Die syrische Hauptstadt Damaskus soll in der folgenden Ausarbeitung exemplarisch dazu dienen, den vorherrschenden Dualismus zwischen dem alten Funktionalgefüge einer orientalischen Stadt und dem westlich geprägten Modernisierungsanspruch einer islamischen Gesellschaft zu verdeutlichen. Des weiteren soll geklärt werden, ob das von Klaus Dettmann entworfene „Idealschema des Funktionalgefüges der islamisch-orientalischen Stadt“1eine verwertbare Grundlage darstellt, oder ob der Wandel der Zeit, das Vordringen westlicher Einflüsse und die bedeutende Tatsache der wechselnden religiösen Einflüsse vor der „endgültigen Islamisierung“ dafür gesorgt haben, dass sich der ursprüngliche Stadtkern mit all seinen Funktionsbereichen verschoben, gar verändert, oder niemals jenen Schemata entsprochen hat.. Einleitend zu dieser Thematik soll zunächst ein historischer Abriss der Stadtentwicklung von Damaskus erfolgen. Anknüpfend an diese Darlegung wird eine Veranschaulichung des Modells von K. Dettmann erfolgen und diese auf ihre Kompatibilität mit dem heutigen Damaskus überprüft werden. Abschließend folgt ein Fazit bzw. ein Rückbezug auf das vorangegangene.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Einbettung in den historischen Kontext
Das Idealschema einer islamisch-orientalischen Stadt
Damaskus- Eine Stadt im Dualismus zwischen Tradition und Moderne
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Dualismus zwischen dem traditionellen Funktionalgefüge der orientalischen Stadt und den Einflüssen einer westlich geprägten Moderne am Beispiel der syrischen Hauptstadt Damaskus, um die Anwendbarkeit klassischer Stadtmodelle auf die aktuelle städtebauliche Situation zu bewerten.
- Historische Entwicklung von Damaskus
- Analyse des Idealschemas nach Klaus Dettmann
- Auswirkungen von Verwestlichung und Modernisierung
- Vergleich zwischen traditionellen Suqs und modernen Geschäftszentren
- Soziale und räumliche Segregation in der orientalischen Stadt
Auszug aus dem Buch
Das Idealschema einer islamisch-orientalischen Stadt
Das Modell des „Idealschema[s] des Funktionalgefüges der islamisch-orientalischen Stadt“ entstand im Jahre 1969 und basiert auf den, wenn gleich umstrittenen, Untersuchungen von Klaus Dettmann. Er ging davon aus, dass die Bauart der Altstädte Nordafrikas und Vorderasiens stets einer wiederkehrenden Grobgliederung entsprachen. Diese lässt sich anhand bestimmter charakteristischer Elemente aufzeigen, und um somit Kategorien zu entwerfen, die diese These valide erscheinen lassen sollen. Als exemplarisch gilt der so genannte Suq, besser bekannt als Basar Er ist als wirtschaftliches Handelszentrum einer orientalischen Stadt zu bezeichnen, dessen eigene Infrastruktur und Funktionalität einer hoch komplexen und entwickelten Eigenschaft entsprechen. Handel und Finanzdienstleistungen treffen an einem zentralen Knotenpunkt zusammen und erhalten die „pulsierenden Adern“ einer islamisch-orientalischen Stadt. Ein weiteres Charakteristikum, wenn auch nicht als Abgrenzungsmerkmal dienend, ist die Moschee. Sie dient dem geistlichen und intellektuellen Austausch und steht als fester Bestandteil inmitten des Stadtkerns (des Suqs). Ein weiteres interessantes Faktum stellt die strenge und unumstößliche räumliche Trennung der Wohnquartiere dar, welche sich gemäß des Modells von Dettmann rund um den Kern der Stadt ranken. Getrennt und sozial differenziert werden religiöse Zugehörigkeiten, Ethnien, Nationalitäten und Sippen sowie wirtschaftliche Branchen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Text führt in die Fragestellung ein, ob das klassische Stadtmodell von Dettmann auf das moderne Damaskus anwendbar ist oder ob westliche Einflüsse das Stadtgefüge maßgeblich verändert haben.
Einbettung in den historischen Kontext: Dieser Abschnitt bietet einen Abriss der komplexen Stadtgeschichte von Damaskus, geprägt durch verschiedene Herrschaftsepochen von der Antike bis zur Unabhängigkeit Syriens.
Das Idealschema einer islamisch-orientalischen Stadt: Es werden die theoretischen Grundlagen des Modells von Dettmann erläutert, insbesondere die Bedeutung von Suq, Moschee und der sozial differenzierten Wohnquartiersstruktur.
Damaskus- Eine Stadt im Dualismus zwischen Tradition und Moderne: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung des Stadtbildes unter Einbeziehung westlich geprägter Stadtmodelle und der modernen City-Entwicklung.
Fazit: Das Kapitel schließt mit der Erkenntnis, dass Damaskus keinem der untersuchten Standardmodelle vollständig entspricht und eine eigene, hybride Identität zwischen Tradition und Moderne aufweist.
Schlüsselwörter
Damaskus, Stadtgeographie, Klaus Dettmann, islamisch-orientalische Stadt, Suq, Stadtentwicklung, Modernisierung, Verwestlichung, Wohnsegregation, Omayyaden-Moschee, Stadtmodell, Tradition, Dualismus, Stadtbild, Zentrale Orte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die städtebauliche Struktur der syrischen Hauptstadt Damaskus und untersucht das Spannungsfeld zwischen traditionellen orientalischen Strukturen und modernen, westlichen Einflüssen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Stadt, die Anwendung geografischer Stadtmodelle (insbesondere nach Dettmann und Seger) sowie die funktionale Gliederung von Alt- und Neustadtarealen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es zu prüfen, ob das "Idealschema des Funktionalgefüges der islamisch-orientalischen Stadt" von Klaus Dettmann heute noch eine gültige theoretische Grundlage für die Beschreibung von Damaskus darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der existierende wissenschaftliche Stadtmodelle auf das spezifische Beispiel Damaskus angewendet und durch eine historische und strukturelle Betrachtung verifiziert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss, die theoretische Definition des Idealschemas, eine Untersuchung des Modernisierungsprozesses in Damaskus sowie einen Vergleich mit dem Modell der "orientalischen Stadt unter westlichem Einfluss".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Damaskus, Stadtgeographie, Orient, Idealschema, Suq, Verwestlichung, Stadtentwicklung und die spezifische "Zweipoligkeit" der urbanen Struktur.
Wie beeinflusst die Geschichte die heutige Struktur von Damaskus?
Die Stadtgeschichte ist durch diverse Herrschaftswechsel und eine christlich-römische Vergangenheit geprägt, die auch nach der Islamisierung bauliche Spuren und eine nicht homogene Stadtstruktur hinterlassen hat.
Was zeichnet laut Autor die moderne City in Damaskus aus?
Die moderne City fungiert heute als funktionales wie geographisches Gegenstück zum traditionellen Suq, wobei beide Bereiche laut Autor ein überraschend friedliches und koexistentes Miteinander führen.
- Arbeit zitieren
- Franziska Müller (Autor:in), 2010, Die orientalische Stadt - Stadtentwicklung am Beispiel von Damaskus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190480