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Erlebnispädagogik in der Schule - Ein Konzept

Titel: Erlebnispädagogik in der Schule - Ein Konzept

Examensarbeit , 2011 , 101 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Andreas Vent-Schmidt (Autor:in)

Didaktik - Sport, Sportpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Ich höre und ich vergesse, ich sehe und erinnere mich, ich erlebe und verstehe“.
Konfuzius (551 - 449 v. Chr.)
EP-Programme können Einfluss auf ganze Klassen und Individuen haben. Das persönliche Selbstwertgefühl, der Klassen- und Gruppenzusammenhalt, das Klassenklima, die Kommunikation sowie die Art der Kommunikation, die Zusammenarbeit innerhalb von Gruppen und die Eingliederung von Außenseitern können gestärkt werden. Dies sind nur wenige der möglichen und teils bewusst gesteuerten Ziele und Effekte, die EP haben kann.
In meiner Arbeit werde ich zunächst eine Einführung in die EP geben, im Anschluss daran gibt es einen kurzen geschichtlichen Abriss der Entstehungsgeschichte. Anschließend werde ich die Hauptprinzipien der EP erläutern sowie den Sinn und die Möglichkeiten der EP und des Feedbacks darlegen. Beispiele aus verschiedenen Schulen werden dann Möglichkeiten zu Anwendungsfeldern aufzeigen. Ich möchte hiermit die Basis für erlebnispädagogische Stunden schaffen und alle inhaltlich wichtigen Fragen zur Auswahl, Anpassung und Durchführung von Übungen, sowie die Aufgaben des Spielleiters und Sicherheits- vorkehrungen behandeln. Zudem werde ich noch den konkreten Aufbau einer erlebnispädagogischen Stunde mit Stundenverlaufsplan aufzeigen. Schließlich werde ich ein Konzept präsentieren, aus welchem Lehrer verschiedene erlebnispädagogische Aufgaben auswählen können, um diese dann in der Schule umzusetzen.
Die Aufgaben werden in verschiedene Kategorien gegliedert:
๏ Kennenlernen
๏ Warm-Ups (Wups)
๏ Kooperations- und Kommunikationsaufgaben
๏ Vertrauen
Zu jeder Aufgabe den Titel, darunter Kategorie, Spiel- charakter, Lernziel, Teilnehmerzahl, Altersbereich, Dauer, Ort, Schwier- igkeit und Geräte/Material auflisten, ein Photo oder ein Bild hinzufügen und anschließend die Spielidee, pädagogische Hinweise und Variationsmöglichkeiten darstellen.
Mit dieser Arbeit hoffe ich ein Stück weit dem Interesse und dem Bedarf von Lehrern nachkommen zu können und sie zu ermutigen EP im Schulalltag zu nutzen. Der Einsatz von Erlebnispädagogik in der Schule befindet sich noch in den Kinderschuhen, weitere Möglichkeiten und Effekte sind schwer vorherzusagen und werden erst nach und nach untersucht. Um eine Problemlöseaufgabe erfolgreich zu lösen, braucht es zuerst eine Idee und ein Konzept, diesen Teil möchte ich hiermit übernehmen. Zur Umsetzung fehlt dann nur noch eines - MUT, denn die Erfahrungen kommen von selbst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

