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Tschechen und Slowaken in Wien

Titel: Tschechen und Slowaken in Wien

Seminararbeit , 2011 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stefan Hörl (Autor:in)

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Zuge der Lehrveranstaltung „Minderheiten und Bildungssysteme im europäischen Vergleich“ habe ich mich mit den beiden autochthonen Minderheiten der Tschechen und Slowaken in Wien beschäftigt. In der folgenden Arbeit möchte ich die historische und gegenwärtige Situation der beiden Volksgruppen näher betrachten. Die Geschichte der Tschechen und Slowaken ist eng miteinander verknüpft, und ist zu einem großen Teil als gemeinsame Geschichte der Tschechoslowakei zu verstehen. Mit der Unabhängigkeit der Slowakei 1992, wurde auch die slowakische Volksgruppe in Wien anerkannt. Dennoch kann man bis heute eine große Bereitschaft zur Zusammenarbeit der beiden Gruppen sehen.
Im ersten Kapitel werde ich mich mit den Tschechen in Wien auseinandersetzen, und versuchen aus ihrer Geschichte heraus die heutige Situation abzuleiten. Dabei möchte ich auch speziell auf den Schulverein „Komensky“ eingehen, der wichtigste und traditionsreichste Verein der Tschechen, der beide Volksgruppen nachhaltig beeinflusst hat. Danach werde ich das Gleiche bei den Slowaken in Wien versuchen. Anschließend beleuchte ich die Medienlandschaft der beiden Minderheiten, bevor ich aktuelle Themen aufgreife, nämlich die rechtliche Situation heute, und die Forderung nach einem Minderheitenschulgesetz in Wien.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Tschechen in Wien

2.1. Monarchie

2.2. Erste Republik

2.3. Zwischenkriegszeit

2.4. Nationalsozialismus

2.5. Entwicklung nach 1945

2.6. Komensky Schulverein

3. Slowaken in Wien

3.1. Slowaken in Niederösterreich

3.2. Slowaken in Wien

4.Medien der Tschechen und Slowaken in Wien

5. Rechtliche Stellung der Tschechen und Slowaken in Wien

6. Minderheitenschulgesetz in Wien gefordert

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung sowie die gegenwärtige Situation der autochthonen tschechischen und slowakischen Minderheiten in Wien. Ziel ist es, die wechselvolle Geschichte dieser Volksgruppen aufzuarbeiten und die Herausforderungen hinsichtlich Integration, schulischer Bildung und rechtlicher Anerkennung in einem veränderten politischen Umfeld zu analysieren.

  • Historische Einwanderungsprozesse der Tschechen und Slowaken nach Wien
  • Die zentrale Rolle des Schulvereins „Komensky“ für das Bildungswesen der Minderheiten
  • Einfluss politischer Umbrüche, wie dem Nationalsozialismus und der Samtenen Revolution, auf die Vereinsstrukturen
  • Mediale Repräsentation und Identitätswahrung der Volksgruppen
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und die aktuelle Forderung nach einem Minderheitenschulgesetz

Auszug aus dem Buch

2.4. Nationalsozialismus

Beim Anschluss an Deutschland wollte man sich durch ein klares „Ja“ bei der Volksabstimmung schützen, und man hoffte auf Kooperation, zumindest auf Koexistenz des Regimes. Das war nicht der Fall, im Gegenteil setzten schon bald Repressalien gegen die tschechischen Schulen und Printmedien ein. In dieser Situation setzten die Vereinstätigkeiten zu, weil sie eine gute Möglichkeit boten, sich unbeobachtet zu treffen, und Informationen auszutauschen. 1941 mussten die „Komensky“-Schulen und die letzte Zeitung schließen. Es kam auch zu Terror gegen Einzelpersonen, Restaurants, aber auch Kinder und „Komensky“-Schulen, der vom Regime offenkundig unterstützt wurde. (vgl. Baumgartner 1995, S.148f.)

