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Michel Foucault: Der Diskursbegriff

Titel: Michel Foucault: Der Diskursbegriff

Seminararbeit , 2012 , 14 Seiten , Note: Pass

Autor:in: Sebastian Sohn (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, die Theorie der Ordnung des Diskurses von Michel Foucault zu beschreiben. Foucault entwickelt eine eigene Definition, was unter einem Diskurs zu verstehen ist, wie er im Inneren funktioniert und wie er nach Außen wirkt. Foucault schreibt dem Diskurs an sich eine zentrale Bedeutung in der Frage zu, wie Wissen entsteht, wie es sich verteilt und wie es in konkreten Zusammenhängen seine Anwendung findet.
Als zentrales Element der Theorie Foucaults soll zunächst der Begriff des Diskurses definiert werden, wie Foucault ihn verwendet, unter anderem in seiner „Archäologie des Wissens“.
Anschliessend sollen am Beispiel der Strafjustiz und deren Veränderungen innerhalb der letzten 2 Jahrhunderte, die theoretischen Überlegungen über den Diskurs in einen konkreten Zusammenhang gestellt werden.

Von zentraler Bedeutung sind in diesem Teil der Arbeit die Machtverhältnisse eines Diskurses, die sich in ihrer architektonischen Manifestierung, dem Panopticon und der Theorie des Panoptimus, in „Überwachen und Strafen“ wiederfinden lassen. Dieser weitere Schritt ist notwendig, um die theoretischen Formulierungen, die Foucault über die Ordnung eines Diskurses trifft, an konkreten Beispielen deutlicher zu machen.

Zusammenfassend sollen die folgenden beiden Leitfragen beantwortet werden:
1. Was zeichnet einen Diskurs im Sinne Michel Foucaults aus?
2. Wie werden die Machtstrukturen der Diskurse in konkreten gesellschaftlichen Zusammenhängen sichtbar?

Die vorliegende Arbeit besteht aus reiner Theorieanalyse anhand der Primärliteratur Foucaults, sowie der Beschreibung der vom Autor verwendeten Beispiele (Strafjustiz, Panopticon), sowie eine Ergänzung durch ein soziologisches Wörterbuch. Diese, auf die Primärliteratur Foucaults fokussierte Literaturauswahl ist bewusst getroffen worden, um die Überlegungen Foucaults möglichst unverändert wiedergeben zu können.
In diesem Sinne wurde bewusst auf Vereinfachungen, Tabellen oder Grafiken verzichtet, um den Weg der Theorieentwicklung deutlich zum Ausdruck zu bringen.
Aus dieser Theorieanalyse ergibt sich noch keine stringente, diskursanalytische Methodenbeschreibung, so wie sie z.B. in der Sozialforschung zur Anwendung kommt; es wird vielmehr der Weg beschrieben, auf dem Michel Foucault seine Überlegungen zum Diskurs und dessen Macht über menschliches Handeln entwickelt hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundbegriffe: Wissen, Diskurs, Wahrheit und Macht

2.1. Zusammenfassung

3. Von der Marter zur Bestrafung: Die Ökonomie der Züchtigung

3.1. Die peinliche Strafe: Die Abschaffung der Marter

3.2. Das Zeitalter der Strafnüchternheit

3.3. Zusammenfassung

4. Macht und Disziplin

4.1. Das Panopticon/ Der Panoptismus

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, Michel Foucaults Theorie der Ordnung des Diskurses zu explizieren, deren Funktionsweise sowie die Auswirkungen auf Wissen und Machtverhältnisse in gesellschaftlichen Zusammenhängen aufzuzeigen und durch praktische Beispiele zu illustrieren.

  • Definition und theoretische Grundlagen des Diskursbegriffs bei Michel Foucault.
  • Analyse des Wandels der Strafjustiz von der öffentlichen Marter zur modernen Gefängnisstrafe.
  • Untersuchung der Machtverhältnisse und deren architektonischer Manifestation.
  • Darstellung des Panopticons als Disziplinierungsmechanismus und dessen Übertragbarkeit auf andere gesellschaftliche Bereiche.
  • Erörterung der Bedeutung von Diskursen für die Entstehung und Verteilung von Wissen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die peinliche Strafe: Die Abschaffung der Marter

Die Marter ist bis zum auslaufenden 18. Jahrhundert ein grundlegender Bestandteil des Strafvollzuges gewesen, wobei den Verurteilten über einen langen Zeitraum starke Schmerzen bis hin zum Eintritt des Todes zugefügt werden, meist auf öffentlichen Plätzen und vor Publikum. Das zentrale Element der Marter ist der Schmerz, herbeigeführt durch unterschiedliche Folterpraktiken: Verbrennungen am Körper des Verurteilten, das Herausschneiden von Fleisch oder das Abtrennen von Gliedmaßen bis zum Eintritt des Todes.

Das Vergehen des zur Marter Verurteilten wird dabei immer in den Vordergrund gestellt und häufig öffentlich wiederholt, um der zuschauenden Menge zu verdeutlichen, warum der Hinzurichtende diese Strafe empfangen muss (Vgl.: Foucault; 2008; 705-707).

