Max Weber und der Islam - Der Qur'an und sein Verhältnis zu Mohammed


Seminararbeit, 2011
34 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Konzipierung des Qur’an
2.1. Begriffsdefinition
2.2. Strukturmerkmale des Qur’an
2.3. Sprache und Literarische Form
2.3.1. Sprachliche Form
2.3.2. Literarische Form
2.4. Die Sieben Lesearten des Qur’an

3. Das Verhältnis zwischen Mohammed und dem Qur’an
3.1. Mohammed vor seiner Berufung
3.2. Der Beginn der Offenbarung
3.3. Die Vorgehensweise Mohammeds den Qur’an an seine Mitmenschen weiter zu geben
3.3.1. Erst die nächsten Verwandten
3.3.2. Der erste Aufruf vom HügelSafa
3.3.3. „Das Wort“
3.3.4. Prophetische Lehrmethoden

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis
5.1. Print-Bibliografie
5.2. Webbibliografie

1. Einleitung

Bei der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich primär mit dem Qur’an und dessen Verhältnis zu Mohammed, welcher auch im Rahmen der Veranstaltung „Max Weber und der Islam“ behandelt wurde. Hervorzuheben ist, dass dieser Veranstaltung die Aufgabe zugrundelag, die Differenz und Gemeinsamkeiten soziologisch zu bestimmen, und nicht beabsichtigte, den Qur’an etwa zu exotisieren. Das Ziel, das Max Weber mit seiner Religionssoziologie verfolgte, ist die Entstehung einer „Theorie der Religion“. Dabei bedient er sich seines umfassenden historischen Wissens als Grundlage, legt es hermeneutisch aus und bringt es in ein Sytem verdichteter Begriffe, das als Gerüst für den interkulturellen und intertemporalen Vergleich von Religionen dienen kann. Die Theorie dient dabei als ein Instrument der Explikation. Max Weber würde sagen: „Eine Definition, was Religion ist, machen wir erst gar nicht. Ich versuche erst gar nicht, Religion systematisch zu definieren Das Islamverständnis bildete den Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Religionskritik in der Soziologie - vor allem die von Max Weber - war immer vorsichtig. Das Glaubenssystem des Islam wurde in dieser Veranstaltung nicht kritisiert. Die Wahrung der Dignität lag also im Fokus der Auseinandersetzung mit dem Islam.

Nach der islamischen Überlieferung gilt der Qur’an als das unverfälschte Wort Gottes und als das größte Werk, das der Prophet Mohammed - nach seinem Ableben - der Menschheit hinterlassen hat. Der Qur’an bildet für die gläubigen Muslime eine normative Richtschnur, nach der sie ihre alltägliche Lebensführung gestalten.[1] Ca. 1.3 Milliarden Muslime leben auf der Erde, die sich auf den Qur’an berufen. Das macht heute mehr als ein Sechstel der Menschheit aus. Der Qur’an besitzt eine mündliche Tradition und wird weltweit (von den Muslimen) täglich rezitiert, studiert, verehrt und auswendig gelernt. Zudem zählt der Qur’an zu eines der meistgelesenen Büchern der Welt und gegenwärtig vielleicht auch sogar am häufigsten diskutierte.[2]

Bis heute gilt der Qur’an als das wichtigste Literaturwerk der arabischen Sprache. Nach wie vor übt er einen immensen Einfluss auf die Entwicklung der arabischen Sprache aus.[3] Deshalb lag es neben meinem persönlichen Interesse nahe, auf den Qur’an einzugehen und sein Verhältnis zu Mohammed aufzuzeigen, der bei Muslimen nicht nur als der Überbringer der Botschaft gilt, sondern maßgeblich als Vorbild in allen Lebenslagen dient. Durch die von ihm vorgelebte islamische Lebensführung, bekannt als die „Sunna“[4], nimmt diese im Hinblick auf die Lebensentwürfe zahlreicher Muslime eine besondere Stellung ein.

Darüber hinaus werde ich einen interessanten Diskussionsstrang aus dem Seminar aufgreifen, in der es im Wesentlichen darum gehen wird, weshalb der Qur’an keine chronologische oder narrative Struktur aufweist bzw. aufweisen kann. Diese Frage werde ich am Ende versuchen näher zu erläutern.

