Suchen nach der richtigen Antwort

Über die Kunst, Fragen zu stellen


Studienarbeit, 2012
190 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zitate zur Neugier und Fragen

Zusammenfassung/Abstract

1. Vorwort

2. Grundüberlegungen
2.1 Die Frage nach dem Einfluss des Individuums in der menschlichen Welt
2.2 Was ist Wissenschaft ?

3. Die Evolution hin zum Menschen

4. Philosophie und reale Wissenschaften

5. Der individualisierende Standpunkt

6. Die Stufen der Fragenformulierung und Fragetechnik

7. Der individuelle Bildungsgrad

8. Das elementare Entwicklungs- bzw. Anpassungspotential

9. Denkfolgen, -muster und Modellieren, Prognostizieren
9.1 Das Klima-Modell
9.2 Arbeiten mit Modellen

10. Der Mensch als kreativer Akteur eines Fortschritts
10.1 Die metrologische Basis

11. Technik und Natur
11.1 Technische Möglichkeiten
11.2 Der Fortschritt durch bessere Stoffkunde (Werkstoffe, Chemie)
11.3 Aspekte der Stoffverwendung und des Verbrauchs von Stoffen aus der Natur

12. Die Geldwirtschaft als Handelsphänomen des Menschen
12.1 Die Rolle des Geldes in der menschlichen Gesellschaft
12.2 Was ist Geld?
12.3 Auszug aus der Geldgeschichte, die Entwicklung von Geldinstituten
12.4 Der Mensch und das Geschäft mit Geld als System
12.5 Eigenvorsorge für Geld-Sicherheit oder staatliche Bankenaufsicht
12.6 Das Geld als menschliches Produkt und Funktionsmittel
12.7 Das Geld als Wirtschafts- und Lebens-Prinzip
12.8 Das Geschäft mit Geld und Finanzprodukten

13. Verteilung von Vermögen auf die Individuen

14. Der intelligente Mensch als Gestalter

15. Der Mensch zwischen Verstand, Vernunft und Glauben

16. Die Lehren aus der Studie

17. Lebenslauf des Verfassers

18. Stichwortverzeichnis

19. Autorenverzeichnis in Fußnoten (=Quellen)

20. Anhang: (wörtliche) Zitate zu den Kapiteln 2, 3, 9, 12, 15

Zitate

Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.

Galileo Galilei (1564-1642)

Wer nicht neugierig ist, erfährt nichts. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Triumph der Empfindsamkeit V, Sora 1777

Seine größte Tugend war seine Neugier – dieser Mann wollte tatsächlich etwas wissen, wollte alles durchstreifen, herauskriegen. Hannes Stein (* 1965) über Goethe: Immer Recht haben.

Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.

Albert Einstein, Brief an Carl Seelig, 1952 zitiert nach

Weinzierl, Ulrich: Carl Seelig, Schriftsteller, Wien, 1982, S. 135

Wichtig ist, dass man nie aufhört zu fragen. Albert Einstein (1879 – 1955)

Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifels. Feynman, Richard P. (1918-1988), Physiker aus

Es ist so einfach. ISBN 3-492-23773-8

Klug fragen können, ist die halbe Weisheit. Francis Bacon (1561 – 1626)

Man muss viel gelernt haben, um über das, was man nicht weiß, fragen zu können.

Jean-Jacques Rousseau (1717 – 1778)

Die kürzesten Worte, nämlich „ja“ und „nein“ erfordern das meiste Nachdenken.

Pythagoras von Samos (570 – 510 v.Zr.)

Quid sit futurum cras, fuge quaerere. Horaz (Quintus Horatius Flaccus 65 – 8 v.Zr.)

Denn dies wird ja als der erste Schlüssel zur Weisheit bestimmt, das beständige und häufige Fragen. Petrus Abaelardus (1079-1142) . Sic et non

Ist nicht sofort ersichtlich, welche politischen oder sozialen Gruppen, Kräfte oder Größen bestimmte Vorschläge, Maßnahmen usw. vertreten, sollte man stets die Frage stellen: Wem nützt es? Wladimir Iljitsch Lenin (1870 – 1924)

Die Unwissenheit kommt der Wahrheit näher als das Vorurteil. Wladimir Iljitsch Lenin

Philosophia non in verbis, sed in rebus est. Lucius Annaeus Seneca (1-65), ep. 16,3

Der Philosoph behandelt eine Frage wie eine Krankheit. Ludwig Wittgenstein,(1889 – 1951) Philosophische Untersuchungen, § 255

Jedes Fragen ist ein Suchen. Martin Heidegger (1889 – 1976), Sein und Zeit

Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, sondern ihr Todfeind. Theodor Adorno (1903 – 1969), Theorie der Halbbildung. 1961

Zusammenfassung/Abstract

Da in heutiger Vorstellung der Mensch sich zu einem immer vollkommener agierendes Wesen entwickelt haben soll oder hat, scheint es gerechtfertigt, sich mit dieser Änderung und insbesondere in seinem Verhältnis Mensch-Umwelt näher zu befassen. Es erscheint logisch, wenn man unterstellt, dass sich die sachgemäßen Fragen über die den Menschen umgebenden Systeme stark von seiner inneren und geistigen Einstellung abhängen und die Änderungen der oder in der Umwelt sich auch wiederfinden lassen müssen einmal in seinen forschenden Arbeiten und deren Ergebnissen und ein andermal in den Formulierungen von Philosophen gewissermaßen als Reaktion auf das Vordringen der realen Wissenschaften in ein Gebiet, das einst fast ausschließlich zu dem der Philosophie und Religion gerechnet wurde.

Die Fülle an informativen Material, das in der Darstellung unterschiedlich wissenschaftlich ist, kann heutzutage trotz (künstlichen) Rechners nicht so bearbeitet werden, dass man zu einem eindeutigen und einheitlichen Ergebnis gelangen kann, weshalb hier nur der Versuch unternommen wird, einige Grundzüge herauszuarbeiten, wobei Kernpunkte das Wesen und der Zweck der Einzelwissenschaften und der von Philosophen sowie die beeinflussenden Erkenntnisse aus Wissenschaft, Forschung und Technik und der Herrschaft des Geldes sind.

Wichtig erscheinen die Grundzüge zum Gewinnen von Fragestellungen und zum Konkretisieren von Problemen von den Anfängen der Evolution bis zum Stand heute sowie der Lösungswege und der Ergebnisse. Dabei wird das Denken in Modellen und den Voraussetzungen zum erfolgreichen Arbeiten mit Modellen besonders behandelt. Auch die Philosophie arbeitet mit Vereinfachungen und Modellvorstellungen, jedoch ohne diese so wie in den Naturwissenschaften und der Technik quantifizier-vergleichbar und prüfbar zu machen, denn gerade durch die lückenlose Beweisführung und die experimentelle und tatsächliche Bestätigung (in der Natur und Technik) sind erfahrungsgemäß Fortschritte zu erreichen.

Beispiel für Modellierung ist das globale Klima, das erhebliche Änderungen im Laufe der Erdgeschichte erfahren und so die Menschwerdung erst ermöglicht hat. Dabei ist der „Wandel“ des Klimas in der Art von Eiszeiten noch verhältnismäßig jung und Messwerte in verwertbarer Form gibt es erst aus den letzten Jahrhunderten, wenn man nicht auf analogieübertragene Werte aus gewachsenen Schichten von Eis, Tropfsteinen, Bäumen u.a. in Jahrtausenden zurückgreift. Die Erkenntnis-Sicherheit aus mit Unsicherheiten behafteten Meßwert-Reihen und aus der Fortschreibung in die Zukunft werfen Fragen und Zweifel auf, die (eigentlich) nicht durch „Konsens“ oder politischer Vorgabe gelöst werden dürfen, sondern (nur) nach dem Stand der (objektiven) Wissenschaft.

Von eminenter Bedeutung für die Ökonomie und den Geldtransfer weltweit stellt die Schöpfung von Geld durch Kredite usw. und die spekulative weltweite Verschiebung von Geldmengen dar, wo eine „beschränkte“ Aufsicht nur eine bedingte Kenntnis des Ganzen erwerben kann. Es bleibt dann noch eine Frage, ob eine Buch- und Haushaltsführung in den Verhältnissen Gläubiger-Schuldner durchgreifend Ordnung und „Frieden“ schaffen kann und wie solches geschehen soll. Damit sind faktisch alle Menschen in einem neuen Weltbild und in Abhängigkeit „vereint“, damit von Motivationen des Gelderwerbs und –besitzes. Ob der intelligente Mensch genügend Vernunft (und Glauben) aufweist, um hier echte Schranken gegen Zügellosigkeit zu errichten, ist eine ernste Frage, auf dessen Antwort mancher wartet.

Vorwort

Eine Beantwortung setzt eine Frage voraus und Fragen geben es im Leben viele, die schon im Kindesalter beginnen z.B. in der Formulierung „warum leben wir eigentlich?“[1] Und die einleuchtende Antwort lautet: Der Mensch ist da, um die Erde schöner zu machen! Der Mensch hat eine Aufgabe! Philosophisch gehört diese Frage zu dem nach dem Sinn des Menschen und des Evolutionszweckes – oder läuft alles nach dem Prinzip des Situations-Zufalles ab? Unzweifelhaft zielen einige Fragen auf das Sein (der Lebewesen), die Wirklichkeit (Umwelt), auf kosmologische Unklarheiten wie den Ursprung unseres Universums ab, gelten die (erkannten) Naturgesetze überall? Einige Philosophen haben sogar eine Frage dann zu einer Grundfrage erklärt, wenn deren Beantwortung grundlegende Bedeutung für das weitere Philosophieren habe, z.B. über das Verhältnis von Denken und Sein, von Materie oder Bewusstsein. Fragen aus dem gewöhnlichen Alltag sind hier anscheinend weniger im Fokus zu sein, wie Moral und Gerechtigkeit. Warum haben nun einzelne Philosophen bestimmte Fragen und in bestimmter Reihenfolge der Wichtigkeit aufgeworfen – und gilt dies für alle der menschlichen Gesellschaft? Wir wissen es nicht.

Der Bogen möglicher Fragen kann weit gespannt[2] sein. Im Laufe der erfassten Geschichte der Wissenschaften sind bereits einige Probleme einer Lösung und damit einer Beantwortung zugeführt worden, aber es scheinen dann immer weiter offene Fragen zu bestehen, die in Fortsetzung wissenschaftlicher Untersuchungen jeweils zunächst hypothetisch und u.U. klar gedeutet werden können, einige werden offensichtlich aber in den religiösen Bereich verschoben, unabhängig davon, ob sie dort richtig aufgehoben sind. Die Erbsünde ist ein Beispiel, wie man dem Menschen eine Eigenschaft zuschreibt, die zwar gedacht, aber deren Existenz nicht wissenschaftlich „bewiesen“ ist, trotzdem Grundbestanteil einer Kirchenlehre sein kann.[3] Es besteht für Menschen die Wahl, ob er die „ Richtigkeiteiner Antwort einmal z.B. in naturwissenschaftlich-technischer Weise als mittlerer Näherungswert aus Streu-Daten des Messens einer Größe zum „wahren“ Wert oder ein andermal z.B. in verschiedenen Religionslehren als übereinstimmend mit einem als Dogma verkündeten Leitwert interpretiert. Damit wird dem einzelnen Menschen überlassen, zu entscheiden, wieweit jeweils eine eindeutige und zufriedenstellende Antwort vorliegt. Das kann nicht befriedigen.

Die Denkfähigkeit unterscheidet den Menschen von tierischen Lebewesen, insbesondere durch Abstraktion und Simulation vom Verhalten über erdachte Modelle. Natürlicherweise strebt er nach immer mehr Wissen und Erklärungen seiner Umwelt, er lernt sogar seine eigene Identität kennen. Mit seinen Sinnen erspürt er Gefahr, gedanklich erfasst er das Risiko, wenn es eine unmittelbare Rolle für seine Existenz spielt. Seine Sicherheit vermag der Mensch noch allein oder in seiner Lebens-Gemeinschaft erkennen und quantifizieren, aber eben nur in Teilen seiner Umwelt. Er reagiert allergisch auf tatsächliche und denk- oder vermutbare oder propagierte Änderungen, die auf ihn schädigend einwirken können, so hinsichtlich atomarer Ketten-Reaktionen, auf den Verlust ausreichender Energieträger für die industrielle Produktion oder seine Mobilität. Sicherheit rangiert sehr hoch in den Wünschen für seine Zukunftswelt, manchmal vorrangig in Abwägung zu seinen eigenen finanziellen Notwendigkeiten. Er selbst durch- und überschaut die ihm angebotene Datenwelt nicht mehr. Der Vielzahl neuer Fragen steht er oft hilflos gegenüber, die unzähligen Informationen kann er nicht mehr sortieren nach „wahr, richtig“, denn die Medien sind grundsätzlich nicht frei von Eigeninteressen und daher im Vertrauen nicht mehr zuverlässiger Ratgeber.[4] Das zwingt zu der Frage nach der Verantwortung und Mitarbeit der Philosophen[5], nach ihrer Aufgabe in dieser modernen Welt..

Die nachfolgenden Ausführungen sollen dem Feststellen des Standpunktes und der nutzbaren Möglichkeiten dienen.

2. Grundüberlegungen.

Über lange Geschichtszeiten hinweg stand der einzelne Mensch seinem Wesen nach der Natur, der Schöpfung religiös-idealisiert allein gegenüber, obwohl er seine Existenz nur in der Gemeinschaft sichern konnte. Die Forschung hat festgestellt, dass der einzelne sich genetisch[6] und biologisch von seinem Mitmenschen unterscheidet und jeder für sich zu einer Persönlichkeit heranreift, sich selbst verwirklicht und eine Eigenart des Handelns, Verhaltens und Denkens aufweist. Auf der anderen Seite ist unbestritten, dass gewisse Merkmale des Körpers und seiner Bewusstseins- und Vernunftsphäre gleich (typisiert) sind und seine Individualität[7] nur in einigen Bereichen ausgeprägt zu sein scheint.

2.1. Die Frage nach dem Einfluss des Individuums in der menschlichen Welt.

Nach der Ansicht in der Literatur und heutiger Menschen wird die Evolution zum denkfähigen Menschen immer so behandelt, als ob es einen „Menschen an sich“ gäbe, der sozusagen der Typus ist, der die Menschheit insgesamt repräsentiert. Diese Intention ist auf Grund der wenigen über der Erde verteilten zeitlich zugeordneten Funde naheliegend, nur bei der Annahme einer geographische isolierten Entstehensquelle der Hominiden müsste die Population vor Millionen Jahren klein gewesen sein. Man meint heute in der Wissenschaft, dass zum Ende der letzten Eiszeit vor etwa 12 Tausend Jahren die nomadischen Jäger und Sammlergemeinschaften in der Größenordnung von 50 bis maximal 500 Personen lebten, sicherlich im Laufe der Jahrhunderttausende mehrfach dezimiert und wieder in der Größe gewachsen, wie der Temperaturverlauf der Atmosphäre allein in der letzten Jahrmillion ausweist.[8] Die Verwandtschaft in diesen kleinen Menschengruppen war vermutlich familiär strukturiert. Ein Einwirken des Menschen auf die Natur ist dem Grunde nach wegen der Marginalität der Bevölkerung und seiner begrenzten körperlichen Leistungsfähigkeit eher unbedeutend ist, zumindest im Vergleich zu den letzten beiden Jahrhunderten. Das dürfte den Menschen in den letzten Jahrtausenden auch bewusst gewesen sein. Wieweit aber der Mensch manches von sich schiebt, ja sprachlich als nicht wahrnehmensadäquat ansieht, zeigt menschliche Verhalten mit dem Abfall: Das, was vom Abfall nicht erfasst wird, wird auch nicht wahrgenommen.[9] Der Mensch verdrängt „einfach“ gewisse Fakten.

Gerade wegen des Gruppen- und Masseneffektes beim Menschen muss man wohl annehmen, dass einzelne Menschen Auslöser von Innovationen[10] waren; so sind Zeugnisse dafür Steinwerkzeuge in Levallois-Abschlag-Technik vor über 200 Tausend[11], Stein- und Knochenwerkzeuge vor über 120 Tausend Jahren in Afrika[12] und vor 90 Tausend Jahren z.B. in Halle/Saale Kunsterzeugnisse nachgewiesen. Möglich erscheint, dass infolge der dramatischen Klimabedrängnisse nur die „cleverste“ Gruppe, d.h. diejenige, die mindestens ein kreatives Mitglied hatte, erfolgreich diese Zeiten überlebte und sich dann wieder ausbreiten konnte. Zudem sind kleine Gruppen für genetisches Driften von „Neuem“ wahrscheinlicher, geringfügige Mutationen werden so manifestiert und multipliziert.

Die Weitergabe von praktischen Erfahrungen, von Erlebnissen des Erfolges durch eine geistige Leistung wie das Herstellen eines Werkzeuges oder einer Waffe zum Erlegen von Großwildtieren spornt weiter an und bringt die anderen Gruppenmitglieder oder andere Menschen dazu, nachzuahmen, zu lernen und das jeweils eigene Wissen zu vermehren. Man verständigt sich dabei untereinander aus dem psychischen System als Mensch, wobei man eigene unbewußte und bewusste Inhalte[13] einem anderen, einem Menschen mitzuteilen sucht. Streng genommen kann man niemand anderem sagen, was man selbst meint, man kann ihm nicht zeigen, was man selbst fühlt, sondern man kann den anderen Menschen bestenfalls zu einer für beide akzeptablen Eigenreaktion veranlassen[14] . Mit dem sprachlichen Fortschritt geht die Intensität des Wissensaustausches einher. Das bedeutet, dass die Gesamt- Wirkungsmöglichkeit der Menschheit sich relativ langsam entwickelt.

In diesem Stadium besteht die Kommunikation aus Selektion einer Information bei der ersten Person, des Mitteilungsvorganges zwischen dem ersten und den weiteren und aus der Selektion, dem Verstehen als Folgeereignis der Differenz zwischen Information und Mitteilung. Aus diesem mehrteiligen Grundvorgang entwickeln sich geistige Unterschiede in den menschlichen Sozialsystemen[15] entsprechend der jeweiligen Veranlagung und Bildung, darin unterscheiden sich diese z.B. durch Grade an Analphabetismus, insbesondere hinsichtlich der der funktionellen, denen es an ausreichendem Verstehen für die Mitteilung über Begriffe etc. in irgend einer Weise fehlt. Damit werden eigene und fremde Interessen bis zur Erkenntnis und Erkenntnisgewinn differenziert. So kann eine Auseinandersetzung um die „ richtige Konstruktion von Wirklichkeit “ gleichzeitig eine um Macht sein[16], der einzelne Mensch wird einerseits so zu einer Mischung allgemeiner menschlicher Denkweisen bzw. von fremden anderen und eigenen und andererseits geistig individuell stark. Ein gedachtes Gleichnis über kann das allgemeine „Wahrnehmen und Denken“ und damit die Gleichartigkeit der Menschen anschaulich machen:

Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, so würden sie urteilen müssen, die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind grün und würden sie entscheiden können, ob ihr Auge ihnen die Dinge zeigt, wie sie sind, oder ob sie es nicht etwas zu ihnen hinzutut, was nicht ihnen, sondern dem Auge gehört. So ist es mit ihrem Verstande. Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob es uns nur so scheint. Ist das letzte, so ist die Wahrheit, die wir hier sammeln, nach dem Tode nicht mehr – und alles Bestreben, ein Eigentum sich zu erwerben, das uns auch in das Grab folgt, ist vergeblich.[17]

Der Versuch, den Menschen nicht als Objekt in der Natur,

sondern als eigenständiges und beseeltes Wesen anzusehen:

Für die Philosophen der Antike gab es dem Grundprinzip nach den Menschen so, wie er sich in der gleichen Körper-Form[18] zeigt, was nach Aristoteles bei den wahrnehmbaren Gegenständen die Form der zusammengesetzten Einzelsubstanz als die Ursache für das Entstehen und Vergehen sowie für das Sein die primäre Ousia (Substanz/Seiendes) mit den zwei Aspekten : inhaltliche Allgemeinheit und ontologische Individualität ist.[19] Zu dieser Zeit hatte man Schwierigkeiten, die spezifischen Merkmale der Individualität heraus zu arbeiten, weil man so differenziert wie heute nicht „dachte“. Man schwärmte noch von einer vollkommenen Harmonie des Wirkungsgefüges der Natur.[20] Man kannte noch nicht die Vorbehalte, die man bei einer wissenschaftlichen Forschung mit Ergebnissen machen muss; nur was wissenschaftlich „bewiesen“ ist, gilt als wahr. Man wusste noch nichts von Strukturwissenschaften[21] und Denkgerüsten.

Biologisch ist der Übergang von manuell-fascialen Gesten, der Koordination von Mund- und Gesichtsmuskeln vor etwa 400 Tausend Jahren und eines Sprechens vor über 90 Tausend Jahren als allgemeines Merkmal der Menschheit einsichtig, auch eine Sprache, eine Sprachsyntax, eine strukturierte Verständigung vor etwa 50 Tausend Jahren ist verständlich über eine (allgemeine) geistige Leistung, denn es ist darin grundsätzlich die Kompositionalität enthalten.[22] Das linguistische System formt die Eindrücke von außen, die Gedanken zu einer (individuellen) Aussage. Allein dem Menschen in der biologischen Welt ist die Fähigkeit gegeben, ein höheres Sprach-Niveau zu erreichen, das Broca-Areal in der Großhirnrinde sorgt in der Entwicklung zum erwachsenen Individuum dafür, letztendlich gekoppelt an die jeweilige „Intelligenz“.[23]

Das weit gestreute Spektrum von Sprachen und Sprechen zeugt von regionalen Eigenheiten, wenn auch nicht von individueller Art des Sprechens. Das Nutzen von Sprache für Aussagen bedeutet, einen rekursiven, zirkulären und nicht verdinglichten Prozess abzubilden, weshalb in den jeweiligen Einzel-Äußerungen eine persönliche geistige Leistung besonders deutlich hervortritt. In vielen Fragen für Vorgänge in der Natur usw. geht man im Denken und den Diskussionen nur so weit methodisch vor, wie man es „gewohnt“ ist, und in der Kommunikation bleibt das Hemmnis, dass wir nur das verstehen können, was wir wissen und wir wissen nur, was wir verstehen können.[24] Deshalb bestehen immer größere Verschiedenheiten in der Menschheit.

