Analyse des Unternehmensplanspiels TOPSIM General Management II und Synthese der wichtigsten Kennzahlen

Hausarbeit in Rechnungswesen/Controlling


Hausarbeit, 2012
50 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen zur Unternehmensanalyse
2.1 Kennzahlen
2.2 Kennzahlenanalyse und -systeme

3 Erläuterung des Planspiels TOPSIM General Management II
3.1 Ausgangssituation
3.2 Ausblick auf mögliche Strategien
3.3 Verlauf der Unternehmenspositionen im untersuchten Fall

4 Umgang mit den Kennzahlen beim Planspiel
4.1 Begrenzung der Kennzahlenmenge
4.2 Suche nach geeignetem Kennzahlensystem
4.3 Validitätsprüfung

5 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Anhang 1

Anhang 2

Anhang 3

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Es ist nicht genug, zu wissen, man muß [!] auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muß [!] auch tun.“[1] Unter diesem Zeichen stand das Unternehmensplanspiel TOPSIM General Management II in der Version 12.0, das vom Donnerstag, 14.07.2011 bis Samstag, 16.07.2011 im Studienzentrum Stuttgart der Hamburger Fern-Hochschule stattfand. Die Leitung war Prof. Dr. Sven Fischbach übertragen, der mit seinen zusätzlichen Gruppenaufgaben wie etwa den Elevator Pitch[2] oder der Jahreshauptversammlung die Gesamtspielsituation noch realistischer erscheinen ließ. Die geladenen Gäste waren Studierende dieser Einrichtung aus dem gesamten Bundesland, die mit großem Interesse und Neugierde der ersten Periode entgegenfieberten. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde wurde die COPYFIX AG, das Unternehmen, das von den Spielteilnehmern übernommen werden soll, vorgestellt und es wurden Gruppen gebildet. Jedes Mitglied dieser Gruppen hatte eine bestimmte Aufgabe auszufüllen. Es standen zur Auswahl:

Marketing & Vertrieb,

Einkauf, Lager, Personal,

Forschung & Entwicklung (F&E), Produktion,

Finanz- und Rechnungswesen.

In den sogenannten Expertenteams konnten sich die jeweiligen Abteilungsleiter mit ihren Wettbewerbskollegen über die Zahlen, Daten und Fakten austauschen, die sie vorfinden, über die Einflussnahme und Wirkungsrichtungen sprechen und ihre Abhängigkeiten von den anderen Abteilungen herausfinden. Zurück in ihren Teams konnten sie sich mit den weiteren Abläufen vertraut machen. Die brennendste Frage stets war: Was sind die wichtigsten Kennzahlen für TOPSIM, die zum Sieg führen? Im Blickfeld waren mehrere Kennzahlen, die allerdings im Zusammenspiel der Marktbewegung eine nicht vorhersagbare Entwicklung nehmen konnten.

Eine wichtige Aufgabe und ein guter Start war die Aufstellung einer Mengenplanung (FEHLING 2005), denn durch diese recht mathematische Heranführung gelangte man automatisch zu den Managementfunktionen, die man sehr gut zu spüren bekam. In diesem Unternehmensplanspiel werden verschiedene Unternehmen geleitet, die auf einem imaginären Markt im Wettbewerb zueinander stehen. Jedes Unternehmen versucht seine Entscheidungen mit „harten“ Fakten aus verschiedenen Quellen zu begründen, kann aber im Hinblick auf die Entscheidungen des Wettbewerbs lediglich Vermutungen anstellen. Das macht einen Unsicherheitsfaktor aus, den es auf ein Minimum zu reduzieren gilt, sofern es möglich ist. Um den „sicheren“ Bereich zu vergrößern, in dem sich jedes Unternehmen befindet, müssen eine Fülle von Kennzahlen berücksichtigt werden oder besser komprimiertes Datenmaterial verwendet werden, da der Zeitraum für Entscheidungen sehr knapp bemessen ist. „Das Management-Dilemma von Komplexität und Dynamik als Lernumfeld einer Unternehmenssimulation“ (WAGNER u.a. 2009, 12-14) lautet die Überschrift einer Abbildung, mir der das „Zeitdefizit im Führungsprozess“ visuell dargestellt wird. Bei immer komplexer werdenden Problemen in der Unternehmensführung mit verstärkender Dynamik dienen Unternehmensplanspiele dazu, diese Situation mit abnehmender Zeitkapazität dennoch zu meistern.

