Rohstoffmarkt Industriemetalle


Seminararbeit, 2011

29 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 EINORDNUNG UND DEFINITION DER INDUSTRIEMETALLE AM ROHSTOFFMARKT
1.1 Systematik der Rohstoffe
1.2 Vorstellung der wichtigsten Industriemetalle
1.2.1 Aluminium
1.2.2 Blei
1.2.3 Kupfer
1.2.4 Nickel
1.2.5 Zink
1.2.6 Zinn

2 MARKTMECHANISMUS BEI INDUSTRIEMETALLEN
2.1 Marktformen
2.2 Handelsplätze
2.3 Rohstoff-Indizes
2.4 Preisbildung
2.4.1 Angebot und Nachfrage
2.4.2 Intermediäre und Regulierungen
2.4.3 Weitere Einflüsse auf den Preis
2.4.4 Preisentwicklung der Industriemetalle

3 INVESTITIONSMÖGLICHKEITEN MIT INDUSTRIEMETALLEN
3.1 Anlageformen
3.1.1 Physische Anlage
3.1.2 Futures
3.1.3 Optionen
3.1.4 Aktien
3.1.5 Weitere Anlageformen
3.2 Chancen und Risiken

4 AUSBLICK AUF MÖGLICHE ENTWICKLUNGEN AM

ROHSTOFFMARKT INDUSTRIEMETALLE

LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS

ANLAGEN

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gliederung der Klasse der Rohstoffe

Abbildung 2: Umsätze der Industriemetall-Futures und -Optionen an der LME 2010

Abbildung 3: Zusammensetzung des S&P GSCI und des TRJ/CRB

Abbildung 4: Zusammensetzung des DJ-UBSCI

Abbildung 5: Top-5-Länder gemäß ihrem Anteil an der weltweiten Produktion von Industriemetallen 2009

Abbildung 6: Top-5-Länder gemäß ihrem Anteil an der weltweiten Nachfrage wichtiger Industriemetalle 2009

Abbildung 7: Verlauf der Spot-Preise (USD/to) für Aluminium an der LME

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einordnung und Definition der Industriemetalle am Rohstoffmarkt

1.1 Systematik der Rohstoffe

Rohstoffe - engl. commodities - stellen neben Aktien, Renten und Immobilien eine eigene Anlageklasse dar.1 Man unterteilt diese üblicherweise in die Segmente Energie, Metalle und Agrar. Dabei werden die Rohstoffe der Bereiche Energie und Metalle als Hard Commodities und die Agrarrohstoffe als Soft Commodities bezeichnet.

Für das Segment der Metalle hat sich die Untergliederung in Edel-, In- dustrie- und Ferrousmetalle durchgesetzt. Industriemetalle und Edelmetal- le werden als Nichteisenmetalle (NE-Metalle) bezeichnet. Eisenerz spielt in der Industrie ebenfalls eine bedeutende Rolle (Stahlindustrie), wird aber nicht den Industriemetallen zugeordnet, sondern separat betrachtet. Im allgemeinen Sprachgebrauch zählt man zu den Industriemetallen - auch Basismetalle genannt - Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel, Zink und Zinn.2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Gliederung der Klasse der Rohstoffe3

1.2 Vorstellung der wichtigsten Industriemetalle

1.2.1 Aluminium

Aluminium (chem. Al) ist das häufigste Metall in der Erdkruste. In der Na- tur kommt Aluminium jedoch nur in stabilen chemischen Verbindungen wie Bauxit vor. Aus dem Minenprodukt Bauxit wird zunächst Tonerde gewonnen und diese anschließend zu Aluminium verhüttet. Die Produkti- on ist aufwändig und energieintensiv. Aluminium ist silberfarben und zeichnet sich durch sein geringes Gewicht, seine Korrosionsbeständigkeit, gute Verformbarkeit und Leitfähigkeit aus. Verwendung findet es daher v.a. bei Transportmitteln aller Art, in der Baubranche, und in der Verpa- ckungs- und Stromindustrie. Neben Kupfer ist Aluminium das am stärks- ten gehandelte Industriemetall.

