Landwirtschaftliche Nutzung in Chile

Regionale Anbausysteme und Weltmarktorientierung


Hausarbeit, 2011

18 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Regionale Anbausysteme
2.1 Der Große Norden
2.2 Der Kleine Norden
2.3 Zentralchile
2.4 Der Kleine Süden
2.5 Der Große Süden

3 Weltmarktorientierung
3.1 Guatulame Valley
3.1.1 Auswirkungen auf die Kleinbauern
3.1.2 Auswirkungen auf landwirtschaftliche Großbetriebe
3.1.3 Auswirkungen auf den lokalen Arbeitsmarkt

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1 regionale Bodennutzung und Kulturpflanzen

Abb. 2 Azapa Valley in der Region Arica & Parinacota

Abb. 3 Fluss Loa

Abb. 4 Pisco-Produktion in Elqui Valley

Abb. 5 Aconcagua

Abb. 6 Viehwirtschaft

Abb. 7 Weizenanbau in Araucanía

Abb. 8 Schafherde in der Tierra del Fuego

Abb. 9 Guatulame Valley

Tab. 1 Chiles landwirtschaftliche und agro-industrielle Exporte, 1990-96

1 Einleitung

Chile, das Land mit seiner sehr schmalen und länglichen Form bietet eine vielfältige Landschaft und Vegetation: die Atacama-Wüste im Norden, die Weinregionen um Santiago de Chile in der Mitte, das wilde und zerklüftete Patagonien im Süden und weit draußen auf dem Pazifik, die Osterinsel.

Chile ist ein traditionelles Agrarland, dessen Landwirtschaft sowohl für die Sicherung der Ernährung und der Produktion von nachwachsenden Rohstoffen als auch für die Erhaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft eine bedeutende Rolle spielt. Bedingt durch klimatische und hydrographische Unterschiede sowie durch verschiedene Bodenqualitäten konzentriert sich die Landwirtschaft auf bestimmte Bereiche des Landes.

Der „Tiger Südamerikas“ verzeichnete seit Anfang der 1980er Jahre ein Wirtschaftswachstum von teilweise mehr als fünf Prozent. Seit den 1990er Jahre gehört Chile mit seiner stark exportorientierten Wirtschaft zu den ökonomisch am stärksten expandierenden Ländern Lateinamerikas. Neben dem Export von Bodenschätzen wie Salpeter und Kupfer gehört auch der Export landwirtschaftlicher Produkte zu den wichtigen Einnahmequellen. Dabei zählt Chile zu den größten Exporteuren von Obst und Wein (ASCHEMEIER 2009: 113).

Im Rahmen der folgenden Arbeit werden die einzelnen Agrarregionen beschrieben. Es stellt sich die Frage, in welchen Gebieten Chiles Landwirtschaft betrieben wird, welche Produkte angebaut werden und welche Anbausysteme in den einzelnen Regionen Verwendung finden.

Ferner wird die wirtschaftliche Stellung Chiles im Weltmarkt aufgezeigt. Dabei werden sowohl Nachteile als auch Vorteile, der in den vergangenen Jahren stattfindenden Weltmarktorientierung, beschrieben.

2 Regionale Anbausysteme

Abb. 1 regionale Bodennutzung und Kulturpflanzen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: ZIEHR 1970: 438

Aufgrund der Begrenzung durch die im Osten gelegenen Anden, durch das Meer im Westen und durch die Wüste im Norden, ist nur ein Viertel der chilenischen Gesamtfläche landwirtschaftlich nutzbar (INTEMANN; SNOUSSI-ZEHNTER; VENHOFF 2004: 158). Insbesondere zwischen 31° und 42° südlicher Breite werden die Flächen extensiv von großen und produktiven Landbetrieben genutzt (Geographisch-Kartographisches Institut Meyer 1973: 138). Obwohl die Landwirtschaft über 14% der erwerbstätigen Bevölkerung beschäftigt, trägt dieser Sektor nur 8% zum Bruttosozialprodukt des Landes bei (INTEMANN; SNOUSSI- ZEHNTER; VENHOFF 2004: 158).

Geographisch wird Chile in fünf Naturregionen geteilt, welche sich von Nord nach Süd sowohl in Pflanzen- und Tierwelt als auch in Besiedlung und Wirtschaft unterscheiden (TIETZE 1982: 650). Der Weinbau ist mit einheimischen und importierten Varietäten auf 110.000 ha die bedeutendste Sonderkultur des Landes (ZIEHR 1970: 439).

