Analyse der Gestaltungsansätze zur IT-gestützten Geschäftsprozessmodellierung

Modellierungsleitlinien aus fachlicher, konzeptioneller und technischer Sicht


Seminararbeit, 2010

18 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Zusammenfassung

2 Einleitung

3 Einführung in die Modellierung

4 Sichtweisen auf die Modellierung
4.1 Fachbereichssicht
4.2 IT-Sicht
4.3 Einordnung unterschiedlicher Notationen und Sichtweisen

5 Modellierungsansätze
5.1 Zentrale Modellierung
5.2 Dezentrale Modellierung
5.3 Unterstützung durch Werkzeuge

6 Voraussetzungen, Chancen & Risiken

7 Empfehlungen

8 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einsatzbereiche von Modellen

Abbildung 2: Durchgängige Modellierung im Unternehmen

Abbildung 3: Prozesspyramide

Abbildung 4: Einordnung von unterschiedlichen Sichtweisen und Notationen

1 Zusammenfassung

Modelle werden in unterschiedlichen Bereichen von Unternehmen eingesetzt. Neben dem eigentlichen Sinn, spielt zusätzlich noch die Sichtweise auf das Modell (fachlich, konzeptionell oder technisch) eine Rolle.

Hierbei haben beteiligte Parteien oftmals eine unterschiedliche Interpretation von Durchgängigkeit.

Nach Definition des Autors ist ein Modellierungsansatz dann durchgängig, wenn:

1. Die Anforderungen und Erfordernisse alle beteiligten Parteien (Fachbereich, IT und Management) inhaltlich in den Modellen abgedeckt werden können.
2. In allen Stufen des Prozessmanagements (Prozessdesign, -implementierung, -ausführung sowie Prozessanalyse und –optimierung) Modelle zum Einsatz kommen.
3. Die Modelle der unterschiedlichen Stufen des Prozessmanagements hinreichend miteinander verknüpft werden können, so dass zwischen den Modellen keine Inkonsistenzen oder Widersprüche entstehen.

Durch die Vielzahl existierender Modellierungssprachen (Notationen) und –standards sind derzeit noch Transformationen notwendig, um einen durchgängigen Einsatz von Modellen zu erzielen.

Dank dem Einsatz von Modellen wird jedoch auch die Zusammenarbeit zwischen Informatikbereichen und Fachbereichen gefördert. Diese Zusammenarbeit hilft dabei, ein klareres Bild über Anforderungen zu schaffen und beugt Missverständnissen zwischen Fachbereich und Informatik vor. Neben Modellierungsleitlinien aus fachlicher, konzeptioneller und technischer Sicht spielt hier auch der Modellierungsansatz, mit dessen Hilfe Projektteams Modelle erstellen, eine wichtige Rolle.

2 Einleitung

Das Problem

Klar ist, dass durch die unternehmerischen Bestrebungen Geschäftsprozesse kontinuierlich zu verbessern die Ansprüche an IT unterstützenden Systemen immer höher werden.

Dies betrifft

- die Flexibilität einer umgesetzten SW-Lösung genauso wie
- die Leistungsfähigkeit,
- die Zuverlässigkeit,
- die Sicherheit,
- die Skalierbarkeit und
- die Messbarkeit

der damit umgesetzten Geschäftsprozesse.

Um diesen Ansprüchen über längere Zeit gerecht werden zu können, werden „ Service Orientierte Architekturen (SOA)[1] in Unternehmen als strategische Ziele ausgesprochen um die IT-Lösungen zur Unterstützung von Geschäftsprozessen flexibler zu gestalten.

Unternehmen entwerfen Prozesslandkarten, um ein konzernweites Prozessverständnis zu schaffen und entwickeln Richtlinien, wie Prozesse in Unternehmen beschrieben sein müssen. Schlussendlich werden neue Methoden zur Messbarkeit von Prozessen[2] erarbeitet, um Prozesse teilweise schon per Laufzeit zu analysieren und nachhaltig verbessern zu können.

Dies alles geschieht zum Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu sichern oder auszubauen.

Die Komplexität der hierfür benötigten Software nimmt durch diese Anforderungen zwangsläufig zu. Die Implementierung von Softwareanwendungen und die Anpassung standardisierter Lösungen an die tatsächlichen stellen sich demzufolge als zeitaufwändige, kostenintensive und ressourcenintensive Aufgabe dar.