1.2.2 Blei

Blei (chem. Pb) ist ein silberfarbenes Metall, das in Raffinerien aus Erzen gewonnen wird. Es ist korrosionsbeständig und leicht verformbar. Auf- grund seiner Giftigkeit ging sein Einsatz, z.B. in Benzin und Rohrleitun- gen, kontinuierlich zurück. Blei wird vorwiegend in der chemischen Indust- rie, für Autobatterien sowie zum Schutz gegen Strahlung verwendet.

1.2.3 Kupfer

Kupfer (chem. Cu) ist das vom Menschen am längsten genutzte Metall. Das aus Minen gewonnene Rohkupfer muss zunächst in Raffinerien auf- bereitet werden. Es ist korrosionsbeständig, gut formbar, sehr leitfähig und wirkt antibakteriell. Das hellrote Metall findet Verwendung in der Sani- tär- und Elektroindustrie. Es ist außerdem Hauptbestandteil von Legierun- gen wie Bronze und Messing. Kupfer ist nahezu unbegrenzt wiederver- wertbar und nach Aluminium das am zweithäufigsten gehandelte Indust- riemetall.

1.2.4 Nickel

Nickel (chem. Ni) ist ein silberglänzendes, hartes, sehr temperaturbeständiges und korrosionsfestes Metall. Es ist zudem magnetisch und leitfähig. Nickel dient vorwiegend neben Eisen der Herstellung von rostfreiem, hitzebeständigem Edelstahl. Darüber hinaus wird es für Panzerplatten beim Tresorbau und in der Rüstungsindustrie verwendet.4

1.2.5 Zink

Das silberfarbene Zink (chem. Zn) wird mittels Verhüttung aus Erzen ge- wonnen. Es ist gut dehnbar und dient vor allem der Beschichtung von Stahl zum Schutz gegen Korrosion. Außerdem wird es zu Blechen und Drähten verarbeitet und für die Herstellung der Kupferlegierung Messing verwendet.

1.2.6 Zinn

Zinn (chem. Sn) wird vorwiegend aus Zinnseifenablagerungen in Flüssen bzw. am Meeresgrund gewonnen und zu einem geringeren Anteil aus Minen. Es ist silberfarben, leicht formbar und von geringem Härtegrad. Zinn wird als Lötmaterial sowie zur Beschichtung von Blechen gegen Kor- rosion oder andere Umwelteinflüsse, z.B. bei Nahrungsmittel-Konserven eingesetzt. Daneben ist es Bestandteil der Kupferlegierung Bronze.5

2 Marktmechanismus bei Industriemetallen

2.1 Marktformen

Grundsätzlich kann man am globalen Rohstoffmarkt zwischen Kassa- und Terminmarkt unterscheiden. Am Kassamarkt, auch Spot-Markt genannt, erfolgt ein direkter Handel zum sog. Spot-Preis. Rohstoffe werden nach dem Kauf umgehend geliefert. Dies ist der physische und ursprüngliche Rohstoffmarkt, an dem typischerweise Produzenten, Großhändler und verarbeitende Unternehmen aufeinandertreffen. Für Investoren eignet sich dieser Markt weniger, da diese i.d.R. nicht an einer physischen Liefe- rung interessiert sind.

Am Terminmarkt, auch Future-Markt genannt, erfolgt ein indirekter Handel. Dort werden in Termingeschäften Kauf oder Lieferung zu einem späteren Zeitpunkt zum sog. Futures-Kontrakt-Preis vereinbart. Dies ist die vorherrschende Marktform für Rohstoffe. Produzenten und verarbei- tende Unternehmen können ihre Lieferungen zu einem bestimmten Preis vertraglich für die Zukunft absichern. Die Terminbörse ist zugleich interes- sant für Investoren, da diese ohne die Problematik der physischen Liefe- rungen an positiven Rohstoffpreisentwicklungen teilhaben können.6 Auf Futures-Kontrakte wird in Kapitel 3.1.2 näher eingegangen.

