Vergleich der Techniken High-Speed-Internet bei der Deutschen Telekom und bei Kabel Baden-Württemberg

Technischer und betriebswirtschaftlicher Vergleich


Studienarbeit, 2012
70 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Bildverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung

2 Vorstellung der Unternehmen
2.1 Deutsche Telekom AG
2.1.1 Telekom Deutschland GmbH
2.2 Kabel Baden-Württemberg GmbH

3 Technische Lösung der Deutschen Telekom
3.1 VDSL2
3.1.1 Glasfaser-Architektur
3.1.2 DSLAM
3.1.2.1 Funktionsweise eines DSLAM
3.1.2.2 Outdoor-DSLAM

4 Technische Lösung Kabel BW
4.1 Entwicklung des DOCSIS Standard
4.2 Euro- DOCSIS
4.3 DOCSIS 3.0
4.3.1 Kabelnetz Architektur

5. Triple Play
5.1 Triple Play DSL-Infrastruktur
5.2 Triple Play Kabel-Infrastruktur

6 Stärken-Schwächen Analyse
6.1 Geschwindigkeiten
6.1.1 Abhängigkeit der Entfernung
6.1.2 Abhängigkeit des Übertragungsmediums
6.1.2.1 Symmetrische Kupferkabel
6.1.2.2 Koaxialkabel
6.1.2.3 Downstream
6.1.2.4 Upstream
6.2 Verfügbarkeit
6.2.1 Deutsche Telekom
6.2.1.1 Erweiterung des DSLAM-Angebots in der Zukunft.
6.2.2 Kabel BW
6.2.2.1 Erweiterung des Kabelnetzes in der Zukunft
6.3 Grafische Darstellung der Stärken-Schwächen-Analyse

7 Betriebswirtschaftlicher Vergleich
7.1 Vergleich der verfügbaren Leistungen
7.1.1 Internet und Telefon Tarife - Privatkunden
7.1.2 Tarife für Geschäftskunden
7.1.3 Triple Play Angebote
7.2 Marktumfeld
7.2.1 Servicequalität
7.2.2 Marktanteil
7.2.3 Kundenentwicklung
7.3 Grafische Darstellung des betriebswirtschaftlichen Vergleichs

8 Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis VII

Bildverzeichnis

Bild 1: Internet über Kabelanschlüsse 2001 bis 2010

Bild 2: Hybridnetz

Bild 3: Netzarchitektur FTTC

Bild 4: Vereinfachte Darstellung der Funktionsweise eines Splitters

Bild 5: Architektur des Kabelnetzes

Bild 6: Vereinfachte Darstellung der Architektur von Triple Play

Bild 7: Vergleich der Übertragungsraten der Systeme DOCSIS und DSL in Abhängigkeit der Entfernung

Bild 8: Symmetrische Kupferleitungen

Bild 9: Koaxialleitung

Bild 10 Verfügbarkeit von DSL in Deutschland

Bild 11 Verfügbarkeit VDSL in Baden Württemberg

Bild 12 Verfügbarkeit von VDSL in Pliezhausen

Bild 13 Stärken-Schwächen-Analyse Deutsche Telekom zu Kabel BW - technischer Vergleich

Bild 14 Marktanteile der führenden Breitband-Anbieter in Deutschland

Bild 15: Kabel BW Breitband-Kundenentwicklung

Bild 16 Telekom DSL-Kundenentwicklung

Bild 17: Stärken-Schwächen-Analyse Deutsche Telekom zu Kabel BW - betriebswirtschaftlicher Vergleich

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Abhängigkeit der Übertragungsrate zu Brutto-Leitungslänge

Tabelle 2 Vergleich der Internet und Telefon Tarife für Privatkunden von Telekom und Kabel BW

Tabelle 3 Vergleich der angebotenen Tarife für Geschäftskunden

T abelle 4: Vergleich der angebotenen Triple Play T arife

Tabelle 5: Ergebnis der Studie für Servicequalität

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Im Jahr 2004 stellt die Deutsche Telekom der Öffentlichkeit neue DSL-Anschlüsse vor. Dabei stehen drei neue Geschwindigkeiten zur Verfügung: DSL 1000, 2000 und 3000. Bis zu diesem Zeitpunkt war eine Übertragungsbandbreite von 768Kbit/s der Standard. DSL 3000 wurde für Profis mit sehr großen Datenmengen beworben. Downloadraten von 3000Mbit/s und Uploadraten von bis zu 128kbit/s waren zu diesem Zeitpunkt die höchst möglichen Geschwindigkeiten.

