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Die Problematik der intimen Kommunikation unter dem Aspekt der AIDS-Prävention

Titel: Die Problematik der intimen Kommunikation unter dem Aspekt der AIDS-Prävention

Hausarbeit , 2000 , 15 Seiten , Note: 2

Autor:in: Jessica Karcher (Autor:in)

Soziologie - Kommunikation
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

"Gib Aids keine Chance!" - So heißt es in dem "gesellschaftlichen Lernprogramm" gegen die weitere
Verbreitung des HI-Virus´ seit die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Aids -
Präventionskampagne im Jahre 1987 startete. Die Ziele waren damals und heute die Verhinderung von
Neuinfektionen durch Aufklärung über Ansteckungsrisiken, Nichtrisiken und Schutzmöglichkeiten.
Ebenso wollte diese Kampagne die Menschen zur Kondombenutzung in Risikosituationen motivieren und
das gesellschaftliche Klima für Betroffene verbessern. Aber wie bearbeitet man dieses heikle Thema und
bringt es den Rezepient näher ohne dabei in die Tiefen des Sexualunterrichts abzurutschen? Die Antwort
war einfach. Mit bunten Kondomen und lustigen Sprüchen.
Überall Lächeln uns die Plakate mit den gewitzten Darstellungen von Kondomen in allen erdenklichen
Farben und Situationen an. Und sagen wollen sie immer nur das Eine:"Schütz Dich!"
"Schütz Dich!" vor ansteckenden Geschlechtskrankheiten, vor Schwangerschaft und vor allem vor Aids.
Aber spielt Aids heute überhaupt noch "die" Rolle? Wie groß ist der Stellenwert dieser potentiellen
Gefahr in der Intimen Interaktion im Jahr 2000?
Wie hoch ist die Aufklärung über diesen Problembereich der Sexualität? Und erreichen die "Mach Mit" -
Kampagnen eigentlich noch soviel wie zu Beginn?
Diesen Fragen werden in dieser Hausarbeit näher betrachtet sowie die Rolle des Faktors Aids in der
derzeitigen sexuellen Interaktion. Ich werde dabei näher auf die Situationen des Kennenlernens und die
Entwicklung einer intimen Beziehung eingehen. Vom ersten Blickkontakt bis zum eigentlichen
Intimverkehr existieren unsichtbare Richtlinien und Barrieren, die von beiden Partnern nicht überschritten
werden dürfen ohne damit das noch dünne Band an Vertrauen und Verständnis zu gefährden. All diese
"hausgemachten" Schwierigkeiten werden durch den Faktor Aids noch verstärkt und für Anhänger des
romantischen Liebesideals in ihren Dimensionen erweitert. Wie kann man jemanden mit dem man sich
gerade eine Beziehung aufbaut, darauf hinweisen doch ein Kondom zu benutzen ohne dabei die
Andeutung aufkommen zu lassen wieder nur Eine/r von vielen zu sein? [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Theoretische Grundlagen der Intimen Interaktion

1.1. Merkmale der intimem Interaktion und Kommunikation

1.2. Der Prozess des Kennenlernens

1.3. Möglichkeiten der Stabilisierung

1.4. Sicherstellung zur Kontinuität

1.5. Der Übergang zum Intimverkehr

2. Auswertung des Fragebogens

2.1. Aufbau und Ziele

2.2. Statistische Daten zur Beteiligung

2.3. Ergebnis und interpretierende Auswertung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Aids-Prävention auf die moderne intime Kommunikation und die damit verbundenen Barrieren im Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen. Dabei wird analysiert, inwiefern die Notwendigkeit von Safer-Sex-Praktiken das Vertrauensverhältnis und die romantischen Ideale beeinflusst.

  • Soziologische Analyse intimer Interaktionsstrukturen
  • Der Prozess des Kennenlernens und der Beziehungsanbahnung
  • Die Rolle von Kondomen als "Störfaktor" oder Schutzinstrument
  • Empirische Auswertung zum Wissenstand und Verhalten junger Erwachsener
  • Spannungsfeld zwischen romantischem Liebesideal und notwendiger Prävention

Auszug aus dem Buch

1.1. Merkmale der intimem Interaktion und Kommunikation

Die kommunikative Grundproblematik der intimen Interaktion ist die Existenz zweier Spannungspole. Einerseits besteht in den Anhängern des romantischen Liebesideals der Wunsch nach Vertrauen, Sicherheit und Verständnis indem der Romantiker Symmetrie und den Gleichklang der Seelen in einer Beziehung erwartet. Dagegen steht aber die totale Fremdheit in der sich die zukünftige Dyade zu Beginn gegenüber steht.

Zudem lässt sich eine Liebesbeziehung in der Realität nur schwierig herstellen und zusätzlich zu diesem überfordern sich die Partner indem sie zu viel voneinander erwarten. Da Sexualität in das Handlungsfeld Intimität eingebettet ist und diese als risikobehaftetes Handlungsfeld wahrgenommen wird ist die Beziehung zunächst durch Unstrukturiertheit und Offenheit gekennzeichnet.

