Maßnahmen der Liquiditätsplanung

Die Finanzierung von Unternehmen unterschiedlicher Größe


Seminararbeit, 2012

16 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

1 Unternehmensfinanzierung

2 Mittel zur Schaffung von Liquidität

3 Klassifizierung von Unternehmensgrößen

4 Liquiditätsplanung in Unternehmen
4.1 Liquiditätsanalyse
4.2 Langfristige Liquiditätsplanung
4.3 Kurzfristige Liquiditätsplanung

5 Einsatz von Instrumenten in den jeweiligen Unternehmensgrößen
5.1 Kleinstunternehmen
5.2 Kleine und mittelständische Unternehmen
5.3 Große Unternehmen

6 Fazit

Literaturverzeichnis

TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1: Muster einer langfristigen Cash-Flow-Planung

Tabelle 2: Muster einer Liquiditätsplanung

1 Unternehmensfinanzierung

Alle Maßnahmen, die zur Deckung des Kapitalbedarfs von Unternehmen beitragen, sind Bestandteil der Unternehmensfinanzierung. Die Unterneh- mensfinanzierung befasst sich also mit der Beschaffung von liquiden Mit- teln und Kapital. Je nachdem, ob die Finanzierungsquellen von außen oder von innen stammen, wird hierbei die Außenfinanzierung von der Innenfi- nanzierung unterschieden. Die Kapitalbeschaffung von außen beinhaltet Eigen- und Fremdkapital. Bei Kapitalbeschaffung aus betrieblichen Um- satzprozessen spricht man von der Innenfinanzierung. Wenn diese aus der Einbehaltung von Gewinnen stammt, also mit einer Gewinnthesaurierung einhergeht, spricht man von der Selbstfinanzierung.1

Die Liquiditätsplanung ist einer der wichtigsten Bestandteile der Unterneh- mensfinanzierung da diese sicherstellt, dass das Unternehmen seinen Zah- lungsverpflichtungen termingerecht nachkommen kann. Im Rahmen des Wertschöpfungsprozesses eines Unternehmens geht dieses auf der einen Seite Zahlungsverpflichtungen aufgrund rechtlicher Verpflichtung durch den Bezug von Lieferungen und Leistungen ein. Auf der anderen Seite hat das Unternehmen durch den Leistungserstellungsprozess Forderungen gegen- über seinen Kunden und Geschäftspartnern. Bei der strukturellen und lau- fenden Liquiditätssicherung müssen beide Seiten Berücksichtigung finden.2 Der Detaillierungsgrad einer Liquiditätsplanung und der Einsatz ihrer Maß- nahmen hängen von Fristigkeiten ab, die überwacht werden müssen und auf die in dieser Arbeit eingegangen wird.

2 Mittel zur Schaffung von Liquidität

Liquidität spielt sich auf der Vermögensebene ab, auf der sich unmittelbar Einzahlungen und Auszahlungen auswirken. Ausreichende Liquidität ist für das Unternehmen Voraussetzung für eine aktive Marktteilnahme. Im Rah- men der Liquiditätssicherung wird dafür Sorge getragen, dass genügend verfügbare Barmittel und fällige Forderungen saldiert werden, damit fällige Verbindlichkeiten zur Verfügung stehen, um eine Mindestliquiditätsreserve zu bilden.

Liquide Mittel können Eigenkapitalcharakter oder Fremdkapitelcharakter aufweisen.

Zu den Eigenmitteln gehören u. a.

Bareinlagen,
das Sichtguthaben des gesellschaftsgebundenen Kapitals,
der Unternehmergewinn,
der Verkauf von Unternehmensanteilen durch Ausgabe von Aktien oder Kommanditbeteiligungen sowie
aus dem Factoring bzw. dem Forderungsmanagement resultierende Zahlungsmittel.

Es handelt sich somit überwiegend um Mittel, die das Unternehmen aus operativer Tätigkeit selbst erwirtschaftet hat und in der Unternehmung zu- rückbehält.3

Zu den Fremdmitteln gehören u. a.