Teil I: Zur Erlebnispädagogik in der Schule

2 Erlebnispädagogik - Sportpädagogik

3 Einführung in die Erlebnispädagogik

4 Entstehung der Erlebnispädagogik

5 EP aus der Schule in die Schule

6 Lernmodelle

6.1 Lernen zwischen Komfort- und Panikzone

6.2 Das Flow-Modell

6.3 Erlebnisorientierter Lernzyklus

7 Wirkungsmodelle

7.1 The Mountain speak for Themselves

7.2 Kommentiertes Handlungslernen

7.3 Outward Bound Plus - das Reflexionsmodell

7.4 Direktives Handlungslernen

7.5 Metaphorisches Grundmodell

7.6 Metaphorisches Handlungslernen

7.7 Indirekt-metaphorisches Handlungslernen

8 Möglichkeiten der Erlebnispädagogik

9 Die Chancen des Feedbacks

9.1 Feedbackregeln

9.2 Feedback geben

9.3 Feedback nehmen

10 Reflexion

10.1 Reflexions-Fragen

10.2 Reflexions-Methoden

11 Ausgewählte Beispiele aus der Schule

11.1 Internatsschule Salem am Bodensee

11.2 Hegau Gymnasium Singen am Hohentwiel

11.3 Gymnasium Schloss Gaienhofen am Bodensee

11.4 Evangelische Schule am Firstwald, Mössingen

12 Konzeption einer erlebnispädagogischen Unterrichtsstunde

12.1 Stundenverlauf

12.2 Gemeinsame Merkmale von Übungen

12.3 Richtige Auswahl von Übungen

12.4 Anpassung und Veränderung von Übungen

12.5 Rahmenziele

12.6 Aufgaben des Spielleiters

12.7 Merkmale eines idealen Spielortes

12.8 Sicherheitsvorkehrungen

Teil II: Zur Praxis der Erlebnispädagogik in der Schule

13 Spielesammlung

13.1 Kennenlernen

13.1.1 Schuhhaufen

13.1.2 Alle die wo

13.1.3 Aufstellen

13.2 Warm-Ups (Wups)

13.2.1 Alaskian Rugby

13.2.2 Atom-Spiel

13.2.3 Riesen-Zauberer-Elfen

13.2.4 Pferderennen

13.2.5 Wäscheklammerklau

13.2.6 Drei Kreise

13.3 Kommunikations- und Kooperationsaufgaben

13.3.1 Baum finden

13.3.2 Die Rettung

13.3.3 Der Geheime Code

13.3.4 Plane falten / Insel

13.3.5 Das Haus vom Nikolaus

13.3.6 Heißer Draht

13.4 Vertrauen

13.4.1 Die Welle

13.4.2 Maikäferspiel

13.4.3 Mattenimbiss

13.4.4 Fall vom Kasten

14 Beispielprojekt - Erlebnispädagogik in der Schule

15 Fazit

16 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, ein praktisches Konzept für die Erlebnispädagogik im schulischen Kontext zu entwickeln, um Lehrkräften ohne langjährige Erfahrung den Einsatz erlebnispädagogischer Methoden in verschiedenen schulischen Bereichen wie dem Sportunterricht, auf Klassenfahrten oder bei Projekttagen zu ermöglichen und sie darin zu ermutigen.

  • Theoretische Grundlagen und geschichtliche Einordnung der Erlebnispädagogik
  • Methodische Gestaltung von erlebnispädagogischen Unterrichtsstunden
  • Bedeutung von Feedback und Reflexion für nachhaltige Lernerfahrungen
  • Praktische Spielesammlung gegliedert in Kennenlernen, Warm-Ups, Kooperation und Vertrauen
  • Beispielprojekt zur Förderung der Klassengemeinschaft an einem Gymnasium

Auszug aus dem Buch

12.6 Aufgaben des Spielleiters

Das Hauptziel der Spielleitung, des Lehrers, ist „eine Atmosphäre der Sicherheit und des Vertrauens in der Gruppe zu schaffen (...)“. Die Aufgaben und die Rolle des Spielleiters verändern sich während der Übung. Es wird zwischen den zeitlichen Phasen unterschieden. Zu Beginn der Übung sollte der Spielleiter im Mittelpunkt stehen und dadurch die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die anfängliche Nervosität der Gruppe soll dadurch eingeschränkt werden.

Der Lehrer stellt den Rahmen, die Regeln und die Sicherheitsaspekte der Übung vor und stellt sicher, dass jeder Schüler die Aufgabe verstanden hat und keine Unklarheiten mehr herrschen. Zudem weckt die Spielleitung mit einer Animation, z.B. durch eine Rahmengeschichte, Neugierde auf die Übung. Im Laufe der Übung sollte sich die Leitung mehr und mehr zurückziehen. Der optimale Zeitpunkt ist unmöglich zu benennen, jedoch kann man sagen, dass „sobald sich eine angenehme Atmosphäre entwickelt hat, und die Teilnehmer beginnen, Beziehungen untereinander zu knüpfen, ist es für die Spielleitung Zeit sich zurückzunehmen“ (Sonntag, S. 51) und die Klasse erleben zu lassen. Der Lehrer nimmt nun eine unterstützende Rolle ein und versucht das Spielgeschehen so wenig wie möglich aktiv zu beeinflussen.

