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Thomas Becket als Primas der englischen Landeskirche

Titel: Thomas Becket als Primas der englischen Landeskirche

Seminararbeit , 2008 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Patrick Schmitz (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit Hilfe der großen Menge an Quellen und Fachliteratur wird in dieser Arbeit die Zeit zwischen der Wahl Beckets zum Erzbischof von Canterbury im Jahre 1162 und seiner Flucht nach Frankreich zwei Jahre später behandelt. In diesem Zusammenhang gilt es, die verschiedenen Theorien bezüglich der Begründung der Wahl eines weltlichen Potentaten zum geistlichen Oberhaupt Englands darzustellen und zu erläutern. Ebenso soll geklärt werden, ob die Quellen und die Literatur darüber Auskunft erteilen, ob gegen die Wahl Beckets zum Erzbischof Widerstand existierte, oder ob der neue Primas einvernehmlich und friedlich
angenommen wurde. Welche Gründe könnte es weiterhin für Becket gegeben haben, mit der Wahl zum Primas auch sein Amt als englischer Kanzler aufzugeben? Und welche Entwicklungen rechtfertigten es, dass der Londoner Bischof Gilbert Foliot, der allgemein als wichtigster innerkirchlicher Gegner Thomas Beckets gesehen wird, seinen Primas mit den Worten „semper fuit stultus et semper erit“12 beleidigte? Auch bleibt generell zu ergründen, wie es zum Streit zwischen König und Erzbischof kam, wie dieser verlief und welche Streitparteien sich im Laufe des Streites bildeten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Verlauf des Konflikts

2.1 Die Wahl Thomas Beckets

2.2 Erste Differenzen

2.3 Die Synode von Westminster

2.4 Der Hoftag zu Clarendon

2.5 Das Gericht zu Northampton

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Zeitraum von der Wahl Thomas Beckets zum Primas der englischen Landeskirche im Jahr 1162 bis zu seinem Exil im Jahr 1163. Ziel ist es, die Gründe für den aufkommenden Machtkampf zwischen König Heinrich II. und Becket sowie die Hintergründe der komplexen Parteibildungen innerhalb der englischen Kirche zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.

  • Die Wahlprozesse und die Rolle der royalen Unterstützung für Becket
  • Entstehung und Entwicklung des Konflikts zwischen regnum und sacerdotium
  • Die juristische Auseinandersetzung um die Jurisdiktion über straffällige Geistliche
  • Die Bedeutung der Constitutions of Clarendon und der Widerstand gegen diese
  • Die Dynamik des Gerichts zu Northampton und die Flucht Beckets

Auszug aus dem Buch

2.3: Die Synode von Westminster

Im Oktober 1163 berief Heinrich II. eine Synode zu Westminster ein, auf der strittige Fragen zwischen regnum und sacerdotium und vor allem die zwei Hauptärgernisse, nämlich den Schutz von straffälligen Klerikern durch den Klerus und die Verfolgung von Laien in moralrechtlicher Sache diskutiert werden sollten.

In der ersten Angelegenheit schlug der König vor, dass den Geistlichen, die gegen ein bürgerliches Gesetz verstoßen hatten, von einem kirchlichen Gericht zunächst der Stand entzogen werden solle. Daraufhin sollten die Angeklagten an ein säkulares Gericht überstellt und dort entsprechend der weltlichen Gesetze verurteilt werden. Thomas, „defending the rights of church in all its parts, against […] abuses, and violence, and injustice of secular power“ lehnte diesen Vorschlag jedoch als entgegen dem privilegium fori ab und antwortete mit dem Zitat „Non iudicabit deus bis in idipsum“ des Propheten Nahum aus der Bibel – Kleriker dürften weder entgegen göttlichem Gesetz, noch zweimal gerichtet werden.

Erzürnt durch diesen unerwarteten Widerstand änderte Heinrich seine Taktik und forderte die anwesenden Bischöfe auf, die so genannten avitae consuetudines anzuerkennen und zu befolgen.

Die Episkopaten schworen diese ancient customs einzuhalten, behielten sich aber ein „salvo ordine suo“ vor, d.h. solange das göttliche Recht nicht verletzt würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung von Thomas Becket und stellt die methodische Herangehensweise sowie die Quellengrundlage für die Untersuchung des Konflikts mit Heinrich II. vor.