Zum heutigen Zeitpunkt spricht von 3000er DSL-Anschlüssen niemand mehr. Die Vermarktung wurde gestoppt.

Inzwischen wirbt die Deutsche Telekom mit Breitbandanschlüssen mit bis zu 50Mbit/s im Download und 10Mbit/s im Upload. [1]

Weiterhin ist es seit 2004 zu einem Wandel in der Telekommunikationsbranche ge­kommen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 1: Internet über Kabelanschlüsse 2001 bis 2010 (Quelle: Bundesnetzagentur) [2]

Wie in Bild 1 zu sehen ist, sind Internetanschlüsse über das Fernsehkabel zu einer echten Alternative zu dem klassischen DSL-Angebot aufgestiegen. Inzwischen bieten die drei großen Kabelbetreiber Kabel Deutschland, Kabel Baden Württemberg und Unitymedia deutschlandweit Hochgeschwindigkeits-Zugänge mit Geschwindigkeiten bis zu 100Mbit/s in das Internet an.[3]

Waren es 2007 nur 1,0 Millionen Nutzer, hat sich die Zahl innerhalb von 3 Jahren verdreifacht. Betrachtet man den Zeitraum von 2001 bis 2010 hat sich der Anschlüsse via Kabel verhundertfacht.

1.1 Problemstellung

Somit ergeben sich einige Fragen an die vorliegende Arbeit:

Wo liegen die Unterschiede in der Technik zwischen klassischen DSL-Anschlüssen und der Übertragung über das Kabelnetz?

Was sind die Vor- und Nachteile?

Was bieten die Angeboten Ihren Kunden an und ist es für Privathaushalte überhaupt bezahlbar?

Wie sieht das Marktumfeld der beiden Anbieter aus und wo liegen die Stärken und die Schwächen?

In der vorliegenden Arbeit soll die Infrastruktur der heute bestehenden Breitbandnetze dargestellt werden.

Dazu werden die Übertragungstechniken der Deutschen Telekom sowie die des Kabel­betreibers Kabel Baden Württemberg (nachstehend Kabel BW genannt) untersucht, dargestellt und kritisch miteinander verglichen.

Darüber hinaus erfolgt eine Auswertung der angebotenen Leistungen. Dazu werden Preise und Inklusiv-Leistungen miteinander verglichen.

Ebenso wird eine betriebswirtschaftliche Analyse durchgeführt. Dazu werden Service­qualität und das Marktumfeld untersucht und verglichen.

2 Vorstellung der Unternehmen

2.1 Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom AG ist das größte Telekommunikationsunternehmen in Europa. Der Hauptsitz liegt in Bonn. Die Deutsche Telekom AG ist aus der Privatisierung der Deutschen Bundespost 1995 und deren Bereichen für Telekommunikation und Fern­meldedienste hervorgegangen.

Das Kerngeschäft des Unternehmens ist die Betreibung von technischen Netzen für den Betrieb von Informations- und Kommunikationsdiensten. In diesen Bereich fällt das Festnetz, das Mobilfunknetz oder die Versorgung der Kunden mit Onlinediensten.[4]

Weltweit beschäftigte die Deutsche Telekom AG im September 2011 knapp 238.000 Mitarbeiter.[5] Die Telekom ist derzeit in rund 50 Ländern der Welt vertreten.

Im Geschäftsjahr 2010 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 62,4 Millio­nen Euro. Der Gewinn betrug 1,69 Millionen Euro.[6]

2.1.1 Telekom Deutschland GmbH

Die Telekom Deutschland GmbH (nachstehend Telekom oder Deutsche Telekom genannt) ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG.

Sie wurde im Zuge der Umstrukturierung des Deutschlandgeschäfts am 1. April 2010 aus den ehemals eigenständigen Geschäftseinheiten für Festnetz und Mobilfunk ge­gründet.

Das Unternehmen beliefert Privat- und Geschäftskunden in Deutschland mit Festnetzte­lefonie, Breitbandinternet, mobile Telefonie und Internetfernsehen.

Der Umsatz des Unternehmens betrug 2010 25,1 Milliarden Euro. Der Hauptsitz befin­det sich ebenfalls in Bonn.[7]

2.2 Kabel Baden-Württemberg GmbH

Die Kabel BW GmbH ist der Betreiber von Breitbandkabelnetze für die Fernsehvertei­lung sowie für Breitbandinternet und Telefonie in Baden Württemberg.

