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Gottfried von Straßburgs Tristan: Allegorie der Minnegrotte

Title: Gottfried von Straßburgs Tristan: Allegorie der Minnegrotte

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 24 Pages , Grade: 9

Autor:in: Nermin Bastug (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

In der Minnegrotte erleben Tristan und Isolde den Höhepunkt ihrer Liebe. Anders als vorherige Erzähler der Legende, widmet sich Gottfried von Straßburg dem Liebesort ganz besonders, indem er den einzelnen Grottenelementen allegorische Bedeutungen, spezielle Eigenschaften der Minne, zuschreibt.
Durch das umfangreiche Elaborat des deutschen Tristanautors erlangt die Minnegrottenepisode einen vornehmlichen Stellenwert im Roman und in der Literaturforschung. Die ergiebige Arbeit Gottfrieds bewegt viele Literaturwissenschaftler dazu, der Minnegrottenallegorie besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Das Bestreben ihr gerecht zu werden, ist in einer Sammlung von verschiedenen teils unvereinbaren Auslegungen der Minnegrottenal-legorie resultiert.
Diese Arbeit schneidet einen Bruchteil dieser unterschiedlichen Deutungsansätze an. Nach einer Beschreibung des Aufbaus und der Wichtigkeit der Minnegrottenepisode, folgt eine Erklärung der Allegorie Gottfrieds und ihre Auslegung in einzelnen Theorien. Meine Schlussbetrachtung ist eine Beurteilung der Übereinstimmung von Gottfrieds Minnegrottenallegorie mit den erläuterten Forschungen darüber.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau und Wichtigkeit der Minnegrottenepisode

3. Gottfrieds Minnegrottenallegorie

3.1. Wunschleben

3.2. Vergleich zu Thomas und autobiographischer Exkurs I

3.3. Gottfrieds Auslegung

3.4. Autobiographischer Exkurs II

4. Minnegrottenallegorie in der Forschung

4.1. Locus amoenus

4.2. „Ein Versuch zur Psychologie der Liebe“

4.3. Die „Minnegrotte als begrenzte Utopie“

4.4. Kritik an höfischer Kultur und Allegorie des Liebesaktes

4.5. Literarische Deutung

4.6. Kirchenallegorie

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Minnegrottenepisode in Gottfrieds von Straßburg "Tristan" und analysiert die verschiedenen wissenschaftlichen Deutungsansätze, die sich mit der allegorischen Bedeutung der Grottenelemente und des darin dargestellten Minneideals auseinandersetzen. Ziel ist es, die Komplexität dieser Allegorese aufzuzeigen und zu beurteilen, inwieweit verschiedene Interpretationsmodelle mit dem Text Gottfrieds korrespondieren.

  • Strukturelle Analyse und Wichtigkeit der Minnegrottenszene im Gesamtwerk.
  • Allegorische Deutung der Grottenarchitektur und des Wunschlebens.
  • Untersuchung von Forschungsparadigmen: Locus amoenus, Liebespsychologie und begrenzte Utopie.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Kirchenallegorie sowie der Kritik an der höfischen Kultur.
  • Vergleich mit literarischen Vorlagen, insbesondere bei Thomas von England.

Auszug aus dem Buch

3.1. Wunschleben

Eine bildliche Vorstellung des Wunschlebens, das Tristan und Isolde erwartet, bekommen wir dank Gottfrieds anschaulicher Beschreibung der Grotte und des Lustortes. Nach der Verabschiedung Kurvenals sind sie nun nur ein und ein (V. 16853) und brauchen nichts außer sich, nicht einmal Nahrung. Denn si sâhen beide ein ander an, / dâ generten sȋ sich van. der wuocher, den daz ouge bar, / daz was ir zweier lipnar. / si enâzen niht dar inne / wan muot unde minne. (V. 16815- 16820). „Die Metapher von Liebe als Speise schillert.“ Gottfried stellt Minne als Kraftspender und Erfüller aller Bedürfnisse dar. Diese Genügsamkeit ist ein uraltes Märchenmotiv, doch bei Gottfried ist sie nicht bloß als ein Märchengegenstand zu deuten.