Die Kommunikationsmöglichkeit war Grundbedingung für die Weiterverbreitung von Wissen, das im Gruppenkontakt und durch Lernen entsteht, aber nicht in fertiger Weise des Denkens und Handels vorgegeben ist und auch nicht auf einer schrittweisen Abbildung von Wahrgenommenen entsteht, sondern das erkennende Subjekt konstruiert sein Wissen selbst, indem es eine Grund-Erkenntnis-Struktur auf die Umwelt anwendet, laufend an Veränderungen anpasst und im Handeln lernt. Das Handlungswissen ist meist unbewusst, zu dem sich intuitives Wissen gesellt. Erst mit höherer Erkenntnistätigkeit wächst begriffliches Wissen, was im Bewusstsein verankert wird. Im Grundzug ist es individuell. So teilt sich die Gesellschaft auf in „intelligente“ (erfinderische) Wesen und solche, die zum Erwerb erst (von außen geleitet) „lernen“ müssen. Darüber hinaus zählt in der Gesellschaft noch das soziale Wissen, das auf Verständigung und Konsens aufbaut. In heutiger Zeit wird die Wissensgesellschaft meist ökonomisch gesehen: die Ressource ist ein Kapital, ein Wert der Arbeitskraft. Dabei zählt weniger das universelle als das Fachwissen.[25]

Durch die Technologisierung, die Transformation von Wissen in Informationen wird der genetische Code den anderen, z.B. physikalischen oder informationsstheoretischen gleichgestellt. Das Wissen in einem gelangt über eine entsprechende Infrastruktur zu Wissens-Dateien, aber gegenüber diesen etwas in den Hintergrund, weil gleichzeitig das Risiko der Übernahme von Falsch-Informationen[26] steigt und der moralische Aspekt geistiger Leistung in einer Suchmaschine abnimmt, weil hier nur eingegebene Daten verfügbar gemacht werden und das standardisierte Suchen nur auf „richtige“ Suchbegriffe auch „richtig“ reagiert. Umgekehrt: derjenige, dem relevante Informationen fehlen, wird faktisch vom Wissen ausgeschlossen. Das Verhältnis von einem jederzeit kontrollierten und beschränkten Zugang zu Wissen und Information seitens der Rechteinhaber wird zur Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft, das Bereitstellen von manipulierten Informationen zur Beeinflussung der Gesellschaft. Der Einfluss des einzelnen nimmt mit den Massenmedien und ihrer Nivellierungs-Macht ab. Mancher in der Gesellschaft ist bereit, Wissenszugänge für Geld zu erwerben, obwohl man die Kunst der Recherche nicht beherrscht und den Wert des gefundenen Wissens (noch) nicht kennt und erst hinterher beurteilen kann.

Nicht ungewöhnlich ist es, wenn heute die Effizienz der aus Dateien zur Verfügung gestellten Informationen nicht nur qualitativ ungewiss ist, sondern sich der Wert als sehr niedrig herausstellt. Horaz (65 – 8 v.Zr.) sagt: parturient montes, nascetur ridibulus mus.[27]

Diese Situation ist evolutionsgemäß auch auf die der Erkenntnisse des Verhältnisses des Menschen zur Natur, zu einer fortdauernden Veränderlichkeit anzuwenden, wodurch der Gegensatz zu einer Philosophie gedachter „Unveränderlichkeit“ (Plato) oder Zweckgerichtetheit (Aristoteles)[28] hervortritt. Dabei wird die Veränderlichkeit mit zunehmenden Teil durch den Menschen verursacht – und sie erfordert allgemein Anpassungswilligkeit, die in der Evolution nicht nur für das Individuum, sondern über das Hineinwachsen des Individuums in gesellschaftliche Struktur- und Interaktionszusammenhänge auch für den Fortbestand der Gesellschaft und Menschheit angelegt, aber individuell ausgebildet ist.. Die schulische Bildung setzt erst in den letzten Jahrhunderten ein und wandelt sich in Lehrweise und im Ziel, aus jedem einzelnen das höchstmögliche heraus zu entwickeln oder nur ein Mindestmaß festgesetzter Stufung zu zertifizieren. Mancher hält eine Fortentwicklung einfach halber immer als eine zu besserem, höherem, aber die Realität der Kreativität erfordert wesentlich mehr als das „Minimum“[29], eben einen Eigentrieb zu Neuem, zu mehr Wissen und Können.

2. Die Frage nach der Bereitschaft zur Aufnahme neuer Erkenntnisse.

Der Anfang.

Auf die früheste Existenz des „Menschen“ zurückschauend, hat dieser einstige Typus mit seinen Sinnen das Gegenständliche und das Geschehen um sich ganzheitlich wahrgenommen, offenbar zunächst mehr bildhaft[30] als mit Gedanken in einer „Sprache“. Da man die Entwicklung seiner „geistigen“ Tätigkeiten nicht rein biologisch[31] erklären kann, nimmt man an, dass der Mensch aus der Notwendigkeit seiner Existenzsicherung „denken“[32] musste, seine Handlungsfähigkeiten zweckgemäß erweiternd, und ein Bedürfnis hatte, die Phänomene zu deuten und sie bestimmten Zwecken zuzuordnen und diese in Sphären außerhalb des Erfassbaren zu verlagern.[33]

In diesem Zusammenhang scheint es möglich, dass es sein sogenanntes „religiöses“ Denken von primitiver Art gab, das in Teilen der Menschheit bis heute weiter existiert.[34] Es scheint aber nicht möglich zu sein, diese Art „ Urreligion “ näher und konkret zu erfassen, festzustellen, ob den frühen Menschen so etwas wie eine Täuschung bewusst geworden ist. Fast durchweg versucht man, über diesen Umstand dadurch mehr Klarheit zu erlangen, dass man aus Analogien gegenwärtiger Gedankenverbindungen, aus der psychologischen Analyse der Gegenwartsreligion dem Wesen der Sache näher zu kommen versucht.[35] Hier hapert es: die empirischen Ergebnisse von heute sind mannigfaltig und nicht vollkommen, so dass eine Rückübertragung recht zweifelhaft ist. In diesen Bereich fallen auch die Deutungen archäologischer Werke in Ästhetik, Kunst und Gemeinschaft „kultischer“ Art sowie das In- Beziehungs-Setzen zu „Göttlichem“. Der Allgemeinplatz, die Religion spiele eine wesentliche Rolle in der Anpassung des Menschen an seine Umgebung, sie sei geradezu eine Anpassung an das Ganze der Welt und des Lebens, befähige den Menschen zu „höherem“, dürfte wahrscheinlich zu weit greifen. Wir wissen es nicht, nicht einmal, was wahrscheinlich ist.

Beispiel dafür ist das Erleben der Sterblichkeit des Menschen, das Ende des eigenen Ichs. Der frühe Mensch sieht natürlich das Wachsen und Vergehen, er erlegt Tiere, er erfährt fast ununterbrochen die Veränderungen in der Natur und deren Walten. Er hat nicht nur einzelne sinnbedingte Gefühle, sondern vermutlich auch eine Gesamtheit von Gefühlsregungen und „geistiger“ Vorgänge, was dann „ Seele “ (Psyche) zu nennen wäre. Aber wir wissen nicht, was er mit Göttern, mit Unsterblichkeit verbindet und ob er diese real als Wahrheit, Wirklichkeit erkennt. Im alten Ägypten band der (gewöhnliche) Mensch das Seelische in unbestimmter Weise an den Körper, in den griechischen Epen von Homer gibt es die verschiedensten Merkmale für eine Existenz der Seele, sie ist praktisch nicht exakt definierbar. Charakteristisch für die vorgeschichtlichen Zeiten scheint eine nicht abgeschlossene Meinungsbildung zu sein. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt man intensiver, sich mit dem „religiösen“ Leben des Individuum oder der Gruppe zu befassen, man forscht in der Religionspsychologie nach Voraussetzungen und Vorgängen.[36]

Mit der Psyche beschäftigt sich der Psychiater Jung (1875-1961) intensiv und er meint, psychische Archetypen aus längst vergangener Zeit noch im heutigen Menschen zu finden, der sich selbst „finden“ kann.[37] Als Archetyp sei zu bezeichnen z.B. die Suche und das Streben nach einem Sinn des Lebens, der verwirklicht werden will. Dem gesunden Menschen genügt nicht, nur zu wissen, so ist es, sondern er will auch wissen, warum! Er will einen Sinn erkennen, Sinnloses stört ihn, er fragt nach dem, wie welches und warum zusammen gehört. In dieser Interpretation übt der Glaube eine Art Brückenfunktion; der Mensch kann keine Leere vertragen[38]. Da religiöse Vorstellungen Produkte des Menschen sind, beansprucht die Psychologie dieses Forschungsgebiet für sich.

Manchen fehlt bei der Betrachtung des Individuums das Konstrukt eines Gemeinschaftsgefühls als Bezogenheit auf ein größeres Ganzes.[39] Allerdings kommt der persönlichen Glaubensüberzeugung in einer Gesellschaft mit verwirrend vielen und widersprüchlichen Sinnangeboten vermutlich sogar eine zentralere Bedeutung zu. Die Gemeinschaftsidee dürfte sich als unverwüstlich erweisen, denn sie entspricht einfach zu sehr dem verständlichen Wunsch aller Schwachen (sich minderwertig Fühlenden), sie einem größeren und überindividuellen Ganzen zugehörig zu wissen, sich in ihm geborgen fühlen zu können. Von daher kommt die Macht einer dogmatischen Lehre und einer kirchlichen „Organisation“; ein Mensch kann nicht mit inneren Zwistigkeiten leben. Vielleicht ist Zufriedenheit bereits so etwas wie „Glücklichsein“, was dann Philosophen in Worte fassen.[40]

Für gewisse Religions- bzw. Sittengesellschaften hat die Natur die Obermacht über den Menschen und bei den Menschen in ihnen sind die Erkenntnisse gegenüber ihrem Glaubenwesens fremd.[41] Sie empfinden keinen Mangel, kein Bedürfnis, das eigene Wissen zu vermehren; letztlich gibt es für sie Interpreten. Es gibt gewaltige Unterschiede in den Kulturen der Welt und dafür ist der Grund in den Wissensständen zu suchen.

Ob und in welcher Art sich der Aufbau einer zunehmenden Erkenntnisfähigkeit entwickelte, ist unbekannt. Wir können aber davon ausgehen, dass der Mensch (an sich) eine scharfe Beobachtung sgabe und ein Erinnerung svermögen hatte, denn diese sind unerlässlich für eine erfolgreiche Jagd und Sammlung von Natur-Früchten. Gleichzeitig damit kann man wohl von einer Verstandesleistung in dem Organ des Gehirns ausgehen. Eine Verständigung zwischen den Kommunikations-Partnern einer Gemeinschaft war prinzipiell bereits durch Gestik möglich, wobei der eine ein bestimmtes „Zeichen“ setzt und der andere das „Zeichen“ „richtig“ zu deuten weiß, ggf. in Zusammenhang von etwas Beobachtetem, etwa von einem Fakt eines zu jagenden Tieres an sich, sondern auch von seinem Verhalten. Zum jeweiligen Zeichen gehört also - allgemein gesprochen - ein fallbezogener Sinn.

Eine naheliegende Erweiterung des gezielten Beobachtens der Natur allgemein liegt im speziellen, z.B. im Verändern, im Wachsen von „Sachen“ und über die Zeit[42]. Dabei werden auch Naturereignisse nach ihrem Umfang, ihrer Größe registriert, z.B. von Naturgewalten, denen der Mensch „ohnmächtig“ gegenüber steht; wo er nicht in seinem „Sinne“ Einfluss nehmen kann. Noch viel später scheinen Kulte, Mythen und Sagen noch von dieser begrenzten Sicht zu zeugen. Dass wiederkehrende Veränderungen wie der Jahresgang des Klimas, der Sonne, von Mond usw. ist schon in dieser Zeit sehr genau beobachtet, was an (archäologischen) Denkmalen zu bewundern ist und uns durch Forschungen eingehender bekannt wurde. Ihre Bedeutung für die Menschen, die jeweilige Gesellschaft, Kultur ist da weniger bekannt. Vermutlich gab es erst kleine regionale Gesellschafts-Kreise, wie die einstige Sprachvielfalt auf der Erde beweist. Dabei ist die Fähigkeit, die Individuen nach Leistung und Können zu unterscheiden überlebenswichtig. Das ist aber sicher auch im Bereich der Kunst, der Ästhetik[43] so.

Das Metaphysische.

Wahrscheinlich suchten bereits die steinzeitlichen Menschen nach einem Sinn in dem Naturzustand und –geschehen, also nach dem, was hinter allem stand, was es so und nicht anders werden ließ. Es ist die Frage nach dem „Warum“? Es muss wohl etwas „höheres“ als das vom Menschen sein, vielleicht etwas „geistiges“, worunter die Nachfolgegenerationen immer und regional was anderes verstehen. Umständlich formuliert ein Philosoph heutiger Zeit dieses „ Metaphysische “ – bezogen auf die griechische Antike – so:

Der griechische (ursprüngliche) Wahrheitsbegriff offenbart uns einen innersten Zusammenhang zwischen den Welten des Seienden, seiner Verborgenheit und dem Menschen, der als solcher im Logos die Physis, die sich so verborgen strebt, der Vergangenheit entreißt und so das Seiende zu seiner Wahrheit bringt.[44] Das dem Menschen „verborgene“ ist wohl das, was man nicht unmittelbar „erkennt“, man muss also mit einer „Logik“ dieses zu ergründen, zu ermitteln suchen. Aber das macht anscheinend nicht das einzelne Individuum für sich, sondern das wird in der Familie, in der Gruppe artikuliert, besprochen. Gleichsinnige Gefühle und trance-ähnliche Vorstellungen fließen ein. Dazu heißt es an anderer Stelle von einem Wissenschaftstheoretiker:

Setzt man mehrere Individuen gemeinsam an ein Problem, so stellt man keine besondere Akkumulation ihrer Fähigkeiten fest. Die Gruppe ist lediglich mit ihrer durch Parallelität gesteigerten Arbeitskraft dazu in der Lage, Probleme schneller zu lösen, erhält aber nicht die Fähigkeit, Lösungen zu präsentieren, zu denen keines der Mitglieder allein die nötigen Fähigkeiten hätte. Wäre dies anders, könnte man beliebige neue Genialität erzeugen, indem man einfach genug Wissenschaftler zusammenführt. Auch höhere Gedanken scheinen also eine panindividuelle Einheit zu bilden, da sie nicht addierbar sind.[45]

Dass menschliches Leben nur durch Fortpflanzung gewährleistet ist, ist eine Elementar-Erkenntnis, demgegenüber steht der Grundfakt seiner endlichen Vergänglichkeit. Wenn man nun dennoch eine Weiterexistenz eines Individuums sich vorstellt, so hat diese Vorstellung keinen Wirklichkeitscharakter, sie wird in ein „anderes“ Reich verschoben, in dem sie möglicherweise als Ahn weiterwirken kann wie auch ein Baum, der möglicherweise sogar verehrt, zu einem Heiligtum erklärt wird. Manche meinen darin die Religion einer Unsterblichkeit zu sehen, was in den Mythen[46] einer Eigenschaft eines „ Gottes “ zugeschrieben wird, dem in Einzelnen verschiedentlich weitere gottgegebene Eigenschaften zugeordnet werden.[47] In der griechischen Metaphysik wird das göttliche Sein als Urgrund allen Seins gedacht, außer dieser unergründlichen Perfektion Gottes muss es nichts anderes geben. Es gibt ein unerschütterbares Sein, das zudem absolut perfekt ist.[48]

In der Antike versuchen einige Philosophen, die zumeist zur Oberschicht gehören, den Menschen durch einen „Essentialismus“ das Dasein zu erklären, d.h. sie unterstellen, dass das menschliche Leben bestimmte zentrale und universale Eigenschaften besitze, die es kennzeichnen, worunter beispielsweise das Streben nach dem „Guten“ vorkomme. Das steht natürlich zu Zeiten von Platon und Aristoteles schlicht wider die Tatsächlichkeit, denn gerade der Mensch der unteren Klassen (und der Sklave) ist oft bloße energetische Arbeitskraft und wird dementsprechend genutzt.[49] Die Menschenrechte haben noch keinen Platz im konkreten Denken. Somit waren diese in der konkreten Rechtsprechung nicht durchsetzbar, in einigen Fällen scheinen bestimmte Ansprüche an die Mächtigeren stellbar. Zwar gab es philosophische Reflexionen darüber, dass auch Sklaven Menschen sind und als solche ein Mindestmaß an Respekt verdienen, aber diese Reflexionen blieben auf der Ebene eines abstrakten jus naturale, wurden nicht in die Rechtspraxis umgesetzt.[50]

Wie sich tatsächlich aus einer unklaren, zumindest teilweise mystischen Welt immer klarere Konturen des Vorstellens, eines Denkens über die „Welt“ außer uns entwickelt haben, wissen wir nicht, möglicherweise sah man bei der „gedanklichen Erleuchtung“ – wie angeblich in der vorsokratischen Zeitperiode – die Götter bei den „Weisen“ beteiligt[51], den Sinn des Ganzen mit dem Menschen als Teil zu begreifen und nicht bloß das „Sein“ festzustellen oder von der Welt eine Idee zu haben. Das, was gewissermaßen dasjenige hinter der physischen Realität steht, muss ja eine Ursache haben und darum befasst man[52] sich – mindestens seit Aristoteles – mit einer (philosophischen) Metaphysik “, dem Wesen des Seienden und den Gründen für das Sein, des uns als Wirklichkeit erscheint. Metaphysik ist noch im Mittelalter Mitteleuropas d a s Gebiet der Denklehre schlechthin, allerdings wesentlich durch ein Glaubens-Dogma geprägt, einer Lehre vom Transzendenten, einem Höherem. Die alltäglichen Erfahrungen mit dem Physischen geben also für den Menschen nicht die ganze Wirklichkeit wieder, womit auch allgemeine Menschenrechte nur im Zusammenhang mit dem Metaphysischen bzw. einer von Philosophen skizzierten Idealwelt zu sehen sind.[53]

Wenn man davon ausgeht, dass der Mensch zum Überleben einerseits mit einem Erfassen von dem statischen förmlichen Gegenständen über die Sinne und andererseits eines mit dem von funktionalen Vorgängen in der Natur ausgestattet sind, woran ein Denkvorgang beteiligt ist, dann landet man möglicherweise in einem kognitiven Dualismus.[54] Die Geschichte der Herausbildung von dualistischen geistigen Kontrasten zeigt die Vielfalt möglicher Variantenbildung und offenbart gegenwärtig keine Bevorzugung einer einzelnen. Zwei Auffassungen über die Welt stehen sich gegenüber: das metaphysische Verständnis und das von Religionen, die die transzendente Realität über eine Deutung der menschlichen Existenz versuchen[55] oder eine nach dem Sinn des menschlichen Lebens, ungeachtet seiner jeweilig auf die Person wirkenden Abhängigkeiten, denn der Mensch ist Teil eines komplexen Systems und jeder Mensch hat seine eigene Erfahrung. Das durfte auch der Mensch in der Antike mit seinen Regelungen auf das Gemeinwesen erfahren.

Noch der Philosoph Kant musste für das Funktionieren Welt und dem einer Gesellschaft eine innewohnende „Moralität“ annehmen; denn es kann letztlich doch kein sinnloses Tun geboten sein. Vermeint man bei der Religion, der einzelne könne subjektiv rational, also „vernünftig“ handeln, beweist das noch nicht, dass z.B. seine Weltanschauung objektiv die „richtige“ ist. Das aber ist ein Paradigma: die Anschauung vermittelt neben expliziten Annahmen eine bestimmte Sicht und ein Erleben von Realität, die z.B. eine aus (ausgewählten) Schriftsätzen abgeleitete, was auch in ein Wahrheitsmonopol landen kann. Kutschera ( 1932) fasst hier seine Ansicht zusammen:

Wenn das Absolute unser Begreifen übersteigt, sind religiöse Versuche einer Annäherung adäquater als metaphysische.

Nicht von ungefähr zerbrechen die einfachen anfänglichen Weltvorstellungen im Zuge des Verdichtens von Erkenntnissen, von erkannten Naturgesetzen und Funktionen. Laplace [1749-1827) hält die Hypothese Gott nicht für nötig. C.F. von Weizsäcker (1912-2007) hält es für notwendig, Gott und die abgeblaßten, halb-religiösen Begriffe, die man in neuerer Zeit oft für ihn eingesetzt hat, als naturwissenschaftliche Hypothese zur Erklärung einzelner Fakten stets nur unfertige Stellen der Wissenschaft zu bezeichnen, sie befinden sich darum mit dem Fortschritt der Erkenntnis auf einem fortgesetzten und wenig ehrenvollen Rückzug.[56]

Vollmer (*1943) schwächt die Forderungen nach einer „metyphysikfreien Wissenschaft“ ab zu einer „ Minimalen Metaphysik “, die nur noch logische Voraussetzungen des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses enthält, die selbst wissenschaftlich nicht beweisbar sind, z.B. die von der Einheitlichkeit der Welt[57] oder die von einem Urknall (Astrophysik).

Erkenntnisse fußen auf Prämissen und ihren Ableitungen über logische Schlüsse, die der Wahrheit entsprechen können. Die Gesetzmäßigkeiten sind es, die alles Sicherheitsverlangen des Menschen (in den Naturwissenschaften und der Technik) stützen, und die logischer Folgerichtigkeit.[58] Schon in der griechischen Antike kamen aber Philosophen wie Arkesilaos (315-240 v.Zr.) und Karneades (214-120 v. Zr.) darauf, dass sich manche der grundsätzlichen Seins-Fragen nicht oder nicht vollkommen beantworten lassen und man kann niemals Irrtümer ausschließen, eine Letztbegründung lasse sich (wahrscheinlich) niemals führen, allerdings unter der Voraussetzung, dass es tatsächlich so etwas wie eine „absolute“ Wahrheit geben sollte. Die Praxis gebietet dann wohl, sich jeweils mit dem Gefundenen des letzten Restes ungeklärter Sicherheit abzufinden, dennoch weiter zu forschen mit dem Risiko, dem Fallibilismus[59] anheim zu fallen. Es scheint in der Gesellschaft auch eine Religion als (unentbehrliches) Orientierungssystem einbaubar ohne Letztbegründung, jedoch ist unsicher, ob sie befriedigend falsifiziert werden kann und ob sie bestimmten Qualitätsansprüchen genügen kann.[60]

Philosophie und Religion.

