„Antony was amazed at her [Cleopatras] wit as well as her good looks, and became captive as though he were a young man, although he was forty years of age. It is said that he was always very susceptible in this way, and that he had fallen in love with her at first sight long time ago when she was still a girl and he was serving as master of horse under Gabinius in Alexandria.” Diese Beschreibung über das Verhältnis zwischen Marcus Antonius und der ägyptischen Königin Cleopatra, verfasst etwa 180 Jahre nach dem Tod der beiden von Appian, ist typisch für den größten Teil der römischen Geschichtsschreibung. In vielen Werken wird Antonius Liebe zu Cleopatra und seine Abhängigkeit von ihr als wichtigste Ursache für seine schlechten Leistungen als Herrscher des Ostens des Römischen Reichs und für sein Scheitern im Bürgerkrieg gegen Octavian verantwortlich gemacht.
„Ein bekannter Historiker, Ronald Syme, hat einmal gesagt: ‚Das Andenken des Antonius liegt unter den Reden Ciceros, unter Schwindel und Erdichtungen und unter der Katastro-phe von Actium begraben.‘“ Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, dieses Andenken teilweise wieder an die Oberfläche zu bringen. Dies soll unter der Fragestellung geschehen, wie die militärischen, politischen und repräsentativen Vorstellungen des Antonius als Herrscher des Ostens des Römischen Reichs zwischen dem Sieg des zweiten Triumvirats in der Schlacht bei Philippi im Jahr 42 v. Chr. und dem Beginn des Bürgerkriegs zwischen Antonius und Octavian im Jahr 32 v. Chr. ausgesehen haben. Dazu wird der Verfasser dieser Hausarbeit zunächst kurz das Leben des Antonius darstellen. Anschließend wird er das Vorgehen des Antonius als Herrscher in drei zentralen Bereichen untersuchen: Zuerst im militärischen Bereich, am Beispiel des Kriegs gegen die Parther und die Armenier, danach im politischen Bereich, am Beispiel der Neugliederung des Herrschaftssystems durch Klientelfürstentümer im Osten des Römischen Reichs und zum Schluss im Bereich des von ihm betriebenen Herrscherkults. Am Ende dieser Hausarbeit wird der Verfasser die Ergebnisse zusammenfassen und ein Urteil über die Herrschaft des Antonius abgeben.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. Kurzbiographie
2. Antonius als Herrscher
a) Der militärische Aspekt
b) Der politische Aspekt
c) Der repräsentative Aspekt
d) Zusammenfassung
III. Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, das historisch geprägte, negative Andenken an Marcus Antonius zu korrigieren und seine Herrschaft im Osten des Römischen Reichs zwischen 42 v. Chr. und 32 v. Chr. objektiv zu untersuchen. Dabei wird analysiert, ob sein Vorgehen in militärischen, politischen und repräsentativen Bereichen als „typisch römisch“ einzustufen ist.
- Biographische Darstellung von Marcus Antonius
- Militärische Strategien und Konflikte, insbesondere gegenüber den Parthern
- Politische Neuordnung des Ostens durch Klientelfürstentümer
- Untersuchung des Herrscherkults und der repräsentativen Selbstdarstellung
Auszug aus dem Buch
a) Der militärische Aspekt
Militärisch war das Jahrzehnt, in dem Antonius im Osten herrschte, vor allem vom Vorgehen gegen die Parther geprägt. Vor allem sticht hierbei im Jahr 36 v. Chr. der letztlich nicht erfolgreiche Partherfeldzug hervor.