In den mittelalterlichen Paradies schilderungen nun tritt die ´satietas sine fame`-Formel häufig auf, wenn etwa in Predigten die Freuden des Himmels ausgemalt werden. Wo aber Gottfrieds Minnegrottendarstellung so viele Züge aufweist, die an die Topik dieser theologischen Paradiesvorstellungen erinnern, dünkt es sehr wahrscheinlich zu sein, daß auch das Motiv des Speisewunders vor allem eine Atmosphäre erwecken soll, die das wirkliche Paradies vergegenwärtigt.

Das Speisewunder macht sichtbar, dass ihre Liebe ihnen alles gibt, des man ze wunschlebene hât (V. 16846). Gleichermaßen erscheint ihnen die Einsamkeit in der Minnegrotte nicht als Mangel. Ganz im Gegenteil wäre „die Vollkommenheit ihrer geraden Zahl, der Zweiheit, […] durch einen Dritten nur zerstört worden“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Minnegrottenepisode im Tristanroman und Skizzierung der methodischen Herangehensweise an die verschiedenen Deutungsansätze.

2. Aufbau und Wichtigkeit der Minnegrottenepisode: Detaillierte Darstellung des Erzählverlaufs sowie der kompositorischen Gliederung der Szene im Kontext des Gesamtwerkes.

3. Gottfrieds Minnegrottenallegorie: Untersuchung der internen Logik der Allegorie, des Wunschlebens, der Parallelen zur Thomas-Fassung und der Bedeutung der autobiographischen Exkurse.

4. Minnegrottenallegorie in der Forschung: Umfassende Darstellung der verschiedenen Forschungsmeinungen, von der literarischen Einordnung bis hin zur theologischen Interpretation.

5. Schlussbetrachtung: Synthese der Forschungsergebnisse und Beurteilung der Wirkung der Allegorie als Veranschaulichung wahrer Liebe.

Schlüsselwörter

Gottfried von Straßburg, Tristan und Isolde, Minnegrotte, Allegorie, Minne, Wunschleben, Speisewunder, Locus amoenus, Mittelalter, Liebespsychologie, Utopie, Kirchenallegorie, Literaturwissenschaft, Tristanroman, Minnekonzeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich der Minnegrottenepisode in Gottfrieds von Straßburg "Tristan" und untersucht, wie Gottfried durch allegorische Elemente ein Idealbild der Minne entwirft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die architektonische und psychologische Allegorese der Grotte, die literarische Einordnung in die Tradition des locus amoenus sowie die Frage nach dem Utopie-Charakter der Szene.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse und Einordnung verschiedener literaturwissenschaftlicher Deutungsansätze zur Minnegrottenallegorie, um deren Vielschichtigkeit und Funktion im Roman zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine philologische Textanalyse sowie eine vergleichende Literaturwissenschaft, die den Text Gottfrieds mit zeitgenössischen Vorlagen und theologischen Diskursen in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturierte Untersuchung der Allegorie Gottfrieds, gefolgt von einer kritischen Diskussion bekannter Forschungspositionen zu Symbolik, Psychologie und literarischen Quellen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Minneallegorie, Liebespsychologie, Utopie, Tristan-Tradition und Symbolik bestimmt.

Wie unterscheidet sich die Grotte von einer "normalen" Kirche?

Laut MERTENS fehlt der Grotte die heilsgeschichtliche Zeitdimension der Kirche; sie ist ein Rundbau und symbolisiert die Zeitlosigkeit der Liebe anstelle einer religiösen Entwicklung.

Gilt das "Wunschleben" in der Grotte als dauerhafter Zustand?

Nein, die Forschung, insbesondere SCHAUSTEN, wertet die Minnegrotte als "begrenzte Utopie", da die Liebenden den gesellschaftlichen Normen nicht dauerhaft entkommen können.

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Details

Title
Gottfried von Straßburgs Tristan: Allegorie der Minnegrotte
College
University of Marburg
Course
Tristan Rezeption im Mittelalter
Grade
9
Author
Nermin Bastug (Author)
Publication Year
2011
Pages
24
Catalog Number
V195170
ISBN (eBook)
9783656209508
ISBN (Book)
9783656212355
Language
German
Tags
Tristan Gottfried Mittelalter Minnegrotte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nermin Bastug (Author), 2011, Gottfried von Straßburgs Tristan: Allegorie der Minnegrotte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195170
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