Memorializing the Sacred


Referat (Ausarbeitung), 2009

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorwort zum Holocaust-Gedächtnis

3 Untersuchung Janet Jacobs zur Erforschung der religiösen Erinnerung der deutschen Bevölkerung im Gedenken an die Kristallnacht
3.1 Vorbemerkungen zur Durchführung der Untersuchung von Janet Jacobs
3.2 Gruppierung der Untersuchungsergebnisse in drei Felder
3.2.1 Gedächtnis der Abwesenheit/des Fehlens (memory of absence)
3.2.2 Gedächtnis des Schreckens und der Gräueltaten (memory of terror and atrocity)
3.2.3 Gedächtnis des Todes (memory of death)
3.3 Fazit der Untersuchung
3.3.1 Mögliche Erklärungsansätze für die Beobachtung „Memorializing the sacred“

4 Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Denkmäler haben eine elementare Funktion in einer Gesellschaft. Sie sind vermittelnde Medien zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Denkmäler repräsentieren einerseits neutral die Geschichte einer Kultur, andererseits implizieren sie auch evident die Bedeutung des Vergangenen für eine Gesellschaft. Bereits die Diskussionen um ihren Bau oder Nicht-Bau symbolisieren die „politischen und mentalen Transformationen einer Gesellschaft“[1]. Ein Denkmal spiegelt nicht nur ein erinnerungswürdiges Ereignis der Vergangenheit wider, sondern auch den Umgang eines Volkes mit seiner Vergangenheit. Peter Carrier formuliert es ähnlich: „It is necessarily a product and reflection of its time, derived from the initiative of an individual, group or state.“[2] Mahnmäler lassen Schlüsse über den Grad und die Intensität der Ereignisverarbeitung zu, da die Darstellungsweise den Erinnerungsmodus widerspiegelt.

Eine wissenschaftliche Untersuchung, basierend auf der Interpretation von Denkmälern, führte auch Janet Jacobs, Professorin für Soziologie an der Universität von Colorado, durch. Sie untersuchte die Erinnerungskultur zum Holocaust in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Betrachtung der Rolle der Synagogen und heiligen Kultgegenstände. Ihre Forschungsarbeit basiert auf Feldarbeit an fünfzig Gedächtnisstätten zur Kristallnacht. Ihre Forschungsergebnisse legte Janet Jacobs im Jahr 2008 in der „Journal for the Scientific Study of Religion“ dar.

In dieser Ausarbeitung des mündlichen Vortrages sollen vordergründig die Kernaussagen des englischen Artikels dargestellt werden, das Fazit der Ergebnisse herausgearbeitet werden, wie auch Hintergrundwissen zur Geltung und Wirkung des Holocaust eingearbeitet werden. Aufgrund der fremdsprachlichen Textgrundlage werden in den folgenden Ausführungen diverse englische Zitate, insbesondere zur Darstellung des Fazits ihrer Untersuchung, eingefügt, um ihre intendierte Aussageabsicht nicht zu verfälschen und den direkten Wortlaut zu zitieren.

2 Vorwort zum Holocaust-Gedächtnis

Der systematische Massenmord an den mehreren Millionen europäischen Juden ist ein Ereignis des Zweiten Weltkrieges, des zwanzigsten Jahrhunderts. Über dieses grausame Verbrechen an Mitbürgern und Mitbürgerinnen wird bis in die heutige Zeit stillgeschwiegen. Erst mit großer zeitlicher Distanz zu dem historischen Ereignis begann man die Gräueltat aufzuarbeiten und zu verarbeiten. Dies ist jedoch bis zum heutigen Tag nur ansatzweise und noch längst nicht in ausreichender Weise geschehen. Die Wahrnehmung der Ereignisse ist teilweise noch immer verstellt: idealisierend, neutralisierend oder ideologisierend. Dan Diner hält fest, dass „der Holocaust die elementaren Fundamente von Zivilisation und Kultur erschüttert“[3] hat. Hierdurch wird die realistische Sichtweise der Dinge zudem erschwert. Allmählich wird das Schweigen nach und nach gebrochen; Vermutlich weil die Tätergeneration ausstirbt und man sich nicht mehr persönlich verantwortlich für die Geschehnisse fühlt. Diner bezeichnet die Jahrzehnte des Schweigens als „Zeit des Erinnerungsschwundes“[4], was zutreffend den Umgang der Bevölkerung mit der Zeit des Nationalsozialismus beschreibt. Nach und nach sind die Ereignisse in das kulturelle Gedächtnis eingegangen. Nach Aleida Assmann besteht das kulturelle Gedächtnis aus drei Gedächtnisformen: dem individuellen, dem sozialen und dem politischen Gedächtnis. Alle drei münden in das kulturelle Gedächtnis, welches von Speichermedien wie Büchern, Fotos oder auch Denkmälern, charakterisiert wird. In Deutschland sind viele Mahnmäler in Erinnerung an den Holocaust entstanden. Exemplarisch sind das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ in Berlin, das Mahnmal auf dem Synagogenplatz in Aachen oder das Mahnmal in Hamburg an der Oberstraße zu nennen.

Jacobs merkt an, dass in den letzten zwei Jahrzehnten die Zahl der wissenschaftlichen Untersuchungen zur Holocaust-Erinnerung deutlich angestiegen ist und sich die Zahl der Denkmäler in den letzten zwei Jahrzehnten immens vergrößerte. In den 1950ern beginnt die jüdische Bevölkerung vor allem im Osten Deutschlands in Form von kleineren Zeremonien und mit Hilfe von Zeitungsartikeln der Ereignisse des 9. Novembers zu gedenken. In den späten 1970ern entsteht mit dem neuen Bewusstsein in der Bevölkerung bezüglich des Judenmordes eine Expansion des öffentlichen Gedenkens an die Ereignisse, über die jüdische Bevölkerung hinaus.

[...]


[1] Gilzmer, Mechthild: Denkmäler als Medien der Erinnerungskultur. In Frankreich seit 1944. München 2007, S. 11.

[2] Carrier, Peter: Holocaust Monuments and National Memory Cultures in France and Germany since 1989. The Origins and Political Function of the Vél’ d’Hiv’ in Paris and the Holocaust Monument in Berlin. New York/Oxford 2005, S. 32.

[3] Diner, Dan: Gegenläufige Gedächtnisse. Über Geltung und Wirkung des Holocaust. Göttingen 2007, S.7

[4] A.a.O., S. 8.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Memorializing the Sacred
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V195562
ISBN (eBook)
9783656219002
ISBN (Buch)
9783656220473
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
memorializing, sacred
Arbeit zitieren
Master of Education Ann-Christin Robben (Autor), 2009, Memorializing the Sacred, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195562

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