Diese Hausarbeit setzt sich mit dem Phänomen Studentenverbindung
auseinander. Dabei soll am Beispiel des Verbindungstypus der Burschenschaften geprüft werden, ob es sich dabei wirklich um eine Institution handelt. Es soll die These verfolgt werden, dass Burschenschaften als Institutionen in ihrer sozialisierenden Wirkung für die Ausprägung einer hegemonialen Männlichkeit von Verbindungsstudenten verantwortlich sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Begriffseingrenzung Institution
2.2 Vorstellung des Verbindungswesens
2.2.1 Historie
2.2.2 Studentische Tradtionen
2.4 Theoretischer Ansatz: Hegemoniale Männlichkeit
2.4 Theoretischer Ansatz: Satisfaktionsfähige Gesellschaft
2.5 Theoretischer Ansatz: Männerbund
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die sozialisierende Wirkung von studentischen Verbindungen, insbesondere von Burschenschaften, auf die Ausprägung hegemonialer Männlichkeit. Dabei wird geprüft, ob sich das Phänomen Studentenverbindung soziologisch als Institution klassifizieren lässt und inwiefern dies zur Reproduktion männlicher Dominanzstrukturen beiträgt.
- Soziologische Definition und Analyse von Institutionen
- Geschichte und Traditionen studentischer Verbindungen
- Theorie der hegemonialen Männlichkeit nach Connell und Bourdieu
- Einfluss studentischer Korporationen auf den männlichen Habitus
- Analyse von Männerbünden als exklusive Sozialisationsinstanzen
Auszug aus dem Buch
2.4 Theoretischer Ansatz: Hegemoniale Männlichkeit
Der Begriff der hegemonialen Männlichkeit wird im Zusammenhang mit der Männlichkeitsforschung, zu Englisch men’s studies, in verschiedenen Kontexten betrachtet. Die australische Soziologin Raewyn Connell versteht in ihrer kritischen Männerforschung Männlichkeit als eine Praxis verschiedener nebeneinander existierender Männlichkeiten.
Sie sieht in der symbolischen und institutionellen Verknüpfung der Konstrukte Männlichkeit und Autorität die gesellschaftliche Hegemonie des männlichen Geschlechts begründet. Als wichtigste Achse der männlichen Macht sei die Unterordnung der Frau unter die Dominanz des Mannes zu nennen.
Aber auch innerhalb der dominanten Gruppe halte eine Hierarchie der Autoritäten Einzug, sodass man von einer zweiten Achse sprechen könne, welche die Hauptachse überlagere. Diese zweite Achse stelle sich durch Ausgrenzungen, beispielsweise von homosexuellen Männern oder durch Unterordnungsverhältnisse dar, wie sie bei Burschenschaften im Umgang zwischen Fuchs und Bursche praktiziert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der studentischen Verbindungen ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach deren Einfluss auf die Sozialisation zu hegemonialer Männlichkeit.
2. Hauptteil: Der Hauptteil definiert zunächst den Begriff der Institution und beleuchtet historisch sowie traditionell das Verbindungswesen, bevor soziologische Theorien zur hegemonialen Männlichkeit, zur satisfaktionsfähigen Gesellschaft und zum Männerbund auf das Untersuchungsobjekt angewendet werden.
3. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Studentenverbindungen als soziologische Institutionen die Voraussetzungen für die Ausbildung eines hegemonialen männlichen Habitus schaffen.
Schlüsselwörter
Studentenverbindungen, Burschenschaften, Institution, Hegemoniale Männlichkeit, Männerbund, Sozialisation, Habitus, Satisfaktionsfähige Gesellschaft, Mensur, Patriarchat, Geschlechterordnung, Dominanz, Traditionen, Studenten, Soziologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob studentische Verbindungen als soziale Institutionen fungieren und wie sie durch ihre spezifischen Strukturen zur Sozialisation von Verbindungsstudenten in Richtung einer hegemonialen Männlichkeit beitragen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft die soziologische Institutionentheorie mit historischen Überblicken über das deutsche Verbindungswesen und integriert theoretische Ansätze zur Geschlechterforschung und Männlichkeitskonstruktion.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die These zu untermauern, dass Burschenschaften eine institutionelle Rolle bei der Ausprägung und Aufrechterhaltung eines männlichen Habitus spielen, der sich durch Dominanz auszeichnet.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden verwendet?
Es werden maßgeblich die Theorien zur hegemonialen Männlichkeit (Connell, Bourdieu), die Theorie der satisfaktionsfähigen Gesellschaft (Norbert Elias) sowie die Männerbundtheorie (Schurtz) herangezogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine historische Skizzierung des Korporationswesens, eine detaillierte Erläuterung der Theorien und deren Anwendung auf das studentische Brauchtum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen hegemoniale Männlichkeit, Institution, Burschenschaft, Männerbund, Sozialisation und der männliche Habitus.
Wie unterscheidet sich die Rolle des "Fuxen" von der eines "Burschen"?
Der Fux befindet sich in einer Probezeit mit vielen Pflichten und wenig Rechten, während der Bursche ein vollwertiges Mitglied ist, das während seiner Zeit verschiedene Führungsfunktionen (Chargen) innerhalb der Verbindung bekleidet.
Welche Bedeutung hat die "Mensur" für die Männlichkeitskonstruktion?
Die Mensur dient nach Elias als Mittel zur Erlangung unbedingter Satisfaktion und als "Zuchtmittel", das den Verbindungsstudenten als bereit erweist, sich unter Verletzungsrisiko für die Ehre seiner Gemeinschaft zu behaupten.
- Quote paper
- Daniel Zäck (Author), 2011, Wie wirkt sich die Institution Studentenverbindung sozialisierend auf die Ausprägung einer hegemonialen Männlichkeit von Verbindungsstudenten aus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190384