1999 wurde das von der Deutschen Bundespost aufgebaute Breitband-Kabelnetz in die neu gegründete Gesellschaft Kabel Deutschland GmbH ausgegliedert.

Im Zuge der Aufteilung in Regionalgesellschaften entstand die Kabel BW GmbH.

Ab 2001 wurden Anteile der Kabel BW an verschiedene Kapitalgeber verkauft. Die Deutsche Telekom hielt bis 2003 noch 40 % dieser Anteile.

Im Jahr 2005 übernahm die US-amerikanische Blackstone Group die kompletten Antei­le an der Kabel BW.

Im Juni 2006 wurde das Unternehmen von Blackstone zu 100 % für 1,3 Milliarden Euro an die schwedische Investorengruppe EQT Partners verkauft.[8]

2011 wurde das Unternehmen für eine Summe von 3,16 Milliarden Euro an den US- amerikanischen Medienkonzern Liberty Global verkauft. Liberty Global ist ebenfalls Besitzer des in Nordrhein-Westfalen und Hessen tätigen Kabelnetz-Unternehmen Unitymedia.

Im Dezember 2011 hat das deutsche Kartellamt die Übernahme mit Auflagen geneh- migt.[9]

3 Technische Lösung der Deutschen Telekom

Die Deutsche Telekom setzt bei Hochgeschwindigkeits-Internet auf die stetige Weiter­entwicklung der bewährten und weit verbreiteten Technik Asymmetric Digital Subscriber Line (ADSL).

Very High Data Rate Digital Suscriber Line (VDSL) beschreibt dabei die Technik des High-Speed-Internets.[10] VDSL ist wie ADSL eine digitale Übertragungsart, welche eine deutlich höhere Datenübertragungsrate über Telefonleitungen liefert als seine Vorgän- ger.[11]

Weiterhin wird bei VDSL zwischen VDSL1 und VDSL2 unterschieden. Bei VDSL1 handelt es sich nicht um den technischen Vorgänger von VDSL2. Es gibt zwar techni­sche Gemeinsamkeiten, dennoch sind die Verfahren nicht miteinander kompatibel. Aufgrund der sehr kurzen Reichweite von VDSL1 hat sich diese Technik in Deutschland nicht durchsetzen können.[12]

In der vorliegenden Arbeit wird daher ausschließlich auf die technische Funktionsweise von VDSL2 eingegangen.

3.1 VDSL2

VDSL2 ist der direkte Nachfolger von Extended Bandwidth Asymmetric Digital Subscri­ber Line 2 (ADSL2+). Dies bedeutet, dass VDSL2 abwärtskompatibel zu seinen Vor­gängern ADSL, ADSL2 und ADSL2+ ist.

Allgemein gesprochen ist VDSL2 eine Übertragungstechnik für Breitband Internet und für „Triple Play“ im Telefonnetz. „Triple Play“ bezeichnet dabei die Möglichkeit über einen einzigen Anschluss zu telefonieren, zu surfen und hochauflösend zu fernsehen.[13]

Im Vergleich zu seinen Vorgängern bietet VDSL2 eine deutlich höhere Übertragungs­geschwindigkeit. In einer Live-Demonstration der schwedischen Firma Ericsson konnte über ein Kupferkabel und mit Einsatz verschiedener DSL-Technologien eine Übertra­gungsgeschwindigkeit von 500Mbit/s erreicht werden.[14]

Diese Geschwindigkeiten werden derzeit noch nicht auf dem freien Markt angeboten. Hierzu wird näher in der Betrachtung der unterschiedlichen Angebote der Deutschen Telekom und von Kabel BW eingegangen.

Im Gegensatz zu ADSL, welches aus einer reinen Kupferleitung von der Vermittlungs­stelle zum Endkunden aufgebaut ist, benötigt VDSL2 ein Hybridnetz.[15] Ein Hybridnetz besteht aus der Kombination von Glasfaser- und Kupferleitungen. Erst diese Kombination ermöglicht es, Übertragungsraten von 50 bis 100Mbit/s zu erreichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 2: Hybridnetz (Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Schnabel)

In Bild 2 wird ein Hybridnetz grafisch vereinfacht dargestellt. Das Glasfaserkabel wird von der Ortsvermittlungsstelle (Vst) an den Digital Subscriber Line Access Multiplexer (DSLAM) geführt. Der DSLAM befindet sich innerhalb der Kabelverzweiger (KVz), welche sich in den Ortschaften meist am Straßenrand befinden.

