Diese Arbeit geht auf Kompetenzen von Übersetzern und Übersetzerinnen, sowie Translationstheorien ein.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Der Begriff „Professionalität“
2. Die Translatorischen Kompetenzen eines Übersetzers
2.1 Verstehen
2.2 Die Kommunikative Kompetenz
2.2.1 Sprachkompetenz
2.2.2 Kulturkompetenz
2.3 Sach- und Fachkompetenz
2.4 Hilfsmittelbenutzungs- und Recherchierkompetenz
2.5 Transferkompetenz
3. Neue Ansätze in der Translationstheorie
3.1 Strategie der Übersetzung nach Hönig/Kußmaul
3.2 Skopostheorie nach Reiß/Vermeer
3.3 Translatorisches Handeln als ExpertInnenhandlung nach Holz-Mänttäri
3.3.1 Grundsatz der Theorie
3.3.2 ExpertInnenhandlung
4. Erläuterung anhand eines Beispiels
5. Fazit
6. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Faktoren professionelles translatorisches Handeln konstituieren und wie sich Expertenkompetenz in der Translation von laienhaften Ansätzen abgrenzen lässt, um das Ansehen des Berufsstands zu stärken.
- Definition und Bedeutung von Professionalität in der Translation
- Analyse zentraler translatorischer Teilkompetenzen (Sprach-, Kultur-, Sach- und Recherchierkompetenz)
- Darstellung funktionaler Translationstheorien (Hönig/Kußmaul, Reiß/Vermeer, Holz-Mänttäri)
- Translation als kooperative ExpertInnenhandlung und Rollenverständnis
- Anwendung theoretischer Erkenntnisse auf praxisorientierte Fallbeispiele
Auszug aus dem Buch
3.2 Skopostheorie nach Reiß/Vermeer
Ein wesentlicher Faktor und Bestandteil dieser Handlungstheorie ist, dass hier die überaus wichtige kulturelle Einbettung von Translaten besser berücksichtigt werden kann, als es noch in den linguistischen Modellen der Fall war. Der Blick wurde zwar schon vorher auf außersprachliche Elemente gelegt, die Neuorientierung erfolgte allerdings erst in den 80er Jahren. Dies wurde vorwiegend durch die Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie von Hans J. Vermeer und Katharina Reiß initiiert (vgl. Stolze 2008:169).
Um einen klaren Ausgangspunkt für die Theorie zu formulieren sei hier vorweg erwähnt, dass Reiß und Vermeer die „Translation als Prozeß und dessen Produkt (das Translat), außerdem Zusammenhänge zwischen beiden (ihre Interdependenz)“ sehen (Reiß/Vermeer 1984:2). Somit formulieren sie ihren Ausgangspunkt für die weiteren Ausführungen dieser Theorie. Um von vornherein die Gewichtung des kulturellen Aspekts klarzumachen, verwenden die Autoren die Termini Ausgangs- und ZieltextrezipientInnen (vgl. Reiß/Vermeer 1984:4).
Bahnbrechend in dieser Theorie ist die Prämisse: „Die Dominante aller Translation ist deren Zweck.“ (Reiß/Vermeer 1984:96) Diese Aussage gilt als das Credo der funktionalistischen Translationswissenschaft. Zweck wird hier gleichbedeutend mit dem Begriff des Skopos verwendet und so wurde diese funktionale Translationstheorie als Skopostheorie benannt. Gemeint ist hiermit, dass Texte zu Handlungen werden um für eine bestimmte Zielgruppe und zu einem bestimmten Zweck produziert zu werden. Man tritt in Kommunikation mit anderen, somit wird die Translation zu einer „Sondersorte interaktionalen Handelns“ (Stolze 2008:172). Reiß und Vermeer beschreiben die Handlung folgendermaßen:
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, das Bewusstsein für die Komplexität professionellen translatorischen Handelns zu schärfen und die Abgrenzung zu laienhaftem Übersetzen zu verdeutlichen.
1. Der Begriff „Professionalität“: Dieses Kapitel definiert Professionalität unter Einbeziehung soziologischer Ansätze und betont die Einheit von Wissen, Können und Verantwortungsbewusstsein.
2. Die Translatorischen Kompetenzen eines Übersetzers: Es wird ein Überblick über essenzielle Teilkompetenzen wie Sprach-, Kultur-, Sach- und Transferkompetenz gegeben, die für professionelles Handeln unerlässlich sind.
3. Neue Ansätze in der Translationstheorie: Das Kapitel behandelt die pragmatische Wende in der Translationswissenschaft und stellt funktionale Modelle vor, die Translation als zielorientiertes und kooperatives Handeln begreifen.
4. Erläuterung anhand eines Beispiels: Anhand eines Fallbeispiels aus dem medizinischen Bereich wird illustriert, wie Theorie und Praxis in Bezug auf translatorische Kompetenzen ineinandergreifen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass professionelles Handeln eine fundierte Ausbildung erfordert und dass die funktionale Translationswissenschaft einen entscheidenden Beitrag zur Aufwertung des Berufsstandes leistet.
6. Bibliographie: Das Verzeichnis enthält sämtliche in der Arbeit verwendeten Fachquellen und Literaturstellen.
Schlüsselwörter
Translatorisches Handeln, Professionalität, Translationskompetenz, Skopostheorie, ExpertInnenhandlung, Sprachkompetenz, Kulturkompetenz, funktionale Translation, Translationstheorie, Kooperation, Bedarfsträger, Qualitätssicherung, interkulturelle Kommunikation, Fachkompetenz, Textdesign.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, welche spezifischen Kompetenzen und theoretischen Voraussetzungen notwendig sind, um als Übersetzer professionell zu handeln und sich als Experte gegenüber Laien abzugrenzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen die Definition von Professionalität, der Erwerb translatorischer Kompetenzen sowie die Entwicklung funktionaler Translationstheorien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Bewusstsein für die Vielschichtigkeit translatorischer Aufgaben zu schaffen und aufzuzeigen, dass professionelles Übersetzen über die bloße Sprachbeherrschung weit hinausgeht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse funktionaler translationstheoretischer Modelle basiert und diese anhand von Praxisbeispielen illustriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung translatorischer Teilkompetenzen sowie die Darstellung der Entwicklung moderner Translationstheorien, insbesondere der Skopostheorie und des Konzepts der ExpertInnenhandlung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Translatorisches Handeln, Professionalität, Skopostheorie, funktionale Translation und ExpertInnenkompetenz beschreiben den inhaltlichen Schwerpunkt am treffendsten.
Wie unterscheidet sich die ExpertInnenhandlung von laienhaftem Vorgehen?
Experten agieren holistisch, planen ihren Übersetzungsprozess basierend auf der jeweiligen Kommunikationssituation und übernehmen die Verantwortung für das Resultat, während Laien oft direkt mit dem Übertragen von Wörtern beginnen.
Warum ist das medizinische Beispiel im vierten Kapitel relevant?
Das Beispiel illustriert die verheerenden Folgen, die entstehen können, wenn bei komplexen, lebensnahen Aufgaben die notwendige Sach- und Kulturkompetenz fehlt, und unterstreicht damit die Notwendigkeit professionellen Handelns.
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- Carina Wurmshuber (Author), 2012, Was macht professionelles Translatorisches Handeln aus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194458