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Prousts Ästhetik der Reminiszenz

Titel: Prousts Ästhetik der Reminiszenz

Hausarbeit , 2010 , 21 Seiten

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Französische Philologie - Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Erinnerung ist nicht nur ständiges Thema in der Recherche, sie trägt sogar den ganzen Roman und bildet gleichsam das Fundament für diesen, worauf im weiteren Verlauf genauer eingegangen wird.
Daher wird sich die vorliegende Hausarbeit mit der Definition von Reminiszenz und Erinnerung sowie deren Abgrenzung zum Gedächtnis beschäftigen, danach folgt eine kurze Abhandlung über den französischen Philosophen Henri Bergson und schließlich werden die unterschiedlichen Formen des Erinnerns in Prousts Recherche vorgestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition der Begriffe Reminiszenz, Erinnerung und Gedächtnis

3. Henri Bergson

3.1 Biographie und Einführung

3.2 Proust und Bergson

4. Reminiszenz in Prousts „A la recherche du temps perdu“

4.1 Einführung

4.2 Die willentliche Erinnerung

4.3 Die unwillkürliche Erinnerung

4.3.1 Mémoire involontaire

4.3.2 Mémoire du rêve und mémoire du corps

4.3.3 Mémoire du cœur

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Reminiszenz in Marcel Prousts Romanzyklus „A la recherche du temps perdu“, wobei insbesondere die Unterscheidung zwischen willentlicher und unwillkürlicher Erinnerung sowie deren philosophische Fundierung durch Henri Bergson analysiert werden, um aufzuzeigen, wie diese Erinnerungsformen das strukturelle Fundament für die Selbstfindung des Protagonisten und die Ästhetik des Werkes bilden.

  • Grundlagendefinitionen von Gedächtnis, Erinnerung und Reminiszenz
  • Einfluss der Lebensphilosophie Henri Bergsons auf Prousts Zeitverständnis
  • Differenzierung der willentlichen und unwillkürlichen Erinnerung
  • Analyse spezifischer Erinnerungskategorien (Mémoire du rêve, du corps, du cœur)
  • Die Rolle der Reminiszenz für die künstlerische Formfindung im Epos

Auszug aus dem Buch

4.3.1 Mémoire involontaire

Der Protagonist der Recherche kommt an einem Wintertag durchfroren nach Hause. Seine Mutter bietet ihm daraufhin jene Törtchen an, die als „petites madeleines“ in die Literaturgeschichte eingegangen sind. Er taucht dieses in seinen Tee und sobald der erste, mit diesen Gebäckkrümeln vermischte, Schluck seinen Gaumen berührt, überkommt ihn ein wundersames Glücksgefühl, das er nicht näher bestimmen oder erklären kann. Er nimmt weitere Schlücke und versucht dem Geheimnis dieser Empfindung auf die Spur zu kommen und plötzlich ist die Erinnerung da.

Der Geschmack ist der jenes kleinen Stücks Madeleine, das ihm seine Tante Léonie am Sonntagmorgen anbot, nachdem sie es in ihren Lindenblütentee getaucht hatte. Und direkt steigen alle Blumen des Gartens, die aus Swanns Park, die Seerosen, die Leute aus dem Dorf, alle Häuser, die Kirche, ganz Combray und seine Umgebung aus Marcels Teetasse auf. Mit diesem berühmtesten Beispiel unwillkürlicher Erinnerung endet das erste Kapitel von „Combray“. Ein Stück verlorene Zeit aus der Kindheit ist wiedergefunden und kann jetzt, da sich der Erzähler erinnert, berichtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in Prousts Hauptwerk und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Definition von Reminiszenz und Erinnerung im Kontext des Romans.

2. Definition der Begriffe Reminiszenz, Erinnerung und Gedächtnis: Abgrenzung der zentralen Begriffe unter Rückgriff auf etymologische und psychologische Grundlagen sowie Unterscheidung der verschiedenen Gedächtnisstufen.

