Die vorliegende wissenschaftliche Abhandlung behandelt die Planung und Durchführung von Gruppenfreizeiten für die Besucher des Förder- und Betreuungs-bereiches einer Werkstatt für behinderte Menschen. Als Grundlage dafür wird im ersten Teil der Begriff Freizeit und seine Bedeutung auch für behinderte Menschen, aus theoretischer Sicht betrachtet. Ausgeweitet wird diese Betrachtung auf Urlaub und Tourismus im Leben behinderter Menschen. Bei der Bearbeitung der Thematik
werden dabei Verbindungen zum Normalisierungsprinzip und zum Integrationsgedanken hergestellt, welche sich beide auch explizit mit dem Bereich der Freizeit und Freizeitgestaltung befassen. Aus der theoretischen Betrachtung heraus, bestätigt sich das grundlegende Anrecht behinderter Menschen auf Gleich- berechtigung und Selbstbestimmung in den Bereichen Freizeit sowie Urlaub und Erholung. Darauf folgt die Beschreibung des konkreten Projektes hinsichtlich Klärung des Bedarfes, Planung, Ist-Stand zum Ende des Praktikums, Durchführung und Abrechnung, wobei sich dieses direkt der Durchführung anschließt. In der Zusammenfassung wird zudem abschließend noch einmal Bezug zwischen theoretischem und praktischem Teil der Arbeit hergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Betrachtung des Freizeitbegriffes – allgemein und im Hinblick auf die Zielgruppe
3. Freizeitbedürfnisse und behinderungsbedingte Benachteiligungen
4. Urlaub und Tourismus im Leben von Menschen mit Behinderung
5. Weitere Gründe für die Teilhabe behinderter Menschen im Freizeitbereich
6. Zum Bedarf von Gruppenfreizeiten im Förder- und Betreuungsbereich des Lebenshilfewerkes Annaberg e.V.
7. Planung und Organisation der Gruppenfreizeiten
8. Ist – Stand zur Planung der Gruppenfreizeiten vom 19.12.2008
9. Durchführung der Gruppenfreizeitmaßnahmen
10. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Studienarbeit befasst sich mit der Planung und Durchführung von Gruppenfreizeiten für Menschen mit Behinderung in einer teilstationären Einrichtung. Ziel ist es, auf Basis theoretischer Grundlagen zur Freizeitgestaltung und zum Normalisierungsprinzip die Notwendigkeit sowie die organisatorischen Herausforderungen solcher Urlaubsmaßnahmen praxisnah darzustellen und zu evaluieren.
- Bedeutung des Freizeitbegriffs für Menschen mit Behinderung
- Analyse von Freizeitbedürfnissen und Barrieren
- Rolle von Urlaub und Tourismus für die gesellschaftliche Teilhabe
- Praktische Bedarfsermittlung und Planungsprozesse in einer sozialen Einrichtung
- Herausforderungen in der Organisation und Finanzierung
Auszug aus dem Buch
4. Urlaub und Tourismus im Leben von Menschen mit Behinderung
Wie bereits in der Einleitung angeschnitten, ist der Förder- und Betreuungsbereich als Teil der Werkstätten des Lebenshilfewerkes Annaberg e.V. eine teilstationäre Einrichtung. Dies bedeutet das die Klienten durch Nutzung entsprechender Fahrdienste früh zur Arbeitsstätte gebracht und in der Regel in der Zeit zwischen 13 und 15 Uhr wieder von dort abgeholt werden. Die verbleibende Zeit des Tages verbringen die Klienten zu Hause mit den Eltern, Geschwistern oder weiteren Angehörigen. Aufgrund dessen spielen die bisher behandelten Fragen zu Freizeit und Freizeitverhalten kaum eine Rolle, da die Klienten ähnlich der Werkstatt in einem Arbeits- bzw. Betreuungsverhältnis stehen. Umso interessanter und wichtiger ist dafür der Aspekt Urlaub und Erholung. Es sei jedoch erwähnt, dass auch im Werkstattalltag arbeitsbegleitende Maßnahmen integriert sind, die durchaus einen Charakter freizeitähnlicher Aktivitäten haben und Ausgleich zur täglichen Arbeit ermöglichen sollen.
Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes lebten in Deutschland zum Jahresende 2007 6,9 Millionen schwerbehinderte Menschen, was einem Anteil von 8,4 Prozent an der Gesamtbevölkerung entspricht. Im Vergleich zur letzten Erhebung 2005 waren dies rund 153.000 bzw. 2,3% mehr betroffene Menschen. In nur 4% der Fälle handelte es sich dabei um eine angeborene oder im Laufe des ersten Lebensjahres aufgetretene Behinderung, 82% sind auf eine Krankheit und 2% auf einen Unfall zurückzuführen. Diesen Zahlen lässt sich entnehmen, dass die Mehrzahl der Menschen mit einer schweren Behinderung im Verlauf ihres Lebens davon getroffen wurde und sich ihr Leben dadurch elementar verändert hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Freizeit und Erholung als grundlegendes Recht für Menschen mit Behinderung ein und beschreibt das konkrete Projekt innerhalb des Förder- und Betreuungsbereiches.
