Nicht nur die betriebswirtschaftliche Literatur sondern auch die Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit der Frage, ob und in welchem Maße logistische Leistungen ihre Anwendung finden sollen.
Schon in der Vergangenheit wurden bestimmte Tätigkeiten, die im Vergleich von professionalisierten Unternehmern besser verrichtet werden konnten, fremdvergeben. Es stellt sich nun die Frage, warum diese Tatsache heute eine Renaissance erlebt? Politische und auch technische Entwicklungen, sowie die allgemein stattfindende Globalisierung liefern hierfür die Antwort.
Dabei spielt die Osterweiterung der Europäischen Union, als auch das enorme Wirtschaftswachstum in China und Indien eine signifikante Rolle. Niedrige Lohnkosten, staatliche Investitionszuschüsse, und attraktive Steuern stellen die idealen Bedingungen für eine produktive Zusammenarbeit. Nicht zu vernachlässigen sind auch die technischen Fortschritte, die die Vernetzung von Produktionstechnik und Logistik erst ermöglichen. Denn seit einigen Jahren eröffnen die Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie neue Dimensionen im Bereich Outsourcing. Die Übertragung von Daten und Informationen sind nun in Echtzeit, praktisch und auch preiswert in der ganzen Welt empfangbar.
Nicht nur der internationale Wettbewerb nimmt zu, sondern auch die Umweltunsicherheit. Mit Hilfe von Outsourcing wird versucht, diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Aufgrund dessen übergeben immer häufiger Unternehmen ganze Geschäftsprozesse einem Wertschöpfungspartner. Dies hat zur Folge, dass Unternehmensgrenzen aufgelöst werden und neue Formen der Organisation entstehen.
Die vorliegende Hausarbeit erläutert die begrifflichen Grundlagen, sowie die Chancen und Risiken, die durch das Projekt Outsourcing für ein Unternehmen entstehen können. Im Anschluss wird anhand eines Praxisbeispiels die Beziehung zwischen einem auslagernden Unternehmen und einem Outsourcing-Anbieter beschrieben und ein darauf folgendes Fazit bildet den Abschluss.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Definition Logistik
2.2 Definition Outsourcing
3 Chancen des Outsourcings
3.1 Kostenreduktion
3.2 Konzentration auf Kernkompetenz
4 Risiken des Outsourcings
4.1 Abhängigkeit vom Dienstleister
4.2 Leistungsdefizite und Kostensteigerung
5 Beispiel: Das Leistungsangebot des Logistikdienstleisters „arvato services“
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die grundlegenden Konzepte des Outsourcings im Kontext logistischer Leistungen zu beleuchten, wobei eine kritische Analyse der Chancen und Risiken im Vordergrund steht, um Unternehmen bei der strategischen Entscheidungsfindung zu unterstützen.
- Grundlegende Definitionen von Logistik und Outsourcing
- Analyse der Kostensenkungspotenziale und der Konzentration auf Kernkompetenzen
- Untersuchung der Risiken wie Abhängigkeit vom Dienstleister und Leistungsdefizite
- Praktische Fallstudie der Zusammenarbeit von Vodafone und „arvato services“
Auszug aus dem Buch
3.1 Kostenreduktion
Eines der wichtigsten Motive für Unternehmen bei einem Outsourcing-Vorhaben ist die Einsparung von Kosten. Vor allem aufgrund der Spezialisierung der Leistungsanbieter können Unternehmen durch die Auslagerung von Prozessen von einer Reihe unterschiedlicher Effekte profitieren, die zu Kostensenkungen führen können. Die Kostenreduktion durch das Outsourcen resultiert vor allem aus der Ausnutzung der Skaleneffekte. Dabei stellt der Outsourcing-Anbieter eine spezialisierte Leistung in einem weitaus höheren Volumen wie das auslagernde Unternehmen zur Verfügung. „So entstehen Kostendegressionen durch Auslastungsoptimierung bei Erreichung einer hohen durchschnittlichen Auslastung durch den Logistikdienstleister, wie z.B. sinkende Stückkosten bei steigender Transportmenge oder Größendegressionseffekte in der Lagerhaltung.“
Ein weiterer wichtiger Faktor für das Outsourcing-Vorhaben sind die oft geringeren Personalkosten spezialisierter Anbieter, die im Wesentlichen optimierte Personalstrukturen, höhere Produktivität und die Auslastung ihrer Ressourcen beinhalten. Im Weiteren stehen Dienstleister, die sich auf die ausgelagerten Prozesse spezialisieren, in marktwirtschaftlichem Wettbewerb, was zu konkurrenzfähigen Konditionen der Marktpreise führt. Zudem sind Outsourcing-Anbieter in der Regel weniger stark gewerkschaftlich organisiert. Dies hat zur Folge, dass ein niedrigeres Lohnniveau gegenüber Großunternehmen realisierbar ist.