3. Henri Bergson: Darstellung des Lebensweges und der philosophischen Kerntheorien Bergsons, insbesondere hinsichtlich Zeit, Dauer und Intuition, sowie deren Einfluss auf Proust.

4. Reminiszenz in Prousts „A la recherche du temps perdu“: Eingehende Untersuchung der Konzepte der willentlichen und unwillkürlichen Erinnerung im literarischen Werk und deren Unterformen wie der Erinnerung an Traum, Körper und Herz.

5. Fazit: Resümee über die Bedeutung der Reminiszenz als Schlüssel zur Ästhetik des Romans und als Werkzeug, um die Zeit durch das Erinnerungsgeschehen im Raum fühlbar zu machen.

Schlüsselwörter

Marcel Proust, A la recherche du temps perdu, Reminiszenz, Erinnerung, Gedächtnis, Henri Bergson, Mémoire involontaire, Mémoire volontaire, Zeitlichkeit, Subjektivität, Bewusstsein, Identität, Kindheit, Literatur, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Formen der Erinnerung und deren zentraler Bedeutung innerhalb von Marcel Prousts Romanzyklus „A la recherche du temps perdu“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Abgrenzung von Gedächtnis und Erinnerung, dem philosophischen Einfluss Henri Bergsons sowie der literarischen Umsetzung verschiedener Erinnerungstypen wie der unwillkürlichen Erinnerung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Proust Erinnerungsprozesse nutzt, um die Zeit zu überwinden und ein kohärentes Bild des Ichs sowie eine spezifische ästhetische Struktur in seinem Roman zu erschaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Einbeziehung philosophischer und psychologischer Sekundärliteratur systematisch untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden nach einer Begriffsdefinition zunächst die Einflüsse Henri Bergsons erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der willentlichen und der unwillkürlichen Erinnerung inklusive spezifischer Varianten wie der Erinnerung an den Traum, den Körper und das Herz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Mémoire involontaire, Reminiszenz, Zeitlichkeit, Proust, Bergson und Identitätsfindung.

Was ist der spezifische Unterschied zwischen willentlicher und unwillkürlicher Erinnerung im Werk?

Während die willentliche Erinnerung lediglich isolierte, oft verzerrte Fakten liefert, ermöglicht die unwillkürliche Erinnerung durch sensorische Eindrücke eine authentische Wiedererweckung vergangener Erlebnisse und damit eine tiefgreifende Verbindung zur verlorenen Zeit.

Welche Rolle spielt die sogenannte Madeleine-Episode?

Sie gilt als das berühmteste Beispiel für unwillkürliche Erinnerung im Roman, da sie den Prozess verdeutlicht, wie durch einen sensorischen Reiz die gesamte verlorene Welt der Kindheit plötzlich und lebendig wiederaufsteigt.

Warum spielt die Erinnerung an den Körper eine besondere Rolle?

Die mémoire du corps evoziert durch bestimmte Körperhaltungen, etwa im halbwachen Zustand, visuelle Erinnerungsfragmente vergangener Orte und Zimmer, die als Kristallisationspunkte für das Erinnerungsgeschehen dienen.

Welche Funktion hat die Erinnerung des Herzens?

Die mémoire du cœur ist primär mit emotionalen Zuständen wie Leid, Trauer oder Eifersucht verknüpft und hilft dem Erzähler dabei, seine Empfindsamkeit gegenüber geliebten Personen zu artikulieren, auch wenn dies oft schmerzhafte Prozesse auslöst.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Prousts Ästhetik der Reminiszenz
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V194394
ISBN (eBook)
9783656194545
ISBN (Buch)
9783656194781
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Proust recherche temps perdu reminiszenz erinnerung französisch Henri Bergson memoire erinnern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2010, Prousts Ästhetik der Reminiszenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194394
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Leseprobe aus  21  Seiten
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