2. Betrachtung des Freizeitbegriffes – allgemein und im Hinblick auf die Zielgruppe: Das Kapitel definiert den Freizeitbegriff im Verhältnis zur Arbeitswelt und beleuchtet die Möglichkeiten der selbstbestimmten Zeitgestaltung sowie die Bedeutung von Dispositionszeit.
3. Freizeitbedürfnisse und behinderungsbedingte Benachteiligungen: Hier werden zentrale Bedürfnisse wie Rekreation und Partizipation thematisiert und aufgezeigt, wie Behinderungen die individuelle Befriedigung dieser Bedürfnisse beeinflussen können.
4. Urlaub und Tourismus im Leben von Menschen mit Behinderung: Dieses Kapitel erörtert die geringe Teilhabequote behinderter Menschen am Tourismusmarkt und analysiert politische sowie gesellschaftliche Lösungsansätze.
5. Weitere Gründe für die Teilhabe behinderter Menschen im Freizeitbereich: Es wird der Zusammenhang zwischen Freizeitaktivitäten und Persönlichkeitsentwicklung sowie dem Integrationsgedanken bzw. dem Normalisierungsprinzip erläutert.
6. Zum Bedarf von Gruppenfreizeiten im Förder- und Betreuungsbereich des Lebenshilfewerkes Annaberg e.V.: Das Kapitel skizziert die spezifische Situation der Klienten in der Einrichtung und begründet den Bedarf an organisierten Gruppenfreizeiten zur Entlastung von Familien und zur Erholung der Klienten.
7. Planung und Organisation der Gruppenfreizeiten: Der Autor beschreibt detailliert den zeitlichen und prozeduralen Ablauf der Reiseplanung, von der Auswahl der Unterkünfte bis hin zur Kostenkalkulation.
8. Ist – Stand zur Planung der Gruppenfreizeiten vom 19.12.2008: Dieser Abschnitt bietet einen konkreten Einblick in den Arbeitsfortschritt der Reiseplanung für verschiedene Gruppen zum Zeitpunkt der Erstellung.
9. Durchführung der Gruppenfreizeitmaßnahmen: Es wird der organisatorische Ablauf während der Reisen beschrieben, einschließlich der Betreuungsschlüssel, der Rolle des Personals und der Abrechnungsmodalitäten.
10. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung unterstreicht die Wichtigkeit der Gruppenfreizeiten als festen Bestandteil der pädagogischen Arbeit und betont die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Integrationsprozesses.
Schlüsselwörter
Freizeit, Menschen mit Behinderung, Urlaub, Tourismus, Inklusion, Normalisierungsprinzip, Gruppenfreizeit, Lebenshilfe, Teilhabe, Betreuung, Erholung, Projektarbeit, Lebensqualität, Barrierefreiheit, Integrationsgedanke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung, Planung und Umsetzung von Gruppenfreizeiten für Menschen mit Behinderung innerhalb des Förder- und Betreuungsbereiches des Lebenshilfewerks Annaberg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Abhandlung?
Zentrale Themen sind der Freizeitbegriff im Kontext von Behinderung, das Normalisierungsprinzip, urlaubspolitische Rahmenbedingungen für behinderte Menschen und die praktische Projektplanung in sozialen Einrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Anrecht auf Erholung und Teilhabe zu begründen und einen praxisorientierten Leitfaden sowie eine Evaluation der Planung und Organisation solcher Gruppenreisen vorzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Begriffe (Freizeit, Normalisierung) kombiniert mit einer prozessorientierten Darstellung der eigenen Projekterfahrung während eines Praktikums.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Freizeit und Tourismus, die Bedarfsanalyse im speziellen Einrichtungsalltag sowie eine detaillierte Aufschlüsselung des Planungsprozesses von Gruppenfreizeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Freizeit, Teilhabe, Normalisierungsprinzip, Gruppenfreizeit und Lebenshilfe.
Wie unterscheiden sich die Reisepläne für die verschiedenen Gruppen?
Die Planung differenziert stark nach dem Schweregrad der Behinderung, etwa hinsichtlich notwendiger Rollstuhlbusse, der benötigten pflegerischen Unterstützung und der Dauer der Reise (z.B. zwei Übernachtungen bei schwerstmehrfach behinderten Klienten).
Welche Herausforderungen bei der Organisation werden besonders hervorgehoben?
Der Autor nennt insbesondere die knappe Auswahl bedarfsgerechter, barrierefreier Einrichtungen, die zeitintensive Abstimmung mit Eltern und Gruppenleitern sowie die finanzielle Komplexität der Kalkulation.
Warum ist das Normalisierungsprinzip zentral für diese Arbeit?
Es dient als theoretisches Fundament, um zu untermauern, dass Freizeit, Urlaub und Erholung für behinderte Menschen keine Sonderleistungen, sondern ein selbstverständlicher Bestandteil des Lebensalltags sein sollten.
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- Dipl.-Soz.Päd.(BA) Tobias Weigel (Author), 2009, Organisation von Gruppenfreizeiten für die Besucher des Förder- und Betreuungsbereiches einer Werkstatt für behinderte Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189978