Nach der Sklaverei folgte die Segregation, die Rassentrennung. Demnach spricht man in den USA erst nach dem Ende der Sklaverei von Rassentrennung. Zur Rassentrennung gehörten in der Regel getrennte öffentliche Einrichtungen für die Mitglieder der verschiedenen Rassen. Hierzu gehören öffentliche Verkehrsmittel, Gaststätten, Theater und insbesondere auch Schulen. Dabei sind die Einrichtungen für die herrschende Gruppe in aller Regel besser aus-gestattet, als diejenigen für die ausgegrenzten Gruppen. Vor allem in den Südstaaten und deren angrenzenden Staaten wurde zwischen 1876 und 1964 eine strikte Rassentrennung vorgeschrieben. Man nannte diese Gesetze auch „Jim Crow Gesetze“. In meiner Arbeit möchte ich, nach einer kurzen Einordnung, auf die Zeit der Veränderungen dieser Lage in den USA eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition und Einordnung
3. Entwicklung zwischen 1954 und 1964
3.1. Seperate but equal – getrennte Schulen
3.2. Rosa Parks - Busboykott
3.3. Martin Luther King – Civil Rights Movement
3.4. Malcolm X
3.5. Nation of Islam – Black Muslims
3.6. John F. Kennedy
3.7. Lyndon B. Johnson
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Phase der gesellschaftspolitischen Umbrüche in den USA zwischen 1954 und 1964, mit einem besonderen Fokus auf die Überwindung der gesetzlich verankerten Rassentrennung (Segregation) und die Entwicklung der Bürgerrechtsbewegung.
- Historische Einordnung der "Jim Crow Gesetze" und der Segregation
- Die Rolle zentraler Akteure wie Martin Luther King, Malcolm X und Rosa Parks
- Die Bedeutung politischer Entscheidungen von John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson
- Einfluss religiöser und politischer Gruppierungen wie der "Nation of Islam"
- Analyse der rechtlichen Entwicklungen zur Aufhebung der Rassendiskriminierung
Auszug aus dem Buch
3.1. Seperate but equal – getrennte Schulen
Seperate but equal bedeutet, dass die Lebensbereiche getrennt sind, aber gleichwertig. Dies bezog sich auf fast jeden Bereich des täglichen Lebens. Dem Grundsatz zu Folge wurden der schwarzen und weißen Bevölkerung vergleichbare Dienstleistungen und Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Die Benutzung dieser Anlagen war jedoch strikt getrennt. Schulen, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen waren betroffen (Elsemann, 2007: 5). 1954 wurde „seperate but equal“ zum ersten Mal angetastet. Die Rassentrennung an Schulen wurde für verfassungswidrig erklärt und in allen Bundesstaaten offiziell abgeschafft. Die Umsetzung des Urteils war aber vor allem in den Südstaaten ein schwerer Prozess (Meyer-Mahnkopf, 2008: 240). Die Begründung zur Aufhebung ist relativ einfach. Schwarze sind ärmer als Weißen. Dadurch besuchen sie auch Schulen von schlechterer Qualität (United States Commission on Civil Rights, 1967: 189). Somit ist „gleich“ nicht mehr gegeben. Jedoch blieben die Schulverhältnisse im Süden noch bis 1964 unverändert (Meyer-Mahnkopf, 2008: 288), da es viele Proteste der weißen Bevölkerung gab. Schwarze Kinder wurden durch Straßenblockaden am Erreichen der Schule gehindert. Oft trafen Bügerrechtler und Schwarze auf offene Gewalt. Damit trat auch wieder der Ku-Klux-Klan in Erscheinung (Demny, 2001: 211).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung definiert den Begriff der Segregation nach dem Ende der Sklaverei und führt in die Thematik der "Jim Crow Gesetze" ein.
2. Definition und Einordnung: Hier wird der Begriff der Segregation als erzwungene Trennung der Rassen erläutert und der historische Kontext der Rassentrennung im täglichen Leben beleuchtet.
3. Entwicklung zwischen 1954 und 1964: Dieses Kapitel analysiert die rechtlichen und sozialen Prozesse, die in diesem Jahrzehnt zur schrittweisen Aufhebung der Rassentrennung führten.