Andere (spätere) Philosophen vertreten neue Interpretationen und kommen dabei in Konflikt mit Ableitungen aus den ständig sich erneuernden Erkenntnissen der Naturwissenschaften, ja integrieren sogar Begriffe wie Emergenz z.B. von Ganzheit, Selbstorganisation[61] von Systemen usw., wobei neuerdings die Komplexitätswissenschaft die nichtlineare Dynamik von Prozessen in der unbelebten und belebten Natur und die sich entwickelnden Stabilitäten zu verstehen hilft.[62] Das sogenannte Leib-Seele-Problem erhält da eine Grenzziehung zur Funktion der „Selbstorganisation“, der spontanen Entstehen neuer Ordnung.

Es gibt von daher in der geschichtlichen Entwicklung nicht selten „neue“ geistige Strömungen und die verschiedensten Auffassungen (Religionen) über die Welt und ihrer funktionellen Zusammenhänge und auch heute eben nur gewisse Übereinstimmungen bei den existierenden Religionen[63], die sich in dogmatischen größeren Religions- und Kirchen-Gesellschaften wiederfinden lassen und in einer Vielzahl von kleineren, den Sekten. Der Begriff Religion ist sowohl im Alltag als auch im wissenschaftlichen Sprachgebrauch unbestimmt.[64] Dann bedrängten die Fortschritte in den Naturwissenschaften die Religionsgemeinschaften mindestens im Okzident und die Religionslehren nahmen nach der Aufklärungs-Epoche neue Standpunkte ein, aber es blieben noch Parawissenschaften und Sekten.

Offenbar beginnt bei den meisten (frühen) Mythen alles im „Nichts“, bei den Philosophen nimmt bei allem „alles“ (irgendwie) seinen Anfang, nur einerseits in einer Art Evolution und andererseits nach einem „Plan“ eines allmächtigen (personifizierten) Gottes (Schöpfung).[65] Gemäß der (mehrheitlich) naturwissenschaftlichen Interpretation z.B. nimmt der Kosmos mit der Vorstellung eines Urknalls[66] seinen (hypothetischen) Anfang und auch das aller astronomischen, der materiellen wie der immateriellen Systeme. Die Frage nach dem Warum muss offen bleiben, denn hier hat man keine Erklärung, möglicherweise mit dem Begriff der Emergenz belegbar.[67]

In der Rückwärtsbetrachtung hat man Schwierigkeiten, den rationalen Anteil in einem Glauben, einem Verhältnis zu einem „Gott“ in der Entstehung von Glauben wieder zu finden, weil der Verstand eigentlich immer mehr Wissenschaftsgebiete beherrscht. Die antiken Philosophen wie Plato sind noch in den damals gängigen Mythen verhaftet, sie fragen kritisch, was ist Wahrheit[68], ist das Eine, Gute und Unveränderliche? Für Aristoteles ist dann das Göttliche das erste und eigentliche Prinzip[69]. Dessauer (1881-1963) sieht im Ordnen und Deuten der Wesenheit der Dinge und der aus ihrem Wesen hervorgehenden Änderungen seit Aristoteles den Weg zum verstehenden Wissen der Welt. Die Teile der Philosophie ( Metaphysik, Physik bzw. eigentlich Naturlehre und Mathematik ) geben keinen Beweis der Wesenheit.[70] Die einstige Philosophie wollte so das „Weltall“ erklären, aber dieser Versuch musste scheitern, wie Dessauer meint, weil das eigentlich Wissenschaftliche, die Anwendung von Gesetzen und Nutzung von Resultaten fehlt.[71] Bedingt durch die für die Philosophie spezifische Art ihrer Fragestellung nach Allgemeinem entbehrt sie einer Kontrolle, wie sie in der (heutigen) Naturforschung möglich ist.[72]

Seit langem unternehmen die Philosophen die verschiedensten Versuche, ein sogenanntes Verhältnis des Glaubens zum Denken zu ermitteln, die Denk- und Willensstrukturen zu erforschen bzw. sie in ihr Menschenbild zu projizieren. Wird ein Werkzeug wirklich zuerst im „Geist“ sich (bewusst) vorgestellt und danach diese Vorstellung in die Wirklichkeit umgesetzt oder geschieht das ganze nicht (beim steinzeitlichen Menschen) in einfacher Weise durch Probieren und erst langsam „ lernt“ der Mensch und sammelt Erfahrungen ? Dazu gehört auch der Erfahrungsaustausch, die kulturelle Entwicklung innerhalb der Gesellschaften.[73] In unserer heutigen Welt vermag der Mensch enorm Wissen zu nutzen und sogar voraus zu denken, woraus z.B. die explosive Entwicklung der Technik in den letzten Jahrhunderten resultiert.

Auch in der modernen naturwissenschaftlichen Zeit benutzt man unbestimmte Begriffe in mehr oder weniger konkreter Form. Aristoteles leitet den Begriff der Energie noch aus einer Entelechie ab, etwas steuerndes, regelndes in den organischen Systemen, das man nicht genau kennt. Dazu sagt Mittasch (1869-1953): Die Stellung eines wissenschaftlichen Begriffes wird der Entelechie erst dann zuzubilligen sein, wenn irgendwelche bestimmten Allgemeinheiten und Gesetzmäßigkeiten verbunden werden können wie der Energie.[74] Die Entelechie war – zwar nicht exakt , aber als nicht materielles erklärbar – z.B. das Sein, die Eigengesetzlichkeit der Entwicklung steuert, regelt. Wir finden sie bei der Morphogenese wieder, insbesondere bei der Embryogenese, die die Differenzierung der Strukturen von der Eizelle ab während der Entwicklung des Embryos bewirkt.[75] In weiterer Folgerung werden sogar morphologische Felder zur Erklärung herangezogen, für den Alltagsphilosophen nicht mehr durchschaubar.

Die Kognition.

Eine direkte Entwicklungskontinuität des Denkens über die Ordnung der Natur in Sinne eines Systems ist unmöglich nachzuweisen, jedenfalls begann dies Denken wohl bereits vor Millionen von Jahren mit dem Erkennen von Arten der Lebewesen seiner Zeit, seines Ichs und mit der Sprache seine Gruppe und die anderer Menschen. Es scheint, dass gewisse Denkstrukturen bereits die Bauweise der Sätze markiert; das logische ist eher da als das Grammatikalische.[76] Die Menschen wandern und besiedeln ganze Landstriche in der Welt, sie transportieren ihr Wissen. Sie lernen in naiv-mystischer Weise Naturereignisse „ interpretieren[77] und wenden sich immer mehr Einzelphänomenen zu, so entstehen an Besiedlungszentren asystemische Wissenschaften[78], die von Philosophen immer weiter auf jeweils eigene Weise durchdacht werden.

Aristoteles verwendet erkenntnistheoretische Begriffe wie Induktion, Abduktion[79] und Deduktion als logische Schlussverfahren[80] zur Kontrolle von sprachlich formulierten Aussagen. Induktion und Abduktion bzw. Hypothese sind die wichtigsten wissenschaftlichen Schlußverfahren, deduktive sind sowohl im Alltag als auch in der Wissenschaft nicht sehr prominent. Dabei wird angenommen, dass man aus einer oder mehreren Prämissen zwingend auf etwas schließen kann.[81] Erleichtert wird die Klassifizierung der Regeln in den Wissenschaften durch bestimmte Entwicklungen in der Mathematik, wozu u.a. die Wahrscheinlichkeitsmathematik und die Relationenlogik gehören.[82] Fragen sind nur philosophisch relevant, wenn sie wissenschaftlich oder auf die Wissenschaften bezogen geklärt werden können. Die Phänomenologie ist im Kern reine Alltagsphilosophie.

Die Wissenschaft kennt ausschließlich Tatsachen und Gesetze, welche die Tatsachen bestimmen, die jeweils wertungsfrei sein müssen, die Ethik ist wertend.

Man kann einer optischen Täuschung verfallen, die Interpretation erweckt den Anschein, man hätte es mit einer Wahrnehmung zu tun. Es ist bekannt, dass das Wahrnehmen beeinflussbar ist. Bei mehrfachem Wiederholen einer solchen (eines Gegenstandes o.a.) ergibt sich eine Tendenz, es könnte eine Verbindung zwischen Wahrnehmung und Abduktion bestehen.

Dieses Vermögen der Einsicht hat die Natur eines Instinktes, er geht über das allgemeine Vermögen unserer Vernunft hinaus[83]. Man lernt aus Versuch und Irrtum. Einige Wissenschaftler halten die Abduktion für eine streng logische Operation, andere benutzen diesen Begriff als Mittel zum Verständnis, z.B. für kriminalistische Ermittlungen. Überall, wo Erkenntnisse über einmalige Tatbestände, Ereignisse und Personen gewonnen werden sollen, ist die Abduktion das Verfahren. Aussagen eines Zeugens können erst dann als wahr angenommen werden, wenn Lüge, Irrtum und Selbsttäuschung des Zeugen ausgeschlossen sind. Auch dann müssen Erfahrungssätze herangezogen werden. Insgesamt besteht ein Verdacht, dieser stellt die leitende Hypothese für die Wahrheitsfindung dar.[84] Dann folgt die Subsumierung unter das Gesetz.

Von den Philosophen und auch Wissenschaftlern anderer Disziplinen werden in den letzten Jahrhunderten immer wieder neue Gedankengebäude und Modelle errichtet, die wiederum Zweifel und Kritiken herausfordern. Die Mängel scheinen meist hervorgerufen zu sein durch die Komplexität des Systems und die Nichtdurchschaubarkeit der wirkenden Funktionen darin. Das Anschauen, als das Auffassen einer solchen Mannigfaltigkeit, ohne das damit der Einheit des Bewusstseins im geringsten Abbruch geschähe, ist die Wahrnehmung. Das viele in der Welt, das aus der Außenwelt über die Sinne auf den Menschen eindringt, zeigt, dass man sich geistig nicht auf eine Anschauung (allein) beschränken dürfe.[85]

Kant führt mit seiner Erkenntnistheorie neben der reinen empirischen durch Sinne sich ergebenden Anschauung noch die reine Anschauung ein, die a priori vor jeder Erfahrung besteht und hier Begriffe wie Raum und Zeit enthält.[86] Diese Begriffe seien jedoch eine Problemzone, wie Brandt resümiert.[87] Trotzdem wird er oft als Gründer moderner Philosophie bezeichnet[88], Das sei jedoch falsch, sondern man könne ihn Katalysator einer Vielzahl von Problemen nennen, an denen die Vor- und Folgezeit laborierte und die in der „Kritik der reinen Vernunft“ vorzüglich in Erscheinung treten.[89] Es sei auch nicht gerechtfertigt, die Zuständigkeit der Philosophie für heutige Probleme zu bestreiten, insbesondere gegenüber den Kognitions- und Lebenswissenschaften, weil sich in diesen, wie Höffe schreibt, „professionelle Fachkenntnisse mit philosophischem Dilettantismus verbinden würden und in der Folge recht „naive“ ausfallende „ganzheitliche Weltbilder“ sich durchsetzen drohen.[90]

Die Philosophie in kritischer Sicht.

Die Werke der einzelnen Philosophen in schriftlich fixierten Denkwelten lassen weder ein geschichtliches Gesamtbild der Philosophie entstehen[91] noch sind ihre Fortsetzung und Korrekturen durch spätere klar. So verdient z.B. eine Naturphilosophie, die mit Naturwissenschaft nichts zu tun hat, diesen Namen nicht. Eine Philosophie der Natur muss so sein, dass sie nicht mit den Selbstoffenbarungen der Natur in Widerspruch gerät.[92]

Man tut sich schwer, einen Werte-Katalog zu erstellen und die Thesen und Theorien auf ihren Aussagegehalt zu reduzieren.[93] Schon im 19. Jahrhundert beklagen einige den Zustand in den philosophischen Quellen, z.B.

In der neueren Zeit (sind) so vielfältige Schwankungen der Ansichten über ihren wissenschaftlichen Wert, ihre eigentliche Bedeutung und über die Stellung zu dem Gebiete der übrigen philosophischen Lehren begonnen, dass von jeder neuen Darstellung derselben eine bestimmte Rechenschaft darüber gefordert werden muss, welcher der neuen eingeschlagenen Richtungen sie sich zugezählt wissen will.[94]

Schon der Zustand der Terminologie[95] und Spracheinheitlichkeit lässt über weite Strecken an der erforderlichen Klarheit in den philosophischen Betrachtungen zweifeln. Es wird jedem zugemutet, zumindest beim eigenen Denken nur von solchen Begriffen (in Beschaffenheit und Qualität) und Urteilen, nur von solchen Methoden und Prinzipien der Gedankenverknüpfung Gebrauch zu machen, welche die Probe der Kritik bestanden haben.[96] So entsteht z.T. weit verbreitet ein Skeptizismus, nämlich systematisch die Möglichkeit einer wahren und gewissen Erkenntnis in Zweifel zu ziehen.[97] Was kann in unserer menschlichen Denk- und Verhaltens-Welt beanspruchen, zu einem Gesetz z.B. für Sitten/Moral oder zu einer Norm erhoben zu werden, ja, was kann als gesellschaftspolitisch relevantes Ziel zur Realisierung erklärt werden, wenn es die verschiedensten Begriffs-Auslegungen und Interpretationen gibt?

Eine Norm ist konstitutiv kollektiv verbindlich und hält den einzelnen Menschen an, sich danach zu richten und gibt die Möglichkeit, Abweichungen vom „Normalen“ festzustellen.

Was aber wird heute als „normal“ wahrgenommen?[98] Für die Allgemeinheit ergab sich ihre Verhaltensweise als angeborene Eigenschaft oder als Notwendigkeit des Erhaltens ihres Daseins und einer Bewältigung ihrer eigenen Existenzprobleme. Ob das immerfort für alle Gesellschaftsschichten galt, ist ungewiss. Vermutlich ist schon in der Antike Platons Theorie der Grundtugenden[99] eine für Philosophen, wenn sie denn nicht in der Identität mit der existierenden und gewohnten an sich übereinstimmt. Die Pflicht in einer bestimmten Weise zu handeln, der kategorische Imperativ nach Kant ist rein formal, in der keine konkreten Vorschriften oder – untereinander abgestufte – Werte aufgestellt werden. Für Hegel (1770-1831) ist das Kantische Sittengesetz als Prinzip des allgemeinen Willens so lange abstrakt und leer, wie es sich nicht als ein vernünftiges Prinzip erwiesen hat. Das Gesetz der Moral ist Wohltätigkeit.[100]

Die Anwendung von Ethik ist im Prinzip durchführbar, sie scheint vernunftgemäß geboten, aber sie ist nicht zwingend, wie die Realitäten beweisen.[101] Die meisten ethischen Grundsätze gleichen in der Praxis Appellen, so auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland als die einer Verantwortung unterworfen zu sein, aus der eine Beschränkung der individuellen Freiheit resultiert.

Kant behauptet, reine Vernunft ist für sich allein praktisch und gibt dem Menschen ein allgemeines Gesetz, welches wir das Sittengesetz nennen. Kants Vernunftbegriff ist jedoch äußerst voraussetzungsreich, so meint er, die Vernunft sei hier eine gleichsam überpersönliche, unparteiische Instanz.[102]

Aber die Praxis zeigt immer wieder, wie schwer durchgängig eine gesellschaftliche Norm als verbindlich tatsächlich anerkannt wird. Oder werden etwa nur sinnvolle Normen aus freien Stücken befolgt, wenn sie doch die „Freiheit des Menschen“ einengt? Seit der Antike liegen diese Fragen auf dem Tisch.[103] Die Voraussetzungen praktischer Freiheit sind nach Kant Kausalität, Identität und Selbstzwecksetzung als Mittel zum Selbsterhalt[104], aber das schließt eben nicht aus, dass es von der Regel Ausnahmen gibt und dass für die Gesellschaft eine Vielzahl von rechtsverbindlichen Gesetzen und Vorschriften sowie Normen besteht.

Als Lücke kann man bei der Philosophie mindestens konstatieren die in der Terminologie und die von der Gesellschaft zu übernehmenden philosophischen Grundlagen als Basis für „vernünftiges“ bzw. Gesellschaft adäquates normiertes Verhalten, denn es existiert kein ideal normierter Mensch[105] und keine normierte Wirtschaft oder gar Geldwirtschaft. Die Vorstellung eines Philosophen, die bessere Argumentation aus der Rationalität her verhelfe innerhalb der Gesellschaft auch der „Moral“ mehr Geltung, scheint nur von geringem und nachweisbarem Einfluss auf eine Realisierung.[106]

Die philosophischen Überlegungen müssen in der Gesellschaft ankommen, also muss sprachlich „ genormt“ werden. Bereits im 19. Jahrhundert hatte man den Wert industrieller Vereinheitlichung[107] erkannt und ist dann zügig an die nationale und sodann internationale Normung verschiedenster Probleme aus dem Nichtzueinerpassen herangegangen, wofür das Schraubengewinde als Weltnormale ein sehr gutes Beispiel ist, auch wenn es über 100 Jahre mit dauernder Anstrengung gedauert hat, bis das Gebiet der Schrauben-Verbindungen nur noch aktualisiert werden musste.[108] Die Vorteile der Normung und Ordnung sind nicht nur unbestreitbar, sondern auch eindeutig positiv in Rationalisierung, Kosteinsparung[109] und notwendig, z.B. der modernen Kommunikation bei elektronischer Datenübertragung.

Dadurch erhält das Weltbild wesentlich andere Konturen als noch vor 200 Jahren, als die Vernunft zum Leitbild der Aufklärung erkoren wurde.

2.2 Was ist Wissenschaft ?

Die Geschichte der Wissenschaft kann man nur verfolgen, wenn man die zeitbezogene Methodik kennt, mit der der Mensch offene Fragen zu beantworten sucht, d.h. eine Entdeckung eines Vorganges oder einer Kausalität von einem zum anderen Vorgang oder die Tatsache, dass der Gegenstand nicht zum „ systematischen“ geistigen Bearbeiten geeignet ist, z.B. für eine Gesetzmäßigkeit, z.B. die sich wiederholte Bedeckung der Sonne durch die Erde[110]. Durch Ordnen und korrektes Zeitbestimmen des Eintrittes eines solchen Vorganges kann man dann möglicherweise eine Gesetzmäßigkeit finden. Viele Kalenderbauten des Altertums belegen eine recht genaue Bestimmung der Sonnen- und Sternpositionen sowie der Mondphasen.[111] Von den Babyloniern ist bekannt, dass sie etwa 700 v. Zr. genaue systematische Beobachtungen der Planeten anstellten und sie erfassten ihre Positionen relativ zu den Fixsternen sogar algebraisch. Auch in der Technik scheinen die Menschen durch systematisches Probieren und Mischen von metallischen Legierungen sowie das Erschmelzen von Metallen und bildsame Formgebung hervorragende Erfahrungen gesammelt zu haben. In der Naturwissenschaft setzte sich nach Aristoteles ein Paradigma durch: ein System kann nicht durch Summation seiner Einzelteile erklärt werden (Holismus), aber ob die volle Durchsetzung erreicht wird, ist unbekannt. Beispielsweise beschäftigt man sich ernsthaft mit einem geometrischen (geozentrischen) Weltsystem, um die Bewegungen der Himmelskörper als abhängig voneinander zu verstehen. Präzise Meßsysteme für die geometrischen Verhältnisse und Berechnungen ermöglichten dann sogar, den Umfang der Erde zu ermitteln.[112] Claudius Ptolemäus(100-180) fasste das geozentrische Weltbild in Bewegungsgleichungen der Himmelskörper, das erst 1500 Jahre später abgelöst wurde.

Von dieser Systematik unterscheidet sich grundsätzlich z.B. die Einstellung des Philosophen Sokrates zu der „Wissenschaft im Gespräch“: Wissenschaft und wissenschaftliches Denken beginnen dort, wo ich bereit bin, meinem eigenem Denken zu trauen, es zu explizieren, auf die Meinung anderer zu beziehen und seine Resultate in den wissenschaftlichen Diskurs einzubringen.[113] Wie sich allerdings die einzelnen Stufen von Beobachtung, über Kommunikation zur Erfahrung verdichteten und halfen, Begriffe zu schaffen, ist nicht überliefert. Jedenfalls werden diese Begriffe wohl erst mehr unbestimmte Inhalte haben, ehe sie durch Erfassen der Kausalität von Veränderungen genauer „verstanden“ wurden. Dass Materie bei einem Gegenstand eine Rolle spielt, ist logisch – und sie erhält eine Form, der Konstrukteur eines neuen Einzeldings strukturiert jedes Mal neu, aber wie er vorgeht, dass wird seinerzeit weder von Aristoteles noch anderen Philosophen weiter betrachtet. Wir können heute nicht sagen, ab wann Beobachtungen sich in begrifflicher Sprache niederschlugen und auch nicht, ab wann Hypothesen und Theorien entstanden.[114]

Jedenfalls zieht mit systematischen Versuchen ein neuer Geist in das Wissenschaftsgebiet ein, man ist nun in der Lage, das Ergebnis von Versuchen unter möglichst gleichen Bedingungen überprüfen zu können und somit gleichzeitig die Eignung zu einer Theorie festzustellen. Dann setzt der Prozess der Bestätigung der Theorie ein, eine konsequente Fortsetzung systematischer Kritik. Möglich ist, dass man sich erst in den letzten Jahrhunderten des methodischen wissenschaftlichen Arbeitens bewusst wurde und es zu durchleuchten wagte.[115] Im 20. Jahrhundert bildet sich z.B. ein Kreis von Wissenschaftlern im „Logischen Empirismus“, der teilweise in den methodischen Naturalismus übergeht.

In Fortsetzung des wissenschaftlichen Arbeitens steht das Forschen. Dabei ist Forschung die gezielte Suche nach neuen Erkenntnissen und einer Erweiterung der jeweiligen Wissensbasis entweder unabhängig von einem bestimmten Zweck (Grundlagenforschung), um unbekannte Sachverhalte und Objekte aufzuklären, oder zur Weiterführung eines bestimmten Wissens-Standes mit einem möglichen Anwendungsbereich oder einer direkten Zweck-Forschung, für die eine Aufgabe vorliegt oder gestellt ist.[116] Oft ist ein Forschen auch mit Versuchen und Erprobungen verbunden, die die Durchführung eines gewissen Messprogramms erforderlich machen, das von einer genauen Protokollierung und Dokumentation begleitet werden muss. Schließlich ist alles im Versuchsergebnis zusammen zu fassen und eine Schlussfolgerung zu ziehen, ggf. mit einer Art Empfehlung für ein zukünftiges Arbeitsprogramm.

