nutzens und der Grenzen von Fondsratings für Investoren

Auszug aus dem Buch

1.4 Ratingagenturen

Ratingagenturen sind privatwirtschaftliche und gewinnorientierte Unternehmen des Finanzdienstleistungsbereiches. Hierbei übernimmt das Rating die Rolle des Unternehmensgegenstandes, mit dessen Durchführung und Vermarktung ein erwerbswirtschaftlicher Zweck vom Unternehmen verfolgt wird. Die Kapitalanlagegesellschaft welche den Fond auflegt und das Rating in Auftrag gibt, schlägt in der Regel den, von der Ratingagentur erhobenen Preis, auf die Kosten für den Anleger auf. Die Tatsache, dass die Ratinggesellschaften trotz dieser Gewinnorientierung ein gutes Ansehen genießen, beruht auf dem Faktum, dass sie Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit garantieren. Doch die Agenturen sind nicht unfehlbar und die Garantie besagt nicht das ein erstelltes Rating auch gesichert ist, was durch einige Krisen in letzter Zeit bewiesen wurde.

Die wichtigsten Fondsratingagenturen in Europa sind derzeit Standard & Poor’s, Feri Trust, Morningstar und Lipper.

Standard & Poor’s´s und Lipper setzen auf zweistufige Verfahren. Im ersten Schritt ermittelt Standard & Poor’s´s ob ein Fonds langfristig über dem Durschnitt liegt und unterzieht im zweiten Schritt, die besten 20 Prozent, einer Fund Management Analyse. Hingegen muss der Anleger bei Lipper im Vorfeld entscheiden ob er eine konstante oder Überdurchschnittliche Wertentwicklung oder ein geringes Verlustrisiko bevorzugt. Je nach Auswahl gibt es hierfür eine separate Hitliste. Die Agentur Morningstar berücksichtigt bei seiner Analyse die Wertentwicklung, Wertschwankung sowie anfallende Nebenkosten und setzt daraus eine Rating-Note zusammen. Zusätzlich werden die Fondsgröße und das Risiko der Anlagestrategie grafisch dargestellt. Eine Analyse wird nur durchgeführt wenn der Fonds bereits 3 Jahre am Markt besteht. Auch bei einem Feri Trust Rating muss der Fond seit mindestens 5 Jahren am Markt bestehen und wenigstens 19 vergleichbare Fonds sollten existieren. Ein seriöses Rating findet in der Regel mit Einverständnis des Emittenten statt und wird von diesem in Auftrag gegeben. Da nur auf diese Weise gewährleistet wird, dass die Ratingagentur, an alle für die Bewertung notwendigen Informationen, gelangen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Abgrenzung des Fondsrating: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen durch Definitionen von Fonds und Ratings sowie einen Überblick über die Entwicklung und Akteure der Branche.

2. Informationsfunktion des Fondratings: Hier werden die verschiedenen Perspektiven der Marktteilnehmer (Ratingagenturen, Kapitalanlagegesellschaften, Anleger und Vermittler) hinsichtlich der Bedeutung und Nutzung von Ratings beleuchtet.

3. Fondsratingansatz von Standard & Poor´s: Das Kapitel erläutert detailliert das zweistufige Analyseverfahren von Standard & Poor’s, bestehend aus einem quantitativen Ranking und einer qualitativen Fund Management Analyse.

4. Weitere Fondsratingansätze im Vergleich mit S&P: Hier werden die methodischen Unterschiede und Ansätze der Wettbewerber Morningstar, Feri Trust und Lipper analysiert und mit dem Standard & Poor’s-Modell verglichen.

5. Zukunft des Fondsrating: Dieses Kapitel wirft einen kritischen Blick auf die künftige Rolle des Fondsratings als Hilfestellung vor dem Hintergrund wachsender Marktanforderungen und berechtigter Kritik an der Methodik.

Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass Ratings zwar Transparenz bieten, aber keine Kaufgarantie darstellen und stets in Verbindung mit einer persönlichen Anlagestrategie betrachtet werden müssen.

Schlüsselwörter

Fondsrating, Investmentfonds, Standard & Poor’s, Morningstar, Feri Trust, Lipper, Performanceanalyse, Risikomanagement, qualitative Analyse, quantitative Bewertung, Fondsmanager, Finanzmarkttransparenz, Anlegerinformation, Anlageberatung, Ratingprozess

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Fondsrating als Instrument zur Bewertung von Investmentfonds, beleuchtet die dahinterstehenden Prozesse und bewertet kritisch deren Aussagekraft für Investoren.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Definition von Fonds und Ratings, die Informationsfunktion für Marktteilnehmer, die detaillierte Darstellung des Standard & Poor’s-Ratingprozesses sowie den Vergleich zu anderen Anbietern wie Morningstar, Feri Trust und Lipper.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, dem Leser ein anschauliches Verständnis für die tatsächliche Aussagekraft von Fondsratings zu vermitteln und zu klären, inwieweit diese für die Anlageentscheidung belastbar sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Dokumenten und Ratingsystemen der führenden Agenturen, wobei der Fokus auf der Darstellung und kritischen Reflexion der Ratingmethodik liegt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Begriffe, die Analyse der unterschiedlichen Sichten der Marktteilnehmer, die ausführliche Beschreibung des zweistufigen Ratingprozesses von Standard & Poor’s sowie einen Methodenvergleich mit anderen relevanten Ratingagenturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Fondsrating, Performanceanalyse, Risikobewertung, Ratingagenturen, Asset Management und Anlageentscheidung.

Warum ist das "Face-to-Face Interview" bei Standard & Poor’s so wichtig?

Dieses Interview dient der qualitativen Analyse, um über rein statistische historische Daten hinaus die Kompetenz des Fondsmanagers und die Disziplin des Investmentprozesses für zukünftige Prognosen zu bewerten.

Wie unterscheidet sich Morningstar von Standard & Poor’s?

Während Standard & Poor’s zusätzlich qualitative Faktoren wie Managergespräche einbezieht, stützt sich der Ansatz von Morningstar primär auf eine komplexe, rein quantitative Risiko-Rendite-Berechnung.

Sind Fondsratings als Kaufempfehlungen zu verstehen?

Nein, der Autor betont, dass Ratings keine eigenständigen Kaufentscheidungen ersetzen dürfen, da sie wichtige Marktfaktoren ausblenden und nur die Qualität innerhalb eines spezifischen Sektors abbilden.

Welche Rolle spielen Ratingcodes für den Anleger?

Ratingcodes (wie Sterne oder Buchstaben) dienen als visuelle Filter, die dem Anleger auf einen Blick eine grobe Orientierung über die relative Qualität eines Fonds im Vergleich zu seinen Mitbewerbern ermöglichen sollen.

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Details

Title
Fondsrating - wissenschaftliche Analyse oder pure 'Sterndeuterei'
College
University of Applied Sciences Nordhausen
Course
Finanzmanagement
Grade
1,3
Author
Stephan Liesegang (Author)
Publication Year
2007
Pages
38
Catalog Number
V189437
ISBN (eBook)
9783656135647
ISBN (Book)
9783656135814
Language
German
Tags
fondsrating analyse sterndeuterei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Liesegang (Author), 2007, Fondsrating - wissenschaftliche Analyse oder pure 'Sterndeuterei', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189437
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