Der Umgang mit Behinderungen im Kinderbuch


Seminararbeit, 2003

12 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Inhaltsangabe

3 Fragestellungen
3.1. Fremdheitswahrnehmung
3.2. Erzählstruktur und Erzählverhalten
3.3. Wie geht True, als gesunder Zwillingsschwester, mit dem Anderen an Eddie um?
3.4. Konfliktlösung

4 Vergleiche
4.1. Wer ist Marlon?
4.2. Wie geht Mona mit einem behinderten Menschen um?
4.3. Monas Eltern und der Umgang mit dem ‚Anderen‘
4.4. Konfliktlösung
4.5. Nachwort

5 Pädagogischer Wert des Buches: „Tage mit Eddie oder was heißt schon normal“

6 Persönliches Fazit

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Dieser Text soll einen Überblick über das Thema „Geistige Behinderung im Kinderbuch“ geben. Um verschiedene Umgangsformen, sowohl in der Familie, als auch unter Freunden und in der Gesellschaft aufzuweisen, wurden zwei Bücher verglichen und zur Analyse herangezogen. Zum einen das Buch „Tage mit Eddie oder was heißt schon normal“ von Janet Tashjian. Dieses Buch wird schwerpunktmäßig zum Einsatz kommen und unterliegt der hauptsächlichen Analyse. Zum Vergleich wurde ein zweites Buch, „Eine wunderbare Liebe“ von Kirsten Boie, herangezogen. Dieses wird zum Schluss des Textes als Vergleichsmaterial genutzt.

Geistige Behinderung ist ein Thema, welches in der heutigen Gesellschaft immer noch einem Tabu unterliegt. Es wird kaum darüber gesprochen und betroffene Menschen, vor allem betroffene Kinder, werden ausgegrenzt und erleiden Spott und Kränkungen. Auffällig dabei ist jedoch, dass Erwachsene meist die Personen sind, die Vorurteile gegenüber Behinderten hegen und verbreiten, indem sie diese, meist unbewusst, ihren Kindern weitergeben. Kinder, die keine Vorurteile kennen, gehen sehr vernünftig und unvoreingenommen mit betroffenen Personen um.

Diese unterschiedlichen Umgangsformen und Klischees werden anhand der zwei bearbeiteten Bücher im folgenden Text dargestellt.

2 Inhaltsangabe

„Tage mit Eddie oder was heißt schon normal“ von Janet Tashjian

Das Buch handelt hauptsächlich von den Zwillingen True und Eddie. Sie sind zweieiige Zwillinge und sind 12 Jahre alt. Eddie ist geistig behindert, da er bei der Geburt die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatte und dadurch zu wenig Sauerstoff bekam. Seine Schwester True ist hingegen gesund. Oft macht sie sich Vorwürfe, ob sie ihren Zwillingsbruder behindert gemacht hat und sie denkt oft darüber nach wie es wäre, wenn sie diejenige mit der verwickelten Nabelschnur gewesen wäre. Sie versucht auf allen ihr möglichen Wegen ihrem Bruder ein normales Leben zu ermöglichen. Für sie ist es ganz einfach: Eddie ist eben Eddie. Nur die anderen kommen manchmal nicht mit ihm und seiner Behinderung klar. Doch um ihn vor dem Spott der anderen Menschen zu schützen, sucht sie in Büchern, bei Medizinshows und im Internet nach einem Heilmittel. Doch sie sucht in die falsche Richtung. Erst nach langem Nachdenken und den überzeugenden Beiträgen im Internetchatroom begreift True, dass sie ihrem Bruder am besten helfen kann, wenn sie für ihn einfach seine Schwester und Freundin ist (vgl. Janet Tashjian „Tage mit Eddie oder was heißt schon normal“). Ihr Bruder lebt ein normales Leben. Ein normales Leben in seiner eigenen Welt.

3 Fragestellungen

In diesem Kapitel sollen einige Fragen zu dem Buch geklärt werden. Es geht hier zum einen um die formalen Begebenheiten des Buches, zum anderen um den Umgang von True und ihrem Zwillingsbruder Eddie.

3.1. Fremdheitswahrnehmung

Bei der Figur ‚Eddie‘ handelt es sich um die Figur des Außenseiters. Er wird von der Gesellschaft ausgegrenzt und stigmatisiert. Für viele Menschen stellen Behinderte eine normabweichende Person dar. Für sie ist eine geistig behinderte Person beängstigend und unberechenbar, da sie nicht wissen, wie sie mit ihnen umzugehen haben. Malte Dahrendorf stellte das Motiv des Außenseiters als sehr beliebt dar, da die Menschen darin eine Situation vorfinden, in der sie zu der Figur aufsehen oder herabsehen können. Dahrendorf bezeichnet dies als die Befriedigung der ambivalenten menschlichen Grundbedürfnisse[1]. Eddie zählt, nach Mayer, demnach zu den existenziellen Außenseitern. Er bietet Identifikationsmöglichkeit für andere Betroffene. Durch True soll dem Leser bewusst gemacht werden, dass auch Eddie ein normaler Mensch ist, der weder normabweichend, noch beängstigend sein will und ist.

3.2. Erzählstruktur und Erzählverhalten

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Ich-Erzähler. Die 12jährige True führt ein elektronisches Tagebuch auf ihrem Computer. Sie hält darin ihre Gedanken, Ideen und Eindrücke fest. Sie beschreibt ihre Gefühle zu Eddie, ihre Ideen für ihre erste eigene Fernsehshow und speichert Bilder, die Eddie an ihrem Computer gemalt hat.

Der Leser bekommt eine detaillierte Sicht von Trues Gefühls- und Gedankenwelt. Der kindliche Leser kann sich so sehr gut in die Figur ‚True‘ hineinversetzen und ihre, teilweise recht konfusen Gedankengänge, verfolgen.

Es entsteht dadurch eine recht einseitige Sicht der Darstellung ihres Bruders. Sie beschreibt ihren Bruder in seinem Verhalten und in Situationen in denen sie ihn beobachtet. Doch diese einseitige Sichtweise wird ein wenig aufgelockert, indem sie ein Kapitel einfügt, wo sie die Begriffe auflistet, die von der Umwelt für ihren Bruder gebraucht werden. Dies sind Ausdrücke wie „geistig behindert“, „retardiert“, „intellektuell beschränkt“ oder auch „er hat besondere Bedürfnisse“ (vgl. Janet Tashjian, „Tage mit Eddie oder was ist schon normal“, S. 25).

[...]


[1] Kammler, Clemens, Skript zum Seminar: „Fremdsein, Anderssein als Thema der zeitgenössischen Kinder- und Jugendliteratur“, SS 2003. S. 9

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Umgang mit Behinderungen im Kinderbuch
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (FB Germanistik)
Veranstaltung
Seminar SS 2003
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
12
Katalognummer
V19090
ISBN (eBook)
9783638233026
ISBN (Buch)
9783638758888
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Umgang, Behinderungen, Kinderbuch, Seminar
Arbeit zitieren
Julia Kloiber (Autor:in), 2003, Der Umgang mit Behinderungen im Kinderbuch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19090

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