Ein gemeinsames Verständnis zwischen Geschäftswelt und IT zu schaffen und den qualitativen Ansprüchen des Business an eine Lösung bestmöglich gerecht zu werden, gestaltet sich in diesem Kontext sehr schwierig.

Die vorliegende Arbeit

Die vorliegende Ausarbeitung untersucht die Thematik der Durchgängigkeit der Modellierung und das Verschmelzen der Sicht auf Prozesse von Seiten des Fachbereichs und der Informatik auf und dient als Leistungsnachweis der Lehrveranstaltung IT gestützte Prozessmodellierung an der FH Vorarlberg bei Herrn Gunther Rothfuss. Die Zielgruppe stellen die Studierenden des Master Studiengangs Business Process Engineering dar. Als erwarteter Kenntnisstand wird das Wissen aus der begleiteten Vorlesung benötigt.

Unterschiedliche Modellierungsansätze werden unter die Lupe genommen, aber auch der Begriff der Durchgängigkeit in Bezug auf Prozessmodellierung besprochen.

Die Herangehensweise an eine durchgängige Prozessmodellierung, sowie deren Vor- und Nachteile werden ebenfalls behandelt wie fachliche, technische und organisatorische Voraussetzungen, die notwendig sind um nachhaltig erfolgreich Prozesse zu modellieren. Die Motivation für diese Arbeit entstand aus der Neustrukturierung der Geschäftsprozesse im Bereich Assembly Automatic Transmission Gears innerhalb der ZF Friedrichshafen AG in welchem der Autor eine Neustrukturierung der Montagelinie AS Tronic vorantreibt. Durch die zahlreichen IT Systeme im Montagebereich muss ein gemeinsames Verständnis über die dort vorliegenden Geschäftsprozesse zwischen Fach- und IT-Abteilungen geschaffen werden. Innerhalb der Neustrukturierung soll die Basis einer“ Durchgängigen Modellierung von Geschäftsprozessen“ geschaffen werden.

3 Einführung in die Modellierung

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein Modell ein abstraktes Abbild einer Sache oder eines Konzeptes (z.B. ein Auto, ein Flugzeug, ein Gebäude, etc.) oder eines Teils dieser Sache (z.B. ein Reifen, ein Flügel, ein Raum, etc.). Modelle werden angelegt, um die Sache, die sie repräsentieren, zu visualisieren, zu verändern oder zu testen, ohne das Original verfügbar haben zu müssen. Modelle ermöglichen daher, die Absichten eines Designers Anderen verständlich zu machen, und tragen dazu bei, das Konzept und letztendlich das realisierte Ergebnis entscheidend zu verbessern.

Modelle werden in der IT, wie in nachfolgender Abbildung 1 dargestellt, in unterschiedlichsten Einsatzbereichen genutzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einsatzbereiche von Modellen
Quelle: Eigene Darstellung

- Dokumentation, z.B. von Prozessen, Anforderungen, Organisationen, Datenstrukturen, Programmlogiken, Fachkonzepten, IT-Konzepten.
- Analysen, z.B. von Schwachstellen, Zeiten, Kosten, Schnittstellen zwischen Systemen oder Prozessen.
- Transformation, z.B. können Modelle bei Geschäftsprozessoptimierungen helfen, Schnittstellen zu überbrücken.
- Codegenerierung, im Rahmen eines sog. Model-to-Code Ansatzes, bei dem nach festgelegten Modellierungsregeln die zu entwickelnde Software modellhaft beschrieben und aus den entstandenen Modellen automatisiert Programmcode generiert werden kann.
- Automatisiertes Testen, mit dem Einsatz von Werkzeugen, z.B. einem sog. „model based test generator“, können aus formalisierten technischen Modellen Testfälle automatisiert generiert werden.[3]
- Refactoring, auch „Model Refactoring“ genannt, stellt eine Methode dar, modelbasiert Software technisch zu optimieren, ohne ihre Funktionalitäten zu verändern.[4]
- Rapid Software Prototyping, stellt eine modelbasierte iterative Softwareentwicklungsmethode dar, die darauf abzielt, die Analyse Design und Entwicklung der zu entwickelnden Systeme zu verbessern.