Durch die VDSL-Technik wurden die KVz, welche für die DSL-Versorgung zuständig sind, mit den DSLAMs erweitert. Die KVz sind nicht mit dem Glasfasernetz verbun­den.[16]

Vom DSLAM ausgehend führt ein Kupferkabel zum VDSL Modem des jeweiligen Kun­den. Die Daten des Kunden werden vom VDSL Modem via Kupferkabel an den DSLAM gesendet. Innerhalb des DSLAMs werden die die Daten von Internet und Telefon aufge­teilt. Die internetrelevanten Daten werden über das Glasfaserkabel an die Vst geleitet. Die Daten des Telefons laufen weiterhin über die Kupferkabel, da hier die Geschwindig­keiten zur Übertragung ausreichen.[17]

Je nach Länge und Qualität des Kupferkabels variiert die Übertragungsrate. Abhängig von der Brutto-Leitungslänge des Kupferkabels kann so die ungefähre Übertragungsra­te angegeben werden. Die Brutto-Leitungslänge stellt dabei die Entfernung von der Klemme im Kabelverzweiger bis zu der Netzwerkkarte dar.

Nachstehend wird in Tabelle 1 gezeigt, wie mit zunehmender brutto Leitungslänge die Downstream- und Upstream-Geschwindigkeiten abnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1.1 Glasfaser-Architektur

Die Hybridnetze können in vier Arten eingeteilt werden:

- Fiber-to-the-curb (FTTC)
- Fiber-to-the-Building (FTTB)
- Fiber-to-the-Home (FFTH)
- Fiber-to-the-Desk (FFTD)[18]

FTTC bedeutet „Glasfaser bis zum Bordstein” und ist die VDSL Infrastruktur. Vorwie­gend in den Großstädten ist diese Infrastruktur weitläufig ausgebaut.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 3: Netzarchitektur FTTC (Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an Schnabel)

In Bild 3 wird die FTTC Architektur nochmals vereinfacht dargestellt. Das Glasfaserka­bel endet an den jeweiligen Kabelverzweiger (KVz), welche sich am Straßenrand befin­den. Von diesem Verteiler werden die Kupferkabel zum Anschlusspunkt Linientechnik (APL) geführt. Der APL ist ein einfacher Verteiler, welcher sich im Keller befindet und an welchem mehrere Anschlüsse zusammenlaufen. Weitergeführt wird das Kabel an den Teilnehmeranschluss (TA), an welchem der Kunde sein eigenes Endgerät anschließen kann. Abschließend erfolgt die Überleitung an das Teilnehmerendgerät (TE). Dies ist beispielsweise ein Router, welcher den Übergang in ein lokales Netz darstellt.19

Innerhalb des KVz befindet sich eine aktive Komponente. Diese setzt die Signale von Glasfaserkabel auf Kupferkabel und umgekehrt um. Dabei muss beachtet werden, dass sich die Übertragungstechnik auf beiden Seiten unterscheidet und somit die Umsetzung relativ aufwendig ist.

FTTB bedeutet „Glasfaser bis zum Gebäude“. Hier wird das Kabel an einen Übergabepunkt verlegt, an welchem die Teilnehmeranschlüsse eines Gebäudes zu­sammenlaufen. Ausgehend von diesem Übergabepunkt erfolgt der Anschluss an den jeweiligen Teilnehmeranschluss bzw. an das Endgerät mit einem Kupferkabel. Denkbar ist diese Variante bei der Anbindung von Hochhäusern.

FTTH bedeutet „Glasfaser bis in die Wohnung“. Das Glasfaserkabel wird hier direkt bis zum Anschluss innerhalb der Wohnung verlegt. Die Verbindung zum Endgerät erfolgt wiederum mit der Kupferleitung.

Es kann festgestellt werden, dass VDSL2 eine Zwischenlösung auf dem Weg zu FTTH ist.

FTTD bedeutet „Glasfaser bis zum Schreibtisch“. Hier handelt es sich um eine „Vollver­glasung“, bei welcher die komplette Übertragungsstrecke bis zum Endgerät aus einem Glasfaserkabel besteht.20

3.1.2 DSLAM

Wie bereits in Bild 2 dargestellt, ist der DSLAM ein Bestandteil der VDSL Infrastruktur. Allgemein gesprochen handelt es sich bei einem DSLAM um eine Vermittlungsstelle, an welcher viele Teilnehmeranschlussleitungen zusammenlaufen. Um der begrenzten Reichweite von VDSL2 vorzubeugen und das Angebot von High-Speed-Internet für weitere Haushalte zu ermöglichen, werden „Outdoor-DSLAM’s“ gebaut.