Wann beginnt denn nun so etwas wie Forschen und Wissenschaft und wieweit ist die Allgemeinheit bzw. die Gesellschaft oder sind Teile davon beteiligt? Das lässt sich konkret nicht feststellen, noch nicht einmal in heutiger Zeit, wo es dafür definierte Institutionen gibt. Offensichtlich ist häufig die Kommunikation zwischen mehreren Menschen eine Basis für die Geburt neuer Sichtweisen, nach heutiger Auffassung werden wissenschaftliche Erkenntnisse als im Dialog gewonnene Einsichten interpretiert[117] , in den frühen Zeiten der Menschheit ohne die Eigenschaft „wissenschaftlich“, wenn man daran ein Minimum an Methodischem voraussetzt. Das gilt faktisch auch für Platons Akademie (387 v.Zr.) und auch 100 Jahre danach, als der Zweifel in den Dialog des Pro und Kontra einkehrt und die Wahrscheinlichkeit in die Erkenntnisse eingebaut wird.

Die Geschichtsforschung[118] hat sich noch nicht mit den Anfängen „wissenschaftlicher“ Forschung beschäftigt trotz ihres Anspruches, die Frage zu beantworten, warum etwas von einem Zustand in einen anderen Zustand überging.[119] Bis auf die letzten Jahrhunderte sind die Artefakten und Dokumente dürftig, dass man nur einzelne Indizien zur Entwicklung von Forschung schlechthin hat. Dass sich im Laufe der wissenschaftlichen Forschung sich sowohl der Stand des Wissens als auch der Charakter des wissenschaftlichen Forschens ändert, ist an vielen realen Beispielen nachvollziehbar. Hierfür werden beispielhaft und skizzenartig die Beschäftigungen mit dem menschlichen Organismus, dem Gebiet der Human-Medizin und mit der Bodenbearbeitung im Ackerbau als Teilgebiet landwirtschaftlicher Forschung vorgestellt.

Die Human-Medizin.

Vor über 10 Tausend Jahren hat man bereits die Trepanation am menschlichen Schädel vorgenommen, wobei eine spezifische Anästhesie im heutigen Sinne offenbar nicht eingesetzt wurde. Über die verwendeten Werkzeuge wissen wir nichts, aber allein die Durchführung erforderte besonderes Wissen und Erfahrung, vermutlich wurde diese Methodik zum Zwecke einer Entlastung eines Kopfschmerzes, -druckes vorgenommen. Die eigentliche medizinische Forschung datiert man allerdings erst auf das 5. Jahrhundert v.d.Zr.[120] Die Diagnostik der Merkmale eines anormalen (ungesunden) Zustandes an einzelnen Merkmalen wie Fieber und Wundeiterung[121] usw. war aber sicher schon in der frühesten Steinzeit bekannt, die Wirkung von Elementen der Heilpflanzen mindestens seit der mittleren Steinzeit. Dabei muss man berücksichtigen, dass hier zwar deutlich der funktionelle Zusammenhang von Wirkung und Ursache („Erkrankung“) erkannt wurde und man von daher – vielleicht nach einer zufälligen Entdeckung – systematisch nach geeigneten wirksamen Heilpflanzen suchte und das Wissen mündlich weitergab, aber das detaillierte Wissen über die einzelnen Wirkstoffe war gegenüber heute wohl eher gering. Damit dürfte eine Forschung – wenn auch dem Grunde nach auf primitivem Niveau – bereits in dieser Zeit eingesetzt haben.

Bereits im 16. Jahrhundert vor der Zeitrechnung wird auf dem Papyros Ebers über „Arznei“ geschrieben und in der Antike sind bereits über 500 Pflanzen bekannt. Noch in der Frühzeit wird jedoch über einen Mangel an wissenschaftlich-medizinischer Auffassung geklagt.[122] Allerdings wird erst in moderner Zeit systematisch Arzneimittelkunde und heute an Hand der chemischen Spurenanalytik vertiefte Forschung auch aus der Pflanzenwelt betrieben. Die synthetisch hergestellten Arzneimittel haben die Bedeutung der Wirkstoffe aus der Pflanzenwelt bedrängt, zumal sie oft unterschiedliche chemische Stoffe enthalten. Ein Zusammenhang zwischen dem jeweiligen Wissensstand, der Einstellung zur speziellen Wissenschaft und zur Forschungsarbeit scheint unleugbar zu sein. Dabei ist der Wissensstand über Krankheiten und ihre Ursachen immer ein Produkt seiner Zeit, weshalb sich die Historiker schwer tun mit dem Vergleich des damaligen und des heutigen Wissenschafts-Standes genau so wie mit dem jeweiligen „Status der medizinischen Forschung“.

Zudem sind die relevanten Texte Zeugnisse einzelner, es scheint möglich, dass diese nicht dasjenige der ausdifferenzierter Spezialisten unter den Heilern sind.[123]

Das ist unverkennbar bei der „Erforschung“ von Mikroorganismen, aber indirekt setzt sie mit Einführen der Variolation[124] ein. Die mikrobiologische Forschung konnte erst beginnen, als man die Mikroben durch ein Mikroskop[125] „sehen“ konnte und nach dem Feststellen, dass Tollwut durch Impfung verhütbar ist.[126] Eine intensive Forschung der „schädlichen“ Mikroorganismen wird durch die Isolierung des Milzbrand verursachenden Bakteriums 1876 durch Robert Koch (1843-1910) in Gang gesetzt, der 1905 den Nobelpreis erhielt.

Bis zum 15. Jahrhundert bleibt der Stand des medizinischen Wissens auf dem der Antike stehen, dann wird die Enzyklopädie des Celsus wieder hervorgeholt und gedruckt. Im 16. Jahrhundert „entdeckt“ man[127], vermutlich durch Sezieren von Körpern den Blutkreislauf und damit faktisch das Transportmittel des Stoffwechsels[128]. 1603 wird als Pumpe dafür das Herz ermittelt[129], die Lehre des Galenus der täglichen Erneuerung des Blutes gilt damit als überholt. 1667 wagt man eine Blut-Transfusion[130], allerdings mit dem eines Tieres, was den Tod des Objektes zur Folge hat. Seit dem 20. Jahrhundert nimmt die medizinische Forschung dann ungeheure Ausmaße an sowohl in Breite als auch in Tiefe sowie in Kosten.

Auch heute ist der Sachverhalt „Erkrankung“ bzw. Krankheit trotz gegenüber einst weit fortgeschrittener Diagnostik eines Arztes nicht immer eindeutig klärbar, soweit man den Maßstab anlegt, dass die Merkmal-Daten so gesichert erscheinen, dass sich Außenstehende von der Richtigkeit der Zuordnung überzeugen können oder bei schwierigen Sachverhalten[131] z.B. hinsichtlich der Kausalität oder der zweckgemäß anzuwendenden Therapie erst noch eine Wahrheits-Findung erfolgen muss. Dabei gelten als wissenschaftliche Basis der sogenannte Stand der Wissenschaft oder die Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft, die dem Grunde nach unbestimmt oder jedenfalls nicht vollends bestimmt sind.[132] Die dabei auftretenden Streuungen sind durch unterschiedliche Recherchier-Ergebnisse aus der großen Zahl relevanter Literatur, durch die verschiedene Gewichtung einzelner Einfluss-Faktoren und die Beteiligung unterschiedlich qualifizierter Fachleute bedingt. Aus diesem Grund hat man (für den täglichen Beurteilungs-Gebrauch) Leitlinien erstellt, die das von spezialisierten Expertengruppen zusammengetragene Wissen verfügbar machen, bewerten und so eine gemeinsame Wissensbasis für die vielen Ärzte im Lande schaffen.[133] Dies ist derzeit jedoch noch nicht für alle Krankheitsgebiete der Fall, so dass teilweise weiterhin gilt: Es gibt nicht „eine“ medizinische Wissenschaft, sondern eine Anzahl von Wissenschaftlern, deren Erkenntnisse nicht selten zu verschiedenen Ergebnissen kommen.[134]

Des weiteren ist charakteristisch die Beweisführung im Einzelfall bei unterschiedlichen „ärztlichen Meinungen“, denn das Wahrnehmen und Erschließen des Individuums begrenzt einerseits die Erkenntnismöglichkeiten grundsätzlich, aber die festgestellten Indizien und Kriterien für eine Gesundheits-Abweichung unterliegen auch der Logik, der Argumentationskette und der Plausibiliätsprüfung. Ein absolut verlässliches, jede Irrtumsmöglichkeit ausschließendes, intersubjektiv verbindliches Kriterium dafür, dass es sich so verhält oder verhalten hat, wie dargestellt wird, gibt es nicht.[135] Man muss deshalb – weil man andernfalls damit ggf. zur Beweislosigkeit kommt - im Gerichtswesen zum Anscheinsbeweis oder zur Feststellung der Nichterweisbarkeit kommen. Der Anscheinsbeweis stützt sich auf die (dokumentierte) Erfahrung „ typischer “ und damit hinreichend bekannter Erfahrungen von Fachleuten über das Zusammentreffens von Indizien (Merkmalen) mit einer Krankheit, darunter insbesondere hinsichtlich der einer (eindeutigen) Ursache und eines (typischen) Verlaufs einer Krankheit.[136] Typisch kann dabei abgegrenzt werden gegenüber „atypisch“, d.h. anders als nach den Regeln der statistischen Wahrscheinlichkeit für der Durchschnitt eines Basis-Kollektivs zu erwarten ist.

Die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit erlauben nur Aussagen über einen wahrscheinlichen Zusammenhang in der Art „ überwiegender Wahrscheinlichkeit “.[137]

Mit dieser Darstellung der medizinischen Wissenschaft sind einerseits die Differenz des Standes in der Antike zu heute und andererseits den „Fortschritt“ durch Forschung innerhalb des letzten Jahrhunderts offen gelegt, einem Gebiet, das trotz dieser Tatsache noch immer unbewältigte Relikte in der Menschheit aufweist, was beweist, dass das Wissen in Teilgebieten der Wissenschaft weder in gleichem Maße noch überall in der Welt gleich voranschreitet. Es gibt Gegenden mit Religionsgesellschaften wo der religiöse Priester für den Menschen denkt und schließlich entscheidet.[138] In vielen Sittengesellschaften werden Epidemien nicht als Krankheiten oder Naturkatastrophen nicht als Naturereignis, sondern viel mehr als Fluch oder Pech verstanden[139], wie bei uns in Europa noch im Mittelalter. Aber noch heute kommt noch Vermutungswissen zur Anwendung, ein Nachweis des Wirkungs-Effektes einer Arznei wird nach dem Stand der als notwendig erklärten Beweisführung nicht erbracht z.B. bei der Homöopathie, die nicht zum Gebiet der Schulmedizin gehört.

Dabei hat jeder Mensch Anspruch auf ein Menschenrecht wie das auf Gesundheit[140] und auf die eigene persönliche Entscheidungsfreiheit, die auf der Grundlage des gegenwärtigen Wissens getroffen werden sollte.[141] Der Mensch ist jedoch zumeist Gefangener seines Kulturkreises und ist nicht wirklich „frei“.

Die Bodenkunde und –bearbeitung.

Ein weiteres Beispiel für einen Beginn von Forschung kann man aus dem Gebiet der Bodenbearbeitung entnehmen. Hier reichen die ersten Informationen darüber bis in die Jungsteinzeit zurück, allerdings scheint der Übergang vom den Menschen naheliegenden Graben mit einem Stock bzw. der Hacke in die Anwendung des Hakenpfluges zum kontinuierlichen Aufreißen des Bodens wohl mehr das Ergebnis von einem Experimentieren zu sein. Das Parallelschalten menschlicher Kräften ermöglicht noch kein wesentliches Vergrößern der Ackerfläche. Das ist erst gegeben unter dem Einsatz von Zugtiere n und nach Einlassen eines schräggestellten Brettes (Sech) in den Boden und der Verwendung von Rädern zum Halten der Pflugschar. Im ausgehenden Mittelalter dürften dann Überlegungen zur Weiterentwicklung der Technologie angestellt worden sein, die Einführung des eisernen Pfluges findet z.B. in der Frühen Neuzeit in Mitteleuropa nur langsam Eingang in die Landwirtschaft. Eine Forschung über das Pflügen kann man erst in den letzten Jahrhunderten feststellen – und dann nur an einzelnen wenigen Stätten und mehr hinsichtlich der Bodenverdichtung durch die Traktoren. Es fehlt offenbar an dem speziellen theoretischen Wissen über die Mechanik und die Bodenkunde, die regional nicht nur sehr unterschiedlich sondern auch stark abhängig von den Witterungsbedingungen und dem Klima sein kann.

Der Boden selbst ist aber nicht nur mechanisch zu erforschen, sondern auch als ein mit Lebewesen besiedeltes Objekt und die Bodenfruchtbarkeit hängt davon und von dem Einklang mit der Düngung ab. Bis heute sind zahllose Prozesse im Boden nicht oder nur oberflächlich bekannt, und die Bodenfruchtbarkeit ist folglich allen Anstrengungen der Forschung zum Trotz ein noch zu erheblichen Teilen ein ungeklärtes Phänomen.[142]

Der Begriff Forschung wird in den Einzelwissenschaften recht unterschiedlich interpretiert und auch angewendet, wozu kein einheitlicher Inhalt zu konstatieren ist. So heißt es z.B.:

Geschichte ist keine Wissenschaft in dem strengen Sinne, dass sie allgemeine Gesetze entwickeln oder die Zukunft voraussagen könnte. Doch auch andere Wissenschaften wie etwa die Geologie sind nicht in der Lage, die Zukunft präzise vorherzusehen. Offenbar sind die Unterschiede innerhalb der Wissenschaften im engeren Sinne ebenso groß wie die Unterschiede zwischen der Gesamtheit dieser Wissenschaften und einem Fach, das sich mit dem Menschen beschäftig, wie die Geschichte.[143] Die Fragen nach der Wiederholung in einer Art von Mustern und einer Überprüfung durch Experimente ist diesem Zweig geisteswissenschaftlicher Arbeit verwehrt, so dass derlei Kriterien im Vergleich ausfallen. Den Historikern muss man vorhalten dürfen, dass ein Generalisieren von Ereignissen oder ein Kumulieren von Handlungen auf bestimmte und bestimmende Einzelpersonen immer hinsichtlich alleiniger Ursachen ohne gesellschaftlichen Zusammenhang angezweifelt werden muss.

Für die Wirtschaftswissenschaft gilt ähnliches wie für die Geschichtswissenschaft mit dem Unterschied, dass in der einen mit hypothetischen Modellen oder Theorien eine Fall-Situation erklärt oder vorausgesagt und in der anderen ein Vorstellungs-Modell nachträglich unterstellt

wird. In der Wirtschaftswissenschaft ist bekannt, dass die Modelle idealisiert und die Informationen über die Märkte unvollständig sind.[144] Ob das bereits bei den Spätscholastikern im Mittelalter so ist, muss dahin gestellt bleiben, obwohl der Ökonom der Wirtschaftswissenschaft Joseph Schumpeter (1883-1950) dies in seiner „history of economic analysis“ so darstellt, dass die wissenschaftliche Untersuchung ökonomischer Zusammenhänge dort bereits einsetzen würde.[145] Man weiß aber weder genau, wie jeweils in der Dynamik die augenblickliche Situation ist, noch kennt man die Motivlage der einzelnen handelnden Menschen, zusammengefasst: die Komplexität dieses Systems ist sehr hoch. Die Menschen denken nicht nur rational, sondern sind auch geneigt, zu spekulieren[146] und sie erwarten in der zukünftigen Situation etwas Positives für sich, wobei es sich bei Geldmärkten (z.B. Börsen) aber bestenfalls um Wahrscheinlichkeiten handelt[147], die in den häufigsten Fällen noch nicht einmal annähernd berechenbar sind. Somit bleibt man in diesem Wissenschaftsgebiet einerseits auf unvollständigen statistischen Daten hängen und andererseits auf „Theorien aus Fallstudien und Einzelbeobachtungen“. Der Versuch, mit der Zusammenfassung von Teilmärkten, diese in Blöcke von Variablen aufzuspalten und damit über eine Computer-Berechnung aussagesicher abzubilden[148], steckt weiterhin in den Problemen der zeitrichtigen statistischen, repräsentativen Datenermittlung und –eingabe sowie der wirklichkeitsnahen Schätzungsverfahren. Die Richtigkeit einer Vorhersage kann erst in der Zukunft erwiesen werden. Damit besteht hier ein eklatanter Unterschied im Vergleich zu den meisten Naturwissenschaften.

Schlussfolgerungen.

Aus dem Vorgetragenen sind einige zusammenfassende Aussagen möglich:

- Die Methodik des Forschens beginnt bereits aus einer fortgesetzten Suche nach Lösungen einer sich aus der Praxis oder aus dem Denken heraus sich entwickelnden Problemstellung, sie ist ein Produkt von Neugier und dem Verlangen nach Befriedigung und damit einer inneren Zufriedenheit (als Glücks-Stufe)
- Das Forschen und „ wissenschaftliches“ Arbeiten ist abhängig von den Gegebenheiten und Veranlagungen der Menschen, ja ihres gesellschaftlichen Miteinanders, es besteht ein kultureller Einfluss
- Das „wissenschaftliche“ Arbeiten ist abhängig vom Stand der Wissenschaft und der etablierten „akademischen“ und bibliothekarischen Wissens-Verfügbarkeiten sowie der Freiheit von wirtschaftlichen Zwängen; die Unterschichten scheinen davon gänzlich ausgeschlossen – es sei denn als subordinierte Arbeitskräfte
- Für gewisse Wissens- und Forschungsgebiete gab und gibt es infolge dogmatischer und kirchlicher Zwänge auch über längere Zeiten keine Forschungsmöglichkeiten,
es bestanden und bestehen auch Vorurteile aus allgemeiner Auffassung, ja sogar aus philosophischer Anschauung und „öffentlicher Meinung“
- Der Umfang der Fragestellungen als auch der Probleme ändern sich im Laufe der Zeit, z.B. hinsichtlich der Arbeitsmöglichkeiten (Messen, Labor, Rechnen), so waren nur begrenzte Aufgaben erledigbar, wodurch die Ganzheitsbetrachtung sowie eine Systemlösung aus dem Blickfeld geraten konnte und geriet
- Mit fortgeschrittener Verwissenschaftlichung und Aufgaben-Komplexität entstanden Schwierigkeiten der Behandlung übergreifender Probleme, insbesondere infolge der Spezialisierung der Wissenschaftler und hoher Anforderungen an Bereitstellung entsprechender Daten und ihrer Berechnung
- Die exorbitant zunehmende Datenfülle macht die Zusammenfassung und den Durchblick der Datenergebnisse gerade bei dynamischen Problemen immer schwieriger, damit offenbaren sich Grenzen der Vernunftbewältigung
- Gewisse hypothetische Modelle wie z.B. der Entstehung des Universums sind nicht mehr jedermann einsichtig, sie zeigen auf, dass man Wissenslücken durch Denkvorgänge zu schließen versuchen muss, was zu Kollisionen mit religiösen Vorstellungen führen kann.[149]

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand,

denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.

René Descartes (1596-1650)

Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit,

die wir nicht nutzen. Lucius Annaeus Seneca (1-65)
Begriffs-Erklärungen[150] zur Wissenschaft:

Hier folgen beispielhaft Auszüge aus lexikalischen Standardwerke über die Wissenschaft, durch die Fragestellungen zu einer Antwort gebracht werden sollen[151]:

- Wissenschaft, zunächst das Wissen selbst als Zustand des Wissende, sodann der Inbegriff dessen, was man weiß; im engeren und eigentlichen Sinn der vollständige Inbegriff gleichartiger, systematisch, also nach durchgreifenden Hauptgedanken, geordneter Erkenntnisse. Diese an sich bilden den Stoff, die Materie einer bestimmten Wissenschaft; durch die systematische Form wird er zum wissenschaftlichen Gebäude (Lehrgebäude), welches, regelrichtig und den Gesetzen der Logik gemäß aufgeführt, System heißt. Auf dieser Grundlage wächst die Wissenschaft im strengen Sinn als eine Erklärung und Zurückführung der Lehrsätze auf ihre tiefern Gründe und Zusammenhänge hervor und gelangt zu gewissen letzten Prinzipien und Grundsätzen, aus denen erklärt wird, die sich aber nicht weiter erklären lassen..[152]
- Die Wissenschaft ist eine Summe von Erkenntnissen, die aus den Gründen oder Ursachen ihres Objekts gewonnen wurde und durch ihre gemeinsame Beziehung zu einem Formalobjekt zur Einheit gelangt.[153]
- Wissenschaft, ein geordnetes, folgerichtig aufgebautes, in sich zusammenhängendes Gebiet von Erkenntnissen. Jede Wissenschaft erhält durch Erfahrung oder Denken gesicherte Erkenntnisse (Tatsachen, Sachverhalte), die in Theorien und Hypothesen miteinander verknüpft werden.[154] Die Wissenschaften können eingeteilt werden nach ihren Gegenständen und nach den bei der Forschung angewandten Verfahren.
- Wissenschaft, methodisch, um Ziele, Mittel und Wege deutlich wissende Erkenntnisarbeit (Forschung); auch das aus ihr hervorgehende, systematisch geordnete, allseitig begründete Wissensganze.[155]
- Wissenschaft = Inbegriff menschlichen Wissens einer Epoche, das systematisch gesammelt, aufbewahrt, gelehrt und tradiert wird; eine Gesamtheit von Erkenntnissen, die sich auf einen Gegenstand beziehen und in einem Begründungszusammenhang stehen. Methodisch kennzeichnet die W. ein gesichertes, in einen Begründungszusammenhang von Sätzen gestelltes und damit intersubjektiv kommunizierbares und nachprüfbares Wissen, das bestimmten wissenschaftlichen Kriterien folgt.[156]
- Wissenschaft, das menschliche Wissen und Forschen, soweit es systematisch gesammelt und nachvollziehbar begründet ist bzw. sich an anerkannte Methoden hält. Wissenschaft bedeutet sowohl das Forschen selbst als auch die Ergebnisse des Forschens und schließt im weiteren Sinn die damit befassten Institutionen ein.[157]

Erkenntnisse, die Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben, müssen begründet sein, d.h. sie müssen durch allgemein nachvollziehbare Argumente, Experimente usw. ihre Gültigkeit nachweisen. Im strengeren Sinne müssen sie belegbar oder widerlegbar sein (Verifikation, Falsifikation).

