Bevor die vorliegende Arbeit sich um eine Klärung der Fragen, ob Philosophieren mit Kindern überhaupt möglich und sinnvoll ist, wie man mit Bildern oder auch mit Bilderbüchern philosophieren kann und wie man das Bilderbuch „Blöde Ziege, dumme Gans“ im Unterricht einsetzen kann, bemüht, ist es von Nöten, den Terminus der „Kinderphilosophie“ eindeutig zu definieren. In Abgrenzung zur sogenannten „Philosophie für Kinder“ hat sich im deutschsprachigen Raum die Bezeichnung „Philosophieren mit Kindern“ etabliert. Eine Verwechslung mit der akademischen Wissenschaft der Philosophie soll vermieden und das stetige, immer tiefer gehende Nachdenken der Kinder bestärkt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Inwiefern ist Philosophieren mit Kindern möglich und sinnvoll?
3 Wie kann man mit Bildern bzw. Bilderbüchern philosophieren?
4 Das Bilderbuch „Blöde Ziege, dumme Gans“ im Unterricht
5 Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Begründung und die praktische Umsetzung des Philosophierens mit Kindern im Grundschulunterricht, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einsatz von Bilderbüchern als Medium zur Förderung des philosophischen Nachdenkens liegt.
- Theoretische Grundlagen zum Philosophieren mit Kindern
- Kritische Auseinandersetzung mit Einwänden gegen Kinderphilosophie
- Methodik des philosophischen Umgangs mit Bildern und Bilderbüchern
- Praktische Anwendung am Beispiel des Bilderbuches „Blöde Ziege, dumme Gans“
- Förderung von Empathie und Reflexionskompetenz
Auszug aus dem Buch
3 Wie kann man mit Bildern bzw. Bilderbüchern philosophieren?
„Bilder erschließen uns die Welt.“ So formulierte es Orwell in seinem Essay „New Words“. Brüning und Martens ergänzen: „…und bieten durch ihre mehrdeutigen Symbole viel Raum zum Philosophieren.“ Aber nicht alle Bilder eignen sich für den Einsatz im Philosophieunterricht. Wichtig ist in jedem Fall, dass das Bild die Möglichkeit bekommt, selbst zu Wort zu kommen. Dies gelingt laut Wiesen vor allem durch eine „Verlangsamung der Bildwahrnehmung“, die ein entdeckendes Sehen ermöglicht und zum fragenden, philosophischen Nachdenken anregt.
Generell lassen sich nach Martens drei verschiedene Formen bildlichen Denkens im Philosophieunterricht unterscheiden:
1) Denken über Bilder – verstanden als eine rein „rezeptive „Bildbetrachtung“
2) Bilder als äußeres Hilfsmittel für das Philosophieren – hier unterscheidet Martens drei Unterfunktionen:
a) Bilder im Sinne einer Visualisierung mit einer motivierenden, mnemotechnischen oder strukturierenden Funktion
b) Bilder als Fachraum für Philosophie
c) Bilder dienen als Verfilmung bedeutender philosophiegeschichtlicher Personen oder Positionen.
3) Anschauliches, kreatives Denken
a) verstanden als Denken in sprachlichen Bildern (z.B. Interpretieren und Erfinden neuer Metaphern und Gleichnisse)
b) verstanden als Denken in visuellen Bildern (z.B. Interpretieren und Herstellen von Kunstwerken und Zeichnungen)
c) verstanden als ein Interpretieren und Herstellen szenischer Bilder oder von Körperbildern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Es wird die philosophische Natur kindlicher Fragen dargelegt und die Notwendigkeit begründet, Kinder in ihrem staunenden Nachdenken pädagogisch zu unterstützen.
2 Inwiefern ist Philosophieren mit Kindern möglich und sinnvoll?: Dieses Kapitel diskutiert philosophische und entwicklungspsychologische Einwände gegen die Kinderphilosophie und entkräftet diese durch Gegenargumente.
3 Wie kann man mit Bildern bzw. Bilderbüchern philosophieren?: Es werden verschiedene Formen bildlichen Denkens sowie fünf spezifische Methoden zur methodischen Arbeit mit Bildern im Unterricht vorgestellt.
4 Das Bilderbuch „Blöde Ziege, dumme Gans“ im Unterricht: Anhand eines konkreten Praxisbeispiels wird aufgezeigt, wie der zweigliedrige Aufbau eines Bilderbuches zur Förderung des Empathievermögens und zur philosophischen Reflexion genutzt werden kann.
5 Reflexion: Die Autorin resümiert die Bedeutung des Philosophierens mit Kindern für die Identitätsbildung und betont den motivierenden Wert handlungsorientierter Methoden.
Schlüsselwörter
Philosophieren mit Kindern, Kinderphilosophie, Bilderbuch, Didaktik, Grundschule, Phänomenologische Methode, Hermeneutische Methode, Analytische Methode, Dialektische Methode, Intuitiv-kreative Methode, Empathie, Reflexion, Denken, Sprachdefizit, Bildwahrnehmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Möglichkeiten und praktischen Ansätzen, philosophische Gespräche und Reflexionsprozesse in den Grundschulunterricht zu integrieren, wobei das Medium Bilderbuch als Impulsgeber dient.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Kompetenzen von Kindern zum Philosophieren, die methodische Einbindung von Bildern und die konkrete didaktische Planung anhand des Bilderbuchbeispiels.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Philosophieren mit Kindern sinnvoll möglich ist und dass Bilder als Medium dienen können, um tiefere philosophische Reflexionen bei Kindern anzustoßen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Anwendung methodischer Konzepte nach Martens und Aristoteles auf ein konkretes Unterrichtsbeispiel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Verteidigung der Kinderphilosophie gegen verschiedene Einwände, die Vorstellung methodischer Ansätze der Bildarbeit und eine praktische Unterrichtsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Philosophieren mit Kindern, Didaktik, Bildarbeit, Reflexion und Empathieförderung charakterisiert.
Warum wird das Bilderbuch „Blöde Ziege, dumme Gans“ als Fallbeispiel gewählt?
Dieses Buch eignet sich aufgrund seines zweigliedrigen Aufbaus hervorragend dazu, Kinder dazu anzuregen, verschiedene Perspektiven einzunehmen und Empathie gegenüber unterschiedlichen Standpunkten zu entwickeln.
Wie entkräftet die Autorin den Spracheinwand gegen das Philosophieren mit Kindern?
Sie argumentiert unter Bezugnahme auf Cassirer, dass begrenzte sprachliche Ausdrucksfähigkeiten bei Kindern nicht gleichbedeutend mit einer Begrenzung ihrer rationalen Denkfähigkeit sind.
Welche Rolle spielt die „intuitiv-kreative Methode“ in der Arbeit?
Sie dient dazu, das philosophische Verständnis über das rein Sprachliche hinaus durch spielerische und kreative Umsetzungen wie Pantomime oder Standbilder zu vertiefen.
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- Sarah Maria Fuhrmanski (Author), 2010, Formen des Philosophierens mit Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193659