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Die tiefenpsychologische Bibelexegese nach Eugen Drewermann und ihre konkrete Umsetzung im schulischen Religionsunterricht

Grenzen und Chancen einer psychoanalytischen Auslegungsform

Titel: Die tiefenpsychologische Bibelexegese nach Eugen Drewermann und ihre konkrete Umsetzung im schulischen Religionsunterricht

Examensarbeit , 2012 , 97 Seiten , Note: 1

Autor:in: Alexander Häuser (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Zulassungsarbeit geht auf das tiefenpsychologische Bibelverständnis Eugen Drewermanns ein. Es wird aufgezeigt, inwiefern sein Ansatz den garstigen Graben der historisch-kritischen Exegese überwinden kann, zugleich aber neue Steine in den Weg legt, deren
Beseitigung eine neue Herausforderung darstellt. Dabei wird in Kürze auch auf das Archetypen-Verständnis von Carl Gustav Jung und die Entwicklung des Dialoges zwischen der Tiefenpsychologie und der Theologie eingegangen. Der zweite Teil dieser Arbeit beschäftigt sich dann jedoch weitestgehend mit der Frage inwieweit der Religionsunterricht von der Methodik der tiefenpsychologischen Bibelexegese profitieren kann. Eine ausgearbeitete Unterrichtsreihe, mit einer Auslegung von Markus 5,1 - 20, nach dem Konzepte Drewermanns, soll anschaulich erläutern, welchen Nutzwert eine tiefenpsychologische Bibel-Exegese für den Unterricht hat. Da ein Vorverständnis der Tiefenpsychologie, beziehungsweise der Psychoanalyse erwartet werden muss, empfiehlt sich ein Stundenkonzept für die zweite Sekundarstufe, in der die Schüler bereits die
notwendige Sachkompetenz erlangt haben oder ihnen der Erwerb dieses komplexen Themas leichter fällt. Weiterhin wird eine weitere Methode der Bibeldidaktik vorgestellt, der Bibliolog, die mit Drewermanns Modell ins Gespräch gebracht werden kann. Das abschließende Fazit, fasst die Ergebnisse dieser Arbeit anschließend zusammen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Die Tiefenpsychologie und Psychoanalyse im Kontext der christlichen Kirche

1.1 Über den Dialog der Tiefenpsychologie mit der Theologie

1.2 Die Forderung nach einer Verschmelzung der Psychoanalyse und Theologie

1.3 Das gegenwärtige Interesse an der Tiefenpsychologie innerhalb der Religion

1.4 Ergebnisse einer empirischen Untersuchung unter Psychotherapeuten, zur Frage nach der kirchlichen Kompetenz

2. Eugen Drewermann und die Tiefenpsychologische Bibelauslegung

2.1 Die Tiefenpsychologische Bibelexegese als Möglichkeit “Gleichzeitigkeit“ zu schaffen

2.2 Drewermann und C.G. Jungs Archetypen

2.2.1 Die unterschiedlichen Schichten der Psyche nach Jung

2.2.2 Zur Interpretation archetypischer Erzählungen

2.3 Zur Kritik an Drewermanns tiefenpsychologischer Exegese

2.3.1 Ein Exkurs zur Entmythologisierung Bultmanns und der Wiederentdeckung der Mythologie bei Drewermann

2.3.2 Tiefenpsychologie als Hilfsinstrument eines Wandlungsprozesses - der Individuation

2.3.3 Das Archetypenverständnis Drewermanns auf dem Prüfstand

2.3.4 Drewermanns Konzept aus Sicht der Psychologen

2.4 Der Besessene von Gerasa in der tiefenpsychologischen Interpretation Drewermanns

2.4.1 Anmerkungen zur tiefenpsychologischen Auslegung des Besessenen von Gerasa

3. Die tiefenpsychologische Bibelexegese im Kontext des schulischen Religionsunterrichts

3.1 Inwiefern der schulische Religionsunterricht von einer tiefenpsychologischen Auslegung profitieren kann

3.2 Die Notwendigkeit Biblischen Lernens für Kinder und Jugendliche

3.2.1 Die historisch-kritische Bibelauslegung im Religionsunterricht und die daraus resultierende Erfordernis nach neuen Zugängen

3.3 Korrelation im schulischen Religionsunterricht

3.3.1 Vier neue Ansätze der Korrelationsdidaktik und die tiefenpsychologische Bibelauslegung

3.3.2 Warum die tiefenpsychologische Bibelexegese auf eine Korrelationsdidaktik angewiesen ist – aber auch umgekehrt

3.3.3 Wechselbeziehungen anhand von dekonstruktiver Bibellektüre

3.3.4 Ergebnisse qualitativ-empirischer Studien für den Sinngehalt von Korrelationen

3.4 Die Schwierigkeiten und Grenzen, die mit der tiefenpsychologischen Bibelauslegung nach Drewermann im schulischen Religionsunterricht verbunden sind und wie diesen zu begegnen ist