Es ist naheliegend, dass auch die Geisteswissenschaften die exakt die Ansprüche befriedigen muss, auch wenn sich diese in 40 Einzelwissenschaften aufteilen[158] und zumeist mit menschlichen Geisteserzeugnissen beschäftigen, zuweilen ohne den jeweiligen Hintergrund einzubeziehen. Wilhelm Dilthey (1833-1911) sah einen Gegensatz zu den Naturwissenschaften infolge ihrer eigenen Methodik für das Auslegen von Werken und das Verstehen des darin Gesagten (Hermeneutik[159] ). Wilhelm Wundt (1832-1920) meinte, Geisteswissenschaften setzen dort an, wo der Mensch als wollendes und denkendes Subjekt ein wesentlicher Faktor der Erscheinungen ist.[160] Manche Geisteswissenschaftler sind sogar der Auffassung, dass die Hauptrichtung nicht auf Gesetzmäßigkeiten, sondern auf die Einzelleistungen (eines Menschen oder Gruppe) gerichtet sei, also unter kulturellem Aspekt.

Eine Brücke zwischen der Philosophie und den Naturwissenschaften, insbesondere hier der Psychologie und Neurologie, zu schlagen, wird in einer neueren Arbeit versucht, in der Bewusstsein und Seele dem Stand der Wissenschaft angepasst bzw. interpretiert werden:

es gelingt, den Hinweis zu generieren, wie eine substanzdualistische Option auch in einem naturwissenschaftlichen Weltbild nicht nur wieder denkbar werden kann, sondern sich als geeignet erweisen kann, das Selbstverständnis des Menschen zu klären.[161]

Angeblich umfasst der Begriff im deutschen Sprachgebrauch sämtliche Wissenschaften, die nicht Naturwissenschaften sind (mit Ausnahme der Mathematik).[162] Hans Albert (*1921) hält es grundsätzlich für falsch, den Geisteswissenschaften eine eigene Autonomie zuzugestehen.[163]

Ein Teil der Wissenschaften hat sich in jüngster Zeit von den anderen abgetrennt, sie sehen sich als Angewandte Wissenschaften. So bezeichnen sich besonders ingenieurtechnische Fachhochschulen seit 1990 als University of Applied Sciences.[164] Dies suggeriert einen Gegensatz zu einer theoretischen Wissenschaft. Die Wechselwirkung Forschung-Praxis ist derzeit aber hauptsächlich hier noch als eine Absicht zu sehen.

Wissenschaftliches Arbeiten muss also die genannten Merkmale für Wissenschaft aufweisen, was so erklärt wird:

Die Wissenschaft beginnt mit dem Sammeln, Ordnen und Beschreiben ihres Materials: Weitere Schritte sind die Bildung von Hypothesen und Theorien. Sie müssen am Material bestätigen (Verifikation) oder bei Widerlegung (Falsifikation) durch neue ersetzt werden.[165]

In den Naturwissenschaften und der Technik besteht das Arbeiten insbesondere in einer „wissenschaftlichen“Untersuchung mit folgenden Merkmalen[166]:

- sie behandelt einen erkennbaren Gegenstand, der so genau umrissen ist, dass er auch für Dritte erkennbar ist
- sie muss über diesen Gegenstand Dinge sagen, die noch nicht gesagt worden sind oder sie muss Dinge, die schon gesagt worden sind, aus einen Blickwinkel sehen
- sie muss jene Angaben enthalten, die es ermöglich nachzuprüfen, ob ihre Hypothesen falsch oder richtig sind, sie muss also Angaben enthalten, die es ermöglichen, die Auseinandersetzung in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit fortzusetzen.
- Sie muss für andere von Nutzen sein

Das Ziel In der Wissenschaft soll nicht nur ein Ergebnis produzieren , sondern dieses soll einen Zugewinn an Erkenntnissen bringen, ja es muss so sein, und es soll eine Aussage-Sicherheit[167] durch Gewissheit (in den logischen Schlüssen[168] ) erreicht werden, um die Menschen vor Irrtum zu bewahren. In der Praxis werden Schlussfolgerungen aber verschiedentlich (zunächst) vorläufig gezogen, die evtl. später revidiert werden müssen, sogenannte nicht monotone Logiken.[169] Die Methode des Vorbehaltes ist in den modernen Wissenschaften üblich. So sind auch heute noch die Abgrenzungen zwischen Wissenschaft und Glauben nicht abgeschlossen, so meint ein Logiker im 19. Jahrhundert, der Unterschied zwischen Wissen und Glauben beruhe auf den Anteil von Gefühlen, Wissen beruhe auf (evidenter) Anschauung und bei Glauben sei Wissen sekundär.[170] Wenn man an eine Gerechtigkeit im Jenseits glaubt, haben Prinzipien der Ethik etc. im irdischen Leben kaum noch eine Bedeutung.[171] In diesem Fall sind rationale Stützen nicht notwendig, so muss man sich trotzdem noch fragen: lässt sich Glauben rational rechtfertigen? Dann müssen die Glaubens-Argumente wahr sein, aber das scheint zu scheitern. Man weicht daher bei der Rechtfertigung auf die Bewährung im eigenen Leben aus, auf subjektives Erleben.[172]

Es bleibt insbesondere fraglich, ob das Erreichen von Gewissheit und Sicherheit vergleichsweise wie bei den Naturwissenschaften allein mit dem Einhalten von formaler Denklehre/Logik[173], z.B. mit Hilfe der Sätze vom Widerspruch[174] und der Identität in den Sprachwerken gelingen kann, denn ihr Ziel ist praktisch nur Sauberkeit und Widerspruchsfreiheit in Vorträgen und Reden, daher wichtig z.B. für Politiker. Hier muss die praktische und erfolgreiche Umsetzung, z.B. vom Sittengesetz, folgen, denn ohne Rahmen- und Zielgrenzen ufert das menschliche Wesen der Jetztzeit aus und führt sogar zu Störungen. Ein Gesetz muss als solches tatsächlich anerkannt und ge- und beachtet werden wie das 1x1 im Rechnen.

Bereits der Philosoph Kant war im 18. Jahrhundert davon überzeugt, dass etwas Gesetzmäßiges, Mathematisches die Grundlage unserer Welt sei[175], aber für das menschliche Leben sieht er einerseits eine „Freiheit“ und andererseits eine gewisse Unentbehrlichkeit von Metaphysik. Die wahre Metaphysik soll nach Kant ihre eigene Grenze kennen und die Vernunft nicht verleugnen.[176] Die Vernünftigkeit hat aber zwei Seiten: einerseits verstehen wir – wie bereits in der Antike – die in der Gemeinschaft „vernünftigen“ Handlungsprinzipien, z.B. einer Ethik, und andererseits so etwas Zweckmäßigkeit (Rationalität), d.h. wirtschaftlichen Mitteleinsatz. Damit wird in moderner Zeit die einstige Vernünftigkeit auf Mediokrität (Mittelmäßigkeit = mainstream) verschoben. Für den modernen Menschen wird der philosophische Gegensatz aufgelöst in eine Grundtendenz.[177] ohne einen verpflichtenden oder gesetzgebotenen Charakter im Alltag.

Hilbert (1862-1943) als Mathematiker fordert für die Wissenschaft: Das ist es aber, was ich verlange: es soll in mathematischen Angelegenheit prinzipiell keine Zweifel, es soll kein Halbwahrheiten und auch nicht Wahrheiten von prinzipiell verschiedener Art geben können[178] . Russel (1872-1970) gelang es dann, weite Bereiche der Mathematik aus einigen logischen Grundbegriffen und Axiomen herzuleiten; umgekehrt: Logik ist weitgehend Mathematik.[179] Damit ist ein besonderer Zweig der Naturwissenschaften charakterisiert, während die Philosophie (weiterhin) mit einem unscharfen Sammelbegriff verschiedener formaler Logiken, modifiziert verändert operiert.

Die Verantwortung des Ingenieurs.

Schon zu Zeiten der Philosophen der Antike gab es Techniker und Handwerker, aber mit der Einordnung dieser menschlichen Gesellschaftsgruppe in die allgemeine Gesellschaft und der Abschätzung von Technik-Folgen[180] für ein Sittengesetz[181], einer philosophisch begründeten „Moral“, einem Kodex für das Zusammenleben von Menschen und dem „natürlichen“ Rechtsempfinden der Allgemeinheit beschäftigten sich diese nicht. Der Ingenieur, der schöpferisch Bauten und andere Werke entwirft und verwirklichen lässt, sieht sich offensichtlich innerhalb der geschichtlichen Zeit immer nur als derjenige, der die Erkenntnisse der Naturwissenschaften anwendet und so Mittel erschafft, die von anderen Mitgliedern der Gesellschaft „vernünftig“ einzusetzen seien, er selbst verhält sich da „neutral“.[182] Die Philosophie sollte dabei vorgeben, was „vernünftig“, sittlich gerechtfertigt ist.[183] Aber bis zum 20. Jahrhundert wurde der Blick auf eine rein geistesgeschichtlich-philosophische Perspektive verengt, was besagt, dass das Wesen der Technik innerhalb des menschlichen Lebens mindestens einem großen Teil den Menschen verborgen blieb.[184]

Im Unterschied zum Philosophen, der das Übergeordnete im Auge hat und womöglich daraus die unteren Denk-Ebenen ableitet, beschäftigt sich im Begriffssystem der Naturwissenschaften diese nur mit einem begrenzten Geltungsbereich, das aus dem jeweiligen Erfahrungsschatz stammt und diese wiederum ist Teil der Wirklichkeit. Technik ist zuerst Erfassung, Umgrenzung eines Zieles als Idee. Sodann Wahl und Synthese der Mittel zu dem Ziel hin. Technik ist finales Gestalten mit naturgesetzlichen Mitteln.[185] Während nach dem Philosophen Spranger (1882-1963) ein schöpferischer Mensch sich auf einen ästhetischen Menschentypus[186] bezieht, meint Dessauer, dass der sich unmittelbar mit der Wirkungswelt Tätige mindestens ebenso Anspruch auf diese Bezeichnung hat: Sein Antrieb zur Schöpfung ist gleichfalls ein schöpferisches Herausstellen des von ihm Geschauten in Form, aber als Wirkungsform.[187] Der technisch-schöpferischer Mensch ist mit dem Vorgefundenen unbefriedigt, er will immer mehr und Besseres und es ist ihm infolge seiner Freiheit des Schauens und Machens auch vergönnt und möglich. Das ist das, was man die schöpferische Unruhe nennt, das Ergebnis ist womöglich die technische Erfindung.[188]

Die gewöhnliche Wissenschaft beruht auf Paradigmen, die für eine gewisse Zeit einer Gemeinschaft von Fachleuten Modelle und Lösungen liefern.[189] In den Naturwissenschaften und der Technik-Forschung tauchen immer wieder Fakten auf, die die bisherige Vorstellung in Frage stellen, möglicherweise einen Paradigmenwechsel veranlassen. Der Ingenieur muss sofort bei einer Unstimmigkeit in seinem Vorhaben reagieren, wenn er einer Idee während eines Entwicklungsprozesses zum wirklichen Erfolg verhelfen will. Dabei muss er auch in Kauf nehmen, dass unterschiedliche Wege vorgeschlagen werden, die nicht ohne weiteres vergleichbar sind. Er kann nicht warten, bis ein übergeordneter Bezugsrahmen vorliegt, der die Billigung (der gesamten) maßgeblichen wissenschaftlichen und technischern Gemeinschaft findet, ein in der Technik-Geschichte öfter eingetretener Fall.

Viele Ingenieure sehen ihre Aufgabe darin, die Sicherung und Veredlung des menschlichen Daseins zu wahren und zu verbessern. Unzweifelhaft verändert Technik nicht nur das einzelne Leben unmittelbar, sondern auch die Umwelt, obwohl es Phasen in der Geschichte gab, wo das Maß der technische Fortschritt war und ununterbrochen die Bedürfnisse des Menschen durch die Technisierung erweitert wurden. Andererseits hat z.B. der Atombomben-Einsatz die Technik als feindliche Übermacht erscheinen lassen. Es wird zumindest von einem Teil der Menschheit grundsätzlich eine „neue“ Moral gefordert, die für richtig gehalten werden kann und soll und von allen akzeptiert wird. Die Ethik untersucht dabei, was im Leben und in der Welt wertvoll ist, und daran sollten die Philosophen mitarbeiten.[190]

Nach dem zweiten Weltkrieg bestand für die Ingenieure die Notwendigkeit, dem Prinzip der Wertneutralität einen neuen Inhalt zu geben und es wurde 1950 ein „ Bekenntnis des Ingenieurs “ der Öffentlichkeit vorgestellt.[191] Sie enthalten Soll-Verhaltens-Vorgaben für die Ingeneure im großen Verein-Deutscher-Ingenieure[192], wo es in den ersten heißt:

Der Ingenieur übe seinen Beruf aus in Ehrfurcht vor den Werten jenseits von Wissen und Erkennen und in Demut vor der Allmacht, die über seinem Erdendasein waltet.

Der Ingenieur stelle seine Berufsarbeit in den Dienst der Menschheit und wahre im Beruf die gleichen Grundsätze der Ehrenhaftigkeit; Gerechtigkeit und Unparteilichkeit, die für alle Menschen Gesetz sind.

Im Jahre 2002 wurden diese Verantwortungsprinzipien durch „Ethische Grundsätze des Ingenieurberufs“ ersetzt, wobei diese von den „VDI-Philosophen“ gemeinsam mit Vertretern anderer Disziplinen im Bereich „Mensch und Technik“ erarbeitet wurden.[193] Hier wird im Abschnitt Verantwortung darauf hingewiesen, dass der Ingenieur allein oder – bei arbeitsteiliger Zusammenarbeit – mitverantwortlich für die Folgen ihrer beruflichen Arbeit ist Im Bereich der Orientierung heißt es, dass die Handlungsbedingungen künftiger Generationen achtet und bei der Umsetzung haben sie widerstreitende Wertvorstellungen in Diskussion zu erörtern und abzuwägen. Damit ergibt sich von selbst die Frage nach der Einwirkmöglichkeit des einzelnen Ingenieurs.

Es wird auch ein Ingenieur-Eid vorgeschlagen, der der neuen, globalen Verantwortung gegenüber der Natur gerecht werden soll und sich vergleichsweise am hippokratischen Eid der Ärzte orientiert. Der Ingenieureid stellt ein Bekenntnis zur technischen Vernunft dar, der aus naturphilosophischem Rückblick sich als unbedingt notwendig erweist, und auf eine lange Tradition zurückblickt. Die Ingenieurverantwortung erschöpft sich nicht in beruflichem Wohlverhalten, sondern engagiert sich für die Bewahrung des Eigenwertes und –rechtes von Mensch und Natur. Er geht über bereits bestehende Standeskodizes hinaus.[194]

Gerade der kreative Ingenieur stellt eine wichtige Voraussetzung für die „morgige“ Welt dar, sei es in den Fragen zukünftiger Energien, in den Lebensbedingungen schlechthin, aber der Ingenieur kann nicht zaubern und kurz vor einer Katastrophe für die Menschheit Neues zaubern; alles braucht seine Zeit – und schöpferische Freiheiten.[195]

Mit Kapital hat man noch nie eine Idee geschaffen. Gottlieb Duttweiler (1888-1962)
3. Die Frage nach den Abhängigkeiten des Standes von Wissenschaft, Forschung und Technik.

Es besteht eine nicht unerhebliche Kluft zwischen den Wissens- und Kultur-Niveaus der „Masse“ und den Wissenschaftlern, sondern auch der Kulturkreise in den verschiedensten Regionen der Welt zueinander. Die Globalisierung des Handels- und Wissens durch die modernen Kommunikations- und Informationswissenschaften ebnet diese Kluft hauptsächlich im Niveau von Wissenschaftlern ein, weil an den Erfolgen der Wissenschaft und Forschung die Wirtschaft, der Warenaustausch usw. partizipiert. Aber die soziologischen Unterschichten können daran nur sehr bedingt teilnehmen, sie bleiben mehrheitlich ein Objekt von Medien, von Meinungsmachern.

Jeder Wissenschaftler und Ingenieur ist aufgerufen, die ihm gestellte Aufgabe mit dem Ziel zu lösen, ein besseres Wissen über einen Gegenstand oder Angelegenheit zu erlangen. Bei der Schaffung seines Menschen- und Weltbildes ist der heutige Mensch abhängig von seiner Anschauung und seinem eigenen bisherigen Wissen, die bei den einzelnen Menschen unterschiedlich sind. Auch das Verlangen, diese zu vervollkommnen, ist ungleich in der Menschheit, wobei wir nicht wissen, ob dieser Zustand bereits bei dem Beginn des Heraushebens aus dem Niveau der Tierwelt so war. Die Indizienlage aus den zeitlich geordneten Fund-Fakten ist so dürftig, dass wir gerade auf die Veränderungen keine eindeutigen Schlussfolgerungen ziehen können. Nach dem Grundsatz „ natura non facit saltus[196] ist ein plötzlicher zeitlich gesehener Sprung in der geistigen Entwicklung des Menschen nicht anzunehmen.

Der Mensch hat eine Reihe von Fähigkeiten, die ihn auszeichnen, so aus der Erfahrung zu lernen und so Wissen und Fertigkeiten erwerben. Darüber hinaus besitzt er die Gabe der Intuition, d.h. die Fähigkeit des Lernens aus sich selbst heraus. Er vermag auch zu ordnen[197], zu organisieren und zu planen, was ihm ermöglicht, im Voraus zu denken.[198] Wie bei Tieren sind auch bei Menschen einige Reaktionsmechanismen biologisch eingebaut, die man mit Urtrieben (Instinkten) belegen kann, so z.B. die Angst[199] und die Neugier. Offensichtlich erfüllen diese die Aufgabe eines Schutzes vor (möglichen) Gefahren durch entsprechendes (bewusstes und sofortiges) Verhalten, z.B. bei Tieren mit der Handlung des Flüchtens. Im Bewusstsein entwickelt sich dann das Verlangen nach Abwehr einer Bedrohung und Sicherheit vor dem Eintritt einer Katastrophe oder eines Verlustes, z.B. von persönlichem Geldvermögen. Es wird dann nach einer Methode gesucht, einerseits die Angst z.B. über einen Glauben zu kompensieren[200] und andererseits in die z.B. durch Technik oder den Staat getroffenen Vorbeugemaßnahmen[201] genügend Vertrauen setzen zu dürfen.

Dem Bedürfnis nach Sicherheit ist beigesellt wegen der zukünftigen Veränderungen von Sachverhalten auch das nach verlässlicher Vorhersage und Vermeidbarkeit von Risiken, wozu heutzutage eine Sicherheitswissenschaft zuständig ist, die aber wegen der Vielfältigkeit oft spezialisiert ist z.B. in Bereiche des Menschen und der Technik und wegen der Unterschiedlichkeit der Problemfälle und Schadenspotenziale z.B. in Verhütungsbereiche.

Für die Wirtschaft gälte dann z.B. folgendes: Unter den Bedingungen vollkommener Sicherheit (Vorhersehbarkeit) wäre die Ökonomie der menschlichen Wahlhandlungen inhaltsleer. Unter den Bedingungen vollkommener Unsicherheit (Nicht-Vorhersehbarkeit) wäre sie sinnlos.[202] Je nach Bereich wählt der Mensch dann den Sicherheitsgrad und dementsprechend den relevanten Verhütungs- oder Vorhersehbarkeits-Aufwand dazu. So genügt z.B. eine Richtigkeit von 90 % für das Eintreten einer regionalen Wetterprognose[203] für einen Tag im Voraus, von 75 % z.B. für drei Tage im Voraus. In einer stark vernetzten Welt können Risiken globale Dimensionen annehmen. Risiken dieser Größenordnung kann nur mit einem ganzheitlichen kontextuellen Ansatz sinnvoll begegnet werden. Das bedeutet die Zusammenfassung mehrerer Kompetenzen und ein ausgeklügeltes quantitatives Risikomanagment.[204] So gerät eine reale Gefahr außerhalb der Einsehbarkeit eines gewöhnlichen Menschen und damit in den Wahlbereich seines Vertrauens in die Verlässlichkeit des wissenschaftlichen Ergebnisses oder eines individuellen Abdriftens in eine Glaubenssphäre, in die von Gemeinschaften, die ähnlich fühlen und denken. Das betrifft insbesondere Forschungserkenntnisse gesellschaftsrelevanter Risiken z.B. zukünftiger Rentenerwartungen, der Gesundheitsvorsorge und der Geldanlagen in Banken.

Den weiteren Urtrieb, die Neugierde zeigen bereits einige Tiere, der beim Menschen eine kognitive Entwicklung auslöst und ohne den ein stetes Lernen – wie man schon beim Kind erleben kann – (fast) unmöglich erscheint.[205] In der Antike weist der Philosoph Platon (428-348 v.Zr.) auf dieses Phänomen hin.[206] Die ersten Steinwerkzeuge vor Millionen von Jahren zeugen von einem zielbezogenem Handeln in zielstrebigem Handarbeiten, also von einem geistig gesteuertem Handeln, in der Weiterentwicklung und –verbreitung dann auf eine Beteiligung anderer über eine Sprache[207], deren körperliche Voraussetzungen nachweisbar ab einem bestimmten Zeitpunkt vorlagen.[208] Damit wiederum konnte über Fragen und Antworten eine allgemeine menschliche Entwicklung einsetzen. Im Laufe der ersten Überlegungen erweiterte man dann die menschliche sinnliche und ganzheitliche Sinneswahrnehmung und Bildverarbeitung durch kognitive strukturierte Denkprozesse, wahrscheinlich in Kombination mit mehreren anderen Fähigkeiten, so dass bereits eine Auswahl aus vorgestellten Alternativen und die Abstraktion eine Rolle gespielt haben könnte, ein Merkmal menschlicher Entscheidungsfähigkeit.