Da über den Qur’an schon viel geschrieben und publiziert worden ist, werde ich mich im Rahmen dieser Seminararbeit auf einige Aspekte beschränken. Zum einen werde ich auf einige Besonderheiten des Qur’ans eingehen und zum anderen - da laut den islamischen Quellen der Qur’an durch Mohammed empfangen und verbreitet wurde -, werde ich das Verhältnis zwischen dem Qur’an und Mohammed darstellen. Meine Ausführungen rekurrieren überwiegend auf islamische Quellen. Dennoch werden in diesem Zusammenhang auch viele Ergänzungen herangezogen, die andere Sichtweisen beinhalten, um eine zu enge Perspektive zu vermeiden.

Der Bezug zum Inhalt dieses Seminars besteht insofern, als in diese Arbeit Gedankengänge und Erklärungsansätze miteinbezogen werden, die von Prof. Dr.Tilman Allert und von Dr. Johannes Twardella geäußert wurden. Allgemein korrespondiert diese vorliegende Arbeit auf Themen, die im Rahmen des Seminars behandelt worden sind.

Bevor es zu dem inhaltlichen Kernstück dieser vorliegenden Arbeit ab Kap. 2 und Kap. 3 kommt, wird, um den Qur’an einzuführen, eine Begriffsdefinition vorangestellt. Die Abschnitte „ Strukturmerkmale des Qur‘an“ (2.2) sowie „ die Sprachliche und Literarische Form“ (2.3) geben einen Überblick über den Aufbau sowie die sprachliche Besonderheit des Qur’ans. Abschnitt 2.4 beschäftigt sich mit dessen sieben möglichen Lesearten.

Kapitel 3 befasst sich mit dem Verhältnis Mohammeds zu dem Qur’an. Hierbei wird im Wesentlichen auch der sukzessiver Offenbarungsprozess illustriert; Abschnitt 3.1 zeigt den einfachen Geschäftsmann Mohammed, wie er vor seiner Berufung gelebt und gewirkt hat; als dann seine Erste Offenbarung empfang „Abschnitt 3.2“ ( Beginn der Offenbarung) und darin auch wie er sich während den offenbarungen gefühlt hat. Darüber hinaus wird zum Schluss auch auf die „Vorgehensweise Mohammeds den Qur’an an seine Mitmenschen weiterzugeben“ eingegangen. (Abschnitt 3.3). In einem Fazit (Kap. 4) wird die Arbeit zusammengefasst.

2. Die Konzipierung des Qur‘ans

In diesem Kapitel wird der Qur’an in seinem Aufbau näher erläutert und es werden in diesem Zusammenhang auch gewisse Besonderheiten herausgestellt. Da der Qur’an viele Merkmale aufweist, werde ich mich in diesem Kapitel auf einige wenige Strukturmerkmale sowie die Sprache und Stilistik konzentrieren. Da der Qur’an von vielen Muslimen auf der ganzen Welt tagtäglich (auswendig) rezitiert wird, gehe ich auch auf die verschiedenen Lesarten ein, was auch den (muslimischen) Leser in die Lage versetzt, den Qur’an in einer anderen Lesart vorzutragen bzw. verstehen zu können.

2.1 Begriffsdefinition

Im Arabischen wird das Wort „Qur’an“ von der Wurzel „qara’a“ abgeleitet, welche verschiedene Bedeutungsnuancen aufweisen kann wie (laut) „lesen“,[5] „rezitieren“[6] etc. Insofern das Wort „Qur’an“ ein Gerundium (Verbalsubstantiv) ist, bedeutet es „das Lesen“ oder „die Rezitation“. Das Wort selbst bezieht sich bei seiner Verwendung im Qur‘an[7] auf die Offenbarung Allahs im weitesten Sinne[8] und war nicht beschränkt auf die geschriebene Form eines Buches, wie wir es heute kennen.[9] Folglich ist der Text nicht, wie man aus seiner häufigen Selbsdefinition al-kitab (die Schrift) folgern könnte, ein Buch, das von einem Autor konzipiert und nach einem vorgefassten Plan entfaltet wird, sondern eine Verkündigung[10], worauf seine ebenso häufige Selbstbezeichnung qur’an hinweist.[11] Die Offenbarung „Qur’an“ bezieht sich jedoch ausschließlich auf Mohammed, während sich die anderen Offenbarungen hingegen auf andere Propheten beziehen (z.B. taurat[12], indschil[13], Zabur[14] etc.).