2.2 Handelsplätze

Die 1877 gegründete London Metal Exchange (LME) ist der wichtigste und liquideste Handelsplatz für Industriemetalle. Die Notierung der Me- tallpreise erfolgt in USD pro Tonne. Den mengenmäßigen Umsatz an Futures und Optionen der sechs Basismetalle im Jahr 2010 zeigt die fol- gende Tabelle. Es ist die Anzahl der umgesetzten Kontrakte angegeben, wobei ein Kontrakt je nach Metall zwischen 5 und 25 Tonnen umfasst.7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Umsätze der Industriemetall-Futures und -Optionen an der LME 20108

Somit hatte die LME 2010 einen Gesamtumsatz an Industriemetallen von rund 2,8 Mrd. Tonnen. An die LME erfolgen täglich Bestandsmeldun- gen aus über 600 autorisierten Lagerhäusern weltweit. Diese Informatio- nen über das aktuelle Angebot an Industriemetallen lassen Schlüsse auf die Preisentwicklungen zu.9

An der Shanghai Futures Exchange (SHFE) in China werden rein elektronisch Terminkontrakte für Aluminium, Blei, Kupfer und Zink gehandelt. Die Notierung erfolgt dort in Yuan pro Tonne.10

Die New York Commodity Exchange (COMEX) ist die Metalldivision der bedeutenden Rohstoffbörse Chicago Mercantile Exchange (CME). Die Warenterminbörse COMEX war ursprünglich ein Teilmarkt der New York Mercantile Exchange (NYMEX), die von der Börsengruppe CME über- nommen worden ist. Als einziges Industriemetall wird dort Kupfer gehan- delt, der Aluminiumhandel wurde eingestellt.11 Die COMEX erhält tägliche Bestandsmeldungen von Kupferlagerhäusern in den USA. Diese Bestän- de weichen i.d.R. von denen der LME ab.12

Die Tokyo Commodity Exchange (TOCOM) in Japan war in der Vergangenheit Umschlagplatz für Industriemetalle, hat aber den Handel mit Basismetallen eingestellt.13

2.3 Rohstoff-Indizes

Es gibt eine Vielzahl an Rohstoff-Indizes, die sich hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und Gewichtung der einzelnen Rohstoffe unterscheiden. Im Folgenden werden die vier wichtigsten Indizes vorgestellt. Diese Indizes versuchen die durchschnittlichen Preisentwicklungen am Rohstoffmarkt repräsentativ abzubilden. Jeder Rohstoff-Index stellt ein passives Portfolio von Long-Rohstoff-Futures dar.14

Der Standard & Poor’s Goldman Sachs Commodity Index (S&P GSCI) gilt als bedeutendster Rohstoff-Index. Er wurde 1991 aufgelegt und bis zum Basisjahr 1970 zurückgerechnet. Die Gewichtung der enthaltenen Rohstoffe erfolgt anhand der durchschnittlichen Weltproduktion der letzten

5 Jahre. Sie wird einmal pro Jahr angepasst.15 Der S&P GSCI enthält derzeit 24 verschiedenen Rohstoffe, darunter die Industriemetalle Kupfer zu 4 %, Aluminium zu 2,4 %, Nickel zu 0,8 %, Zink zu 0,6 % und Blei zu 0,5 % (siehe Abb.3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Zusammensetzung des S&P GSCI und des TRJ/CRB16

Der Thomson Reuters/Jefferies CRB (TRJ/CRB) wurde 2005 einge- führt und enthält 19 Rohstoffe. Die Gewichtung erfolgt gemäß der Han- delsliquidität und wird monatlich auf ihren ursprünglichen Ausgangswert angepasst. Der TRJ/CRB enthält Aluminium und Kupfer zu je 6 % sowie Nickel zu 1 % (siehe Abb.3). Der Vorläufer des TRJ/CRB ist der Index des Commodity Research Bureau (CRB Index) aus dem Jahr 1957, der aufgrund seines Basierens auf Spot-Preisen und seiner Gleichgewichtung aller Komponenten inzwischen an Bedeutung verloren hat.17

