Fächerübergreifende Projekte im Sachunterricht anhand des Projekts "Reisen"


Hausarbeit, 2011

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Sachanalyse

3.Didaktische Analyse

4.Fazit

5.Quellen

Anhang

1.Einleitung

Betrachtet man die aktuelle Entwicklung nach immer mehr Mobilität der Gesellschaft und die damit verbundene Zunahme von effizienteren Verkehrsmitteln, bildet das komplexe Thema „Reisen“ für Projekte in der Grundschule eine hervorragende schüler- und lebensweltorientierte Grundlage im Hinblick auf eine langfristige Verhaltensweise für das Reisen. Zu dem Thema Reiseerziehung schrieb bereits 1996 Prof. Dr. Michael Hemmer der Westfälische Wilhelms-Universität Münster des Instituts für Didaktik der Geographie folgendes (Hemmer 1996, S. 17):

„Die Schule nimmt hier - nicht zuletzt aufgrund ihres Erziehungsauftrags - eine Sonderstellung ein: Nirgendwo sonst kann ein entsprechend großes Auditorium erreicht werden. Für die fachliche Anbindung bietet sich im schulischen Aktions- raum am ehesten der Geographieunterricht an. Dies begründet sich zum einen in den fremdenverkehrs- und freizeitgeographischen Themenfeldern des Faches, zum anderen in der zunehmend ökologischen Durchdringung und wertorientierten Ausrichtung der Lehrpläne. Ferner ist anzumerken, daß der Bereich „Urlaubspla- nung“ bereits in den 70er Jahren zum Gegenstand des Geographieunterrichts avancierte. Während es damals v. a. um die Vermittlung von Kenntnissen und Fä- higkeiten (z. B. der Beschaffung und sachgerechten Auswertung von Informati- onsmaterialien) ging, sollten heute im Zuge einer zeitgemäßen Reiseerziehung die affektiven Lernziele stärker in den Vordergrund rücken“.

Mit dieser Aussage Hemmers ist das Grundgedanke bereits benannt: im Mittelpunkt des Reisens bzw. der Reiseerziehung soll die Selbstbestimmung und Selbstverant- wortlichkeit stehen. Hierbei schließt sich folgende Fragestellung an: können Schüle- rinnen und Schüler einer vierten Klasse diesen komplexen Anforderungen gerecht werden?

Im weiteren Verlauf werden in der Sachanalyse das Reisen, drei wichtige Verkehrsmittel, zukünftiges Reisen und die Reiseerziehung definiert. In der Didaktischen Analyse werden der Bildungsgehalt und Bildungsinhalt nach Auswahlprinzipien, Richtlinien und Zielen begründet, und im Anschluss wird das Fazit klären ob neue Aspekte dazugekommen sind, die Fragestellung beantworten sowie einige Chancen und Risiken des Themas gegenübergestellen.

2.Sachanalyse

Definition Reisen:

Reisen wird als die vorrübergehende Veränderung des Aufenthaltsortes begriffen. Das markante Merkmal hierbei ist die Absicht zur Rückkehr an ihren Ursprungsort, unabhängig davon, wie diese Absicht zustande gekommen ist und ob sie realisiert wird oder nicht (vgl. Kleinschmidt 2002, S. 45).

Definition Tourismus und Fremdenverkehr:

Die Begriffe Tourismus und Fremdenverkehr werden heute weitestgehend gleichge- setzt, sowohl im Alltagsgebrauch als auch im wissenschaftlichen Bereich. Es finden sich jedoch auch Aussagen, dass sich der Fremdenverkehr vor allem auf innerdeut- sche bzw. binnentouristische Aspekte bezieht und es um die Entwicklung deutscher Fremdenverkehrsgebiete und das Reisen innerhalb Deutschlands geht. Tourismus wird dagegen zwischenstaatliche, internationale Reisen bezogen, d.h. insbesondere auf den Reiseverkehr Deutscher ins Ausland, auf Zahlungsbilanzeffekte, Pass- und Devisenvorschriften usw. (vgl. Freyer 1996, S. 261f; Groß 2005 S. 29).

Im Folgenden werden die Begrifflichkeiten von den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten und ihren Verkehrsmitteln geklärt und vorgestellt.

Der Flughafen und das Flugzeug:

Ein Flughafen ist ein Ort, an welchem Flugzeuge starten, landen und parken können. Flughäfen sind in der Regel große Flugplätze, die Passagier- und Frachtflugzeuge abfertigen können. Grob definiert bezeichnet ein Flughafen eine ausschließlich für das Landen, Starten und Manövrieren von Luftfahrtzeugen hergerichtete Fläche, ein- schließlich der zusätzlichen Einrichtungen die für die Abwicklung des Luftverkehrs und der dazugehörigen Dienstleistungen und Services notwendig sind (vgl. Meeder 2000, S. 21-22).