Imam Asch- Schafi‘i 14[15] begreift das Wort „Qur‘an“ als Eigennamen, der sich aus anderen Worten ableitet.[16] Die qur‘anwissenschaftliche Bedeutung von „Qur‘an“ lautet: Allahs Offenbarung, die Er autonom verfasste, von dem Engel Dschibril (im Deutschen bekannt als Gabriel) an Mohammed überbracht hat und sie schließlich den Menschen rezitierte.“[17]

Die Übersetzungen des arabischen originalen Qur‘rantextes sind nur als ungefähre Bedeutung zu verstehen, man kann sie nicht per se als den Qur‘an bezeichnen. Während man mit „Qur‘an“ im eigentlichen Sinne das mündlich Vorgetragene bzw. den inhaltlichen Text meint (im Kapitel 2.4 wird darauf eingehend Bezug genommen), wird die schriftliche Form - also auch die Buchform - als „Mus-haf“ bezeichnet.[18]

2.2 Strukturmerkmale des Qur’an

Der Qur’an besteht, formal betrachtet, aus 114 Kapiteln, den sogenannten „Suar“ [19], die in mehr als sechstausend einzelne Verse[20] unterteilt sind.[21] Alle 114 Suren[22] - die von ungleicher Länge sind - werden im Qur’an traditionellerweiser von den Muslimen mit einem Namen und/oder mit einer Art Überschrift zitiert [23] ; diese ist stets in der Überschrift (d.h. zu Beginn der Sure) zu finden. Nicht selten entspricht dieser Name dem Anfangswort und/oder einem der unmittelbar folgendenWörter; nicht immer bezieht er sich auf ein besonders auffälliges Wort oder ein spezifisches Thema innerhalb der Sure. Auch sind manche Suren nach einer Person benannt, die in ihr eine herausgehobene Stellung besitzen. (z.B. Qur’ansure 12 „Joseph“ (arab.: Yusuf); Sure 19 „Maria“ (arab.: Maryam )).[24] Der Grund, weshalb Suren nicht nur unter einen Namen stehen können, liegt darin, dass es kein festes System der Surenbenennung gibt.[25] Neben dem Namen der Sure enthalten die Surenüberschriften zumeist noch zwei weitere wichtige Informationen; zum einen die zeitliche Zuordnung der Sure (mekkanisch oder medinensisch) und zum anderen die Anzahl der Verse. Was ersteres anbelangt, so geht die islamische Auslegungstradition davon aus, dass es für jeden Vers bzw. Versgruppe oder Qur’ansure einen spezifischen Offenbarungsanlass (arab.: sabab al-nuzul) im Leben Mohammeds gegeben hat. Daher wird angegeben, ob eine Sure zu der mekkanischen[26] oder zu der medenensischen Offenbarungsperiode zuzuordnen ist.

Der Qur’an, der laut den islamischen Quellen dem Propheten Mohammed im Jahre 610 n.Chr. über einen Zeitraum von 23 Jahren durch den Erzengel Gabriel offenbart wurde, gilt nur als solcher, wenn er den oben genannten Prämissen entspricht. Außer der ersten Sure Al-Fatiha ,[27] die den Qur’an wegen ihrer besonderen Bedeutung eröffnen darf, sind die Kapitel, wenn auch teilweise nur grob, gemäß ihrer Größe in kürzer werdender Reihenfolge angeordnet. Die Sure ist die Form, in die die Verkündigungen gekleidet wurden. Von Anfang an lässt sie sich in der Handschriftentradition nachweisen und

steht somit auch in traditionsgeschichtlicher Hinsicht außer Frage. Sie ist eine liturgisch bis dahin noch nicht bekannte Texteinheit, welche aus unterschiedlichen Themen wie z.B. Ansprachen, Gebeten, Hymnen und Erzählungen bestehen kann, aber während des Verkündigungsprozesses jedoch erhebliche Veränderung durchläuft. In seiner noch im 7. Jahrhundert veröffentlichten endgültigen Form umfasst der Qur’an 114 solcher Suren, welcher in absteigenden Länge im Textcorpus angeordnet sind.[28] Entsprechend hat die zweite Sure (al-Baqara (deutsch: die Kuh) fast dreihundert Verse und die letze Sure (Kapitel 114) An-Nas (deutsch: die Menschen) hingegen lediglich sechs.[29]

Das Format des Buches erschließt sich von daher nicht sofort. Anders als die Bibel folgt der Qur’an keiner chronologischen oder narrativen Struktur[30]. Interessanterweise erzählt der Qur’an weder die Geschichte von Mohammed noch die Geschichte der Welt. Zwar spricht der Qur’an von Anbeginn der Welt und Gottes Schöpfung, jedoch nicht am Anfang, sondern im Verlauf des Buches.