Der 1998 aufgelegte Rogers International Commoditiy Index (RICI) ist mit seinen derzeit 38 weltweit ausgerichteten Rohstoffen am breitesten aufgestellt. Die Komponenten werden nach ihrer Bedeutung für den inter- nationalen Handel und ihren Umsätzen gewichtet. Im RICI sind zu 14 % Industriemetalle enthalten, und zwar Aluminium und Kupfer zu je 4 %, Blei und Zink zu je 2 %, sowie Nickel und Zinn zu je 1 %. Einmal jährlich erfol- gen Anpassungen und die Gewichtungen werden monatlich wiederherge- stellt.18

Der Dow Jones-UBS Commodity Index (DJ-UBSCI) hieß zuvor DJAIG und existiert seit 1998. Es gibt Rückrechnungen bis 1991. Derzeit sind 23 Rohstoffe, die nach der wirtschaftlichen Bedeutung gewichtet werden. Dazu greift man auf Handelsumsätze und Produktionszahlen zurück. Anpassungen erfolgen einmal jährlich. Enthalten sind alle sechs Industriemetalle mit einem Gesamtanteil von 17,84 %.19

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Zusammensetzung des DJ-UBSCI20

[...]


1 vgl. Bergold/Eller (2006), S. 15.

2 vgl. Bergold/Eller (2006), S. 29 und 69.

3 Bergold/Eller (2006), S. 29.

4 vgl. Götte (2009), S. 120 ff..

5 vgl. Götte (2009), S. 128 ff. und vgl. BGR (2010), S. 71.

6 vgl. Bergold/Eller (2006), S. 15 und 87.

7 vgl. http://www.lme.com/who_ourhistory.asp, vgl. http://www.lme.com/who.asp, vgl. http://www.lme.com/annual_turnover.asp.

8 eigene Darstellung in Anlehnung an Daten der LME, vgl. http://www.lme.com/annual_turnover.asp.

9 vgl. Götte (2009), S. 118 und vgl. http://www.lme.com/what_warehouses_approved.asp.

10 vgl. Götte (2009), S. 105 und vgl. http://www.shfe.com.cn/Ehome/docview_contracts_cu.htm.

11 vgl. Commerzbank AG (2010), S. 44 und S. 149.

12 vgl. Götte (2009), S. 105 und S. 125 und vgl. http://www.cmegroup.com/trading/metals/depositories.html.

13 vgl. Götte (2009), S. 105 und vgl. http://www.tocom.or.jp.

14 vgl. Götte (2009), S. 172 f..

15 vgl. Commerzbank AG (2010), S. 98 ff..

16 http://www.spgsci.standardandpoors.com, Fact Sheet, S. 2 und http://www.jefferies.com/pdfs/TRJCRB_Index_Materials.pdf, S. 14.

17 vgl. Commerzbank AG (2010), S. 102 f. und vgl. http://www.jefferies.com/pdfs/TRJCRB_Index_Materials.pdf.

18 vgl. Commerzbank AG (2010), S. 105 ff. und vgl. http://www.rogersrawmaterials.com/weight.asp.

19 vgl. Commerzbank AG (2010), S. 108 und vgl. http://www.djindexes.com/mdsidx/downloads/ubs/DJUBSCI_handbook.pdf., S. 18.

20 http://www.djindexes.com/mdsidx/downloads/ubs/DJUBSCI_handbook.pdf, S. 5.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Rohstoffmarkt Industriemetalle
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V194752
ISBN (eBook)
9783656201014
Dateigröße
843 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Analyse des Rohstoffmarktes für Industriemetalle, Investitionsmöglichkeiten und Ausblick
Schlagworte
Rohstoffe, Commodities, Asset Management, Industriemetalle, Metalle, Marktmechanismus, Indizes, Kupfer, Blei, Nickel, Zinn, Zink, Aluminium, Preisbildung, Finance, Finanzmanagement, Börse
Arbeit zitieren
Katja Klotz (Autor:in), 2011, Rohstoffmarkt Industriemetalle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194752

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