3.1.2.1 Funktionsweise eines DSLAM

Der DSLAM stellt das Gegenstück zum DSL Modem beim Teilnehmer dar. In der Synchronisationsphase legt der DSLAM mit dem entsprechenden Modem des Teilneh­mers die Frequenzen zur DSL-Übertragung fest. Aufgrund von unterschiedlichen Beein­flussungen können möglicherweise nicht alle Frequenzen genutzt werden. In der Synchronisationsphase wird somit überprüft bei welchen Frequenzen Fehler auftreten. Wurden diese Frequenzen ermittelt, werden sie als nicht benutzbar markiert.

Kommt es nicht zu einer solchen Trainingsphase, ist ein hochwertiger DSL-Anschluss nicht gewährleistet.

Weiterhin ist im DSLAM ein Profil hinterlegt, in dem gespeichert wird mit welchen Ge­schwindigkeiten der DSL-Anschluss im Up- und Downstream laufen soll.

In seiner Funktion als Verteiler terminiert der DSLAM mit seinen Linecards die An­schlüsse der Teilnehmer.

Auf der Linecard werden die Ports für die Leitungen, welche zu den Teilnehmern füh­ren, zusammengefasst. Je nach Art liegen zwischen 2 und 96 Ports auf einer Linecard.

Jeder Port besteht aus zwei Einheiten. Zum Einen aus einer Transceiver Unit, welche zum Empfang des Upstream-Signals und zum Senden des Downstream-Signals dient. Zum Anderen aus einer DSL-Weiche (Splitter), welche die Frequenzen von Telefon und DSL in Empfangsrichtung aufteilt und in Senderichtung zusammenführt.[19]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 4: Vereinfachte Darstellung der Funktionsweise eines Splitters (Quelle: Eige­ne Darstellung)

In Bild 4 ist die Funktionsweise des Splitters nochmals vereinfacht dargestellt worden. Zur Veranschaulichung ist beispielsweise das Modem zwischen Splitter und Computer (CPU) auf Kundenseite nicht berücksichtigt. Auch auf die Digitale Vermittlung (DIV) innerhalb des Telefonnetzes wird an dieser Stelle nicht eingegangen.

Ebenso sammelt oder verteilt der DSLAM über seine Netzschnittstelle den Datenver­kehr der Endkunden und reicht ihn an einen regionalen Broadband Remote Access Server (BRAS) weiter.[20] Dieser Server ist Teil des Internet Service Provider und speist den Datenverkehr der Endbenutzer-Verbindungen in das Backbone-Netzwerk ein.[21] Als Backbone-Netzwerk bezeichnet man den Kernbereich eines Netzwerks, welcher kleinere Teilnetze verbindet. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Überre­gionalen Netzen.[22]

3.1.2.2 Outdoor-DSLAM

In Regionen, in welchen das Glasfasernetz bereits ausgebaut wurde, erfolgt die VDSL- Terminierung dort wo der Übergang von Glasfaserleitung zu Kupferkabel stattfindet.

Die bestehenden KVz, welche sich am Straßenrand innerhalb von Ortschaften befin­den, werden mit Hilfe von Multifunktionsgehäusen (MFG) erweitert.

Innerhalb der MFG befinden sich die DSLAMs, welche die VDSL2 Technik somit nah zum Kunden bringen.

Die nah an den Kunden gerückten Verteiler werden als Outdoor-DSLAM bezeichnet. Steigt ein bestehender DSL-Kunde auf das VDSL Angebot um, muss das entsprechen­de Kupferkabel vom KVz auf den DSLAM umgeklemmt werden. Durch die Erweiterung der KVz können die bestehenden Kupferverbindungen weiter genutzt werden.

Während die Wettbewerber die KVz der Telekom mitbenutzen dürfen, stellt das Unter­nehmen die VDSL-Technik bzw. die Outdoor DLAMs nicht für Konkurrenten zur Verfü­gung.

[...]