Ein Qur’anvers ist weder im Hinblick auf seine sprachliche Form[31] noch seiner Länge nach eine einheitliche Größe. Ein Qur’anvers kann somit aus lediglich zwei Buchstaben bestehen (z.B.: „Ta Ha")[32] oder mehr als eine Druckseite umfassen.[33] Diese Unterschiedlichkeit in der Länge rührt daher, dass der Qur’an verschiedene Stilebenen aufweist.

Laut der islamischen Überlieferung wurde sowohl die Abfolge der Suren als auch die Anordnung innerhalb einer jeden Sure von Mohammed im Jahre seines Todes durch den Erzengel Gabriel bestimmt. In diesem Zusammenhang kam Gabriel, um mit ihm den quranischen Text durchzugehen. Jede Qur’ansure (abgesehen von der neunten Sure[34] ) beginnt mit der einleitenden Formel bismillahi-rahmani-rahim[35]. Dies wurde später nicht zum Text hinzugefügt. Diese Worte wurden bereits vor Mohammeds

Berufung zum Propheten benutzt.[36] Der Qur’an wurde neben der mündlichen Überlieferung in einer Buchform, der so genannten Masahif (Plural von arab.: Mushaf), schriftlich konserviert und weist je nach Schriftart ca. sechshundert Seiten auf.[37] Der Text wurde zunächst durch die Kodifizierung verfestigt und nahm schließlich die Form eines verbindlichen Kodexes, den mus-haf[38] Obwohl der Qur’an seit dem Ableben des Propheten als Sammlung von Texten bzw. Suren vorliegt, ist er insgesamt gesehen dennoch kein schriftlich abgefasstes Buch. Bezogen auf seine formale und inhaltliche Gestalt der Suren lässt er nur allzu deutlich noch ihre Funktion als mündliche Verkündigungen erkennen.[39]

Sieht man von der Schrift bzw. der Lesart und teilweise von der Nummerierung ab, so sind die Verse ausnahmslos und weltweit alle identisch. In fast allen Jahrhunderten der islamischen Geschichte können Qur’an-Ausgaben in diversen Schriftarten besichtigt werden, z.B. in der großen Museumsbibliothek des Topkapi Sarayi in Istanbul.[40] Was die Verszählung betrifft, so folgt sie gegenwärtig in aller Regel dem kufischen Zählsystem der Kairiner Qur’anausgabe von 1924. Abweichende Verszählsysteme findet man auch in älteren arabischen Qur’anausgaben.[41]

[...]


[1] Vgl. http://www.Calsky.com/Lexikon/de/txt/k/ko/Koran.php [Zuletzt eingesehen am: 19.07.2011]. Siehe auch: Mohammed. Die Stimme des Propheten. Zürich. 2008.

[2] Siehe auch: Mohammed. Die Stimme des Propheten. Zürich. 2008.

[3] Vgl. Bobzin, H.: Koranlesebuch. Die Schönsten Texte des Korans. Neu übersetzt und Kommentiert.Freiburg im Breisgau. Neuausgabe. 2008. S. 7.

[4] Speziell unterschieden wird zwischen dem Hadith und der Sunna. Siehe hierzu bspw. die Def. von Sunna bei Heider, F. 2009. S. 7.

[5] Qur‘ansure 17, Al-Isra (Die Nachtreise), Vers 93, Offenbart zu Mekka, 11 Ayat.

[6] Qur‘ansure 75, Al -Qiyama (Die Auferstehung):18, 17:46

[7] In einer anderen Stelle wird das Wort qur’an im Sinne von „Buch“ (arab.: kitab) übersetzt.

[8] Qur‘ansure 17, Vers 82

[9] Zunächst bezog sich der „Vortrag“ (arab.: qur’an) auf die einzelnen Offenbarungen, welcher Mohammed von Gott empfangen hat. Vgl. Bobzin, H.: Mohammed. München. 3., durchgesehene Auflage. 2006. S. 23.

[10] Der Begriff „Verkündigung“ anstatt „Offenbarung“ ist erstmals von Angelika Neuwirth in die Debatte eingeführt worden. Sie schlägt einen Perspektivenwechsel vor: „Anstelle der ,islamischen Offenbarung‘ soll die ,koranische Verkündigung‘ ins Zentrum rücken und damit eine Lektüre des Koran nicht als exklusiv muslimischer Religionsurkunde, sondern ,inklusiv‘ als Dokument spätantiker theologischer Debatten erprobt werden.“ Neuwirth, A.: Der Koran als Text der Spätantike. Ein europäischer Zugang. Berlin. 2010. S. 120.