Zwei Menschen fühlen sich voneinander angezogen, wissen aber weder warum noch wie sie es artikulieren können. Es bleibt nun die Variante der indirekten Kommunikationsform um einander näher zu kommen. Hierbei wird die wirkliche Intention einer Handlung hinter einer vordergründigen versteckt. Dies ermöglicht eine Zielverfolgung ohne dabei eventuell die Gefahr des Gesichtsverlustes erleiden zu müssen, da man sich immer in das Hintertürchen der vordergründigen Absicht zurückziehen kann. Damit sinkt das Risiko der Verletzbarkeit. Aus der Kette indirekter Kommunikation und deren Decodierungen ergibt sich der iterative Prozess der wechselseitigen Bezugnahme in dem die Dyade, durch ein "step-by step" Vorgehen, aufeinander reagiert und dadurch eine zunehmende Verdeutlichung der Situation entsteht. Hier wird die Offenheit der Situation in eine definierte Geschlossenheit umgewandelt. Da dieser Verlauf aber höchst störanfällig ist, verbietet sich ein schnelles Vorbrechen von selbst, da man sich noch nicht auf eine festgelegte Definition der bisherigen Beziehung berufen kann. Erst wenn durch eine Interaktionsstruktur Vertrautheit und Gemeinsamkeit entwickelt wurde, kann Intimität entstehen.

Bis dahin ist es für das werdende Paar aber noch ein schwieriger Weg, der ein hohes Maß an Interpretationsfähigkeit und Definitionsarbeit erfordert.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Theoretische Grundlagen der Intimen Interaktion: Dieses Kapitel erläutert die soziologische Dynamik der Beziehungsanbahnung, von der ersten Kontaktaufnahme bis hin zum Übergang in den Intimverkehr unter Berücksichtigung von Vertrauen und Barrieren.

2. Auswertung des Fragebogens: Hier erfolgt die Analyse einer empirischen Befragung zur Aids-Aufklärung und dem persönlichen Umgang mit der Kondomfrage, wobei statistische Daten kritisch mit theoretischen Modellen abgeglichen werden.

Schlüsselwörter

Intime Kommunikation, Aids-Prävention, Safer Sex, Kondom, Romantisches Liebesideal, Interaktionsforschung, Soziologie, Beziehungsaufbau, Vertrauen, Sexualität, Gesundheitsaufklärung, Empirische Studie, Risikokommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die soziologische Problematik der Kommunikation zwischen Menschen, die sich in einer Kennenlernphase befinden, insbesondere unter der Herausforderung, Aids-Prävention und Kondombenutzung in den intimen Ablauf zu integrieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Charakteristika intimer Interaktion, die Dynamik des Kennenlernens, die Rolle von "Safer Sex" als Störfaktor oder notwendiger Schutz sowie der Wissensstand junger Menschen über HIV/Aids.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Aids den Aufbau von Vertrauen in intimen Situationen erschwert und warum die 100%ige Umsetzung von Präventionszielen in der Praxis trotz Aufklärungskampagnen noch nicht erreicht wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert theoretische soziologische Grundlagen (Interaktionsforschung) mit einer empirischen Auswertung eines Fragebogens, der an 50 Teilnehmern durchgeführt wurde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Phasen des Kennenlernens und der Intimität sowie in die statistische und interpretierende Auswertung der erhobenen Umfragedaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie "Intime Kommunikation", "Safer Sex", "Vertrauensverhältnis", "Kondombenutzung" und die Spannung zwischen "romantischem Liebesideal" und "Risikowahrnehmung".

Warum spielt der "Störfaktor Aids" beim Kennenlernen eine Rolle?

Der Autor argumentiert, dass das Kondom das "dünne Band des Vertrauens" bei neuen Partnern erschüttert, da es das Einbringen von Vorsichtsmaßnahmen als Misstrauen oder als Konfrontation mit der Endlichkeit (Tod/Krankheit) fehlinterpretiert werden kann.

Welches Ergebnis zeigt die Auswertung der Schülergruppe?

Die Schülergruppe wies im Vergleich zu Studenten und Berufstätigen eine überdurchschnittlich hohe Fehlerquote bei Wissensfragen zu HIV/Aids auf, was der Autor unter anderem auf ein Defizit in der schulischen Aufklärung zurückführt.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Problematik der intimen Kommunikation unter dem Aspekt der AIDS-Prävention
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Soziologie)
Note
2
Autor
Jessica Karcher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
15
Katalognummer
V19234
ISBN (eBook)
9783638234085
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Problematik Kommunikation Aspekt AIDS-Prävention
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jessica Karcher (Autor:in), 2000, Die Problematik der intimen Kommunikation unter dem Aspekt der AIDS-Prävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19234
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Leseprobe aus  15  Seiten
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