[1] n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH: Highspeed-Internet Tarife. [22.12.2011]

[2] Bundesnetzagentur: Jahresbericht 2010.

http://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/BNetzA/Presse/Berichte/ 2011/Jahresbericht2010pdf.pdf?____ blob=publicationFile

[3] CBS Interactive GmbH: Highspeed Internet im Kabel.

http://www.zdnet.de/magazin/41516626/highspeed-internet-im-kabel-200-mbit-s-mit- eurodocsis-3-0.htm [22.12.2011]

[4] Wikipedia Foundation Inc.: Deutsche Telekom. http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Telekom [22.12.2011]

[5] Deutsche Telekom AG: Zahlen und Fakten. http://www.telekom.com/konzern/konzernprofil/10874 [22.12.2011]

[6] FOCUS Magazin Verlag GmbH: Deutsche Telekom verfünffacht Gewinn http://www.focus.de/finanzen/finanz-news/telekom-deutsche-telekom-verfuenffacht- gewinn_aid_603399.html [22.12.2011]

[7] Deutsche Telekom AG: Die Deutsche Telekom Deutschland GmbH. http://www.telekom.com/konzern/weltweit/23110 [22.12.2011]

[8] Wikipedia Foundation Inc.: Kabel BW. http://de.wikipedia.org/wiki/Kabel_BW

[22.12.2011]

[9] manager magazin new media GmbH: Unitymedia darf Kabel BW übernehmen. http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,803370,00.html

[22.12.2011]

[10] Onlinekosten.de GmbH: VDSL. http://www.onlinekosten.de/breitband/dsl/vdsl

[22.12.2011]

[11] Wikipedia Foundation Inc.: Very High Speed Digital Subscriber Line http://de.wikipedia.org/wiki/Very_High_Speed_Digital_Subscriber_Line [22.12.2011]

[12] Schnabel, Patrick: VDSL2.

http://www.elektronik-kompendium.de/sites/kom/0305236.htm [23.12.2011]

[13] PortalHaus Internetservices GmbH: Triple Play - Was ist es und wie funktioniert es. http://www.tariftip.de/rubrik2/19447/2/ [22.12.2011]

Verfuegbare-Angebote.html

[14] Onlinekosten.de: VDSL2: Ericsson erreicht 500 Mbit/s im Live-Test. http://www.onlinekosten.de/news/artikel/33621/0/VDSL2-Ericsson-erreicht-500-Mbits- im-Live-Test [23.12.2011]

[15] Onlinekosten.de GmbH: VDSL. http://www.onlinekosten.de/breitband/dsl/vdsl

[23.12.2011]

[16] Schnabel, Patrick: VDSL2.

http://www.elektronik-kompendium.de/sites/kom/0305236.htm [23.12.2011]

[17] 4Moc: VDSL - Very High Data Rate Digital Subscriber Line. http://www.4moc.com/FAQ/VDSL.htm [27.12.2011]

[18] 4Moc: VDSL - Very High Data Rate Digital Subscriber Line. http://www.4moc.com/FAQ/VDSL.htm [27.12.2011]

[19] netzwelt GmbH: DSL ganz einfach: Splitter, Modem und PC. http://www.netzwelt.de/news/

67162-dsl-ganz-einfach-splitter-modem-pc.html [28.12.2011]

[20] Wikipedia Foundation Inc.: DSLAM. http://de.wikipedia.org/wiki/DSLAM#Linecards [28.12.2011]

[21] Wikipedia Foundation Inc.: Breitband-Zugangsserver. http://de.wikipedia.org/wiki/Broadband_Remote_Access_Server [28.12.2011 ]

[22] teltarif.de Onlineverlag GmbH: Backbones - die leistungsstarken Hintergrundnetze des Internets. http://www.teltarif.de/internet/backbone.html [29.12.2011]

Ende der Leseprobe aus 70 Seiten

Details

Titel
Vergleich der Techniken High-Speed-Internet bei der Deutschen Telekom und bei Kabel Baden-Württemberg
Untertitel
Technischer und betriebswirtschaftlicher Vergleich
Hochschule
Duale Hochschule Baden Württemberg Mosbach
Autor
Jahr
2012
Seiten
70
Katalognummer
V195363
ISBN (eBook)
9783656210726
ISBN (Buch)
9783656212751
Dateigröße
15157 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
VDSL, Glasfaser, DSLAM, DOCSIS, Kabelnetz, Triple Play, Koaxialkabel, Kupferkabel, Kabel BW, Deutsche Telekom, DSL, FTTC, FTTB, FTTH, FTTD, ADSL, IPTV, VoiP, DSL-Kundenentwicklung, Breitband-Anbieter, Breitband-Kundenentwicklung, Übertragungsrate
Arbeit zitieren
Marius Schmitt (Autor), 2012, Vergleich der Techniken High-Speed-Internet bei der Deutschen Telekom und bei Kabel Baden-Württemberg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195363

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