2. Der Verlauf des Konflikts: Dieses Kapitel detailliert die chronologische Entwicklung der Auseinandersetzung, beginnend mit Beckets Wahl und den darauffolgenden rechtlichen und persönlichen Spannungen.

2.1 Die Wahl Thomas Beckets: Dieser Abschnitt erörtert die Motive und Hintergründe der Berufung Beckets zum Primas, einschließlich der Rolle der königlichen Protektion und der internen kirchlichen Widerstände.

2.2 Erste Differenzen: Hier werden die frühen Anzeichen der Entfremdung zwischen Becket und Heinrich II. sowie die subjektiven und objektiven Faktoren des Machtkampfes analysiert.

2.3 Die Synode von Westminster: Dieses Kapitel behandelt die juristischen Debatten um die Jurisdiktion geistlicher Personen und den königlichen Versuch, die avitae consuetudines durchzusetzen.

2.4 Der Hoftag zu Clarendon: Der Fokus liegt auf dem öffentlichen Druck auf Becket und seine Bischöfe sowie auf der verhängnisvollen Zustimmung zu den Consuetudines.

2.5 Das Gericht zu Northampton: Dieser Abschnitt schildert die rechtliche Eskalation, das Urteil gegen den Erzbischof und dessen letztendliche Flucht aus England.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Schwierigkeiten bei der Interpretation der Quellen sowie die Ambivalenz im Verhalten der Protagonisten.

Schlüsselwörter

Thomas Becket, Heinrich II., Canterbury, regnum, sacerdotium, Synode von Westminster, Clarendon, Constitutions, Jurisdiktion, Klerus, Kirchenrecht, Hagiographien, Machtkampf, Mittelalter, Gilbert Foliot

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem politischen und kirchlichen Machtkampf zwischen dem englischen König Heinrich II. und seinem Erzbischof Thomas Becket im frühen 12. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Verhältnis zwischen Staat (regnum) und Kirche (sacerdotium), die kirchenrechtliche Autonomie sowie die persönliche Entwicklung Beckets nach seiner Wahl.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Eskalation des Konflikts zwischen 1162 und 1163 anhand zeitgenössischer Quellen und moderner Fachliteratur nachzuzeichnen und zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine quellenkritische Analyse von Hagiographien, zeitgenössischen Briefwechseln und der Auswertung englischer sowie deutscher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die wichtigsten Stationen: von der Wahl Beckets, über die Synode von Westminster und den Hoftag zu Clarendon, bis hin zum Gericht zu Northampton.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Thomas Becket, Constitutions of Clarendon, Jurisdiktion und Machtkampf spiegeln den inhaltlichen Schwerpunkt der Untersuchung am besten wider.

Warum war der Rücktritt Beckets vom Kanzleramt ein zentraler Punkt?

Der Rücktritt signalisierte Beckets Bestreben, sich von der königlichen Marionettenrolle zu lösen und seine neue Rolle als unabhängiger kirchlicher Würdenträger auszufüllen, was den Konflikt verschärfte.

Welche Rolle spielte Gilbert Foliot im Konflikt?

Gilbert Foliot fungierte als Beckets innerkirchlicher Gegenspieler; sein berühmtes Zitat über Becket verdeutlicht die tiefen persönlichen und ideologischen Differenzen innerhalb des Episkopats.

Wie ist der "sprunghafte" Kurs Beckets bei den Consuetudines zu erklären?

Das Verhalten wird in der Arbeit als Ausdruck des enormen Drucks gedeutet, dem Becket ausgesetzt war, wobei er versuchte, zwischen Friedenssicherung und der Wahrung kirchlicher Rechte zu navigieren.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Thomas Becket als Primas der englischen Landeskirche
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
1,0
Autor
Patrick Schmitz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V190619
ISBN (eBook)
9783656150862
ISBN (Buch)
9783656151623
Sprache
Deutsch
Schlagworte
thomas becket primas landeskirche
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Schmitz (Autor:in), 2008, Thomas Becket als Primas der englischen Landeskirche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190619
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Leseprobe aus  22  Seiten
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