Anders ist es mit der Sicherheit. Der Spielleiter muss immer vor Ort sein, einen sicheren Ablauf garantieren und die Übung begleiten, um im Notfall gefährliche Situationen abzubrechen. Die „Stop-Regel“ muss daher frühzeitig eingeführt werden. Ruft der Lehrer „Stop“, dann verharren alle Schüler in ihrer Position und der Lehrer hat die Möglichkeit die gefährliche Situation zu entschärfen. In der Reflexionsphase sollte die Spielleitung sich wieder in den Vordergrund stellen, um die Reflexion anzustoßen, Aktion mit der Reflexion zu verbinden und eine konstruktive Gesprächsatmosphäre zu fördern. Der Spielleiter fokussiert die Reflexion auf ein Thema, z.B. Lernerfahrungen, Umgang in der Gruppe, und versucht einen Transfer des Erlebten in den Alltag zu schaffen. Danach treten die Schüler wieder in den Vordergrund und reflektieren über die geschaffte oder gescheiterte Übung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für das Thema sowie die Zielsetzung, ein Konzept für Lehrer zur Integration erlebnispädagogischer Ansätze im Schulalltag zu schaffen.

2 Erlebnispädagogik - Sportpädagogik: Dieses Kapitel stellt die Einordnung der Erlebnispädagogik in die Sportpädagogik dar und hebt deren Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung von Schülern hervor.

3 Einführung in die Erlebnispädagogik: Hier werden unterschiedliche Definitionen beleuchtet und der zentrale Aspekt hervorgehoben, dass erlebnispädagogische Impulse erst durch Reflexion und Transfer pädagogisch wirksam werden.

4 Entstehung der Erlebnispädagogik: Das Kapitel skizziert die historische Entwicklung von Vordenkern wie Rousseau und Thoreau bis hin zum "Vater" der Erlebnispädagogik, Kurt Hahn, und seinem Modell der Erlebnistherapie.

5 EP aus der Schule in die Schule: Es wird die historische Rückbesinnung auf die erlebnispädagogischen Wurzeln im Schulumfeld diskutiert und die positive Wirkung eines lernfreundlichen Klimas belegt.

6 Lernmodelle: Der Autor stellt drei grundlegende Lernmodelle vor: Lernen zwischen Komfort- und Panikzone, das Flow-Modell und den erlebnisorientierten Lernzyklus.

7 Wirkungsmodelle: In diesem Abschnitt werden die sieben wichtigsten Wirkungsmodelle kurz vorgestellt, die der erlebnispädagogischen Entwicklung in verschiedenen Jahrzehnten zugeordnet werden.

8 Möglichkeiten der Erlebnispädagogik: Das Kapitel behandelt die Ziele der Erlebnispädagogik, insbesondere die Förderung sozialer, emotionaler und sachlicher Kompetenzen sowie der Selbstkompetenz.

9 Die Chancen des Feedbacks: Es werden die zentralen Feedbackregeln sowie die Bedeutung von Ich-Botschaften beim Geben und Nehmen von Feedback für einen konstruktiven Lernprozess dargelegt.

10 Reflexion: Hier wird verdeutlicht, dass erst durch die Reflexion eine bloße Aktivität zu einer erlebnispädagogischen Übung wird, und es werden methodische Ansätze sowie gute Reflexionsfragen vorgestellt.

11 Ausgewählte Beispiele aus der Schule: Der Autor präsentiert verschiedene praktische Anwendungsbeispiele der Erlebnispädagogik an ausgewählten Internaten und Schulen.

12 Konzeption einer erlebnispädagogischen Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel bietet einen Leitfaden für den Aufbau einer Stunde inklusive Stundenverlauf, Auswahlkriterien für Übungen, Spielleiteraufgaben und Sicherheitsvorkehrungen.

13 Spielesammlung: Es folgt eine strukturierte Auswahl an praktischen Kennenlernspielen, Warm-Ups, Kooperationsaufgaben und Vertrauensübungen für den direkten Einsatz.