Pompl definiert Flughäfen als „Flugplätze, die für die Abfertigung eines regelmäßigen Luftverkehrs mit umfangreichen Flugsicherungs- und Abfertigungsanlagen ausgestat- tet sind […]“ (Pompl 2002, S. 164). Für viele Menschen ist deswegen das Fliegen zu einem Bestandteil des modernen Lebens geworden. „Während früher das Reisen über den Wolken als Privileg der Reichen und Geschäftsreisenden angesehen wur de, ist es heute ein gängiges Transportmittel für jedermann. […] Als schnellstes Transportmittel bieten sie dem Kunden die kaum zu ersetzende Möglichkeit, große Distanzen komfortabel und in einer überschaubaren Zeit zu überbrücken. Der Luftverkehr trägt in erheblichem Maße zur weltweiten Mobilität der Bürger bei“ (RizkAntonious 2002, S. 108).

Der Bahnhof und die Eisenbahn:

Für den Begriff des Bahnhofs gibt es eine Vielzahl von Definitionen. Fendrich be- schreibt den Bahnhof als „Bahnanlage mit mindestens einer Weiche wo Züge begin- nen, enden, ausweichen oder wenden dürfen […]. Als Grenze zwischen dem Bahn- hof und der freien Strecke gelten die Einfahrtsignale oder Trapeztafeln [...]“ (Fendrich 2006, S. 562).

Für Legnaro und Birenheide hingegen steht der Begriff Bahnhof „heute meist allein für den Abfertigungsbereich der Personenverkehrs, wozu in erster Linie das Empfangsgebäude sowie der Bahnhofsvorplatz und die Bahnsteighalle gehören, die lediglich einen Teilaspekt des Gesamtkomplexes ausmachen. Das Empfangsgebäude verbindet dabei den Verkehr der Reisenden zwischen der Straße und den Schienen“ (Legnaro; Birenheide 2005, S. 50-51).

Ursula Bartelsheim definiert die Eisenbahn sehr kind- bzw. schülerorientiert alsein ganz besonderes Verkehrsmittel, denn bei ihr gehören Fahrweg und Fahrzeug eng zusammen. Den Fahrweg bilden die Schienen. Die Fahrzeuge sind meist Lokomotiven und Personen- oder Güterwagen. Sie haben besondere Räder, die genau für die Schiene gebaut sind. Deshalb können sie nicht auf der Straße fahren. Eine Lok mit einem oder mehreren Wagen bezeichnet man als Zug. Die Haltepunkte der Züge sind die Bahnhöfe(Bartelsheim 2010, S.4).

Der Hafen und das Schiff:

Für Hildebrandt stellen Seehäfen „Schnittstellen zwischen dem Seeverkehr und Hinterland“ dar. „Sie sind zum einen Verbindungselemente im Netz eines Verkehrsträgers (Seeschifffahrt) und zum anderen Schnittstellen zwischen Netzen verschiedener Verkehrsträger“ (Hildebrandt 2008, S.51).

Folgt man dem Begriffsverständnis des Seehandelsrechts wird ein Schiff demnach als ein „schwimmfähiger Hohlkörper von nicht ganz unbedeutender Größe, der fähig und bestimmt ist, auf oder unter Wasser fortbewegt zu werden und Personen oder Sachen zu tragen“ (Herber 1999, S. 83) bezeichnet. Ein Handelsschiff ist von einem Nichterwerbsschiff abzugrenzen. Unter ersterem sind solche Schiffe zu summieren, die die Seefahrt zu Erwerbszwecken betreiben. Sie grenzen sich dadurch von Nichterwerbsschiffen, wie privaten Yachten, Forschungsschiffen und staatseigenen Schiffen ab (vgl. Herber 1999 S. 86).

Statistik: Verkehrsmittelnutzung in Deutschland

Laut dem „Tourismuspolitischem Bericht der Bundesregierung 2008“ nutzen die knapp 63 Millionen Deutschen Urlauber zu 47% das eigene Auto um das Urlaubsziel zu erreichen. 39% entschieden sich zu einer Flugreise, hingegen nur 9% den Bus als Verkehrsmittel nahmen. Platz vier belegt die Eisenbahn mit 5% (vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 2008).