Als Datenbasis für diese Nachbearbeitung dient die Ergebnisübersicht vom 16.07.2011 mit 21 Berichtsblättern, die den Verlauf der sechs gespielten Perioden aller fünf teilgenommenen Unternehmen dokumentiert.

Für jede Periode werden neue Situationen aufgezeigt, mit denen sich die Unternehmen auseinandersetzen müssen. Es werden jeweils Ziele vorgegeben, die es durch eigene Entscheidungen zu erreichen gilt. Damit sollen den Teilnehmern die gesamtunternehmerischen Zusammenhänge verdeutlicht werden, die innerhalb und außerhalb des Unternehmens stattfinden. „Vermittlung von wirtschaftlichem, vernetzten Denken und Handeln und strategischer Unternehmensführung“ (TATA INTERACTIVE SYSTEMS 2012) wird als Lernziel herausgestellt.

Zur leichteren Lesbarkeit und Veranschaulichung werden die Unternehmen mit U1 bis U5 gekennzeichnet und die Perioden von 0 bis 6.

2 Grundlagen zur Unternehmensanalyse

Das Spielfeld dieses Unternehmensplanspiels ist nicht nur auf den Produktionsbetrieb beschränkt, sondern ist auf das Kunden- und Marktverhalten ausgeweitet. Als Visualisierung der Gegebenheiten dient die folgende Darstellung zur Methode des vernetzten Denkens, das sämtliche Wechselbeziehungen aufzeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: exemplarisches GAMMA-Netz (TATA INTERACTIVE SYSTEMS 2012)

Ein Unternehmen besteht aus einer Vielzahl von Prozessen und bedarf zur Führung daher auch einer Menge Entscheidungen. Bis zu 63 sind in dem Spiel möglich und werden durch die Vorgabe von z.B. Produktionsstückzahlen überführt zu ausgewerteten Kennzahlen in dem jährlichen Abschlussbericht. Anhand dieser Kennzahlen sollen die zukünftigen Geschicke der Unternehmung geführt und bedürfen noch einer näheren Erläuterung.

2.1 Kennzahlen

In ihrer Diversität gibt es die Grundzahlen, die wiederum weitere Ausprägungen wie direkt ablesbar oder indirekt ermittelbar besitzen und die Verhältniszahlen mit ihrer Unterteilung in Gliederungs-, Beziehungs- oder Indexzahlen. Zur Anwendung wird jede Art der vorgenannten kommen, in die nähere Betrachtung sollen allerdings zunächst die rein betriebswirtschaftlichen kommen. „Kennzahlen informieren komprimiert über einen quantitativ gemessenen Sachverhalt“[3] (GIENKE/KÄMPF 2007, 788). Der Aussagegehalt einer Kennzahl ist in der Praxis durchaus wechselhaft, denn es kann z.B. in der Herkunft wie bei dem Cash Flow viele verschiedene Berechnungsmodelle geben. Desweiteren entscheidet die temporäre Gültigkeit ebenfalls über die Ausdruckskraft. Ist der Wert rein statisch aus der Inventur zu einem Stichtag bezogen oder besitzt er dynamische Nuancen über einen Zeitverlauf? Das muss bei der Verwendung bereits beachtet werden, um nicht im Vorfeld die Messlatte für die jeweilige Bedeutung zu hoch zu hängen. „Kennzahlen sind keine Wunderwaffe, um unternehmerisches Handeln zu leiten. Vielmehr kommt es auf den richtigen Umgang mit Kennzahlen an. Sie sind verdichtete Informationen, um relativ rasch die interessierenden Sachverhalte auf den Punkt zu bringen. Dadurch kann es zu Informationsverlusten kommen“ (BÜHNER 1997, 36). Sie sollen leicht ermittelbar und einfach im Umgang sein. Sie sind nicht im Einzelnen als zuverlässig in der Entscheidungsfindung gültig, sondern benötigen immer zusätzliche Angaben wie z.B. bei einem Zeitreihenvergleich. Dort werden die gleichen Kennzahlen zu verschiedenen Zeiten miteinander verglichen.

Ein anderer Vergleich geschieht beim Benchmarking[4], wenn ein Betrieb einem anderen gegenübergestellt wird, um die eigene Position besser abschätzen zu können. Eine Kennzahl dafür ist die Umsatzrendite, sofern die getätigten Umsätze direkt mit dem Geschäftssinn in Verbindung stehen und nicht durch außerordentliche Erträge erzielt wurden. Allerdings genügt auch bei der Umsatzrendite der alleinige Betriebsvergleich noch nicht, denn mit der Umschlagshäufigkeit zusammen wird gleichzeitig die Gesamtkapitalrentabilität bestimmt (vgl. SCHELD 2009). Durch diesen kleinen Auszug an Zusammenhängen der verschiedenen Kennziffern wird deutlich, dass die vom jeweiligen Empfänger benötigten Daten innerhalb eines Kennzahlensystems behandelt werden müssen.