Diese Einsatzbereiche zeigen auf, dass Modelle fachlich sowie IT-nah vielseitig eingesetzt werden. Aus dem Umstand heraus, dass sich in den meisten Fällen IT Funktionalitäten aus konkreten Anforderungen der Fachabteilungen ableiten lassen, ergibt sich die Notwendigkeit der Kommunikation, die durch den Einsatz von Modellen erheblich verbessert werden kann.

Dabei entsteht jedoch die Problematik, dass Modelle nicht zwingend von der jeweils anderen Seite verstanden werden.

Während in der Vergangenheit oftmals die Prozessimplementierung und –ausführung im Vordergrund von Prozessvorhaben standen[5], haben Unternehmen erkannt, dass die unternehmensweite Steuerung alle Geschäftsaktivitäten entlang von definierten Geschäftsprozessen bedeutet und somit weit mehr als die reine Prozessanalyse und –implementierung auf Abteilungsebene umfasst.[6]

Die IT ist als Hilfsmittel zur Umsetzung für ein effektives Prozessmanagement entscheidend. Die notwendigen Voraussetzungen für einen optimalen Ablauf von Geschäftsprozessen müssen grundlegend geschaffen werden. Dazu zählt die Bereitstellung einer geeigneten IT-Infrastruktur, die Integration von Business Process Management Systemen (BPMS[7] ) in die IT-Landschaft, sowie ein informationstechnisches Rollen- und Berechtigungskonzept.[8]

Erst nach Bereitstellung dieses Umfelds, können die Geschäftsprozesse modelliert, implementiert, ausgeführt und analysiert werden. Dabei werden nach Abbildung 2 die definierten Kennzahlen aus den Geschäftsprozessen konsequent erfasst, ausgewertet und in verdichteter Form bereitgestellt.

[...]


[1] SOA wird häufig als ein Wegbereiter für die fortschreitende IT-Industrialisierung, eine durchgängigere Prozessorientierung und ein engeres „Business Alignment of IT“ betrachtet [Allw09]. Scheer schätzt, dass im Jahr 2010 weltweit mindestens 65% der großen Unternehmen mehr als 35% ihres Anwendungsportfolios auf SOA umgestellt haben werden [Sche96].

[2] Unter dem Begriff Corporate/Prozess Performance Management wird die Planung und Messbarmachung strategischer Kennzahlen in konkreten Unternehmenszielen oder Prozessmodellen verstanden [Stach73].

[3] Vgl. [Allw09]

[4] [Oest96]

[5] [Fisc08]

[6] [Schm08]

[7]BPMS beschreibt mittels Softwareunterstützung den Lebenszyklus von strategischem Prozessmanagement, Prozessentwurf und –modellierung, Prozessimplementierung und –ausführung bis zur Messung und Steuerung von Geschäftsprozessen “ [BPMI]

[8] [Beck05]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Analyse der Gestaltungsansätze zur IT-gestützten Geschäftsprozessmodellierung
Untertitel
Modellierungsleitlinien aus fachlicher, konzeptioneller und technischer Sicht
Hochschule
Fachhochschule Vorarlberg GmbH  (Business Process Engineering)
Veranstaltung
IT-gestützte Prozessmodellierung
Note
1,5
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V194554
ISBN (eBook)
9783656198482
Dateigröße
1016 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Modelle werden in unterschiedlichen Bereichen von Unternehmen eingesetzt. Neben dem eigentlichen Sinn, spielt zusätzlich noch die Sichtweise auf das Modell (fachlich, konzeptionell oder technisch) eine Rolle. Durch die Vielzahl existierender Modellierungssprachen (Notationen) und –standards sind derzeit noch Transformationen notwendig, um einen durchgängigen Einsatz von Modellen zu erzielen. Die vorliegende Ausarbeitung untersucht die Thematik der Durchgängigkeit der Modellie-rung und das Verschmelzen der Sicht auf Prozesse von Seiten des Fachbereichs und der Informatik.
Schlagworte
Business Process Management, SOA ;, Prozessmodellierung ;, Notation;, Prozessdesign;, Prozessimplementierung;, Prozessausführung
Arbeit zitieren
Achim Tutschner (Autor), 2010, Analyse der Gestaltungsansätze zur IT-gestützten Geschäftsprozessmodellierung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194554

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