[11] Ebd., S. 25

[12] Die Thora.

[13] Das Evangelium.

[14] Die Psalmen des David.

[15] Muhammad ibn Idris asch-Schafi’i wurde 767 in Palästina geboren; gestorben 820 in Fustat (Alt­Kairo)) war ein Abkömmling der Familie des Propheten Mohammed. Er war einer der einflussreichsten islamischen Gelehrten der islamischen Rechtswissenschaft (Fiqh), auf den die Rechtsschule (madhhab) der Schafiiten zurückgeht. Zudem war er es der die „Sunna“ (Mohammeds Religiöse Lebensführung) als Zweitquelle, neben dem Qur’an, für die Beantwortung von alltäglichen Fragen heranzog.

[16] Andere Rechtsgelehrten jedoch sehen die Möglichkeit einer Ableitung aus den Wörtern „qarana“ im Sinne von „etwas zusammenbringen“ oder „qara- a“ als „etwas vortragen“. Siehe auch S. 5.

[17] Vgl. al-Azami, Muhammad Mustafa: The History of the Qur'anic Text from Revelation to Compilation : A Comparative Study with the Old and New Testaments. UK Islamic Academy. 2003. S. 70.

[18] Ebd. S. 73.

[19] (Plural von arab.: Sura ist mittlerweile eingedeutscht, Singular: arab.: Sure).

[20] (arab.: Ayah): „Ajah“ hat ebenfalls je nach Zusammenhang verschiedene sprachliche Bedeutungen: „Ajah“ kann „Wunder“, „Zeichen“, „Lehre“, „Lektion“, „Beweis“, das „Ungewöhnliche“ und die „Gemeinschaft“ bezeichnen. Die qur‘anwissenschaftliche Bedeutung von „Ajah“ ist: „Ein Teil des Qur‘ans, der über einen Beginn und Ende verfügt und Teil einer Sure ist.“ Der Plural von „Ajah“ ist „Ajat.“

[21] Vgl. Suleiman, S.: Der Islam muss kein Rätsel sein. Ein Beitrag zur interkulturellen Verständigung.

Aachen. 2009. S. 119.

[22] Das Wort „Sura“ bedeutet „die hervorragende Stellung“, „das schön Gebaute“, „die Mauer“ und „das Merkmal“, je nach Textzusammenhang. Die qur‘anwissenschaftliche Bedeutung von „Surah“ ist: „Ein unabhängiger Teil von einem Ajat, der mit einem Beginn und Ende versehen ist.“ Der Plural von Surah ist Suwar.

[23] Vgl. Denffer von A.: Ulum Al- Qur‘an. Einführung in die Koranwissenschaften. Karlsruhe. 2009. S. 80.

[24] Vgl. Bobzin, H.: Koran. Lesebuch. Freiburg im Breisgau. Neuausgabe. 2008. S. 23f.

[25] So kann z.B. die 17 Sure entweder nach dem Inhalt von Vers 1 „Die Nachtreise“ (arb.: al-isra), oder nach Vers 2 ff. „ Die Kinder Israel“ (arab.: Banu Israel).

[26] Die mekkanische Offenbarungsperiode fand in der Zeit zwischen 610-622 n.Chr statt, die medenensische zwischen 622-632. Jedoch fallen einige mekkanische Suren etwas aus dem Rahmen, weil sie Verse enthalten, die erst in Medina offenbart wurde ( z.B. Qur’ansure 73, Verse 10f. und Vers 20); zumeist wird diese dann in Form eines Zusatzes in der Surenüberschrift vermerkt. Dasselbe gilt auch (wenn auch wesentlich seltener) im Umkehrschluss, dass nämlich eine medinensische Sure Verse enthalten kann, die bereits in Mekka herabgesandt wurde (z.B. die Verse 30 bis 36 aus Sure 8 und die Verse 128f. aus Sure 9); Was die genauere zeitliche Einteilung der Suren anbelangt, so unternahm der deutsche Orientalist Theodor Nöldeke den Versuch die Suren in frühmekkanisch, mittelmekkanisch und spätmekkanisch zu unterteilen, ohne sie jedoch zeitlich exakt zu fixieren. Hierbei bediente er sich der Arbeiten muslimischer Gelehrter.

