Erprobtes und bewährtes Material für Studienanfänger, ebenfalls geeignet für die gymnasiale Oberstufe und zur Vorbereitung auf das Abitur.
Inhaltsverzeichnis
Ausführliche Erläuterungen zur Metapher, für Oberstufenschüler und Studienanfänger
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die Semantik und Analyse von Metaphern, insbesondere unter Rückgriff auf das Modell von Harald Weinrich. Das Ziel ist es, Schülern und Studierenden ein praktisches Instrumentarium an die Hand zu geben, um Metaphern in literarischen und expositorischen Texten zu erkennen, ihre Struktur zu verstehen und ihre kontextuelle Bedeutung zu bestimmen.
- Grundlagen der Metaphorik und Differenzierung zwischen verblassten, konventionellen und kühnen Metaphern.
- Anwendung des Weinrichschen Modells (Kontextdetermination, Bedeutungsreduktion, Konterdetermination).
- Analyse praktischer Beispiele aus der Weltliteratur, darunter Texte von Umberto Eco, Heinrich Heine, Paul Celan und Bertolt Brecht.
- Visuelle Aufbereitung von Metaphernbeziehungen durch grafische Modelle zur Veranschaulichung der Relation zwischen Bildspender und Bildempfänger.
- Untersuchung von Metaphern als Mittel der Ironie und der politisch-historischen Kommentierung.
Auszug aus dem Buch
Die kühne Metapher nach Harald Weinrich
In der so verstandenen Metapher wird das Gemeinte durch eine bildliche Vorstellung zum Ausdruck gebracht, die aus einem anderen Bereich als das Bild stammt und im Gegensatz dazu keine reale Beziehung zum Gemeinten hat, sie kombiniert also ohne Abbildungsfunktor (wie, als ob, gleichsam) etwas für unvereinbar Geltendes und signalisiert als suggestive Direktfügung ihre Intention nur innerhalb des Kontextes, ist somit „eine widersprüchliche Prädikation“ (Weinrich). „Wenn in der Metapher „Du bist die Rose vom Wörthersee“ das „Du“ keine wirkliche Rose ist, ist die damit verbundene Prädikation widersprüchlich.“ Eine ähnliche Meinung hat in der Bochumer Diskussion über die Metapher auch der angesehene Anglist der Ruhruniversität Bochum Ulrich Suerbaum vertreten: „Wie die Ironie dadurch etabliert wird, dass der Kontext die Diskrepanz zwischen Gesagtem und Gemeintem aufdeckt, so wird die Metapher dadurch determiniert, dass der Kontext die Nicht-Identität des semantisch Identifizierten deutlich macht. Der König war ein Löwe ist nur metaphorisch, wenn der König kein Löwe ist. Gesunkene Metaphern (Exmetaphern, Metaphernleichen), bei denen die Kontextsignale der Nicht-Identität fehlen, sind keine Metaphern.“
Zusammenfassung der Kapitel
Ausführliche Erläuterungen zur Metapher, für Oberstufenschüler und Studienanfänger: Dieses Kapitel definiert den Metaphernbegriff und unterscheidet zwischen verblassten, konventionellen und kühnen Metaphern unter Heranziehung prominenter Sprachtheoretiker.
Schlüsselwörter
Metapher, Kontextdetermination, Konterdetermination, Bildspender, Bildempfänger, Semantik, kühne Metapher, Literaturwissenschaft, Harald Weinrich, Prädikation, Sprachanalyse, rhetorische Figuren, Textanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Bestimmung und der praktischen Identifizierung von Metaphern in verschiedenen Textgattungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Struktur der Metapher, ihre Entschlüsselung durch den Kontext und die Abgrenzung von wörtlichen zu bildlichen Ausdrucksweisen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Vermittlung eines methodischen Rasters, um Metaphern als "Wort im Kontext" präzise zu analysieren und ihre Funktion zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Interaktionstheorie und das Erklärungsmodell von Harald Weinrich, ergänzt durch anschauliche grafische Schemata.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert zahlreiche Beispiele aus der Literatur, von Gedichtinterpretationen (Celan, Rilke) bis hin zu politischen Texten (Marx, Heine), um das Weinrichsche Modell zu verifizieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Metapher, Kontextdetermination, Bildspender, Bildempfänger und Semantik charakterisiert.
Wie unterscheidet der Autor zwischen "toter" und "kühner" Metapher?
Tote Metaphern sind in den allgemeinen Wortschatz eingegangen und werden als solche nicht mehr wahrgenommen, während kühne Metaphern durch eine bewusste Kontextualisierung und semantische Spannung auffallen.
Warum spielt das Beispiel aus Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen" eine besondere Rolle?
Das Beispiel dient der Veranschaulichung, wie Metaphern als ironisches Stilmittel fungieren und politisch-historische Kritik indirekt transportieren können.
- Arbeit zitieren
- M.A. Gerd Berner (Autor:in), 2012, Ausführliche Erläuterungen zur Metapher für Oberstufenschüler und Studienanfänger, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189466