Recht schnell organisierten sich Widerstandsgruppen der Minderheit. Die „tschechische Sektion der KPÖ“ umfasste ca. 200 Mitglieder, die aus Kommunisten, Sozialisten und Linken bestand. Ab Herbst 1940 konnte die Widerstandsgruppe durch Sprengstoff- und Brandanschläge einige Rüstungsbetriebe lahmlegen, bevor die meisten männlichen Mitglieder deportiert wurden, 20 den Tod fanden, und einige Selbstmord begingen. Die zweitgrößte Widerstandsgruppe, die „CURIUE“, unter der Führung des jungen Priesters Wenzel Pojar, wurde 1944 ausgehoben, und alle 30 Mitglieder wurden nach Mauthausen deportiert, wo drei Mitglieder starben. (vgl. ebd., S.149)

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische und aktuelle Situation der autochthonen Minderheiten der Tschechen und Slowaken in Wien ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

2.Tschechen in Wien: Das Kapitel beleuchtet die Geschichte der tschechischen Bevölkerung in Wien von der Monarchie bis zur Zeit nach 1945 sowie die Bedeutung des Schulvereins „Komensky“.

3. Slowaken in Wien: Dieser Abschnitt behandelt die Ansiedlung der Slowaken in Niederösterreich sowie die spezifische Entwicklung und Vereinsgeschichte der Slowaken in Wien.

4.Medien der Tschechen und Slowaken in Wien: Hier wird die mediale Präsenz, einschließlich Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunksendungen, im Kontext der kulturellen Identitätswahrung beschrieben.

5. Rechtliche Stellung der Tschechen und Slowaken in Wien: Das Kapitel analysiert die gesetzliche Anerkennung und die Rolle des Volksgruppengesetzes für die beiden Minderheiten.

6. Minderheitenschulgesetz in Wien gefordert: Dieser Teil thematisiert die aktuelle politische Debatte um ein eigenständiges Minderheitenschulgesetz als Antwort auf die unzureichende staatliche finanzielle Unterstützung.

Schlüsselwörter

Tschechen, Slowaken, Wien, Minderheiten, Volksgruppen, Komensky, Schulverein, Assimilation, Integration, Minderheitenschulgesetz, Volksgruppengesetz, Vereinswesen, Nationalsozialismus, Widerstand, Sprachrechte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den historischen und gegenwärtigen Lebensumständen der tschechischen und slowakischen Minderheiten in Wien im Kontext ihrer Integration in das österreichische Bildungssystem und die Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Vereinsbildung, das Bildungswesen der Minderheiten (insbesondere durch den Schulverein Komensky), die mediale Repräsentation sowie die rechtliche Stellung und Forderungen nach bildungspolitischen Reformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der beiden Volksgruppen aus ihrer Geschichte heraus nachzuvollziehen und ihre aktuelle Situation unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen kritisch zu betrachten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf einer fundierten Aufarbeitung historischer Quellen, wissenschaftlicher Fachliteratur sowie zeitgenössischer Dokumente und Internetquellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Tschechen und Slowaken in Wien, eine Untersuchung ihrer Medienlandschaft sowie eine Darstellung ihrer rechtlichen Situation und bildungspolitischer Forderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere geprägt durch Begriffe wie Minderheitenschutz, Assimilation, Vereinswesen, das Schulwesen des Komensky-Vereins und die rechtliche Situation der Volksgruppen in Österreich.

Welche Rolle spielt der Schulverein "Komensky" für die Minderheiten?

Der Schulverein ist historisch und gegenwärtig das bedeutendste Organ der tschechischen und slowakischen Minderheit in Wien, welches Bildung von der Elementarpädagogik bis zur Matura organisiert und maßgeblich zur Identitätswahrung beitrug.

Wie wirkte sich die politische Spaltung nach 1945 auf die Minderheiten aus?

Der Februarputsch 1948 in Prag führte zu einer Spaltung der Wiener Volksgruppen in ein kommunistisch-regimefreundliches und ein demokratisches Lager, was zu einer Zersplitterung des Vereinswesens führte.

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Details

Titel
Tschechen und Slowaken in Wien
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung)
Veranstaltung
Minderheiten und Bildungssysteme im europäischen Vergleich
Note
1,0
Autor
Stefan Hörl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V189983
ISBN (eBook)
9783656144076
ISBN (Buch)
9783656144649
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tschechen slowaken wien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Hörl (Autor:in), 2011, Tschechen und Slowaken in Wien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189983
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Leseprobe aus  15  Seiten
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