Heute wissen wir, dass auch äußere Einflüsse wie ein Vorführen, Lehren, Herstellen entsprechender Umgebung usw. mitwirken können, so das Nachahmen, Einüben, Wiederholen bis zum Stadium der Gewohnheit.[209] Der Philosoph Davide Hume (1711-1776) folgert aus einer Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit die Möglichkeit wissenschaftlichen Fortschritts, er sieht jedoch Grenzen des Wahrnehmens und Vorstellens. Ernst Haeckel (1834-1919) ist von einem unaufhörlichem Entfalten geistigen Könnens überzeugt und hält sogar das „Welträtsel“ für nicht unlösbar[210], wobei man jedoch berücksichtigen muss, dass auch er Teil der allgemeinen kognitiven Entwicklung und der Erkenntnis sowie des Wissens über den Stand der Sachverhalte ist. Dabei ist der allgemeine Stand der Wissenschaft von einzelnen Menschen nur in Grundzügen beschreibbar[211] . S elbst ein Konsens zwischen Wissenschaftlern, die einzelne Wissenschaftsdisziplinen mit beweisbaren und überprüfbaren Ergebnissen vertreten, bürgt nicht für einen repräsentativen Zustand der Wissenschaft schlechthin, so dass Offenheit für Fragen ein generelle Denk- und Publikations-Pflicht ist.

Die bloße (menschliche) Neugierde wird erst durch eine Zielvorgabe konkretisiert, diese kann in eine Frage umformuliert werden, die wiederum erst durch Sprechen einem anderen Menschen gestellt werden kann. Die Antwort kann dann ein Handeln einleiten. Damit ist das gezielte Fragen abhängig vom Evolutionsstadium des Menschen, woraus wiederum folgt, dass vom „Volk“ zunächst lebenspraktische und naheliegende Fragen gestellt werden, ehe man sich Fragen nach Grundsätzlichem, Philosophischen zuwendet, z.B. dem Wesen und Sinn der Natur, nach der Stellung des Menschen darin und in moderner Zeit z.B. nach Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens.

An der auch heute noch verbreiteten geisteswissenschaftlichen Position übt der Systemtheoretiker und Psychologe Norbert Bischof Kritik:

Die Philosophen haben sich immer leicht damit getan, das spezifisch Menschliche zu definieren. Da sie meist kaum etwas über Tiere wussten, haben sie das, was ihnen am Menschen besonders wertvoll oder besonders verwerflich erschien, als das dem Menschen Eigene deklariert und das dazugehörige Gegenbild auf das Tier projiziert. Eine derart auf den Menschen zentrierte Betrachtungsweise hilft uns natürlich nicht weiter. Man muss das Verhalten von Tieren sehr genau kennen, um das spezifisch Menschliche richtig bestimmen zu können.[212]

Der Ursprung aller Dinge ist klein. Marcus Tullius Cicero (-106 bis -43 v.Zr.) Die Evolution hin zum Menschen.

Nach dem Stand der Wissenschaft ist der heutige Zustand der Menschheit das Ergebnis eines über Millionen Jahre langen Evolutionsprozesses aus der Art der Wirbeltiere.[213] Unzweifelhaft ist die Entwicklung aber keine in Bezug auf eine bestimmte Keimbahn, sondern sie ist offensichtlich der Erfolg einer „natürlichen“ Fortpflanzung, einer immerwährenden neuen Verschmelzung von Genomen und Anpassung an die Umwelt.

Das Erforschen der Evolutionsmechanismen hier ist noch im Gange.[214] Der Stand des Entwicklungsganges vom Wirbeltier zum Menschen heute wird nachfolgend geschildert.

Der Mensch entwickelt im Vergleich zu den Tieren in Anpassung kollaborativer Aktivitäten durch seine Sprachverständigung besondere Lern- und Denkfähigkeiten[215], wodurch vermutlich sowohl die anatomischen Gehirn- als auch die Denkstrukturen immer weiter ausgebildet worden sind – und schließlich sich anlagemäßig als Erbgut manifestiert haben, mit einer Differenzierung individueller Ausprägungen. Bemerkenswert ist die Gabe des einzelnen Individuums, die Intentionen eines anderen Menschen aus Handlungen und über die Sprache erfassen zu können und intelligent zu reagieren. Das bedeutet, dass diese „Kultur“ sich nur in einer Gruppe von Menschen realisieren ließ, d.h. es die Genese des zwischenmenschlichen Verstehend scheint die anthropologische Basis einer kognitiven Grundentwicklung zu sein, der dann – im Einzelfall - höhere Denkstufen folgen. Bei dogmengebundener Bildungserziehung und durch äußere Beeinflussung (Werbung) die besteht natürlich die Gefahr der Manipulation[216]. Bei den herausragenden Leistungen für den „Fortschritt“ der Menschheit spielen wahrscheinlich die Kreativität und die Innovation eines einzelnen Individuums eine entscheidende Rolle.[217]

Unsere Fähigkeiten, sich vermittels Denkprozess es Neues vorzustellen und danach gegenständlich zu erzeugen oder prozessual nachzuahmen oder zu verbessern, hat gewisse Philosophen schon vor Jahrtausenden dazu verleitet, den Menschen als etwas Besonderes in dem Universum anzusehen. Aber dem ist nicht so. Ob nun die Ausgestaltung der Evolution des Ablaufes zur „Geistigkeit“ nun in kleinen Schritten[218], also quasikontinuierlich erfolgte, ist unsicher, aber wahrscheinlicher als die einer plötzlichen Zunahme der Gehirnleistung Dem Stand der naturwissenschaftlich-biologischen Erkenntnisse nach gab es bis heute keine explosive Entwicklung vom Nervensystem und Gehirn, sondern es sind bereits Vorstufen bei Tieren nachgewiesen. Einzelne spezifische Gedächtnis- und Denkleistungen sind erforscht, z.B. bei Rabenvögeln, Delphinen usw. Herausragend beim Menschen ist die hohe Zahl an Nervenzellen in der Großhirnrinde. Zumindest die Faktoren von Leitungsgeschwindigkeit von Informationen auf den Nervenbahnen und die Speicherkapazität der Nervennetze sind in der Gemeinschaftsarbeit beim Menschen jedoch besonders bedeutsam.

Das Wissen über die menschliche Evolution ist infolge der hohen Komplexität und noch nicht beendeter Forschungsarbeiten mehrfach unvollkommen, insbesondere über die Ursachen, Detailabläufe und – philosophisch – über den Grad einer Determiniertheit, einer Zielrichtung der Evolution.[219] Fasst man den lebenden Organismus als ein offenes System zu dem „System“ außerhalb seines Körpers und dort als in einem Fließgleichgewicht damit befindlich auf, wird deutlich, dass bestimmte Voraussetzungen dafür geschaffen sein müssen sowohl biophysikalisch[220] als auch organisatorisch, z.B. im Leben in einer Menschengruppe. Das kann auch hierarchisch in der Natur weitergedacht werden und damit wird das Problem sozioevolutions relevant, d.h. im Zustand der denkenden Menschen und der Abhängigkeitsverhältnisse in der Gesellschaft.[221] Nimmt man an, dass dem Menschen im Denken und Handeln eine Freiheit zuzustehen ist, dann kann der reale Mensch sich auch gegen ein Leben im Wohlstand oder nach einer vorgegebenen Staats- und Religionslehre entscheiden und damit Einfluss auf das Gesellschaftsverhältnis und die Fortentwicklung nehmen.[222] Der Anteil solcher sozio-widriger Menschen ist unbekannt und vermutlich im Laufe der Geschichte klein geblieben, wenn auch einige Geschichtsereignisse von Stammes- und Völker-Kriegen[223] über die letzten Jahrtausende auf eine gewisse Bedeutung hinweisen.

Die grundsätzlich geringe regionale Bevölkerungsdichte in den beiden letzten Jahrmillionen ändert sich in den letzten beiden Jahrtausenden in einigen Regionen entscheidend mit der Einführung organisierter Gesellschaften (Staat, Priester) und Kenntnis geschichtlich dokumentierter Ereignisse, so dass die Beschreibungs-Modelle von Mechanismen der Variation und des sozialen Wandels für die beiden Zeit-Perioden praktisch nicht mehr vergleichbar sind. Es bauen sich Macht-Hierarchien auf und technische Systeme nehmen zunehmend Einfluss, die Energie- und Rohstoff-Ressourcen für die Wirtschaft gehen in das Kalkül ein. Einige Sozio-Biologen führen in die Modelle die Selektion über die kulturelle Imitation ein.[224] Die Bedeutung eines Fortschritts durch geistige Leistungen, die sich in Techniken, die wiederum Instrumente von Kultur sind, scheint manchmal sekundär, obwohl gerade das Individuum und sein Engagement für einen solchen sorgen. Die Folgen von Geistes-Arbeit in Vergesellschaftung und Entfernung von der Natur durch Technik, einst charakterisierbar durch die Abwertung der Handarbeit[225] durch antike Philosophen setzen sich in vielen Bereichen fort, nicht immer zur Verbesserung von Moral, ja die Verstärkung von Informationsfluten mit Betonung von Sex, Essen und Macht, ursprünglich die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhend, ändert die langzeitigen Gepflogenheiten der individuellen Verantwortung unverhältnismäßig. Einstige Ideale verschwinden.

Die Evolutionstheorie selbst basiert auf zwei Bereichen: der Deszendenz-Hypothese und der zugehörigen Kausaltheorien[226], deren Mangel es ist, dass man die spezifischen Randbedingungen für die effektive Manifestation von außen bewirkter Anlässe zu erhöhter geistiger bzw. kognitiver Leistung infolge der Bedrohung in den Überlebens-Bedrängungen sich nur modellhaft vorstellen kann.[227] Es scheint, dass Prinzipien einer gewissen Selbstorganisation und der Optimierung herrschen[228]. Der Beste bzw. die Gruppe mit „Best-Denkenden“ (Intelligenten) ist am besten geeignet, sich an wechselnde Randbedingungen wie Umweltkatastrophen anzupassen, was insbesondere Probleme bei kleinen Populationen hervorruft. Schon aus diesem Grunde vermutet man, dass die Menschen sich an verschiedenen Orten aufhielten und fortpflanzten. Dass somit zu den Randbedingungen (Heteronomie) die Entwicklung der Populationen, ihre jeweiligen Umweltbedingungen (Ökologie, Soziologie), die realen Lernintensitäten[229] usw. gehören, ist Allgemein-Wissensgut, man weiß aber jetzt schon, dass die Geschwindigkeit der Evolution eben von der Zahl und Tiefe der Umformung und Neukombination von Vorhandenem abhängt und diese gegenüber der (einfachen) genetisch bedingten Punktmutationen der Proteine erhöht ist.[230]

Zum Menschen als biologisches System gehören seine Sinnesorgane und ein komplex funktionierendes Nerven- und Gehirn-System. Die mentalen Zustände und Prozesse können erlebt werden und dieses Ereignis verbindet man heute mit dem Begriff Bewusstsein, dem eine Reihe von Definitionen und dem Individuum relevante Entwicklungsstufen zugeordnet wird.[231] Das Bewusstsein des Selbst und seiner mentalen Zustände erzeugt Selbstbewusstsein, solche Lebewesen haben von solchem Bewusstsein die Gewissheit, was nicht ausschließt, dass auch Unterwustes auf ihn einwirken kann. Die Gesamtheit des Denkens mitsamt Wahrnehmen, Lernen usw. wird allgemeinsprachlich „ Geist “ genannt, Geistesarbeit wird somit in diesem (nicht näher verortbaren) „Organ“ geleistet. Derzeit kann man zwar Aktivitätszonen des Gehirns sichtbar machen, aber die neuronalen Aktivitäten scheinen nicht der Ganzheit dieser Organfunktion gerecht zu werden, wenn man sich nicht vereinfacht mit dieser Zustandsklärung zufrieden gibt. Im Mittelalter dagegen arbeitet man noch intensiv mit dem Begriff Geist, ja fasst die menschliche Seele als eine geistige Substanz auf[232]:

[...]


[1] Zeitler, Katharina – Evi Witt-Kruse. Wieso, weshalb, warum? www.kinderphilosophieren.de/upload/kinderlichet.PDF vgl. www.ethikwerkstatt.de/aa_sinmnlose_Fragen_1.htm

[2] z.B. www.mouche.ch/Philo-Fragen.htm und www.free.pages.at/mulm/philosophische-fragen

[3] Ditfurth, Hoimar von. Innenansichten eines Artgenossen. München: dtv. 1993, S. 419 > Der Mensch erkennt etwas als richtig, aber er tut es danach nicht. Siehe auch die Diskussion zur Stellungnahme von Hegel.

[4] Reins, Gudrun. Entscheidung zur Verantwortung und Kreativität; neue Medien. Dissertation Universität Bielefeld. Marburg: Tectum. 1998. Die Welt in den Medien ist nicht die Wirklichkeit!

[5] Verantwortung ist eine Grundkategorie der praktischen Vernunft. Fahrenbach, Helmut. Eine programmatischer Aufriß der Problemlage und systematischen Ansatzmöglichkeiten praktischer Philosophie. In: Riedel, Manfred (Hrsg.). Rehabilitierung der praktischen Philosophie. Bd.1. Freiburg: Alber. 1972, S. 15-56

http://de.wikipedia.org/wiki/Verantwortung Hier umfangreiche Literatur.

[6] www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/272301.html

[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Individualität

[8] EIKE, Jena, 16.06.2011 Dort Diagramme.

[9] Pick, Daniel. Abfall – eine Tatsache ohne Meinung, Dissertation. 2003.http://geb.uni-giessen.de/geb/volltext/2003/1230/pdf/PickDaniel-2003-06-14.pdf

[10] Innovation heißt hier (kleine) Verbesserungen bisherigen Standes der Technologie/Technik.

[11] Bosinski, Gerhard. Die mittelpaläolithischen Funde im westlichen Mitteleuropa. Fundamenta A4, Köln-Graz: Böhlau 1967. und in: Krause, E.-B. (Hrsg). Die Neandertaler, 250 TJ europäische Geschichte. Gelsenkirchen, 1999, S. 74-104 und weitere.

[12] Die „modernen“ Menschen verließen Afrika vor etwa 85 Tausend Jahren und gelangten über das Rote Meer bei Aden auf den aurasisch-europäischen Kontinent.

[13] das sind Ganzheiten, nicht bloß Denkinhalte.

[14] Baraldi u.a. 1997, zitiert auf S. 59 von: Beushausen, Jürgen. Die Konstruktion von Gesundheit und Krankheit im sozialen System Familie, Theorie und Empirie. Dissertation Universität Oldenbourg. http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=95162893&dok_var=dt&dok_ext=pdf&filename=96516289.pdf

[15] Diese sind auf der Basis von Sinn organisiert, was bedeutet, dass in ihnen Leitbilder, Normen, Werte, Rollen usw. in Interaktionen produziert werden, die auf sich ändernde Zusammenhänge wirken.

[16] Beushausen, S. 64.

[17] Heinrich von Kleist, in Brief an Wilhelmine von Zange vom 22.03.1801, 9.Abs.v. hinten, www.kleist.org/briefe/037.htm Kleist Archiv Sembdner, Heilbronn.

[18] Walz, Gustav Adolf. Artgleichheit gegen Gleichartigkeit. Hamburg: Hanseat. Verlag. 1938.

[19] Kwon, Hyeock-Seong. Individualität und Allgemeinheit der aristotelischen Ousia. 2008. www.freidok.uni-freiburg.de/vollteste/6247/pdf/Dissertation_Kwon.pdf.

[20] Küppers, Bernd-Olaf. Der Fackellauf des Wissens. Nur Wissen kann Wissen beherrschen. Köln: Fackelträger. 2008. www.mpg.de/792635/S005_Neu_erchienen_088-909.pdf

[21] http://de.wikipedia.org/wiki/Strukturwissenschaft mathematisierte Untersuchung von „Strukturen“.

[22] Wunderlich, Dieter. Evolution der Sprache. 5.12.2007 www.uni-leipzig.de/~nzekkerg&su/wzbderkucg,pdf

Broschart, Jürgen. Über die Sprachwissenschaft hinaus. Berlin:LIT 2007. S.226. Trautfelter, Gerald. Stimmen aus der Steinzeit. www.spiegel.de/spiegel/print/d-25499031.html

[23] Intelligenz ist ein unbestimmter Begriff. Siehe: Urban, Karl. Sind wir wirklich einzigartig? Gespräch mit Gerhard Roth, Universität Bremen. www.spektrum.de/tagebuch/sind-wir-wirklich-einzigartig 3.3.2011

[24] hierzu gehört auch, dass sich beim Menschen Vorurteile gebildet haben können. - Hansotto Reiber. Von Lichtenbergs „Gespenst“ zur Emergenz der Qualität, die neurobiologische Hirn-Geist-Diskussion im Licht der Komplexitätswissenschaft. www.horeiber.de/pdf/Neurobiol_Hirn_Geist_Disskussion.pdf

[25] Ommeln, Miriam. Das Paradoxon der Wissensgesellschaft: freier Informationszugang für alle. In: Maring, Matthias. Fallstudien der Ethik in Wirtschaft, Technik und Gesellschaft. ZTWE, Karlsruhe, KIT.2011. www.itas.fak.de/deu/lit/2011/mari11a.pdf

[26] oder von der eigentlichem Informations-Inhalt ablenkenden, siehe hier: Kuby, Gabriele. Vergiftung durch Bilder. www.aktion-leben.de/Sexualitäet/Ehe und Familie/sld06.htm

[27] Der Berg kreißt und gebiert eine Maus. Horaz, Ars poetica. Vers 139.

[28] Mauthner, Fritz. Sprache und Logik, Evolution, 3. Bd. 1913. www.textlog.de/mauthner-logik-evolution.html

[29] www.bildung-und-begabung.de Selbstfindung/regulierung.

[30] Kaltschew, Boris. Das sinnliche Allgemeine, Gedanken über Bild, Begriff und Sprache. Zeitschrift Semiotik 12(1990)1/2 http://luig.kgw.tu-berlin.de/semiotik/deutsche/ZFS/Zfs90_1.htm#mainzer

[31] z.B. an der Größe des Gehirn-Volumens, denn dieses Organ ist nur Sitz der Denk-Funktionen.

[32] Denken = Informationsverarbeitung, Umstrukturieren von Erfahrungsinhalten usw.

[33] Wuketis in: Riedl, R.J. & Fr. M. Wuketis, Die Evolutionäre Erkenntnistheorie, Bedingungen, Lösungen, Kontroversen. Berlin-Hamburg: Paul Parey.1987. zitiert in: Buesken, Dirk. München: GRIN. 1999 www.grin.com/de/e-book/100228/menschliches-wissen-und-evolution

[34] Troeltsch, Ernst (1865-1923). Psychologie und Erkenntnistheorie in der Religionswissenschaft. www.gleichsatz.de/b-ui-t/can/sac/troel_erkl.html

[35] hierzu wäre auch die sogenannte religiöse Erfahrung, z.B. aus Selbstbeobachtung, die immer individuell ist.

[36] http://de.wikipedia.org/wiki/’Religionspsychologie. Hier auch Hinweis auf die empirische Seite.

[37] Selbstfindung. Krapf, Pascal. C.G. Jung – Psychologie und Religion. München: GRIN, 2000 V97971 www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/97971.html Siehe auch: www.psychologie-praxis.rielander.de/Literatur/CGJung_Religion.pdf Hier: den vorchristlichen wie der christlichen Trinität liegen archetypische Vorstellungen zugrunde, die ja zu den unzerstörbaren Grundlagen des menschlichen Geistes gehören. Zitate aus den Seiten 165, 166, 173, 180, 182.

[38] warum auch immer, z.B. durch beschränktes Wissen, durch eingeengtes Vorurteil, Erkennen usw.

[39] Utsch, Michael. Individualpsychologie der Religion und Spiritualität – Immanente und transzendente Deutungen des Gemeinschaftsgefühlt. aus: U. Lehmkuhl – H.Sasse – P. Wahl (Hrsg.). Wozu leben wir? Sinnfragen und Werte heute. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 2007, S. 165-188. www.ekd.de/ezw/dateien/EZW_Utsch_Individualpsychologie_der_Religion_und_LSpirituaelitaet.pdf

[40] www.blume-religionswissenschaft.de/pddf/BlumeBGEUEvolutionsgeschichte Religion.pdf

[41] Molar-Erdene, 2007, S. 156.

[42] als Nomaden gingen sie z.B. Tieren auf ihren Wanderungen nach. Sie erlebten die Eiszeiten.

[43] datiert auf mehr als 30 Tausend Jahre, http://historyking.com/German/art-history/prehistoric-art/Development-Of-Art-From-The-Prehistoric-Period.htm Darunter Knochen- und Felsritzungen, aber auch Figuren, Flöten.

[44] Heidegger, Martin (1889-1976). Die Grundbegriffe der Metaphysik, Welt – Endlichkeit – Einsamkeit. Frankfurt: Klostermann. (1929/1930), Ausgabe 1983, S. 44

[45] Schrödinger (1887-1961), in: Voits, Kay-Miachael. Erwin Schrödingers philosophische Anschauungen. Zitat 11 = Schr. S. 57, hier S. 6 in: https://www.voits.net/wp-content/uploads/2011/05/Schroedinger-E.-Meine-Weltansicht-Zusammenfassung.pdf

[46] Mythologie ist eine Erfindung eines einzelnen. In: Schlellings Werke, historisch-kritische Einleitung in die Philosophie der Mythologie. 1857. Fr.W.J. Schelling, Schriften zur Religionsphilosophie 1841-54, S. 58

[47] Der Philosoph Protagoras (485-450) zweifelt: Von den Göttern weiß ich nichts; weder, dass sie sind, noch, dass sie nicht sind. – Daraus leitet sich dann der weiter existierende Skeptizismus ab. Abgedruckt in: Kreiner, A. Religionsphilosophie. www.vaticarsten.de/theologie/relphil_funda/Religionsphilosophie Script anke.pdf S.66

[48] so formuliert auf S. 21 in: www.siewerth-akademie.de/dokumente/inkarnation-aufl3-3008.pdfr

[49] Aristoteles vermeint im Wesen und der Dinge selbst stecke der essentielle Kern, er wäre demnach ursächlich, vielleicht schon im Embryo. Siehe hierzu: Massler, Jasmine. Martha C. Nussbaums Verteidigung des aristotelischen Essentialismus, eine Zusammenfassung über die vage Theorie des Guten. Universität Erlangen-Nürnberg. 2010. www.grin.com/de/e-book/180497/matha-c-nussbaum-verteidigung-des-aristotelischen- +

www.archaeolet.de/themen/antikema/sklaverei-im-antiken-athen

[50] Welwei, Karl-Wilhelm. Die Stellung der Sklaven im Spannungsfeld von „ius gentium“ und „ius naturale“ aus der Sicht römischer Juristen. in: Laverna 17/2006) S. 87-97. Zitiert Fn. 29 in: www.lehrerfortbildung-bw.de/faecher/latein/fb1/artikel/1_ue/4_historisch/forschungsbericht-menschenrechte-2010-11-15.pdf

[51] Erler, Michael. Hilfe der Götter und Erkenntnis des Selbst. In: Kobusch, Theo – M. Erler (Hrsg.) Metaphysik und Religion. Kongreß Würzburg 2001. München: K.G. Sauer. 2007, S. 387-413.