Beteiligungsfinanzierung,
lang- und kurzfristige Bankkredite,
Kontokorrentkredite,
langfristige Darlehen,
Geld- und Kapitalmarktwerkzeuge wie Wechsel oder Working Capital oder auch
Leasing.4

Es handelt sich hierbei um liquide Mittel, die dem Fremdkapitalgeber innerhalb einer gewissen Frist zu erstatten sind.

3 Klassifizierung von Unternehmensgrößen

Das Handelsgesetzbuch nennt eine handelsrechtliche Klassifizierung von Größenklassen in § 267 HGB, welche die Kapitalgesellschaften in drei Größenklassen - klein, mittelgroß und groß - unterscheidet.5

Die EU-Kommission geht in ihrer Klassifizierung der Größenklassen weiter.

So definiert sie gemäß ihrer Empfehlung 2003/361/EG vom 6. Mai 2003 im Amtsblatt L124 vom 20.5.2003 Kleinstunternehmen wie folgt: Von Kleinstunternehmen ist die Rede, wenn weniger als 10 Mitarbeiter beschäf- tigt sind und der Umsatz oder Jahresbilanz 2 Mio. Euro in dem Unterneh- men nicht überschritten wird. Kleine und mittlere Unternehmen werden durch das sogenannte KMU-Kriterium wie folgt definiert: Sie haben weniger als 250 Mitarbeiter, der Jahresumsatz beträgt nicht mehr als 50 Mio. Euro oder die Bilanzsumme 43 Mio. Euro.6 Alles, was über diese Größenklasse hinausgeht, kann folglich als großes Unternehmen angesehen werden.

Diese Klassifizierung wird für diese Arbeit als sinnvoll erachtet, da sich auch im Bereich der Mittelstandsfinanzierung Banken hieran orientieren.

4 Liquiditätsplanung in Unternehmen

4.1 Liquiditätsanalyse

Als wichtiger Indikator bei der Beurteilung von Liquiditätsproblemen ist die Einhaltung der sogenannten goldenen Finanzierungsregel zu nennen. Das langfristig gebundene Anlagevermögen ist durch langfristig gebundenes Kapital bzw. langfristig gebundene Mittel zu finanzieren. Das Umlaufver- mögen wird hingegen durch kurzfristige Mittel, teils als Barmittel, finanziert.7

Liquiditätsschwierigkeiten gehören zu den größten Problemen und wesent- lichen Ursachen für Insolvenzen gerade kleinerer und junger Unternehmen. Um in einem Unternehmen die Liquiditätsplanung sinnvoll zu gestalten und Anhaltspunkte für einen Planungsansatz zu finden, ist es notwendig, die Liquidität in allen Aggregationsstufen zu untersuchen. Ein Mittel, um die unterschiedlichen Fristigkeiten der Liquidität treffend beurteilen zu können, ist die Unterteilung in drei Liquiditätsgrade. Die Liquidität ersten Grades, des zweiten und dritten Grades weisen jeweils unterschiedliche Fälligkeiten aus. Die Liquidität ersten Grades, zeigt die sofort verfügbare Liquidität, auch Barliquidität genannt. Die Liquidität zweiten Grades umfasst die kurz- fristigen Forderungen zzgl. der Barreserven, die in das Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten gestellt werden.

[...]


1 Vgl. Wöhe/Bilstein (2002), S. 11.

2 Vgl. Hutzschenreuter (2008), S. 100.

3 Vgl. Schaufelbühl/Hugentobler/Blattner (2007), S. 412 f.

4 Vgl. Bernstorff (2010), S. 41.

5 Vgl. Handelsgesetzbuch (2011), S. 65 f.

6 Vgl. EU-Kommission (2003).

7 Vgl. Schaufelbühl/Hugentobler/Blattner/Niederhausen (2007), S. 458.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Maßnahmen der Liquiditätsplanung
Untertitel
Die Finanzierung von Unternehmen unterschiedlicher Größe
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Meschede
Note
2,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V193807
ISBN (eBook)
9783656190356
ISBN (Buch)
9783656193470
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Liquiditätsplanung für Kleinstunternehmen, Liquiditätsplanung für KMU, Liquiditätsplanung für Großunternehmen
Arbeit zitieren
Marc D. Sommer (Autor), 2012, Maßnahmen der Liquiditätsplanung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193807

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