Durch Erfassungs- und Abgrenzungsprobleme, wie beispielsweise durch Mehrfachnutzung der betrieblichen Infrastruktur für unterschiedliche Prozesse, gestaltet sich die unternehmensinterne Ermittlung der tatsächlichen Kosten für eine erbrachte Leistung relativ schwierig. Sie verhindern die genaue Zurechnung von Kosten zu einzelnen Geschäftsprozessen. Die externen Unternehmen hingegen können die erbrachten Leistungen periodisch gemäß einem vereinbarten Vertrag in Rechnung stellen. Hierdurch werden eine bessere Planbarkeit der Kostenbelastung und eine exakte Zuordnung der Kosten ermöglicht, dass wiederum in der Regel zu einem gesteigerten Kostenbewusstsein führt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Relevanz von Outsourcing in der Logistik ein und beleuchtet die wirtschaftlichen sowie technischen Treiber hinter diesem Trend.
2 Begriffliche Grundlagen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Fundamente gelegt, indem die Begriffe „Logistik“ und „Outsourcing“ definiert und in den betriebswirtschaftlichen Kontext eingeordnet werden.
3 Chancen des Outsourcings: Dieses Kapitel erläutert die strategischen Vorteile, insbesondere die Senkung von Kosten durch Skaleneffekte sowie die Möglichkeit, sich stärker auf unternehmenseigene Kernkompetenzen zu fokussieren.
4 Risiken des Outsourcings: Hier werden die potenziellen Gefahren analysiert, vor allem die entstehende Abhängigkeit von Dienstleistern sowie das Risiko von Leistungsdefiziten und unerwarteten Kostensteigerungen.
5 Beispiel: Das Leistungsangebot des Logistikdienstleisters „arvato services“: Anhand des Praxisbeispiels Vodafone und dessen Partnerschaft mit „arvato services“ wird die praktische Umsetzung und Effizienz von Outsourcing-Modellen verdeutlicht.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Chancen und Risiken zusammen und betont, dass Outsourcing-Entscheidungen stets unternehmensindividuell und nach einer sorgfältigen Kosten-Nutzen-Analyse getroffen werden sollten.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Logistik, Kernkompetenz, Kostenreduktion, Skaleneffekte, Kontraktlogistik, Dienstleister, Service Level Agreement, Supply Chain, Wertschöpfungskette, Prozessoptimierung, Transaktionskosten, Wettbewerbsvorteil, Strategie, Vodafone.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem strategischen Outsourcing von Logistikleistungen und untersucht die Beweggründe, Chancen und Risiken, die Unternehmen bei der Auslagerung solcher Prozesse abwägen müssen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition der Begriffe Logistik und Outsourcing, die Analyse ökonomischer Vorteile wie Kostenreduktion, die Konzentration auf Kernkompetenzen sowie eine kritische Betrachtung der damit verbundenen Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Komplexität der Outsourcing-Entscheidung zu schaffen und aufzuzeigen, wie Unternehmen durch eine fundierte Abwägung von Pro- und Contra-Argumenten Wettbewerbsvorteile erzielen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse betriebswirtschaftlicher Quellen sowie der exemplarischen Anwendung der Theorie an einem konkreten Praxisbeispiel (Fallstudie).
Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil behandelt neben den Begriffsdefinitionen vor allem die wirtschaftlichen Motive für Outsourcing, die Herausforderungen in Bezug auf Dienstleisterabhängigkeit und Qualitätsmanagement sowie die praktische Realisierung der Logistikunterstützung am Beispiel von Vodafone.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kernkompetenz, Kostenreduktion, Kontraktlogistik, Service Level Agreements und Wertschöpfungspartner definiert.
Warum ist die Wahl des richtigen Outsourcing-Partners so entscheidend?
Wie das Beispiel von Vodafone zeigt, hängt der Erfolg des Outsourcings nicht nur von der Auslagerung als solche ab, sondern maßgeblich von der Kompetenz und Zuverlässigkeit des Partners, um die hohen Qualitätsstandards zu halten.
Welche Rolle spielt die Standardisierung für den Logistikdienstleister?
Der Dienstleister strebt nach Standardisierung, um Mengeneffekte zu nutzen und somit Kostenvorteile für sich und den Kunden zu erzielen; dies kann jedoch zu Lasten des Individualitätsgrades der erbrachten Leistung gehen.
Wie lässt sich das Risiko der Dienstleisterabhängigkeit minimieren?
Durch ein effizientes Projektmanagement, eine detaillierte Vertragsgestaltung und die exakte Definition von Service Level Agreements können Risiken reduziert, wenn auch nie vollständig eliminiert werden.
- Arbeit zitieren
- Reza Mohammadi (Autor:in), 2011, Outsourcing von Logistikleistungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193534