In Winter der Jahre 41 v. Chr. und 40 v. Chr. fielen die Parther – die sich nach dem Sieg in der Schlacht bei Carrhae 53 v. Chr. als einzig nennenswerte, von Rom unabhängige Macht, etablieren konnten – in Syrien und Kleinasien ein und hatten so die Initiative im Konflikt mit dem Römische Reich übernommen. Antonius, der nach dem Sieg in den Schlachten bei Philippi etwa ein Jahr zuvor den Höhepunkt seines militärischen Ansehens erklommen hatte, war in Folge des Sieges für dieses Gebiet verantwortlich. Doch laut Cassius Dio reagierte Antonius zunächst nicht auf diesen Einfall: „Antonius erfuhr zwar von diesen Vorgängen [...] – er war ja über alles und jedes was geschah genau unterrichtet –, doch unterließ er es, in beiden Fällen rechtzeitig Hilfsmaßnahmen zu ergreifen.“ Tatsächlich verbrachte Antonius diesen Winter in Alexandria zusammen mit der ägyptischen Königin Cleopatra VII., in deren „Bannkreis“ er bei ihrem Treffen in Tarsos im Jahr 41 v. Chr. geraten war. Erst im Jahr 38 v. Chr. gelang es ihm die Ostgrenzen des Reichs wiederherzustellen, als sein Legat P. Ventidius Bassus die Parther bei Gindarus in Nordsyrien besiegte. Dies sollte der einzige Triumph der Römer über die Parther zu Zeiten der Republik bleiben.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Einführung in die Fragestellung und kritische Auseinandersetzung mit der quellenbedingten Vorbelastung des historischen Bildes von Antonius.
II. Hauptteil: Detaillierte Untersuchung des Lebensweges sowie der militärischen, politischen und repräsentativen Herrschaftsführung des Antonius.
1. Kurzbiographie: Übersicht über den Lebenslauf von Marcus Antonius, seinen Aufstieg unter Caesar und seine Rolle im Triumvirat.
2. Antonius als Herrscher: Einleitung in die methodische Herangehensweise zur Analyse von Antonius' Herrschaft im Osten.
a) Der militärische Aspekt: Analyse der Partherkriege und der militärischen Herausforderungen des Antonius im Osten.
b) Der politische Aspekt: Untersuchung der Neuordnung durch Klientelfürstentümer und die Rolle der Landschenkungen an Kleopatra.
c) Der repräsentative Aspekt: Beleuchtung des Herrscherkults, der Apothese und der propagandistischen Selbstdarstellung als Dionysos.
d) Zusammenfassung: Synthese der Teilergebnisse mit dem Schluss, dass Antonius Politik in wesentlichen Aspekten typisch römisch war.
III. Ergebnisse: Abschließendes Urteil über die Herrschaft des Antonius und Einordnung seines Scheiterns in den Kontext der Siegergeschichtsschreibung.
Schlüsselwörter
Marcus Antonius, Römische Geschichte, Triumvirat, Orientpolitik, Partherkrieg, Cleopatra, Klientelfürstentümer, Herrscherkult, Propaganda, Octavian, Pharsalus, Philippi, Alexandria, Römisches Reich, Antike.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Neubewertung der Herrschaft des Marcus Antonius im Osten des Römischen Reichs zwischen 42 und 32 v. Chr.
Welches Ziel verfolgt die Hausarbeit?
Das primäre Ziel ist es, den oft einseitig negativen Ruf des Antonius zu hinterfragen und zu prüfen, ob sein Vorgehen im Osten den römischen Standards seiner Zeit entsprach.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung gliedert sich in die Bereiche Militär (Partherfeldzug), Politik (Neuordnung durch Vasallen) und Repräsentation (Gleichsetzung mit Dionysos).
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es erfolgt eine quellenkritische Analyse antiker Geschichtsschreiber (Cassius Dio, Appian, Plutarch) unter Berücksichtigung moderner historischer Forschung.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden Antonius' militärische Erfolge und Misserfolge, seine politische Neuordnung des östlichen Herrschaftssystems sowie seine religiöse Selbstdarstellung detailliert beleuchtet.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Triumvirat, Orientpolitik, römische Klientelpolitik, Propaganda und die antike Bewertung von Herrschertugenden.
Welche Bedeutung hatten die „alexandrinischen Schenkungen“ für Antonius' Ruf?
Die Schenkungen wurden von Octavian propagandistisch instrumentalisiert, um Antonius als jemanden darzustellen, der römische Interessen zugunsten einer „sklavischen Liebe“ zu Kleopatra vernachlässigte.
Warum wird Antonius im Fazit als „typisch römischer Feldherr“ bezeichnet?
Obwohl er den Bürgerkrieg verlor, zeigen die Analysen, dass seine militärischen und politischen Maßnahmen im Osten dem Standard römischer Statthalter entsprachen und seine politische Neuordnung langfristig Bestand hatte.
- Arbeit zitieren
- Sven-Friedrich Pape (Autor:in), 2009, Marcus Antonius, Herrscher im Osten des Römischen Reichs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189984