In meiner Ausarbeitung habe ich behandelt, mit welchen Mitteln und welcher Art von Frauendarstellungen in erotischen Musikclips gearbeitet wird und die Rezeptionsweisen von männlichen und weiblichen Jugendlichen näher beleuchtet. Dazu wurde nach einem allgemeinen Blick auf derzeitige Entwicklungen hinsichtlich der Erotik in Musikvideos genauer auf das Video zum Titel „Call on me“ von Eric Prydz eingegangen. Der Videoclip wurde inhaltlich und formal einer detaillierten Analyse unterzogen. Außerdem wurde der Wandel in der Identitätsproblematik im Übergang von der Moderne zur Postmoderne beleuchtet. Das ausführliche Literaturverzeichnis liefert sehr gute Quellen für eine eigene tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Die Identitätsproblematik
1.2 Das Thema der Hausarbeit – Thesenbildung
2. Videoclips allgemein
2.1 Aktuelle Entwicklungen hinsichtlich der Erotik in Musikvideos
2.2 Sexualkonnotative Stereotypen in Videoclips
3. Musikvideo zum Titel „Call on me“ von Eric Prydz
3.1 Analyse von „Call on me“
3.1.1 Inhaltliche Aspekte
a) Thema und Verlauf (Handlungsrahmen)
b) Sexualkonnotative Stereotypenbildung
3.1.2 Formale Aspekte
a) Musik und Tanz
b) Kameraführung und Schnitte
c) Farbgestaltung und Effekte
d) Text
4. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die mediale Darstellung von Frauenbildern in erotischen Musikvideos und analysiert dabei, wie durch spezifische visuelle und formale Gestaltungsmittel stereotype Geschlechterrollen vermittelt werden. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit diese medialen Konstruktionen zur Identitätsbildung bei Jugendlichen beitragen können.
- Identitätskonstruktion in der Postmoderne und Mediatisierung
- Entwicklung und Wandel der Erotikdarstellung in Videoclips
- Analyse sexualkonnotativer Stereotypen am Beispiel von "Call on me"
- Geschlechtsspezifische Rezeptionsweisen von Musikvideos
Auszug aus dem Buch
b) Sexualkonnotative Stereotypen
Im Musikvideo zu „Call on me“ werden verschiedene bekannte sexualkonnotative Stereotypen bedient. Die Frauen in dem Video sind ohne Ausnahme nur sehr leicht bekleidet, beispielsweise tragen sie lediglich Tangas und Bustiers oder knappe Bodys. Im Unterschied zu einer üblichen Aerobicgruppe, in der verschieden gebaute Frauen Teilnehmerinnen sind, um ihren Wunschfiguren näher zu kommen, sind in dem Clip alle schlank mir großer Oberweite und „knackigem“ Po. Ihre Bewegungen erinnern eher an die Bewegungen von Gogo-Tänzerinnen oder Stripperinnen als an die von Besucherinnen eines Aerobickurses.
Vorwiegend führen sie Bewegungen aus, die den Liebesakt andeuten, also ruckartige Bewegungen des Beckens und des ganzen Unterleibes. Auch der junge Mann in dem Musikvideo führt in den wenigen Sequenzen, in denen er zu sehen ist, zuckende Bewegungen im Lendenbereich aus. Da diese Bilder im schnellen Gegenschnitt mit den Darstellungen der Frauen gezeigt werden, entsteht der Eindruck eines gemeinsamen Liebesaktes.
Weiterhin werfen sich der junge Mann und die Frauen gegenseitig anzügliche Blicke zu. Die Frauen haben offensichtlich Spaß am Flirten mit dem Mann. Der Gesichtsausdruck der Frauen ist ähnlich dem von Frauen in pornographischen Filmen: lasziv und mit geöffnetem Mund. Es soll der Eindruck entstehen die Frauen hätten Spaß und wären erregt. Den Höhepunkt finden diese Darstellungen in einer Sequenz, ungefähr in der Mitte des Videoclips. Darin führt eine Frau liegend eine typische Stripbewegung aus, die genauso gut in pornographischen oder erotischen Filmen vorkommen könnte. Dabei spreizt sie ihre Beine und zieht langsam ein Handtuch zwischen den Beinen hindurch und über ihren Körper. Ihr Gesichtsausdruck vermittelt dabei den Anschein höchster Erregung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Wandel der Identitätsfrage vom festen Kern zur konstruierbaren Postmoderne und leitet die Bedeutung medialer Rollenmodelle für Jugendliche her.
2. Videoclips allgemein: Hier wird der Anstieg erotischer Darstellungen in Musikvideos analysiert und die zunehmende Verwendung von sexualkonnotativen Stereotypen als Erfolgsrezept diskutiert.
3. Musikvideo zum Titel „Call on me“ von Eric Prydz: In diesem Hauptteil erfolgt eine detaillierte inhaltliche und formale Analyse des Videoclips hinsichtlich Tanzstil, Schnitttechnik und der Verwendung stereotyper Frauenbilder.
4. Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und warnt vor dem Einfluss, den solche Identifikationsmuster auf Jugendliche und deren Rollenverständnis ausüben können.
Schlüsselwörter
Musikvideos, Identitätsbildung, Postmoderne, Sexualisierung, Stereotypen, Frauenbild, Medienpädagogik, Geschlechterrollen, Call on me, Eric Prydz, Rezeption, Jugend, Identität, Körperdarstellung, Erotik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der medialen Vermittlung von Frauenbildern in erotischen Musikvideos und untersucht, wie diese als Rollenmodelle auf die Identitätsbildung von Jugendlichen wirken.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der medienwissenschaftlichen Analyse von Musikvideos, der Psychologie der Identitätskonstruktion in der Mediengesellschaft und der Wirkung sexualkonnotativer Stereotypen.
Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Auseinandersetzung?
Das Ziel ist es, die Mittel und Strategien offenzulegen, mit denen in erotischen Musikclips Frauendarstellungen konstruiert werden, sowie die geschlechtsspezifischen Rezeptionsweisen zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Hausarbeit angewandt?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse, die theoretische Grundlagen der Identitätsforschung mit einer formal-inhaltlichen Filmanalyse des Musikvideos "Call on me" kombiniert.
Welche inhaltlichen Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Im Hauptteil werden neben der Handlung des Videos insbesondere formale Elemente wie Kameraführung, Schnittfolgen, Farbgestaltung und der Einsatz von Tanzbewegungen untersucht.
Welche Keywords beschreiben die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Musikvideos, Identitätsbildung, sexualkonnotative Stereotypen, Frauenbild, Medienrezeption und Geschlechterrollen.
Warum wird gerade das Musikvideo "Call on me" als Fallbeispiel gewählt?
Das Video dient als prominentes Beispiel für die ständige Wiederholung stereotyper, sexualisierter Frauenbilder, die kaum noch hinterfragt werden, obwohl sie für ein junges Publikum frei zugänglich sind.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich des Einflusses von Musikvideos?
Die Arbeit warnt davor, den Einfluss solcher Bildwelten zu unterschätzen, da diese als Vorbilder für weibliches oder männliches Verhalten dienen können und das Identitätskonglomerat von Jugendlichen mitprägen.
- Quote paper
- Susann Finke (Author), 2008, Der Entwurf eines Frauenbildes in erotischen Musikvideos am Beispiel des Clips zu „Call on me“ von Eric Prydz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192516