Durch die Marter sollen zwei Wirkungen erzielt werden: Die abschreckende Wirkung auf die zuschauende Menge und das Leisten von Sühne in Form von körperlichen Schmerzen, bestenfalls begleitet von einem Geständnis des Verurteilten, erzielt durch Folter. Im langen Prozess der öffentlichen Marter, von der Folter bis zur Hinrichtung liegt auch die Wiederholung des Verbrechens am Körper des Verurteilten, bis hin zur theatralischen Inszenierung, teilweise auch am Ort des begangenen Verbrechens und, im Falle eines Tötungsdeliktes, auch unter Verwendung der Tatwaffe. Der Täter stirbt den Tod seines Opfers in einer öffentlichen Zurschaustellung.

Die symbolische Kraft dieser Strafpraktik ist eng mit der Vorstellung von Wiedergutmachung oder Vergeltung des Verbrechens verbunden. Die Vollstreckung des Urteils soll in seiner Grausamkeit die Schmerzen und das Leid, das durch das begangene Verbrechen des zur Marter verurteilten Straftäters ausgelöst wurden, übertreffen (Vgl.: Foucault; 2008; 745-757).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel definiert den theoretischen Fokus auf Foucaults Diskursbegriff und erläutert die methodische Vorgehensweise anhand von Beispielen wie der Strafjustiz und dem Panopticon.

2. Grundbegriffe: Wissen, Diskurs, Wahrheit und Macht: Es wird dargelegt, wie Diskurse historisch Wissen und Wahrheiten konstituieren und welche Deutungsmacht sie innerhalb einer Gesellschaft ausüben.

3. Von der Marter zur Bestrafung: Die Ökonomie der Züchtigung: Das Kapitel beschreibt den historischen Übergang von körperlichen Qualen der Marter hin zu ökonomisch motivierten Strafpraktiken und deren disziplinierender Funktion.

4. Macht und Disziplin: Hier wird das architektonische Konzept des Panopticons als Instrument zur permanenten Überwachung und Selbstdisziplinierung des Individuums analysiert.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird die Diskursanalyse als kritisches Instrument für sozial- und medienwissenschaftliche Fragestellungen gewürdigt und auf weitere Anwendungsfelder hingewiesen.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Diskurs, Wissen, Wahrheit, Macht, Strafjustiz, Marter, Disziplin, Panopticon, Panoptismus, Überwachung, politische Ökonomie, Theorieanalyse, Gesellschaft, Sozialwissenschaften.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Theorie der Ordnung des Diskurses von Michel Foucault und untersucht, wie Diskurse Wissen erzeugen und Machtverhältnisse in einer Gesellschaft formen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Definition des Diskursbegriffs, der Wandel von Strafpraktiken im historischen Verlauf sowie die Mechanismen von Macht und Disziplinierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die theoretischen Formulierungen Foucaults über Diskurse verständlich zu machen und ihre Auswirkungen auf menschliches Handeln anhand konkreter Beispiele nachzuzeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine reine Theorieanalyse auf Basis der Primärliteratur von Foucault, ergänzt durch soziologische Fachbegriffe, um den Weg der Theorieentwicklung nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Veränderung der Strafjustiz, von der öffentlichen Zurschaustellung der Marter bis zur unsichtbaren, ökonomisch gesteuerten Disziplinierung durch das Panopticon.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Michel Foucault, Diskurs, Macht, Wissen, Disziplinierung, Strafjustiz, Panopticon, Wahrheit und politische Ökonomie.

Warum ist die Unterscheidung zwischen dem Diskurs der Strafjustiz und der politischen Ökonomie so wichtig?

Weil Foucault aufzeigt, dass moderne Strafpraktiken durch Elemente der politischen Ökonomie wie Arbeitsprozesse und Effizienz geprägt sind, was das Verständnis von Strafe grundlegend verändert hat.

Inwiefern kann das Panopticon als "Maschine der Macht" bezeichnet werden?

Es dient als architektonische Manifestation, die durch ständige potenzielle Überwachung ein Machtverhältnis schafft, in dem sich die Häftlinge durch die Ungewissheit der Beobachtung selbst disziplinieren.

Welche Relevanz hat diese Diskursanalyse für die Medienwissenschaft?

Sie bietet einen qualitativen Forschungsansatz, um komplexe Medieninhalte und die darin verwobenen unterschiedlichen Diskurse und Interessen kritisch zu untersuchen.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Michel Foucault: Der Diskursbegriff
Hochschule
Universität Basel  (Institut für Medienwissenschaften)
Note
Pass
Autor
Sebastian Sohn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
14
Katalognummer
V190833
ISBN (eBook)
9783656154136
ISBN (Buch)
9783656154013
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Michel Foucault Diskurs Panopticon Panoptismus Foucault Macht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Sohn (Autor:in), 2012, Michel Foucault: Der Diskursbegriff, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190833
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Leseprobe aus  14  Seiten
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