Alle Maßnahmen, die zur Deckung des Kapitalbedarfs von Unternehmen beitragen, sind Bestandteil der Unternehmensfinanzierung. Die Unterneh-mensfinanzierung befasst sich also mit der Beschaffung von liquiden Mit-teln und Kapital. Je nachdem, ob die Finanzierungsquellen von außen oder von innen stammen, wird hierbei die Außenfinanzierung von der Innenfi-nanzierung unterschieden. Die Kapitalbeschaffung von außen beinhaltet Eigen- und Fremdkapital. Bei Kapitalbeschaffung aus betrieblichen Um-satzprozessen spricht man von der Innenfinanzierung. Wenn diese aus der Einbehaltung von Gewinnen stammt, also mit einer Gewinnthesaurierung einhergeht, spricht man von der Selbstfinanzierung.1
Die Liquiditätsplanung ist einer der wichtigsten Bestandteile der Unterneh-mensfinanzierung da diese sicherstellt, dass das Unternehmen seinen Zah-lungsverpflichtungen termingerecht nachkommen kann. Im Rahmen des Wertschöpfungsprozesses eines Unternehmens geht dieses auf der einen Seite Zahlungsverpflichtungen aufgrund rechtlicher Verpflichtung durch den Bezug von Lieferungen und Leistungen ein. Auf der anderen Seite hat das Unternehmen durch den Leistungserstellungsprozess Forderungen gegen-über seinen Kunden und Geschäftspartnern. Bei der strukturellen und lau-fenden Liquiditätssicherung müssen beide Seiten Berücksichtigung finden.2 Der Detaillierungsgrad einer Liquiditätsplanung und der Einsatz ihrer Maß-nahmen hängen von Fristigkeiten ab, die überwacht werden müssen und auf die in dieser Arbeit eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Unternehmensfinanzierung
2 Mittel zur Schaffung von Liquidität
3 Klassifizierung von Unternehmensgrößen
4 Liquiditätsplanung in Unternehmen
4.1 Liquiditätsanalyse
4.2 Langfristige Liquiditätsplanung
4.3 Kurzfristige Liquiditätsplanung
5 Einsatz von Instrumenten in den jeweiligen Unternehmensgrößen
5.1 Kleinstunternehmen
5.2 Kleine und mittelständische Unternehmen
5.3 Große Unternehmen
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Maßnahmen der Liquiditätsplanung in Unternehmen unterschiedlicher Größenklassen, um aufzuzeigen, wie durch eine systematische Planung die termingerechte Zahlungsfähigkeit gesichert werden kann.
- Grundlagen der Unternehmensfinanzierung und Liquiditätsschaffung
- Klassifizierung von Unternehmen nach handelsrechtlichen Kriterien
- Methodik der Liquiditätsanalyse und -planung (kurz- und langfristig)
- Unterschiedlicher Einsatz von Instrumenten je nach Unternehmensgröße (Kleinst- bis Großunternehmen)
- Bedeutung der Cash-Flow-Rechnung und Liquiditätssicherung im Konzern
Auszug aus dem Buch
4.3 Kurzfristige Liquiditätsplanung
Das Jahresfinanzbudget ist auf alle Monate zu verteilen. Hierbei sind saisonale Spitzen in den Ausgaben, wie Weihnachtsgratifikationen für die Mitarbeiter oder Steuerzahlungen, genauso zu berücksichtigen wie Einnahmen, die diesen Charakter aufweisen. Von der monatlichen Liquiditätsplanung ist der tägliche Liquiditätsplan abzuleiten. Auch hier müssen Spitzen berücksichtigt werden, wie die monatlich anfallende Umsatzsteuervorauszahlung oder auch Erstattungen. Bei der Ausarbeitung des täglichen bzw. rollenden Liquiditätsplanes werden die Ein- und Auszahlungen der Vortage eingetragen. Gerade die nicht direkt spezifisch planbaren Auszahlungen wie Zinsen können durch ihren Eintrag in diesen Plan eine wertvolle Hilfestellung für zukünftige Planungen leisten.