[27] Die Sure Al-Fatiha genießt eine Sonderstellung, weil sie nicht nur die Funktion hat den gesamten Qur’an einzuführen, sondern, weil sie auch von Muslimen in jedem Gebet am Anfang der Qur’an- Rezitation als eine Pflichthandlung vorangestellt wird. Keiner Qur‘ansure ist von so überragender Bedeutung und wird so häufig rezitiert wie die erste Sure, die Fatiha. Der Sure Al-Fatiha kommen auch weitere Namensgebungen zu, die gleichsam auf ihre Bedeutung hinweisen: z.B. wird sie auch „Mutter des Buches“ (arab.:Ummu-l-kitab) genannt, weil sie - wie eine Mutter, die ihre Kinder gebärt, gleichsam als Ausgangspunkt der Familie kennzeichnet - für den Qur’an-Text einen Anfang darstellt. Da mit ihr das rituelle Gebet anfängt, wird sie auch als die „Sure des Gebets„ (arab.: Suratu-S.Salah“) bezeichnet. Die Al-Fatiha verfügt darüber hinaus noch über weitere Bedeutungen, die ich hier jedoch nicht weiter ausführen werde. Vgl. Ibn Ahmad Ibn Rassoul, A.: Zum Verständnis des Al-Qur’an Al-Karim. islamische Bibliothek. Köln. 1996.

[28] Neuwirth, A.: Der Koran als Text der Spätantike. Ein europäischer Zugang. Berlin. 2010. S. 29

[29] Siehe dazu Fußnote 8. S. 119.

[30] Im Seminar „Max Weber und der Islam“ wurde die Tatsache, dass der Qur’an aufgrund seiner teils fehlenden Chronologie und Nicht- Narrativen Struktur, kontrovers disskutiert. Es sei hier anzumerken, dass die Qur’an-rezeption im 12. Jahrhundert - als der Qur’an erstmals ins lateinische Übertragen und somit für Europa zugänglich wurde - vor allem auf seine „Unordnung“ gestoßen ist. Die Bibel diente dabei als Vergleichskriterium. Vgl. Bobzin, H.: Koran. Lesebuch. Freiburg im Breisgau. Neuausgabe. 2008. S. 10f.

[31] Reim, Rhythmus.

[32] z.B. Qur’ansure 20 Ta Ha, Vers 1; 36, Vers 1.

[33] z.B. Qur’ansure 2 Al-Baqara , Vers 282. Diese Sure ist offenbart zu Al-Medina und besitzt 286 Verse.

[34] Die Erklärungen dafür variieren.

[35] Ungefähre Übertragung ins Deutsche.: Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Barmherzigen.

[36] Ebd. S. 80/81.

[37] Die niedergeschriebenen Texte wurden von den ersten beiden Kalifen Abu Bakr (reg.632-34) und Umar (reg. 634-44) gesammelt, bevor der dritte Kalif Uthman (reg. 644-56) im Jahre 653 eine Redaktion vornehmen ließ, bei der eine Gliederung der Suren erfolgte und somit eine einheitliche Koranform entstanden ist. Vgl. http://www.chronologs.de/chrono/blog/der-islam/koran/2009-05-30/der-koran-eine- kurze-einf-hrung [Zuletzt eingesehen am: 19.07.2011].

[38] Vgl. Neuwirth, A.: Der Koran als Text der Spätantike. Ein europäischer Zugang. Berlin. 2010. S.197.

[39] Vgl. ebd. S. 24f.

[40] Vgl. ebd., S. 119, Fußnote 8.

[41] Vgl. Bobzin, H.: Koran. Lesebuch. Freiburg im Breisgau. Neuausgabe. 2008. S. 25.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Max Weber und der Islam - Der Qur'an und sein Verhältnis zu Mohammed
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Fachbereich Gesellschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Max Weber und der Islam
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
34
Katalognummer
V190253
ISBN (eBook)
9783656147787
ISBN (Buch)
9783656148159
Dateigröße
583 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islam, Max Weber, Soziologie, Mohammed, Prophet, Religionssoziologie, Abdussalam Meziani, Seminararbeit, Hausarbeit, Der Qur'an und sein Verhältnis zu Mohammed, Koran, Qur'an, Tilman Allert, Johannes Twardella
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts (B.A.) Abdussalam Meziani (Autor), 2011, Max Weber und der Islam - Der Qur'an und sein Verhältnis zu Mohammed, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190253

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