3.4.1 Das Problem mit der Korrelation

3.4.2 Reduzierte Psychotherapie im Unterricht?

3.4.2.1 Exkurs: Die Tiefenpsychologische Exegese als Mittel therapeutisch orientierte Religionsdidaktik nach Oskar Randak zu betreiben

3.4.3 Psychoanalytische Sichtweisen zu Lasten der Theologie und Christologie?

3.4.3.1 Das funktionale christologische Verständnis Eugen Drewermanns und ihre Umsetzbarkeit im schulischen Religionsunterrichts

3.4.3.2 Exkurs: Die tiefenpschologische Heilung im Verständnis einer Transzendaltheologie Karl Rahners

3.4.3.3 Christologie und Elementarisierung als Zugangsmöglichkeit Drewermanns Jesus-Bild zu vermitteln?

3.4.3.4 Die tiefenpsychologische Bibelexegese im Weltbild und Wirklichkeitsverständnis von Jugendlichen

3.5 Die praktische Umsetzung einer tiefenpsychologischen Bibelexegese nach Drewermann im schulischen Religionsunterricht

3.5.1 Vorüberlegungen zur ersten Unterrichtseinheit

3.5.1.2 Der Bibliolog im Religionsunterricht als Hinführung zu tiefenpsychologischen Bibelexegesen

3.5.1.2 Unterrichtsentwurf der ersten Stunde

3.5.1.3 Erläuterungen zur ersten Unterrichtseinheit

3.5.1.1 Unterrichtsentwurf der zweiten Unterrichtsstunde

3.5.2.1 Erläuterungen zur zweiten Unterrichtseinheit

3.5.3 Unterrichtsentwurf der dritten und letzten Stunde

3.5.3.1 Eine kurze Anmerkung zur dritten und letzten Unterrichtsstunde

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das tiefenpsychologische Bibelverständnis von Eugen Drewermann und analysiert dessen Potenzial sowie die damit verbundenen Grenzen für den schulischen Religionsunterricht. Das primäre Ziel ist es, den Nutzen einer psychoanalytisch orientierten Exegese für eine lebendige, schülerorientierte Auseinandersetzung mit biblischen Texten aufzuzeigen.

  • Tiefenpsychologische Bibelauslegung nach Eugen Drewermann
  • Integration von C.G. Jungs Archetypen in die Exegese
  • Korrelationsdidaktik und die Verknüpfung von Glaube und Lebenswelt
  • Praktische Umsetzung mittels Methoden wie Bibliolog
  • Kritische Reflexion der theologischen und psychologischen Voraussetzungen

Auszug aus dem Buch

2.4 Der Besessene von Gerasa in der tiefenpsychologischen Interpretation Drewermanns

Um zu veranschaulichen, wie eine tiefenpsychologische Interpretation aussieht, soll nun ein Beispiel angeführt werden. Der Originaltext der Markus Perikope wurde, aufgrund ihrer wortgetreuen Übersetzung, der Luther Bibel entnommen. Die tiefenpsychologische Auslegung stammt aus Drewermanns zweiten Band der Tiefenpsychologie und Exegese.

In Markus 5,1 – 20 begegnet man der Geschichte des Besessenen von Gerasa, der durch Jesu Hilfe von seinen sogenannten „Legionen“ erlöst wird.

In seiner Interpretation geht Drewermann zunächst auf die Ungereimtheiten der Geschichte ein, um sie zunächst für unhistorisch zu erklären. Ein Problem sieht er vor allem darin warum Jesus ins Land von Nicht-Juden zu Schweine hütenden Heiden zieht, aber auch in der Heilung Jesu durch die Namensbefragung, die sonst in keiner anderen Wundererzählung zu finden ist. Dass der Geheilte schließlich auf seine Bitte hin, nicht in der Gefolgschaft Jesu bleiben darf, wie es anderen nach ihrer Heilung gewährt wurde, wirft für Drewermann ebenfalls die Frage nach der Historizität dieser Perikope auf. Der historisch-kritischen Erkenntnis stimmt er zwar zu, dass es sich bei dieser Erzählung um eine Geschichte der judenchristlich-hellenistischen Mission handeln könnte, die die Überlegenheit der Christen über die Heiden darstellt, dies aber gleichzeitig davon zeuge, dass die Motive der Evangelisten eher politisch als persönlich geprägt waren. Vielmehr müsse man sich aber „für die Personen der Erzählung, für ihre Gefühle, für ihre Angst […] für die menschliche, nicht für die historische Seite der Wundererzählung“ interessieren.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Person und das Wirken von Eugen Drewermann vor und umreißt die Fragestellung der Arbeit bezüglich seines tiefenpsychologischen Bibelverständnisses und dessen Nutzwert für den schulischen Religionsunterricht.