2.1 Der Große Norden

Der Große Norden erstreckt sich von der peruanischen Grenze bis etwa 28° südliche Breite; von der Region Arica und Parinacota bis zum Fluss Copiapó in der Region Atacama. In diesem wüstenhaften Gebiet hat der Boden keinen landwirtschaftlich nutzbaren Wert (TIETZE 1882: 650). Etwa zwei Prozent der Fläche wird im Großen Norden als Ackerland eingestuft. Kleine landwirtschaftlich genutzte Flächen, für den Anbau von Früchten und Gemüse, sind entlang der Flüsse zu finden, welche durch geringe Niederschläge und durch die Schneeschmelze in den Anden gespeist werden. Beispielhaft hierfür ist Azapa Valley (Olivenanbau) am Fluss San Jose und der Grüngürtel entlang des Loa-Flusses (vgl. Abb. 2 und Abb. 3). Daneben werden auch die im Osten gelegenen Hänge der Anden von kleinen landwirtschaftlichen Gemeinden besiedelt. Auf kleinsten Parzellen werden Mais, Bohnen und Luzerne angebaut. In höheren Lagen wird aufgrund feuchterer Klimabedingungen die Beweidung von Schafen, Ziegen, Lamas und Alpakas ermöglicht (WEIL 1969: 279). Im Großen Norden lagern die meisten der chilenischen Bodenschätze (ZIEHR 1970: 438). Neben den Salpeterlagern sind vor allem die Kupfervorkommen von wirtschaftlicher Bedeutung (TIETZE 1982: 650).

Abb. 2 Azapa Valley in der Region Arica & Parinacota

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: National Museum Of Australia

Abb. 3 Fluss Loa

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Yahoo! Deutschland GmbH

2.2 Der Kleine Norden

Der Kleine Norden schließt südlich des Copiapó-Flusses in der Region Atacama an und reicht bis zur Region Coquimbo (WEIL 1969: 279). Die Landwirtschaft südlich des Großen Nordens und nördlich der Zentralzone ist ebenfalls nur begrenzt möglich. Intensiver Ackerbau existiert vor allem durch die Bewässerungswirtschaft in den Flussoasen/ Taloasen. Eines der berühmtesten Täler ist das Elqui Valley, in dem die Produktion von Pisco für Chile eine besondere Rolle spielt (vgl. Abb. 4). Die Flächen zwischen den Tälern und die westlichen Hänge des Küstengebirges dienen als spärliche Weiden für kleine Herden von Schafen und Ziegen (ZIEHR 1970: 441). Im begrenzten Umfang erfolgt in der Region, abgesehen von der Bewässerung, auch Trockenfeldbau (WEIL 1969: 279). Neben der Herstellung von Pisco gelten Apfelsinen, Zitronen, Feigen, Paltas und Chirimoyas als typische Früchte des Kleinen Nordens (TIETZE 1982: 650).

Abb. 4 Pisco-Produktion in Elqui Valley

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Umpfenbach, V. 2003

2.3 Zentralchile

Zentralchile erstreckt sich zwischen 31° und 37° südliche Breite und umfasst die Regionen von Valparaíso bis zum Fluss Bíobío in der Region Bío-Bío. Aufgrund des hervorragenden Klimas und des hohen Wasservorkommens befinden sich in diesem Gebiet die wichtigsten und fruchtbarsten Siedlungslandschaften Chiles (ZIEHR 1970: 438). Zentralchile enthält somit den größten Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes. Die Mehrheit der Produktion von Reis, Bohnen und Mais sowie ein Großteil der Weinfelder konzentrieren sich in Zentralchile (WEIL 1969: 280). Das sommertrockene Gebiet wird in Bezug auf seine vielseitige Landnutzung mit künstlicher Bewässerung kultiviert. Das von den Flüssen der Kordilleren stammende Wasser wird in Bewässerungsanlagen (Staudämme, Kanäle) aufbereitet (Geographisch-Kartographisches Institut Meyer 1973: 138). Durch die modernen Bewässerungsanlagen wurde die Intensivierung der Getreide-, Wein-, Obst- und Gemüsekulturen gefördert (TIETZE 1982: 650). Der Kontrast zwischen Bewässerungsland und Trockenfeld kennzeichnet in diesem Gebiet die heutige Kulturlandschaft.

Zudem gibt es ein großes Angebot an Arbeitskräften. Ein gut ausgebautes Schienen- und Straßennetz sorgt für einen schnellen Transport der Erträge in die Verbraucherzentren und Exporthäfen.

Im Tal des Río Aconcagua (vgl. Abb. 5) und im Mittelchilenischen Längstal, bis hin zur Provinz Ñuble werden die höchsten Hektarerträge erzielt (Geographisch-Kartographisches Institut Meyer 1973: 138). Im Übergang zum Kleinen Süden, befindet sich der Kern des chilenischen Weizenanbaus.

Abb. 5 Aconcagua

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Fotobank.ru

2.4 Der Kleine Süden

Der Kleine Süden schließt südlich des Flusses Bíobío an und reicht bis zur Region Los Lagos (WEIL 1969: 280). Gekennzeichnet durch ein immerfeuchtes, gemäßigtes Klima ist das Gebiet ebenso wie Zentralchile landwirtschaftlich wichtig (ZIEHR 1970: 441).

[...]

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Details

Titel
Landwirtschaftliche Nutzung in Chile
Untertitel
Regionale Anbausysteme und Weltmarktorientierung
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Exkursion
Note
2,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V194398
ISBN (eBook)
9783656194521
ISBN (Buch)
9783656196334
Dateigröße
1197 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
landwirtschaftliche, nutzung, chile, regionale, anbausysteme, weltmarktorientierung
Arbeit zitieren
Sylvia Lorenz (Autor), 2011, Landwirtschaftliche Nutzung in Chile, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194398

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