Auch im Bereich des kurzfristigen Planungshorizontes haben gesellschaftspolitische Entscheidungen Einfluss auf die Planung. Da es sich bei eingegangenen Verträgen jedoch meist um mehrjährige Verpflichtungen aus Verträgen handelt, wird dies bei der Ableitung der langfristigen Liquiditätsplanung in die rollende Liquiditätsplanung bereits Berücksichtigung finden. Dennoch existieren Entscheidungen, wie z. B. die Skontierung einer großen Rechnung oder die Vereinbarung einer besonderen Zahlungsfrist, die wesentlichen Einfluss auf die laufende Liquiditätsplanung haben können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Unternehmensfinanzierung: Definiert die Grundlagen der Kapitalbeschaffung und betont die zentrale Rolle der Liquiditätsplanung für die Sicherung der Zahlungsverpflichtungen.
2 Mittel zur Schaffung von Liquidität: Unterscheidet zwischen Eigen- und Fremdmitteln, die einem Unternehmen zur Sicherung seiner Liquidität zur Verfügung stehen.
3 Klassifizierung von Unternehmensgrößen: Erläutert die Einteilung von Kapitalgesellschaften in Kleinst-, kleine, mittelgroße und große Unternehmen gemäß HGB und EU-Kriterien.
4 Liquiditätsplanung in Unternehmen: Beschreibt Methoden der Liquiditätsanalyse sowie die Differenzierung in kurz- und langfristige Planungszeiträume.
5 Einsatz von Instrumenten in den jeweiligen Unternehmensgrößen: Analysiert spezifische Finanzierungsinstrumente und Planungsansätze für unterschiedliche Unternehmensstrukturen.
6 Fazit: Fasst zusammen, dass eine professionelle Liquiditätsplanung essenziell für den Unternehmenserfolg ist und die Wahl der Maßnahmen stark von der Unternehmensgröße und dem Marktzugang abhängt.
Schlüsselwörter
Liquiditätsplanung, Unternehmensfinanzierung, Zahlungsfähigkeit, Cash-Flow, Liquiditätsanalyse, Eigenkapital, Fremdkapital, Konzern, Risikomanagement, Finanzplanung, Working Capital, Forderungsmanagement, Unternehmensgröße, Liquiditätssicherung, Basel II
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die verschiedenen Maßnahmen und Instrumente der Liquiditätsplanung und wie diese in Unternehmen unterschiedlicher Größenklassen angewendet werden, um die Zahlungsfähigkeit zu wahren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Unternehmensfinanzierung, die Klassifizierung von Unternehmensgrößen, Instrumente zur Liquiditätsschaffung sowie die Differenzierung zwischen kurz- und langfristiger Liquiditätsplanung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen basierend auf ihrer Größe und ihrem spezifischen Finanzmarktzugang eine optimale Liquiditätsplanung zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit etablieren können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor führt eine theoretische Analyse durch, in der bestehende betriebswirtschaftliche Konzepte und Instrumente der Liquiditätsplanung strukturiert dargestellt und auf verschiedene Unternehmensgrößen angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Liquiditätssicherung, die detaillierte Darstellung von Planungsmodellen sowie eine spezifische Betrachtung der Instrumente für Kleinst-, mittelständische und große Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Liquiditätsplanung, Unternehmensfinanzierung, Cash-Flow, Zahlungsfähigkeit, Liquiditätsgrade und die Unterscheidung nach Unternehmensgrößen.
Welche Rolle spielt das Cash-Management speziell bei großen Konzernen?
Bei großen Unternehmen ist die Einrichtung eines zentralen Cash-Managements von entscheidender Bedeutung, um Liquiditätspläne zu zentralisieren, Währungsrisiken zu steuern und interne Finanzierungsmöglichkeiten effizient zu nutzen.
Warum ist die Unterscheidung von Unternehmensgrößen für die Liquiditätsplanung relevant?
Die Unternehmensgröße bestimmt maßgeblich den Zugang zu Finanzmärkten, die Komplexität der Stakeholder-Interessen und damit die Rentabilität sowie die Eignung spezifischer Liquiditätsinstrumente wie Factoring oder Cash-Pooling.
- Citar trabajo
- Marc D. Sommer (Autor), 2012, Maßnahmen der Liquiditätsplanung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193807