2.2 Kennzahlenanalyse und -systeme

Vor der näheren Betrachtung von Kennzahlensystemen sind die Analysemethoden zu ergründen. Zur Analyse von Kennzahlen im betrachteten Fall sollte nicht die statische Form angewandt werden, sondern die komparativ-statische Analyse. Die statische Vorgehensweise blendet die Dimension Zeit aus und untersucht sämtliche Kennzahlen auf den gleichen Stichtag bezogen. Da aber erst ein Vergleich über die Perioden hinweg sinnvoll ist, wie es die komparativ-statische Analyse verlangt, wird ihr der Vorzug gegeben. Die vorliegenden Quelldaten sind exakt für dieses Verfahren passend, denn sie sind statisch in Bezug auf die jeweilige Periode und komparativ, da sie die Gegenüberstellung von zwei Unternehmen zur gleichen Periode oder einem Unternehmen innerhalb zweier Perioden zulässt. Die Teilnehmer des Planspiels können zu Beginn kaum einschätzen, ob die vorgefundenen Unternehmensangaben gut oder schlecht sind, hoch oder niedrig einzuschätzen sind. Aus diesem Grund ist ein Vergleich die einfachste Möglichkeit, die eigene Position herauszustellen.

Die dynamische Analyse ist eine weitere Technik, die einen Zeitablauf simuliert und wird noch ergänzt durch die evolutorische Analyse, die die Funktionsbeziehungen der Variablen untereinander verändert. Weiter gibt es noch die Sequenzanalyse, die in der Statistik beheimatet ist.

In einer anderen Überlegung lässt sich die Analyse von Kennzahlen in eine erfolgswirtschaftliche und eine finanzwirtschaftliche Komponente unterteilen. Einerseits werden Informationen über zukünftiges Potential einer Firma gewonnen, andererseits werden die Mittelverwendung und -herkunft samt ihrer Wechselbeziehungen unter die Lupe genommen (vgl. WILKENS 2003, 7 ff.).

Damit diese Untersuchungen zielführend betrieben werden können, sind Kennzahlensysteme von Nöten. Sie „sind Zusammenstellungen von Kennzahlen, die in einer mathematischen oder sachlich logischen Beziehung zueinander stehen, einander ergänzen und auf ein oder mehrere gemeinsame Ziele ausgerichtet sind“ (MÜLLER u.a. 2006, 107). Aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades wird explizit auf die Erläuterung des ROI verzichtet und stattdessen der Aufbau und die Bedeutung des EVA angesprochen. „Er stellt eine monetäre Kennzahl für die Substanzmehrung dar und ist genau dann positiv, wenn alle Verzinsungsansprüche der Kapitalgeber ... erfüllt werden“ (ACHLEITNER/EVERLING 2003, 283). Nach Peemöller stellt er ein sehr flexibles und einfach gestaltetes Mittel dar, mit dem die Werttreiber unmittelbar beeinflusst werden können und bilanzpolitische Maßnahmen gut bereinigt werden können (PEEMÖLLER 2005, 181 ff.).

[...]


[1] Zitat von Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

[2] halbminütiges Überzeugungsgespräch in einem Fahrstuhl, um einen Investor zu gewinnen

[3] im Original fett gedruckt

[4] engl.: Maßstab, Bewertung

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Analyse des Unternehmensplanspiels TOPSIM General Management II und Synthese der wichtigsten Kennzahlen
Untertitel
Hausarbeit in Rechnungswesen/Controlling
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
50
Katalognummer
V196363
ISBN (eBook)
9783656225164
ISBN (Buch)
9783656228097
Dateigröße
882 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Hausarbeit erörtert die wichtigsten Kennzahlen für das Unternehmensplanspiel, um zum Sieg zu gelangen.
Schlagworte
TOPSIM, Unternehmensplanspiel, GM2, General Management, General Management II, tata interactive, Planspiel, Kennzahlen, Analyse
Arbeit zitieren
Thomas Gawehn (Autor), 2012, Analyse des Unternehmensplanspiels TOPSIM General Management II und Synthese der wichtigsten Kennzahlen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196363

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