Reisen der Zukunft, Weltraumtourismus durch die Raumfahrt:

Weltraumtourismus, also eine Vergnügungs- oder Studienreise in das Weltall ist nicht nur theoretisch möglich, er wird bereits praktiziert. Die Reise des US-amerikanischen Unternehmers Dennis Tito an Bord einer russischen Sojus-Kapsel zur internationalen Raumstation ISS vor zehn Jahren im April 2001 gilt allgemein als der Beginn des Weltraumtourismus. Der Preis für diese Reise lag bei ungefähr 20 Millionen USDollar. In den Folgejahren hatte es immer wieder „Weltraumtouristen“ gegeben. Bei der Firma Virgin Galactic haben sich 2004 rund 7000 Personen gemeldet, die bis 200.000 US-Dollar für einen solchen Flug zu bezahlen bereit sind. Dabei soll das privat entwickelte Raumschiff „Space-ShipOne“ genutzt werden, dass bei seinem Jungfernflug im Juni 2004 auf Anhieb die Höhe von 100 km überstieg, die als untere Grenze für Weltraumflüge gilt (vgl. von Heinzte 2006).

Laut Umfrage richten sich zentrale Wunschvorstellungen für eine Reise in die Strato- sphäre darauf, einen möglichst umfassenden Blick auf den Heimatplaneten werfen zu können und den Moment der Schwerelosigkeit zu erfahren. Entsprechende Sze- narien des Weltraumtourismus entwerfen ein maximales Erlebnisangebot, das einen Aufenthalt in einem orbitalen Hotel, Weltraumspaziergänge, Sport in der Schwerelo- sigkeit, sowie „lunar-round-trips“ (Flüge um den Mond) umfasst. Die technische Rea- lisierbarkeit wird ab 2015 für gesichert eingeschätzt (vgl.Boomers 2004).

Reiseunterlagen:

Diese bestehen meistens aus einem Reisepass, Flug-, Bahn-, oder Schiffreisetickets, Hotel Voucher sowie Scheckkarten und einem gültigen Impfpass. Diese Dokumente werden aus Sicherheitsgründen oft in Kopie mitgeführt und an einer anderen Stelle als Original im Reisegepäck aufbewahrt. Bei deren Verlust vereinfacht dies die Wie- derbeschaffung. Außerdem ist für alle Reisen in Nicht-EU Länder eine Reisekran- kenversicherung inklusive Rücktransport vom Auswärtigen Amt empfohlen (vgl. Wagner; Hohmann 2003, S.225). Daneben zählen zu den üblichsten Reiseunterla- gen der Reiseführer, Stadtpläne, Landkarten, Wörterbücher und wenn benötigt fremdländische Währungen.

Reiseerziehung:

Die Reiseerziehung stellt eine Kompetenz in Bezug auf eine neue Haltung zu (mas- sen-)touristischen Praktiken dar. Sie fordert unter anderem auf, auf irreparable Schäden aufmerksam zu machen und damit im Unterricht auf die Nachhaltigkeit des Reisens durch die Themen wie den „sanften Tourismus“ zu fokussieren. Ebenso ist die Selbstreflexion der eigenen touristischen Rolle ein Ziel der Reiseerziehung um eine neue Reisekultur zu etablieren (vgl. Binder 2005, S.115). „Ziel ist es Schülerin- nen und Schüler zu befähigen, eine Reise selbstständig und verantwortungsbewusst im Einklang mit Mensch und Natur sowie für sich persönlich bereichernd - planen, durchführen und reflektieren zu können. Lernpsychologische Voraussetzungen hier- für sind die begründete Einsicht in die Notwendigkeit eines neuen touristischen Ethos sowie die Erfahrung subjektiver Partizipationsmöglichkeiten“ (Hemmer; Haversath 2002, S. 501).

Der Begriff Reiseerziehung impliziert tendenziell, dass es sich um formale Lernprozesse mit gezielten didaktischen Methoden handelt. Kulturelle Bildung im Kontext von touristischen Reisen liegt jedoch eher informelles, selbst bestimmendes, unmittelbares, emotionales und sinnliches Lernen ohne explizite Ziele und Leistungsdruck zugrunde (vgl. Hausmann; Murzik 2011, S. 185).

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Fächerübergreifende Projekte im Sachunterricht anhand des Projekts "Reisen"
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Grundschuldidaktik und Sachunterricht)
Veranstaltung
Fächerübergreifende Projekte im Sachunterricht
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V192289
ISBN (eBook)
9783656183242
ISBN (Buch)
9783656185437
Dateigröße
628 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sachunterricht, Projekt, Reisen, Pädagogik, Unterrichtsentwurf, Didaktik, Verkehrsmittel, Grundschule
Arbeit zitieren
Clemens Wiedel (Autor), 2011, Fächerübergreifende Projekte im Sachunterricht anhand des Projekts "Reisen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192289

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