[52] „man“ ist nur die philosophische Fachwelt, der „kleine“ Mann dürfte sich damit kaum gekümmert haben, für ihn genügte eine unbestimmte Vorstellung oder eine „religiöse“ Interpretation, vielleicht von „Priestern“.

[53] www.global-ethic.now.de/gen-deu/0c_weltethos-und-politik/0c-02-menschenrechte/0c-02-220-urspruenge.php

[54] Riedl, Rupert, Wiener Biologe. http://de.wikipedia.org/wiki/Dualismus Geistiger Ursprung und Problematik.

[55] Kutschera, Franz von. Die Frage nach dem Absoluten in Metaphysik und Religion. S.16 http://epub.uni-regensburg.de/12817/1/ubr05466_ocr.pdf

[56] C.F. v. Weizsäcker, Voraussetzungen des naturwissenschaftlichen Denkens, Freiburg: Herder. 1972, S. 69, zitiert in Brendle, 2000.Fn. 202 S. 192

[57] http://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik Abschnitt: Metaphysik im 20. Jahrhundert.

[58] Der „Abstieg“ von der Sicherheit des Glaubens zur Unsicherheit des Wissens. www.dittmar-online.de/religion /anschauung.html

[59] http://de.wikipedia.org/wiki/Fallibilismus. 2011. [Kritischer Rationalismus]

[60] Sedmak, Clemens. Systematisch irreführende Äpfel. In: Joas, Hans, Hrsg. Was sind religiöse Überzeugungen, Bd. 1. Göttingen: Wallstein. 2003, S. 54-102. Dort auch: epistemische Gerechtigkeit als Leitmotiv.

[61] schon bei Aristoteles beginn alles aus sich heraus – es bleibt offen, wie.

[62] Hansotto Reiber, s. 4 Hier Beispiel des Sierpinski-Dreiecks, und nichtlineare Auswerteverfahren, Literatur und wissenschaftliche Beispiele für die Möglichkeiten der Komplexitätswissenschaft.

[63] Es ist bezeichnend, dass kritische Ansichten über die Anfänge der Religion kaum erscheinen. Siehe hierzu die Literatur in: http://de.wikipedia.org/wiki/Steinzeitliche-Religionen Weiter im Verzeichnis der Potsdamer Universität: Clottes, Jean – David Lewis William. Schamanen, Trance und Magie in der Höhlenkunst der Steinzeit. Sigmaringen. 1997.- Maringer, Johannes. Vorgeschichtliche Religion. Einsiedeln/Zürich/Köln.1956. – Müller-Karp, Hermann. Religionsarchäologie. Archäologische Beiträge zur Religionsgeschichte. Frankfurt: 2009 – Schobesta, Paul (Hrsg.) Ursprung der Religion. Ergebnisse der vorgeschichtlichen und völkerkundlichen Forschungen, Berlin. 1960. – Schmidt, Klaus. Sie bauten den ersten Tempel, das rätselhafte Heiligtum der Steinzeitjäger. Die archäologische Entdeckung von Göbekli Tepa. München. 2008 – Darwin, Randolph Charles. Die Entwicklung des Priestertums und der Priesterreiche. Leipzig: T. Weicher.1929, S.3 Der Ursprung religiöser Vorstellungen und Gebräuche (Riten).

[64] Nach Meinung der GWUP ist nicht die Mitgliedschaft einer Organisation, sondern im Begriff sind allgemein religiöse Überzeugungen, Handlungen und Erfahrungen zusammengefasst. Noch vor wenigen Jahrhunderten wurde nicht zwischen empirischen und religiösen Wahrheiten unterschieden. www.gwup.org/infos/themen-nach-gebiet/72-standortbestimmung-religion?catid=65%3Areligion-glaube GWU’P = Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften bzw. Pseudowissenschaften.

[65] Blechschmidt, Trautemaria. Evolutionstheorie – mehr als eine Hypothese? www.aktion-leben.de/hintergruende/sld06.htm Hier Stellungnahme zum biogenetischen Gesetz nach Haeckel. Vgl. hierzu: Schürholz, Julian. Kreationismus und Intelligent Design – Definition, Theorien, Kritik. [Religiöser Fundamentalismus]. TU Braunschweig. 2009. www.grin.com/de/e-book/154666/kreationismus-und-intelligent-

[66] Rodegro, Meike. Urknall oder Schöpfung? Dissertation Univ. Kassel.2009/2010. Empirische Untersuchung im Religionsunterricht. Überwiegt die Neigung zur naturwissenschaftlichen Erklärung?

[67] nicht entscheidbar, ob dies prinzipiell so ist, denn letzthin ist man im Stadium einer Hypothese.

[68] hier in übergeordnetem Sinne, zitiert aus Staat, 379a, http://de.wikipedia.org/wiki/Theologie

[69] Metaphysik 1064a/b, zitiert in: http://de.wikipedia.org/wiki/Theologie, historische Entwicklung des Begriffs.

[70] Brendle, Franz. Auf den Spuren der Wirklichkeit, Naturwissenschaft und Philosophie bei Friedrich Dessauer. Dissertation Universität Stuttgart. 2000, S. 150 und S. 153. elb.-uni-stuttgart.de/opus/volltexte/2000/687/pdf/Kap_03.pdf Dezember 2005.

[71] Fn. 293 S. 189 in Brendle, 2000, S. 216

[72] Brendle, 2000, S. 170.

[73] Mersch, Peter. Kulturelle Vererbung, Erziehung und Bildung in evolutionstheoretischer Sicht. Norderstedt: books on demand. 2010 knol.geoogle.com/k/peter-mersch/die geringe-akzepanz.dr/6u2bxygsjec7/130#

[74] Mittasch, Paul Alwin. Bekannt als Chemiker in der BASF/IG Farbenindustrie. Entelechie. Ernst Reinhardt.1952. S. 16 . - Aristoteles in: Teichmüller, Gustav. Aristotelische Forschungen, F. Halle: G.Emil Barthel. 1867, S.97

[75] Hans Driesch – Wilhelm- Roux, Philosophie des Organischen. – Conrad-Martius, Hedwig. Der Selbstaufbau der Natur, Entelechien und Energien. Kosel. 1961. – www.std.com/~shw/contentsPDF/15927.pdf Fröde, Stephan. Drei neu identifizierte Gene in der Morphogenese von… Dissertation. Universität Göttingen. 2002

[76] Schlötel, 1854, S. 12. siehe auch: Fischer, Kuno. System der Logik und Metaphysik oder Wissenschaftslehre, 2. Aufl. Heidelberg: Friedrich Bassermann. 1865. – Unsere sprachlich ausgedrückte Wirklichkeitsauffassung scheint durch Beziehungen bestimmt zu sein, wie das Prädikat die Satzstruktur bestimmt. Fuchs, a.a.O.S.34 Da bei verschiedenen Sprachen auch gewisse unterschiedliche Denkweisen assoziiert sind, lässt sich über Zuordnungen zu den Völkern ein Zusammenhang vermuten. Boroditsky, Lera. Wie die Sprache das Denken formt. Spektrum der Wissenschaft April 2012, S. 30 bis 33, insbesondere S. 33

[77] die sinnliche Erfahrung ist eine prinzipiell fallible Interpretation, d.h. sie gibt keine absolute Gewissheit. Der wissenschaftliche Prozess ist als Erkennen mit dem Objekt in einer genuin triadischen Relation relational verbunden, die sinnliche Wahrnehmung des „Objekts“ im „Zeichen“ wird im „Interpretanten“ dargestellt. Fuchs, alltagundphilsophie, Abschnitt I Semiotik und Erkennen. Bezeichnungsrelation mit drei Relata: Interpretant (selbstbezügliche Darstellung des Verhältnisses von Zeichen und Bezeichneten), Objekt, Zeichen. Zeichen selbst haben keine Realität, jedem Zeichen muss ihre Bedeutung zugeschrieben werden. [Beushausen]

[78] Müller, Horst M. Sprache und Evolution. Berlin-New York: de Gruyter. 1990. Dissertation Universität Bielefeld. 1988. S.90 bis 92.

[79] 1597 übersetzt aus Apagoge (Aristoteles 1. Analytik II, 25, 69a). Ch. S. Peirce (1839-1914) im Sinne eines Vorganges, in dem eine erklärende Hypothese gebildet wird. http://de.wikipedia.org/wiki/Abduktion. Danach wird deduktiv gefolgert uns sodann an Hand von Fakten verifiziert. Hier eine Tabelle: Schlussweisen nach Peirce CP 2.623 Bei der Abduktion steht am Anfang ein überraschendes Ereignis, etwas, was ernsthaften Zweifel an der Richtigkeit eigener Vorstellungen aufkommen lässt. Dann nimmt man an usw. Abduktion deutet lediglich daraufhin, dass etwas sein kann, Deduktion beweist, dass etwas sein muss, Induktion zeigt, dass etwas tatsächlich wirksam ist.

[80] haben den Charakter von Wenn-dann-Sätzen.

[81] http://alltagsphilosophie.com/2009/05/06/alltaagsphilosophie-siebte-sitzung Fuchs, Thomas. Universität Heidelberg., kritische Philosophie und der Gehirnforschung. VHS Eberbach-Neckargemünd

[82] Fuchs, 2009, Abb.1 Beziehung der Philosophie auf die verschiedenen Wissenschaftstypen auf den Alltag, Grafik. Philosophie zu Fragen: wie ist alles zu verstehen? wie wollen wir leben? Begründungen! Es werden hier Beispiele aus dem Alltag gebracht, z.B. bei psychosomatischen Fällen.

[83] nach Wikipedia. Peirce: Collected Papers CP 5.173. Siehe auch: Rohr, Susanne. Über die Schönheit des Findens. Die Binnenstruktur menschlichen Verstehens nach Peirce. Abduktionslogik und Kreativität, Stuttgart. 1992. Dissertation Freie Universität Berlin.

[84] www.dfabricius.de/files/AbInDe.pdf Im Anhang steht eine Übersicht über die Verfahren an Beispielen.

[85] Michelet, Carl Ludwig. Anthropologie und Psychologie als die Philosophie des subjektiven Geistes. Berlin: Sander. 1840., S. 272

[86] http://de.wikipedia.org/wiki/Anschauung. Erkenntnis ist auf Zusammenspiel von Anschauungen und Begriffen angewiesen, wobei eine begriffliche Ordnung herrschen müsse. Einer intellektuellen Anschauung entspricht eine höhere Intuition und durch diese Fähigkeit könne man Metaphysik erfassen. Siehe auch: Arsian Topakkaya. Bergson Kritik an Kants Metaphysiklehre. Tabula Rasa, Jenenser Zschr. f. kritisches Denken 33, Juli 2008. www.tabvlarasa.de/33/Topakkaya.php Aller Metaphysik muss Erkenntniskritik vorangehen, Eisler 1930:334.

[87] n. Topakkaya, 2008. Schon früh in der Antike bestand der Wunsch, das Wahre im Bereich des Statischen zu finden. Dieser Wunsch beeinflusste das Denken der letzten zweieinhalbtausend Jahre.

[88] z.B. von Reinhard Brandt (*1937) in Rezension zum Buch Höffe, Otfried. Kants Kritik der reinen Vernunft. München: C.H. Beck. 2003. www.perlentaucher.de/buch/15842.html

[89] Neue Züricher Zeitung 13.01.2004 zu Höffe, KrV

[90] Asal, Sonja. Süddeutsche Zeitung vom 01.12.2003. zu Höffe, KrV

[91] Twesten nennt auf S.12 Vorläufer. Wolf, Chr. vernünftige Gedanken von den Kräften menschlichen Verstandes. Halle/Saale.1710, Reimann, H.S. Vernunftlehre. 1756. v. Berger, Grundzüge der Wissenschaft, Teil 1, Analyse des Erkenntnisvermögens. Altona. 1817. [schwer lesbar, extrahierbar]

[92] Dessauer, Fn. 114 in Brendle, 2000, S. 170. http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Dessauer

[93] Albert, Ulrich. Interpretierte Theorien und Reduktionen. Dissertation Ludwig-Maximilians-Universität München. 2008. http://edoc.ub.uni-muenchen.de/8039/2/Albert_Ulrich.pdf

[94] Locke, R. Hermann. Logik. Leipzig: Weidemann. 1843, S. 1

[95] Terminologische Arbeit wurde seit 20. Jahrhundert intensiv für das Technik-Gebiet erarbeitet aus der Notwendigkeit, international sich verständigen zu können, sondern auch eine durchgehende Technikanwendung zu ermöglichen. Veenker, Sabine. Geschichte der Terminologiearbeit vom 19. Jahrhundert bis heute. München: GRIN. 2008. V 115971 www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/115971.html und www.termportal.de/elearning/04_geschichte.html. In der Philosophie gibt es viele Versuche mit Wörterbüchern und Lexika usw., aber keine konkreten Versuche, zu einer einheitlichen Terminologie, einige Philosophen gehen innerhalb ihrer Werke sogar nicht streng damit um. Voraussetzungen müssen erfüllt sein, dazu: Kutz, Oliver. Modelltheorie zwischen Philosophie und Mathematik. www.informatik.uni-bremen.de/~okutz/modelle1999.pdf

[96] Twesten, A.D.Cjh. Die Logik, insbesondere die Analytik. Schleswig. Königl. Taubstummenanstalt. 1825, S. 188, 199 und S. 250. Was als ursprünglich gültig allen Begriffen, Urteilen und Erkenntnissen zum Grunde liegt, kann in der Anschauung, dem Gefühle oder der Reflexion gegeben sein. aber und also: jeder Mensch ist anders.

[97] Twesten , S. 283. Wichtig ist eine saubere Definition mit (abgestimmten) Merkmalen.

[98] Lenzinger, Margareth – Martin Scheutz. Zu Normen und Normalitätsvorstellungen. Wiener Zschr. zur geschichtlichen Neuzeit 4(2004)1 S. 3-7 - Siehe: Normierte Lebenswelten.

[99] Die klassischen Tugenden sind Klugheit und Weisheit sowie Mäßigung und Tapferkeit. http://de.wikipedia.org/wiki/Tugend Unter „bürgerlichen“ Tugenden sind solche gemeint wie Ordentlich- und Sparsamkeit, Reinlich- und Pünktlichkeit, Fleiß, die im praktischen Alltag erwartet werden.

[100] www.re-wi.de/Kantkritik.pdf Abschnitt 5. Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie. III. Theorie-Werkausgabe. Hrsg. Eva Moldenhauer – Karl Markus Michel, Bd.20, Franfurt/Main: Suhrkamp. 1971, S. 367-369

[101] de Vos, L. Die Realität der Idee, in: Girndt, Helmut – Wolfgang H. Schrader (Hrsg.). Realität und Gewissheit. Amsterdam: Rodopi. 1994, S. 386. – Siehe auch: Becker, Walter. Das Sittengesetz in der Realität des Rechts. Concepte (1977)11, S. 9-14

[102] www.ewetel.net/~martin.bode/Moralbeg.htm schließt hier auf das a priori. Moralisches als vernünftiges Handeln. Dort auch Zitate.

[103] www.uni-konstanz.de/FuF/Philo/Philosophie/philosophie/index Normativität und Freiheit. Seebaß, Gottfried.

[104] Schönwälder-Kuntze, Tatjana. Freiheit als Norm. Habilitation. www.socialnet.de/rezensionen/10080.php

[105] Fromm, Erich. Funk, Rainer (Hrsg.). Die Pathologie der Normalität, zur Wissenschaft vom Menschen. Berlin: Ullstein. 1991. Es gibt auch noch andere Ausgaben und: Anatomie der menschlichen Destruktivität. 1974.

[106] www.egbert-scheunermann.de/Habermas-aufl-fuenf-Seiten.pdf. - Amlinger, Marc Alexander. 2005. www.grin.com/de/e-book/120760/juergen-habermas-konsensustheorie-der-wahrheit.

[107] Versuch einer Anwendung auf die Philosophie: Böhm, Norbert. Die philosophie Einheit. Magisterarbeit Universität Potsdam. 2008. http://friedenswarte.de/media/Die-philophische-Einheit.pdf

[108] Vec, Miloš Recht und Normierung in der industriellen Revolution. Frankfurt/Main. Klostermann. 2006. S. 300 – 324. Siehe auch: Treue, Wilhelm – Rudolf Kellermann. Die Kulturgeschichte der Schraube. 1962 und Wiener Zschr. zur Geschichte der Neuzeit 4(2004)1 S. 137-139 1917 DIN, 1926 ISA, 1946 ISO. http://de.wikipedia.org/wiki/Normung, Abschnitt Geschichte.

[109] Beispiel: wegen nicht genormter Schraubenköpfe musste extra ein verstellbarer Schraubenschlüssel als Werkzeug entwickelt und eingesetzt werden. www.hp-gramatke.de/history/german/page0300.htm

[110] Aristoteles bildet hier zunächst das Vorgangs-Ergebnis, z.B. begrifflich eine Finsternis und bestimmt daraus die Periodizität z.B. der Mondfinsternis (Konklusion aus 2 Prämissen)

[111] http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Naturwissenschaften Abschnitt Altertum, 2. Satz.+

[112] Mason, Stephen Finney. Geschichte der Naturwissenschaften in der Entwicklung der Denkweisen. Stuttgart: Verlag für Geschichte der Naturwissenschaften u. Technik, 1991, 3. Aufl.1997, S.66 Umfang hier: 40 Mm.

[113] zitiert, Kruse, Otto. Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. Frankfurt/M. 5. Aufl. 1997, S.72, wiederum zitiert nach: Keitz, Wolfgang von. Propädeutik: Wissenschaftliches Arbeiten, Vorlesung im Studiengang Informationsdesign an der Fachhochschule Stuttgart, WS 012/02, 2002.

[114] http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftstheorie.

[115] Moulines, C. Ulises. Die Entstehung der Wissenschaftstheorie als interdisziplinäres Fach (1895-1914). München. Verlag Bayer. Akademie der Wissenschaften. 2008., (190-2000). Hamburg: LIT. 2008 S.23-25.

[116] http://de.wikipedia.org/wiki/Forschung Teilgebiete mit unterschiedlichen Konkretisierungsgrad./

[117] Mara Beller. www.mathematik.uni-muenchen.de/~bohrmmech/BohrHome/sokalhoax.html

Arne Schirrmacher. www.mzwtg.mwn.de/arbeitspapiere/schirrmacher_sozialgeschichte.pdf S. 13

[118] Bernal, John Desmond (1901-1971), Physiker. Sozialgeschichte der Wissenschaften, 1954, 1970. Hier wird der Versuch gemacht, die Genese zu beschreiben.

[119] Andrea Dittert. www.nea-agora.de/pdfs/dittert-geschichtswissenschaft-na00.pdf S.23

[120] Steinbrecher, Nora Kristina. Historische Forschung am Menschen. http://jung.jura.uni-saarland.de/Vertiefung/Nora.htm Eine Mischung von Experimenten am Menschen und Eingriffen.

[121] Aulus Cornelius Celsus (-50 bis 50 n.Zr.) kannte den Unterschied zwischen Geschwür und Wunden, Claudius Galenus (129-199) erforschte die Entzündungsstadien, war allerdings der Meinung, die Wundeiterung sei nützlich. Er kannte die Bedeutung des Blutes und führte das Schröpfen ein, weil dadurch das „schädliche“ aus dem Blutkreislauf entfernt würde, die Vier-Säfte-Lehre, die sogar die christliche Kirche übernahm. Virchow ersetzte im 19. Jahrhundert diese Lehre und schaffte einer Zellularpathologie Geltung.

[122] Elble, Burkard. Versuch einer pragmatischen Geschichte der Arzneikunde. Wien: Carl Gerold.1840

[123] http://de.wikipedia.org/wiki/Medizingeschichte Abschnitt Abriss Medizingeschichte. Oreibiosis, Leibarzt des Kaisers Julius (4. Jahrhundert) verfasste ein 70bändiges medizinisches Sammelwerk.

[124] Eiter aus einem Pockenbläschen wurde auf die Haut eines Gesunden übertragen und erzielte damit einen Immunisierungseffekt. Edward Jenner überprüfte den Erfolg 1796 am Menschen. 1801 waren dann 100 Tausend Engländer positiv gegen Rinderpocken geimpft.

[125] Robert Hooke und Antoni van Leeuwenhoek (~1665-1670)

[126] Louis Pasteur (1822-1895), ein Junge Juli/August 1885 von ihm erfolgreich behandelt.

[127] Andrea Cesalpino. Das ist das Ergebnis gemäß den schriftlichen Überlieferungen.

[128] vermutlich kannte man den Zusammenhang zwischen Nahrung und Ausscheidung seit Urzeiten.

[129] William Harvey, wahrscheinlich wusste man vom Herzschlag durch Hören und Fühlen schon früher. .

[130] Richard Lower, Schafblut..

[131] Bei Gericht tritt die freie Beweisführung mit zweifelsfreier Wahrscheinlichkeit an diese Stelle.

[132] hier treten auch noch Definitionen auf wie „allgemeine Anerkennung in der medizinischen Wissenschaft, herrschende medizinische Lehrmeinung, hinreichende wissenschaftliche Festlegung“ usw. Stand der medizinischen Wissenschaft siehe z.B. Beschluss des BVfG vom 08.08.1978, NJW 1979, S. 359 u. 362.

[133] Schmitt, Jonathan. Modellierung und Verifikation medizinischer Leitlinien. http://opus.bibliothek.uni-augsburg.de/volltexte/2009/1355/pdf/Schmitt_Leitlinien_Dissertation.pdf

[134] Knoll, Das neue Recht der Berufskrankheiten, in: SGG 1963, S. 225 u. 227, s.a.a.O.