14 Beispielprojekt - Erlebnispädagogik in der Schule: Der Autor stellt sein eigenes durchgeführtes Projekt mit einer achten Klasse vor und verweist auf den detaillierten Bericht im Anhang.

15 Fazit: Zusammenfassend wird der Stellenwert der Erlebnispädagogik als gerechtfertigter Teil der Sportpädagogik bestätigt und die Notwendigkeit für ihre weitere Verbreitung betont.

16 Ausblick: Der Autor reflektiert über die zukünftige Entwicklung der Erlebnispädagogik im Bildungsbereich und betont, dass ihre Umsetzung durch engagierte Lehrkräfte vorangetrieben werden muss.

Schlüsselwörter

Erlebnispädagogik, Schule, Persönlichkeitsentwicklung, Sportpädagogik, Kooperative Abenteuerspiele, Reflexion, Feedback, Sozialkompetenz, Lernmodelle, Klassenklima, Handlungsorientiertes Lernen, Teamfähigkeit, Unterrichtskonzept, Outdoor Education, Gruppenprozesse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration erlebnispädagogischer Konzepte in den Schulalltag, um Schülern abseits des klassischen Unterrichts wertvolle Lernerfahrungen zu ermöglichen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der Erlebnispädagogik, diverse Wirkungs- und Lernmodelle, die methodische Konzeption von Unterrichtsstunden sowie die konkrete Praxis durch eine umfangreiche Spielesammlung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, ein Konzept zu entwickeln, das Lehrern ermöglicht, erlebnispädagogische Aufgaben ohne jahrelange Erfahrung in verschiedenen Schulkontexten (Sportunterricht, Projekttage, Klassenfahrten) erfolgreich einzusetzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse theoretischer Konzepte sowie die praktische Erprobung und Auswertung eines eigenen Erlebnispädagogik-Projekts an einer achten Klasse eines Gymnasiums.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Lern- und Wirkungsmodelle, Ziele, Feedback, Reflexion) und einen umfangreichen Praxisteil mit einer kategorisierten Sammlung von Spielen und Übungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Erlebnispädagogik, Handlungsorientiertes Lernen, Sozialkompetenz, Klassengemeinschaft, Reflexion, Feedback, Unterrichtskonzeption und kooperative Abenteuerspiele.

Wie wichtig ist die Rolle des Lehrers bei der Anleitung?

Der Lehrer fungiert weniger als klassischer Gruppenleiter, sondern vielmehr als Mediator, Sicherheitsgarant und Begleiter, der den Rahmen für eigenständige Lernprozesse der Schüler schafft.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Komfort-, Wachstums- und Panikzone so bedeutsam?

Diese Unterscheidung ist essentiell, da Lernen nur in der Wachstumszone stattfindet. Zu wenig Herausforderung (Komfortzone) führt zu mangelndem Lerneffekt, während Überforderung (Panikzone) das Lernen durch Angst unmöglich macht.

Welchen Stellenwert nimmt die Reflexion in diesem Konzept ein?

Die Reflexion ist der entscheidende Prozessschritt, der eine reine Aktion in eine pädagogisch wirksame Erfahrung transformiert, da sie erst das Bewusstmachen und den Transfer des Gelernten in den Alltag ermöglicht.

Was ist das "Prinzip der Challenge by Choice"?

Es ist ein zentrales ethisches Prinzip der Erlebnispädagogik, das besagt, dass die Teilnahme an Übungen immer auf Freiwilligkeit basiert, um die individuelle Sicherheit und Selbstverantwortung der Schüler zu wahren.

Ende der Leseprobe aus 101 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Erlebnispädagogik in der Schule - Ein Konzept
Hochschule
Universität Konstanz  (Sportwissenschaft)
Note
1,5
Autor
Andreas Vent-Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
101
Katalognummer
V190946
ISBN (eBook)
9783656157687
ISBN (Buch)
9783656158073
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erlebnispädagogik Vertrauen Kommunikation Erlebnispädagogik + Schule Lernmodelle Wirkungsmodelle Konzeption einer erlebnispädagogischen Unterrichtsstunde Relfexion Feedback Spielesammlung Kooperation Kennenlernen Beispielprojekt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Vent-Schmidt (Autor:in), 2011, Erlebnispädagogik in der Schule - Ein Konzept, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190946
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  101  Seiten
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