3.1. Seperate but equal – getrennte Schulen: Inhalt ist der Kampf gegen die ungleiche Bildungssituation und die verfassungsrechtliche Aufhebung der Segregation an US-Schulen.
3.2. Rosa Parks - Busboykott: Der Abschnitt behandelt den Auslöser und den Verlauf des Busboykotts in Alabama als wichtiges Signal der Bürgerrechtsbewegung.
3.3. Martin Luther King – Civil Rights Movement: Hier wird die Rolle von Martin Luther King und die Bedeutung gewaltfreier Aktionen wie Sit-ins für die Bürgerrechtsbewegung dargelegt.
3.4. Malcolm X: Dieser Teil beleuchtet den Lebensweg und die politischen Ansichten von Malcolm X, insbesondere seinen Wandel innerhalb der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.
3.5. Nation of Islam – Black Muslims: Erläutert wird die Entstehung und Ideologie der "Nation of Islam" sowie deren Einfluss auf die schwarze Bevölkerung.
3.6. John F. Kennedy: Die Rolle von Präsident Kennedy im Hinblick auf den Civil Rights Act und die innenpolitischen Herausforderungen seiner Amtszeit stehen hier im Fokus.
3.7. Lyndon B. Johnson: Zusammengefasst werden Johnsons legislativen Erfolge, wie das Bürgerrechtsgesetz von 1964 und die Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut.
4. Fazit: Das Fazit fasst die gesellschaftliche Neuausrichtung zusammen und bewertet die bleibende Relevanz der Rassenthematik in den USA.
Schlüsselwörter
Segregation, Rassentrennung, USA, Bürgerrechtsbewegung, Jim Crow Gesetze, Martin Luther King, Malcolm X, Nation of Islam, Civil Rights Act, Rassismus, Gleichberechtigung, Integration, John F. Kennedy, Lyndon B. Johnson, Südstaaten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte der Segregation in den USA zwischen 1954 und 1964 und dem Prozess ihrer schrittweisen Überwindung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Aufhebung der Rassentrennung, der Rolle einflussreicher Bürgerrechtsaktivisten und dem Wandel der politischen Rahmenbedingungen durch die Präsidenten Kennedy und Johnson.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch soziale Proteste, rechtliche Urteile und politische Maßnahmen der institutionelle Rassismus in den USA in dieser Dekade herausgefordert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-deskriptive Methode basierend auf der Analyse bestehender Fachliteratur und Dokumente zur US-Bürgerrechtsbewegung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Ereignisse und Akteure wie den Busboykott, die Arbeit des SCLC, die Ideologie der "Nation of Islam" und die Umsetzung wichtiger Bürgerrechtsgesetze.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Segregation, Civil Rights Movement, Jim Crow, Rassismus und politische Transformation.
Warum wird der "seperate but equal"-Grundsatz kritisch betrachtet?
Der Grundsatz war in der Praxis nie gleichwertig; die Einrichtungen für Schwarze waren systematisch schlechter ausgestattet, was als zentrale Begründung für dessen Aufhebung diente.
Welchen Einfluss hatte der Tod von John F. Kennedy auf die Gesetzgebung?
Obwohl Kennedy den Bürgerrechtsgedanken unterstützte, war es erst sein Nachfolger Johnson, der die Gesetzesprojekte durch den Kongress brachte, indem er an das Gedenken Kennedys appellierte.
Was unterscheidet die Ansätze von Martin Luther King und Malcolm X?
Während King auf gewaltlose Aktionen und Integration setzte, war die Ideologie von Malcolm X (besonders in seiner frühen Phase) von einer stärkeren Trennung und einem Fokus auf die Überlegenheit der schwarzen Rasse geprägt.
Wie bewertet die Autorin die Situation nach 1964?
Sie schlussfolgert, dass sich Machtverhältnisse zwar verschoben haben, rassistische Unterschiede und strukturelle Benachteiligungen jedoch bis in die Gegenwart fortbestehen.
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- Miri Unger (Author), 2011, Segregation - Entwicklung zwischen 1954 und 1964, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195152