[135] Rüßmann, Helmut. Beweiskriterium und Beweismaß. http://ruesmann.jura.uni-saarland.de/zpo2005/Vorlesung/Beweiskriterium

[136] Beppel, Antje. Ärztliche Aufklärung in der Rechtsprechung. Dissertation. Göttingen. http://webdoc.sub.gwdg.de/univerlag/2007/beppel.pdf

[137] Rottmann, Martina. Dissertation Universität Jena. 1994, Rheinfelden, Berlin: Schäuble 1995, S. 98, Fn. 477, zitiert auch unter Rabich, Berufsbedingte Vergiftung, Rabich-Herda, Kapitel 11, S. 727 Fn. 3082

[138] Molor-Erdene, S. Wissensethik als Kulturethik. Dissertation. 2007, S. 156. http://edoc.ub.uni-muenchen.de/6808/Molor-Erdene_Sanjaadorj.pdf

[139] Molor-Erdene, 2007, S. 158

[140] Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, § 260, zitiert in Molor-Erdene. Siehe S. 164: Der Mensch kann wissen, wenn er die zwei Voraussetzungen hat, nämlich epistemische Fähigkeit und epistemische Freiheit. Zitiert S. 152, Fn. 212 Vossenkuhl, W. Die Möglichkeit des Guten. München: C.H. Beck. 2006, S. 297

[141] Indeterminismus freier Willensentscheidungen. www.theorie1.physik.uni-erlangen.de/h_fink/Will.pdf

[142] Uekötter, Frank. Die Wahrheit ist auf dem Feld. Göttingen. Vandenhoeck & Ruprecht. 2010 S. 39

[143] Evans, Richard J. Fakten und Fiktionen, über die Grundlagen historischer Erkenntnis, Frankfurt/Main. 1998 S. 76, zitiert bei Andrea Dittert, Wissenschaftlichkeit der Geschichtswissenschaft, S. 17 Evans hält Wissenschaftlichkeit dann für gegeben, wenn die Forschung nach allgemein anerkannten Methoden durchgeführt und eine Prüfung durch die Gemeinschaft der Wissenschaftler unterworfen ist, Dittert, S. 24

[144] Diehl, Markus. Noch ein Angriff auf den homo oeconomicus. Spektrum der Wissenschaft 2012, März.S.96/97 Siehe auch: Akerlof, George A. – R.E. Kranton. Identity economics. Warum wir ganz anders ticken als die meisten Ökonomen denken. München: C. Hanser. 2011

[145] http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftswissenschaft, Abschnitt historische Entwicklung, Volkswirtschaft.

[146] die spekulative „Vernunft“ lebt von den „Erfahrungen“ und wird nur bedingt auf Richtigkeit kontrolliert.

[147] 2008.. www.grin.com/de/e-book/118493/grund-und-gang-spekultaiven-Denkens

[148] Ruge, Marcus – Hans Gerhard Stroh. Analyse von Erwartungen in der Volkswirtschaft mit Partial-Least-Squares-Modellen. Universität Potsdam. http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2008/2701/pdf/stat_dis__29.pdf

[149] www.uni-konstanz.de/FuF/Physik/gantefoer/images/pdfDateien/Talks/Astro1.pdf Die meisten Schriften und Bücher mit dem Thema „Urknall oder Schöpfung“ basieren meist nicht auf naturwissenschaftlichen Kenntnissen.

[150] Definition von Wissenschaft in: www.science-at-home.de/miosc/wissenschaft/wissenschaftliche-Arbeitsweise. Es existiert kein einheitlicher Wissenschaftsbegriff, darunter Auszug aus Brockhaus-Enzyklopädie:

= der Prozess methodisch betriebener Forschung und Lehre als Darstellung der Ergebnisse und Methoden der Forschung mit dem Ziel, fachliches Wissen zu vermitteln und zu wissenschaftlichen Denken zu erziehen….

[151] Hervorhebungen (in Fett) durch Verfasser.

[152] Meyers-Konversation-Lexikon, e. Aufl. 1888/89, Bd.16, S. 698. www.science-at-home.de/lexikon/lexikon _det_002306010000 Darüber (neuere): Wissenschaft ist eine systematische Ordnung des gesammelten Wissens und empirischer Erkenntnisse, Theorienbildung auf Basis aufgestellter Hypothesen und praxisnaher Überprüfung (Beweis). Theorien müssen bestimmte Kriterien der Verifikation (Überprüfung) bestehen, um in der wissenschaftlichen Gemeinde anerkannt zu werden. Ferner ist Wissenschaft eine umfassende Aneignung des Wissens zum Zweck der Analyse unerforschter Sachverhalte und daraus resultierender Erkenntnisse sowie der Vermittlung des Wissens auf einem bestimmten Gebiet.

[153] Herders Konversationslexikon, 1907. http://www2.fh-muenster.de/casa/wissarb/pdf/Definitionen.pdf

[154] Der neue Brockhaus, 1938.

[155] Der neue Herder, 1949.

[156] Brockhaus-Enzyklopädie, 17. Auflage des Großen Brockhaus. Wiesbaden: Brockhaus. Bd.20, 1974. .

[157] Microsoft Encarta. 2003.

[158] http://de.wikipedia.org/wiki/Geisteswissenschaft.

[159] n. wiki: Hermeneutik hat mit einem stets neu zu findenden und zu erhaltenden Konsens von Beobachtern zu tun und entzieht sich der empirischen Nachweisbarkeit in Spurensicherung oder Experiment.

[160] n. wiki, Zitat 11: n. Eisler, Logik, Bd.2, 18.

[161] Deus ex machina; der Geist und die Naturwissenschaften. Dissertation. 2008. http://edoc.ub-muenchen.de/9413/4/Stemme_Anja.pdf Hier wird auch die These aufgeführt, dass das Gehirn sich entwickelte gemäß der Verbesserung bzw. Herbeiführung bestmöglicher Überlebenswahrscheinlichkeiten.

[162] Gadamer, Hans Georg (1900-2002). Geisteswissenschaft, Religion in Geschichte und Gegenwart. Mohr Siebeck. 3, Bd.2, 1304.

[163] s. wiki. Kritik des methodologischen Autonomieanspruches der sogenannten Geisteswissenschaft. In: Ztschr. f. allgemeine Wissenschaftstheorie 1, 1970.

[164] http://de.wikipedia.org/wiki/Angewandte_Wissenschaft

[165] so in: www.science-at-home.de/misc/wissenschaft/wissenschaftliches-Arbeiten

[166] www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1484/MaterialienKS_april04no1.pdf Seminar Winkler/Derboven

Eco, Umberto. Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Heidelberg: C.F. Müller. Juristischer Verlag, 1992, S. 40ff.

Weitere Quelle für Literaturwissenschaft: www.tu-harburg.de/agenten/lehre/ast/AST_Wissenschaft.pdf

[167] Schlötel, W. Die Logik. Göttingen. Vandenhoeck & Ruprecht. 1854, S. 4

[168] wenn-Sätze sind in heutigen Gerichtsprozessen verpönt, denn das sind Bedingungen in einem Denkmodell und nicht unbedingt Beweise. Dagegen Urteil mathematisch: wenn ein Dreieck gleiche Seiten hat, dann hat es auch gleiche Winkel = Konstruktion eines Vorder- und Nachsatzes als logische Operation. Twesten, S. 53

[169] http://plato.stanford.edu/logic-nonmonotonic/ in http://de.wikipedia.org/wiki/Logik

[170] Twesten, 1825, S. 292 bis 295.

[171] Kleber, Carneo Amoa. Zweckmäßigkeit und Freiheit beim Menschen. Dissertation Universität Kassel. 2000 http://tede.ibict.br./tde_busca/arquivo.php?codArquivo=58 Gehört zur Sozialphilosophie.

[172] Kutschera, Franz von. Vernunft und Glaube. Berlin-New York. de Gruyter.1990. http://epub.uni-regensburg.de/12583/ubr05420_acr.pdf

[173] Reinhold, Ernst. Die Logik oder die allgemeine Denkformenlehre. Jena. Cröker. 1827 Twesten, S. 110

[174] Der Satz ist ein Grundprinzip der klassischen Logik. Man kann Widersprüchliches zwar denken, aber real ist das nicht. Deshalb kann man solche Aussagen auch nur als Prüfmittel anwenden. Schlötel, 1854, S. 21 Nach Meinung des Papstes Johannes Paul II. ist das der Kern philosophischer Erkenntnisse, geistiges Erbe der Menschheit. http://de.wikipedia.org/wiki/Satz­_vom_Widerspruch Abschnitt: Theologie.

[175] n. Topakkaya, 2008. Bergson 1948:222. Unser Verstand organisiert die Natur [aber heute: der Mensch erkennt letztlich die Ordnung] und spiegelt sich in ihr wieder.

[176] So letzter Satz in Topakkaya, 2008.

[177] Timmermann, J.H. Das Rationalitätsparadox der Moderne: Vernunft und Mediokrität 2006. (Heidegger). http://repub.eur.nl/res/pub/8136/TimmermannRATIONALITTSPAR.pdf

[178] http://de.wikipedia.org/wiki/David_Hilbert. Dort Zitat Nr. 18

[179] Brehm, ‚Alexander. Über Bertrand Russels „Der Wert der Philosophie“, was ist die Philosophie? Universität Bonn. 2006. in: München: GRIN. V80290. ISBN 978-3-638-87524-0 Dort: Ayer, Alfred Jules. Moderne Theoretiker. München. 1983, S. 40-41

[180] erst 1995 in Forschungsinstitut in Deutschland eingerichtet und als Lehre an der Universität vertreten. Das Hauptdilemma ist, dass unausgereifte Technologien schwer in ihren Auswirkungen abgeschätzt werden können.

[181] Im Grundgesetz Deutschlands als Begriff in Artikel 2, Absatz enthalten, damit soll schrankenlose Anwendung und Nutzung der allgemeinen menschlichen Handlungs-Freiheit verhindert werden.

[182] Kaiser, Walter – Wolfgang König (Hrsg.). Geschichte des Ingenieurs. München: Hanser. 2006, S.234

[183] Meyer, Ursula I.. Der philosophische Blick auf die Technik. Aachen: Fachverlag. 2006, S. 12

[184] Dietz, Burkhard – Michael Fessner – Helmut Maier (Hrsg.). Technische Intelligenz und Kulturelle Technik. Münster etc.: Waxmann.1996, S. VII (Vorwort). Kultur wurde eben ohne technische Intelligenz gelehrt.

[185] Zitiert in Brendle, 2000, S. 150, dort in Fußnoten auch Quelle: Dessauer.

[186] zitiert S. 248, Fn. 439 von Brendle, 2000,

[187] zitiert S. 248, Fn. 440 von Brendle, 2000.

[188] Brendle, 2000, S. 248 und S. 261.

[189] Kuhn, Thomas Samuel. Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Frankfurt/Main. 1973, zitiert in:

Hess, Julius. Die Ideologieabhängigkeit wissenschaftlichen Denkens in der „Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“. 2007. www.grin.com/de/e-book/90422/die-ideologieaabhaengigkeit-

[190] www.referate10.com/Philosophie/1/Wer-verantwortetl-eigentolich-die-Technik

[191] www.sinnvolle-arbeit.de/ Zitiert von Stuhm, Manfred. Dortmund. http://kvitt.eu

[192] www.vdi.de Sitz: Düsseldorf.

[193] www.vdi-de/fileadmin/media/content/hg/16.pdf und www.vdi-nachrichten.com/artikel/Ethische-Grundsaetze-im-Ingenieurberuf/25305/4

[194] Wendeling-Schröder, Ulrike – Werner Meihorst – Ralf Liedtke. Der Ingenieur-Eid. Bretten: Scientia nova Verlag Neue Wissenschaft. 2000. Hinweis auf Musterberufsordnung der Bundesingenieurkammer. www.scientia-nova.de/plaintext/unserebuchreihe/032c909cüb13ed101/index.html

[195] www.sinvoll-entwicklung.homepage.t-online.de/kreat.htm. Deutsches Ingenieurblatt. 1998

[196] Natur macht keine Sprünge, bereits von Aristoteles, später vom Naturwissenschaftler Linne (1707-1778) vertreten, es kommt auf den Verhältnismaßstab am, auf den Bereich der Quantenphysik jedoch insofern nicht übertragbar, da hier Messungs-Grenzen vorliegen (Unschärferelation).

[197] Denkansätze für ordnungspolitisches Denken sind bis ins europäische Altertum zurückverfolgbar. www.ordnungspolitisches–portal.com/02_0_index-Geschichte_OPO.htm . Dort Quellen-Verzeichnis.

[198] was ihn befähigt, eintretende Risiken zu „erahnen“, Handlungen in die Zukunft vorzunehmen.

[199] Hüther, Gerald. Biologie der Angst. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 2007./2012. Angst = Phobie.

[200] www.dittmar-online.net/religion/angstabwehr.html - Berg, Christian. Eine schöpfungstheologische Perspektive. In: Christian Berg – R. Charbonnier – E. Gräb-Schmidt – Sven Wende (Hg.). Der Mensch als homo faber. Münster: LIT. 2001, S. 63

[201] z.B. vor globalen Ereignissen, Katastrophen, vermeintliche Klimaveränderung, Finanzkrise, Atomzerfall.

[202] Rolle, Robert. Homo oeconomicus. Dissertation Universität Regensburg. 2005. Würzburg: Königshausen & Neumann. Abschnitt Freiheit, S. 337

[203] http://de.wikipedeia.org/wiki/Wettervorhersage. Die Zuverlässigkeit schwankt sehr stark von der Wetterlage. Hier werden auch die Ursachen für die Unzuverlässigkeit aufgeführt.

[204] www.ethz.ch/themen/risk_and_security.

[205] Mackowiak, Katja – Clemens Trudewind. Die Bedeutung der Neugierde und Angst für die kognitive Entwicklung. Universität Bochum. www.familienhandbuch.de/cms/Kindliche_Entwicklung-Neugier_und_Angst.pdf Siehe auch: Haas, Patrik. Der Lernfaktor. 2005

[206] Theaitetos 155, D.

[207] Fuchs, Peter. Die konditionierte Koevolution von Kommunikation und Bewusstsein. Mai. 2011.

www.fen.ch/texte/gosts_fuchs_mensch.pdf - Austausch von Informationen bedingt auch das Erkennen von Intentionen, von Informationsinhalten aus der Sprachumgebung. www.innovations-report.de/html/berichte/interdisziplinaere_fo - http://idw-online.de/pages/de/news36756 Hier Vergleich auch mit Tieren, z.B. Raben.

[208] Scheuerer, Kurt. Die geistige Entwicklung des urgeschichtlichen Menschen. 1989. www.bingo_ev.de/~pal.-geist.htm. Vermutlich ist in diesem Prozess ein Fortschritt des bewussten Erkennens eingebunden.

[209] Jean Piaget, 1937. http://arbeitsblaetter.stangl_taller.at/KOGNITIVEENTWICKLUNG/Piagetmodell.hrml Fernuniversität Hagen. Die frühkindliche Einübung erzeugt Muster (z.B. religiöser Art), die später schwer zu überwinden sind. siehe auch: Habel, Evelyn. Moralentwicklung beim Kind. München: GRIN. 2008. V128393

[210] http://de.wikipedia.org/wiki/Weltraetsel.

[211] http://de.wikipedia.org/wiki/Stand_der_Wissenschaft

[212] Bischof, Norbert. Das Rätsel Ödipus. Die biologischen Wurzeln des Urkonfliktes von Intimität und Autonomie. München: Piper. 1985. – Der Schluss vom Tier auf den Menschen. Vortrag 03.12.2003 LMUniversität München (Konrad Lorenz 100. Geburtstag). Die Methodik des Ermittelns der Wirklichkeit aus vorhandenen Daten und die Aufgaben-Systematisierung wird behandelt in: Rabich, Adalbert, Die Regionalgeschichte von Dülmen, Teil 1, GRIN-Verlag. 2009. S. 15ff.

[213] Roth, Gerhard. Wie einzigartig ist der Mensch? Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag. 2010. – www.tagesspiegel.de/wissen/evolutionö-des-geistes-langerweg... Siehe auch: books.google.de

[214] Das Molekül „Genom“ mit seinen 46 Chromosomen als DNA ist selbst Produkt der Evolution. siehe Forschungsschwerpunkt Studium an Bakterien: www.mpg.de/630954/forschungsschwerpunkt

[215] Kiernari, Rudi. Die Suche nach dem Denken und der Sprache. München: GRIN-Verlag. 2004. S. 122. – Tomasello, Michael. Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denkens. Frankfurt/Main. Suhrkamp. 2006. www.uni-bielefeld.de/lili/personen/switalla/Heidenheim.pdf Siehe auch: Ballstaedt, Steffe-Peter. Kognition und Wahrnehmung in der Informations- und Wissensgesellschaft. www.bpb.de/files/H65KC.pdf Anschauung, Bilder als Stufe vor begrifflichem Denken.

[216] http://mirror.validom.net/MethodenderManipulation.pdf

[217] Sprenger, Reinhard K. Aufstand des Individuums. Frankfurt/Main. Campus. 2000

[218] nacheinander in Stufen, siehe: Hegel, Georg Wilhelm Friedrich. Phänomenologie des Geistes. 1806. § 96/97. Viele neue Ausgaben sowie Kommentare, Die Naturphilosophie soll weit verbreitet gewesen sein.

[219] Bei der Recherche nach Veröffentlichungen offenbart sich eine Vielzahl von Philosophen und auch Naturwissenschaftlern, die jeweils eigene Hypothesen, „Theorien“ usw. produzieren, deren realer Einfluss auf die „Gesellschaft“ in ihrem Verhalten und in ihrer Manifestation jedoch wenig bzw. kaum ermittelt ist.

[220] Bertalanffy, Ludwig von. Biophysik des Fließgleichgewichts. ‚Braunschweig: Vieweg. 1953, S. 11ff.

[221] Metzner, Andreas. Probleme sozio-ökologischer Systemtheorie: Natur und Gesellschaft in der Soziologie Luhmanns. Dissertation TU München. Opladen: Westdt. Verlag. 1993, S. 200 u. 253..

[222] Beispiel: großflächige Entwaldung über Jahrhunderte in geschichtlicher Zeit, Holz war das universale Material zur Verwendung in Bauten, in Vorrichtungen, als Brennmaterial usw. Deshalb hielt bei dem steigenden Bedarf für die Wirtschaft der Raubbau nicht mehr mit dem Nachwuchs, die Eisenhüttenindustrie etc. verlangte unentwegt nach Nachschub. Erst der Ersatz durch Kohle stoppte diese Entwaldung etwas, setzte sich aber aus anderen Gründen in neuerer Zeit in anderen Ländern fort. www.referate10.com/referate/Geschichte/32/#Antike-Umweltverhalten-in-der-Antike-reon.php

[223] es bleibt hierbei unklar, ob die Machthaber diese angezettelt haben.

[224] www.bertramKoehler.de/memetik.htm Es bleibt unklar, wie dieser Mechanismen nun dauerhaft und evolutionär die menschliche Bevölkerung insgesamt formt; der Prozess regionaler Bevölkerungen ist singulär.
Die Religionen haben als wichtige Bestandteile ihrer Arbeit Nachahmung und Imitation (der Priester).
Brudermann, Thomas. Massenpsychologie. Psychologie der Ansteckung, kollektive Dynamiken. Wien-New York: Springer 2010 – Bsdok, Gisela. „Die Psychologie der Massen“, Vergleich der Erklärungsansätze von Le Bon und Freud. GRIN-Verlag. 2006, Abschnitt 4.3, Herdentrieb versus der Urhorde. S. 11

[225] Sohn-Rethel, Alfred. Geistige und körperliche Arbeit, zur Epistemologie der abendländischen Geschichte. Weinheim: VCH, Acta Humana. 1989. Zwar war Mathematik als Rechenvorgang Teil des Denkgebäudes, aber erst die Forschung in Abhängigkeit von der industriellen Forschung brachte einen Vortrieb. S. 118, 123. Frönt man ggf. (auch heute) formalen Denk-Mustern oder steckt noch etwas Individuelles dahinter?

[226] www.martin-neukamm.de/print/junker1_4_d,htm Die Evolutionstheorie in der wissenschaftstheoretischen Kritik.

[227] Aus historischen oder logisch bedingten Wissenslücken kann man die Evolutionstheorie an sich nicht widerlegen.

[228] Musiol, Achim. Wissenschaften – was sie uns lehren und was wir durch sie lernen können. Books on Demand. 2008, hier auch Selbstorganisation als Regelmechanismus in einem offenen System. – Fuchs, Christian. Soziale Selbstorganisation im informationsgesellschaftlichen Kapitalismus. Books on Demand. 2001. Abschnitt 1. Grundlagen. S. 9 bis 30. Allerdings wird nicht klar, welche Chancen noch das einzelne Individuum in der Gesellschaft hat und wie weit diese theoretischen Überlegungen die Entwicklung beeinflussen sollen.

[229] Imitation und Einsicht nehmen ist ein grundsätzlich angelegter Evolutionsprozess.

[230] Thema: Mechanismen und molekulare Ursachen des Lebens. www.zum.de/Facher/Materialien/beck/13/bs13-35.htm - www.springer.com/cda/content/.../9783540360728-c3.pdf?

[231] z.B. werden Qualität und Struktureigenschaften erörtert. Ramzanpour, Roza. Universität Bochum. John Searle, die Struktur des Bewusstseins und die Neurobiologie. GRIN-Verlag. 2010 www.grin.com/de/e-book/183453. Nienstedt, Jussi. Sind Qualia reduzierbar? Das Argument der Erklärungslücke im Spiegel gegenwärtiger Diskussionen. GRIN-Verlag. 2009 Es ist nicht klar, warum und auf welche Weise Qualia eine materielle Basis haben könnten. Welche Wirksamkeit besitzt sie in der materiellen Welt?

[232] Beispiel: Thomas von Aquin. Geistige Erkenntnisse sind von Sinneswahrnehmungen abstrahiert.

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Details

Titel
Suchen nach der richtigen Antwort
Untertitel
Über die Kunst, Fragen zu stellen
Autor
Jahr
2012
Seiten
190
Katalognummer
V191812
ISBN (eBook)
9783656171683
ISBN (Buch)
9783656171898
Dateigröße
1544 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
suchen, antwort, über, kunst, fragen
Arbeit zitieren
Dr.-Ing. Adalbert Rabich (Autor), 2012, Suchen nach der richtigen Antwort, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191812

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