1. Die Tiefenpsychologie und Psychoanalyse im Kontext der christlichen Kirche: Dieses Kapitel erörtert die historische Entwicklung und die schwierige Annäherung zwischen Psychoanalyse und christlicher Theologie sowie deren Relevanz für die moderne Pastoralpsychologie.

2. Eugen Drewermann und die Tiefenpsychologische Bibelauslegung: Hier werden die theoretischen Grundlagen Drewermanns, insbesondere sein Rückgriff auf die Archetypenlehre von C.G. Jung, kritisch analysiert und an einem Beispiel erläutert.

3. Die tiefenpsychologische Bibelexegese im Kontext des schulischen Religionsunterrichts: Das Kapitel widmet sich der didaktischen Anwendung, der Notwendigkeit des biblischen Lernens und den Herausforderungen bei der Integration tiefenpsychologischer Methoden in den Unterrichtsalltag.

4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, betont die Stärken und Grenzen des Drewermannschen Modells und bekräftigt die Bedeutung der methodischen Vielfalt für einen modernen Religionsunterricht.

Schlüsselwörter

Tiefenpsychologische Bibelauslegung, Eugen Drewermann, Psychoanalyse, Archetypenlehre, C.G. Jung, Korrelationsdidaktik, Bibeldidaktik, Religionsunterricht, Seelsorge, Individuation, Transzendaltheologie, christliches Menschenbild, Schülerorientierung, Exegese, Besessener von Gerasa.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Anwendung der tiefenpsychologischen Bibelexegese nach Eugen Drewermann im schulischen Religionsunterricht, unter besonderer Berücksichtigung der Chancen und Schwierigkeiten für die Schüler.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Psychoanalyse im kirchlichen Kontext, die theoretische Fundierung durch C.G. Jungs Archetypenlehre sowie die didaktische Einbettung in das Korrelationsprinzip.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzwert der tiefenpsychologischen Bibelinterpretation als Brücke zwischen biblischen Texten und der Lebenswelt heutiger Jugendlicher zu untersuchen und methodische Ansätze für den Unterricht zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die tiefenpsychologische Auslegungsmethode nach Drewermann und vergleicht diese kritisch mit historisch-kritischen sowie didaktischen Diskursen innerhalb der Religionspädagogik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Archetypen-Verständnisses und eine umfangreiche didaktische Analyse, inklusive konkreter Entwürfe für Unterrichtseinheiten (z.B. zum Besessenen von Gerasa).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Tiefenpsychologische Bibelauslegung, Eugen Drewermann, Archetypen, Korrelationsdidaktik, Individuation und Religionsunterricht.

Wie wird die Rolle der "äußeren Wirklichkeit" in der Bibel kritisch hinterfragt?

Die Arbeit diskutiert, inwiefern eine ausschließliche Interpretation als „Sprache der Seele“ theologische Wahrheiten (wie die Menschwerdung Gottes) entwerten könnte, wenn der historische Bezugsrahmen vernachlässigt wird.

Warum ist der "Bibliolog" für das Thema so bedeutend?

Der Bibliolog dient im Unterricht als wichtige Brücke, da er es Schülern ermöglicht, durch das Einnehmen von Rollen die biblischen Geschichten subjektiv zu erleben, was eine notwendige Hinführung zu Drewermanns tiefenpsychologischen Analysen darstellt.

Ende der Leseprobe aus 97 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die tiefenpsychologische Bibelexegese nach Eugen Drewermann und ihre konkrete Umsetzung im schulischen Religionsunterricht
Untertitel
Grenzen und Chancen einer psychoanalytischen Auslegungsform
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Religionspädagogik und Religionsdidaktik)
Veranstaltung
Zulassungsarbeit
Note
1
Autor
Alexander Häuser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
97
Katalognummer
V194303
ISBN (eBook)
9783656196600
ISBN (Buch)
9783656199663
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tiefenpsychologie Eugen Drewermann Bibelexegese Bibelauslegung Psychoanalytisch Jung Freud Religionsunterricht Korrelation Elementarisierung Hermeneutik Religionsdidaktik Religionspädagogik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Häuser (Autor:in), 2012, Die tiefenpsychologische Bibelexegese nach Eugen Drewermann und ihre konkrete Umsetzung im schulischen Religionsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194303
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  97  Seiten
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